Thema: NRW-Staatskanzlei

NRW & Bertelsmann

Von , am Donnerstag, 23. Februar 2017, in Medien, Politik.

Als Helmut Kohls CDU in den 80ern in Westdeutschland das Privatfernsehen durchsetzte und förderte, um dem im öffentlich-rechtlichen TV identifizierten “Rotfunk” etwas entgegen zu setzen, suchten auch die großindustrieerfahrenen Sozialdemokraten nach Ankern in der neu entstehenden Branche. So entstanden neue Klischees: Kohlfreund Leo Kirch mit seiner Pro7Sat1-Gruppe war der Böse, und RTL/Bertelsmann (die Konzernmutter mit Sitz in Gütersloh!) waren die Guten. Insbesondere Wolfgang Clement, zunächst als Staatskanzlei-Chef von Johannes Raus, dann als sein Brutus und Nachfolger, liess sich nicht lumpen, wenn es um Einsatz für diese Lobby ging.

Konzernstrategien und ihre Ausdifferenzierungen haben die NRW-Sozialdemokraten dabei nie näher interessiert – Bertelsmann-Hauptaktionärin Liz Mohn ist, ebenso wie Friede Springer, eine “beste Freundin” der Bundeskanzlerin. Der Aufwand an Zeit und Intelligenz für die SPD wäre zu hoch gewesen. Weiterlesen

Hallo NRW-Staatskanzlei, jemand zuhause?

Von , am Donnerstag, 10. November 2016, in Politik.

Vor einigen Wochen wurde man als NRW-Bürger regelrecht geschockt, weil die Ministerpräsidentin Kraft vorgab eine “Idee” zu haben: eine NRW-Bewerbung für Olympische Spiele. Auf dieses Holzpferd soll sie der Wittwer des verstorbenen Guido Westerwelle, Sportvermarkter Mronz, gesetzt haben. Frau Kraft soll den gleichen Lieblingsverein wie ich haben: Borussia Mönchengladbach. Da ich für übernächsten Samstag gegen den FC Stadionkarten habe, werde ich sie darauf hinweisen, wenn ich sie sehe:
Andreas Rüttenauer hat jüngst in der taz den geradezu hemmungslosen Aufklärungswillen des DFB in Sachen Sommermärchen-Korruption herausgearbeitet.
Und Thomas Kistner (SZ), der sich neben Jens Weinreich sicherlich am besten in den Machenschaften der Sportmafia auskennt, hat noch mal genau zu erklären versucht, wie wenig gut diese Idee von Frau Kraft ist.
Da sich das ausserhalb der NRW-Staatskanzlei schon ziemlich rumgesprochen hat, wäre fast jede andere Idee besser und auch erforderlich, um eine Kraft-Wiederwahl zu sichern.