Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: New York Times (Seite 1 von 4)

NYT for government

Journalist*inn*en sind keine guten Politiker*innen. Die Älteren und noch Älteren erinnern sich an den Bundestagsabgeordneten Rudolf Augstein. 1972 – drei Monate haben er und die FDP das ausgehalten. War Günter Gaus einen Gegenbeispiel? Zweifellos klüger als Augstein. Aber er war nicht Politiker, sondern Berater und Diplomat. Und am allerbesten eben doch als Journalist, ein denkender dazu. Allzu selten kommt das noch zusammen. Es gibt gute Gründe, die Verschiedenheit der Rollen zu respektieren. Die es nicht tun, werden durch Erfahrungen gestraft. Das vorweg, um nun hierauf zu kommen. Weiterlesen

US-Durchstich gegen Kriegseuphorie

Ist es bezeichnend, dass der Stich gegen die Kriegseuphorie nicht in Deutschland oder EU-Europa, sondern in den USA erfolgt? “Utterly Reckless”. Ja sicher ist es das. Dafür habe ich sogar meine Hitzefrei-Pause unterbrochen. Eine sog. “tropische Nacht” hatte mir noch vor den heissesten Tagen der abgelaufenen Woche den Schlaf geraubt. Jede Aktivität auf den Niedrigenergiemodus runterfahren, nur noch atmen. So kam ich gut bis zum heutigen erfrischenden Tag durch. Weiterlesen

It’s the economy, stupid!

Putin, die Drecksau – und der grösste Gläubiger der Welt

Georg Seesslen wird sicher keinen Job mehr von der deutschen Diskurspolizei angeboten bekommen. In seiner taz-Kolumne fügt er hart-realistisch zusammen, wie die bekannt umfangreiche deutsche Rechte sich in die geschlossenen Reihen gegen das böse Russland einfügen lässt, obwohl doch das dortige Regime sie eher neidisch macht. Die deutsche Diskurspolizei, kein Staatsorgan, sondern ein sich entfaltender florierender, und üppig subventionierter Wirtschaftszweig privater Dienstleister*innen (“Thinktank”, Denkpanzer), hat eine ganz andere Strategie als der old-fashioned Seesslen. Weiterlesen

West-Virginia und Turin

Von einem Berg in West-Virginia (USA) schickte Andreas Zumach seinen Text “Ein Test für die ‘Wertegemeinschaft'”. Dazu gab es als Bonus noch einen Hinweis auf diesen Bericht der Berliner Zeitung über einen Leitartikel der New York Times. Letztere mag der US-Regierung Biden nahestehen, ist aber nicht ihr Organ. Sie bildet wohl eher Denkprozesse US-amerikanischer Liberaler ab, die noch einen weiten Weg zur Regierungspolitik haben. Weiterlesen

Stumme Migranten, laute Politik, gespaltene Medien

Die Berichterstattung über Flucht und Migration in 17 Ländern

Vorwort

„Die wichtigste Aufgabe von Medien besteht […] darin, die gesellschaftliche Wirklichkeit zu beschreiben und eine gemeinsame Faktenbasis bereitzustellen – für den öffentlichen Diskurs darüber, wie wir diese Wirklichkeit gemeinsam gestalten wollen“. So beschreibt der österreichische Journalist Armin Wolf die Kernaufgabe und den Anspruch seiner Profession. Ansprüche sollen als Maßstäbe gelten, mit denen sich Ideal und Wirklichkeit vergleichen lassen. In diesem Sinne dürfte der von Wolf postulierte Maßstab dann besonders wichtig werden, wenn es gilt, die Pflichterfüllung oder -verletzung der Medien anhand eines politisch wie emotional stark aufgeladenen und umstrittenen Themas zu bewerten. Weiterlesen

Spahn, Reichelt und die „Bild“

Der CDU-Vize-Vorsitzende und Gesundheitsminister Spahn droht in den Strudel des Skandals um den entlassenen „Bild“-Chefredakteur Reichelt und Springer-Chef Döpfner zu geraten. Ein Bericht des „Spiegel“ legt nahe, Spahn sei dem CDU-Kanzlerkandidaten Laschet während des Wahlkampfs in den Rücken gefallen und habe die negative Berichterstattung der „Bild“ über Laschet genährt. Weiterlesen

Deutschland hinkt

Die “Compliance”-Fehlanzeige im Fall Springer/Reichelt dokumentiert die deutsche Rückständigkeit gegenüber den USA – wie die Buchmesse
Die “Süddeutsche” lese ich wegen ihrer irren Paywall-Strategie kaum noch. Wenn sie derzeit in ihren Schlagzeilen zum Fall Springer/Döpfner/Reichelt von “Buberl-Connection” schreibt, dann illustriert diese Verniedlichung vor allem, dass deutsche Verlagsmedien die Sache noch überhaupt nicht verstehen. Sie sind in ihrer Blase gefangen, ohne Kontakt zu den Veränderungen in der Welt. Tragisch. Eine lobenswerte Ausnahme bildet die Berliner Zeitung, deren Verlegermilliardär*in (Ehepaar, beide gemeint) vom (noch) Döpfner-geführten BDZV wie Gesetzlose ausgegrenzt werden. Weiterlesen

Klassenkampf um Öffentlichkeit

Mutmachendes aus der Springer-/Reichelt-/Ippen-Affäre
Eigentlich hat sich “nur” Alltägliches ereignet. Ein übergriffiger Chefredakteur. Eine Verlagsspitze, die das nicht juckt. Eine junge Investigativredaktion, die von ihrem Arbeitgeber ausgebremst wird. Ein Kartell von Grossverlegern in ihrem sektenartigen Interessenverband. Es war doch immer so. Warum jetzt diese Aufregung? Antwort: Informationen fliessen dank der Digitalisierung freier, und sind durch ihre “Besitzer” kaum mehr kontrollierbar. Weiterlesen

#metoo: es rummst in Milliardärsverlagen

mit Update abends
Verlagsinterne Zensur sorgt für grössere Öffentlichkeit – mit Paywalls als Stolperdraht
Die Aufmerksamkeit für die Belästigung von Frauen durch den Springer-Chef-Milizionär Julian Reichelt wurde durch den Verlegermilliardär Dirk Ippen reanimiert. Er untersagte seiner Rechercheredaktion eine Berichterstattung darüber, und hat dadurch für umso grössere öffentliche Empörung gesorgt. Wunderbar! So gehen die Dinge voran. Weiterlesen

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