Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: ONE (Seite 1 von 2)

“Als wir träumten”

Die DDR hat uns Gutes hinterlassen
Z.B. Charly Hübner und Andreas Dresen. Hübner glänzte in “Für immer Sommer ’90”, das er mitentwickelt, sich also selbst auf den Leib geschrieben hat. Allerdings nicht allein: es ist ein starkes Ensemblestück mit recht zahlreichen der starken DDR-Frauen, die sich im Business durchzusetzen wissen. Hübner ist der klassische Fall eines Erfolgs-Ossis. Er muss nicht auf Rollenangebote warten, noch nicht einmal in der Pandemie. Er macht sie sich selbst und kommt damit durch, in deutschen TV-Anstalten. Das ist an sich schon eine Kunst, weit vor Beginn der eigentlichen Dreharbeiten. Weiterlesen

Heute mal One

Tipps für Ihr Quarantäne-Entertainment
Zunächst zu den bösen Fakten. Meine ehemalige Heimatstadt Gladbeck macht Schlagzeilen mit ihrer 7-Tage-Inzidenz über 400 (London liegt über 1.000). Gladbeck ist nicht kreisfrei, sondern zieht auf den Coronakarten der Medien den flächenriesigen Kreis Recklinghausen runter. Gladbeck ist ungefähr ein Viertel so gross wie Bonn, und Sie wissen ja, hier kennen sich auch schon fast alle untereinander. Wenn die Grundgesamtheit so winzig ist, ist vieles von Zufällen abhängig. Kein Zufall ist dagegen, dass insbesondere im Süden der Stadt, Butendorf und Brauck, auch weiter nördlich in Rentfort, überwiegend beengt gewohnt wird. Weiterlesen

Out of Mediathek?

Jobcenter in lustig
Samstagnachmittag. Und kein Fußball. In meiner Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet ähnelte das Alpträumen. Rettung war nur durch nächtliche Feten in Kirchhellener Scheunen oder Schwimmbadkellern zu erhoffen. Heute habe ich nicht mehr so reiche Freund*inn*e*n. Gut, wenn es regnet, gibt es eine Perspektive: der ARD-Sender ONE bringt heute zum Bingewatchen die erste und zweite Staffel von The Job Lot.
Wenn Sie britischen Humor hassen, lassen Sie es besser. Weiterlesen

Ina als Showrunner weggeputscht

Wladimir Kaminer ist unschlagbar
Meine guten Freund*inn*en wissen, dass ich Ina-Müller-Fan bin. Allerdings fand ich sie in besserer Form, nicht nur weil sie damals noch viel jünger war, als sie noch nicht in der ARD aufspielte, sondern nur beim NDR, und zwar immer erst um Mitternacht, freitagnachts. Doch ich muss mal gestehen: viel schlechter als damals ist sie nicht geworden. Produzent übrigens die Firma von Reinhold Beckmann.
Gestern genoss ich im Sender One, der zur ARD gehört, eine olle Wiederholung mit den Herren Kubicki und Kaminer. Weiterlesen

München / Kolonialverbrechen

Ein Münchner in Berlin, das allein muss schon depressiv machen. Andreas Rüttenauer/taz ist von haus aus eigentlich Sportredakteur. Anlässlich eines merkwürdigen Denkmalsaktivismusses in seiner alten Heimat und der “Neuerscheinung” im Geschenkschuber seiner alten G’schichten beschäftigt er sich mit dem Werk Helmut Dietls (und seiner Clique), und damit zwangsläufig der Entwicklung dieser Stadt. Im Grossen und Ganzen teile ich Rüttenauers Sicht. Nur einige wichtige Eckchen bleiben unbeleuchtet.
Zum Einen ist es die Mediengeschichte, die bei Dietl berufsbedingt immer eine wichtige Rolle gespielt hat. Weiterlesen

Alternativen zum “Tatort”

Jüngst reagierte ich etwas unverwandt, als DLF-Glossenautor Arno Orzessek, der allenfalls so viel jünger als ich ist, wie meine Geschwister, als der mein Alter als “blaue Stunde des Lebens” bezeichnete. Erst vor kurzem hat ein guter Freund hier in Bonn eine Galerie dieses Namens eröffnet, in der es übrigens auch lecker Essen und Wein geben soll (Dorotheenstr. 37, ab 16.30 h, Homepage keine gefunden). Aus diesem Anlass wurde mir bereits erklärt, Weiterlesen

Wann kommt “die künstliche Frau”?

Arme Ulrike Folkerts. Von mutlosen Programmdirektionen, TV-Redaktionen und daraus resultierenden schlechten Drehbüchern gequält, mühte sie sich letzten Sonntag vergeblich in einem ARD-Tatort ab, dem Publikum die Diskussion um Künstliche Idiotie (KI) zu popularisieren. Schade, das hat sie nicht verdient. Alle die dabei zugeguckt haben, haben ein parallel laufendes DLF-Feature von Ralf Contzen verpasst. Es hätten ihnen mehr erklärt, in der Häfte der verbrauchten Zeit: “Die künstliche Frau – Kulturgeschichte einer Männerfantasie”. Weiterlesen

Australien – gibt es das wirklich?

Gestern nährte das Neo Magazin Royale in ZDFneo Zweifel, ob es Australien überhaupt gibt. Auf der Wetterkarte (ab Min. 21:42) offensichtlich nicht – alles eine Verschwörung? Weitere Indizien:
Ich bilde mir ein, eine extrem lustige australische Arztserie “The Heart Guy” auf dem ARD-Sender One gesehen zu haben. Über die spezifisch australische Art der Sex Politics ist hier viel zu erfahren – bilde ich mir ein. Versuchen Sie aber mal, die in der Mediathek zu finden! Siehste: gibts gar nicht.
Bleibt noch die unvergleichliche Barbara Schweizerhof in der taz, die uns von dem australischen Kinofilm “Sweet Country” erzählt, als wären wir dringewesen.

Körperpositiv – “My Mad Fat Diary”

Die Briten können es einfach: Fernsehen machen, wie es aus Deutschland nie zu sehen ist.
My Mad Fat Diary” ist jetzt schon ein paar Jahre alt, wurde im öffentlich-rechtlichen Internetkanal Funk ausgestrahlt, ist dort auch noch verfügbar, und jetzt im traditionellen TV-Programm ONE, dort allerdings ohne Mediathekangebot.
Inhaltlich geht es um eine fette junge Frau in ihrer Pubertät. Auch die Dünnen sollten es sich ansehen. Hier lernen Sie die andere Perspektive kennen. Diese Produktion ist ein politisches Manifest gegen alle möglichen Süchte: Fressen, Hungern, Sport, Selbsthass und Selbstoptimierung. Mit einem positiven Grundton zum Leben und seiner Veränderbarkeit, aber britentypisch ohne jede Schönfärberei, kitschfrei geradeaus. Gratulation.
Und was ONE angeblich laut Rundfunkstaatsvertrag nicht darf (Dank an die hirnkranken Staatskanzleien unserer Bundesländer, die sowas verbrechen), es in einer Mediathek anzubieten, das tut dann eben der Globalkonzern und die Datenkrake Alphabet (ehem. Google) auf Youtube, bitte hier entlang.

Die BBC-Perle “Love, Nina” und das ARD-Versagen

Letzten Samstag versteckte der ARD-Nischensender ONE die erste Staffel von “Love, Nina” im Vorabendprogramm. Mein Festplattenrecorder hat es festgehalten und für mich gerettet. Nick Hornby hat das Drehbuch geschrieben. Der Mann, Arsenal-Fan, der den ersten wirklich guten Fußballroman geschrieben hat. Aus dem auch der einzige wirklich gute Fußballfilm entstanden ist: “Fever Pitch“. Nein, entschuldigung: Adolf Winkelmanns “Nordkurve” war auch gelungen.
Nina (20) ist eine Nanny in einer Familie der oberen Mittelschicht Londons, also solche, die sich dort noch ein Reihenhaus leisten können. Der Job, den sie braucht, um (irgend)ein Studium zu finanzieren, ist reiner Terror. Neben der attraktiv leidenden Faye Marsay als Nina toll: ihre äusserlich abgewrackte aber schnelldenkende Arbeitgeberin sophisticated gespielt von Helena Bonham Carter. Für uns als Zuschauer*innen alles extrem amüsant, weil very british.

Ziemlich unfassbar ist, dass die ARD beim Erwerb weder Wiederholungsrechte noch einen Mediathek-Aufenthalt vorgesehen hat. Was soll das? Weil die Milliardärskonzerne Amazon, Google und iTunes (Apple) damit verdienen wollen, worunter sie bekanntlich den wenigsten Mangel leiden, nämlich Geld? Da bleibt nur noch, es so zu machen, wie bei meinem Weihnachtsgeschenk.

Und selbst dieser Text wird materiell und objektiv zu einer Werbung für diese antidemokratischen kalfornischen Luxus-Revolutionäre. Fuck you!

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