Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: PT

Unsere beste Regierung – und deren Defizite

Interview mit dem brasilianischen Schriftsteller Luiz Ruffato, von Lutz Taufer und Anselm Weidner
Luiz Ruffato gilt heute als einer der wichtigsten, vielleicht der wichtigste Schriftsteller Brasiliens. Anders als die meisten brasilianischen Intellektuellen und Autor*innen entstammt er nicht den traditionellen Eliten, sondern pflegt eine deutliche Distanz zu diesen. Er steht in seinen BĂŒchern wie in seinen politischen Stellungnahmen fĂŒr einen grundsĂ€tzlichen Perspektivenwechsel, seziert die herrschenden Strukturen aus dem Blickwinkel der Mehrheit der Brasilianer*innen.Weiterlesen…

Schwarze Leben zÀhlen, auch in Brasilien

von Luiz Ramalho
Widerstand gegen den sich verschĂ€rfenden Rassismus in der Ära Bolsonaro

„Ich fĂŒrchte den Rassismus mehr als die Pandemie“, erklĂ€rte ein Demonstrant einem Journalisten am 8. Juni in Sao Paulo. Trotz der weiter steigenden Infektonszahlen sind nach dem Tod von George Floyd in den USA Zehntausende Brasilianer*innen auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus zu protestieren, der in Brasilien ebenso wie in den USA eine lange Geschichte hat, aber unter dem Regime Bolsonaros immer aggressiver und gewalttĂ€tiger wird.Weiterlesen…

Kreuzzug der Pfingstbewegung

von Viviane de Santana Paulo (Übersetzung: Laura Held)
Die evangelikale Politik in Brasilien und der Welt

Der politisch aggressive religiöse Fundamentalismus ist nicht nur ein PhĂ€nomen im Hinduismus oder Islam, sondern auch im Christentum. Dort gewinnen vor allem die (Neo-)Pfingstkirchen weltweit an Einfluss. In der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA entstandenen christlichen Strömung spielt der Heilige Geist eine zentrale Rolle in Lehre und Praxis, in den meisten theologischen Fragen folgt sie der Tradition des EvangelikalismusWeiterlesen…

Wankt Bolsonaros Macht?

von Christian Russau
Corona-Krise bringt PolitgefĂŒge in Brasilien nahe an den Schmelzpunkt.

“Ihre Regierung ist vorbei”
Diese Worte musste sich Jair Bolsonaro in aller Öffentlichkeit anhören. Das Video der Szene machte Mitte MĂ€rz Furore in den sozialen Netzwerken in Brasilien. Brasiliens rechtsextremer PrĂ€sident stand vor seinem Regierungspalast, tat so, als wĂŒrde er die Worte nicht verstehen. “Ihre Regierung ist vorbei.” Eigentlich ist dies mittlerweile der Mehrheit der Brasilianer*innen bewusst geworden. Nur hatte es bislang noch niemand so nĂŒchtern beschrieben, wie der Sprecher dieser gleichsam prophetischen Worte.Weiterlesen…

Wie lange noch hÀlt Brasilien das aus?

von Viviane de Santana Paulo
Die politische Kultur des grĂ¶ĂŸten Landes SĂŒdamerikas verhindert (noch) eine breite soziale Mobilisierung

Frankreichs PrĂ€sident Macron ist schwer enttĂ€uscht. Brasiliens PrĂ€sident Bolsonaro habe ihn belogen. In Osaka habe er ihm im Juni zugesichert das Pariser Klimaabkommen zu respektieren. Und nun wĂŒrde riesige WaldflĂ€chen in Amazonien brennen, weil Bolsonaro denjenigen, die Amazonien entwalden und landwirtschaftlich nutzen wollen, freie Hand ließe. So haben die BrĂ€nde wenigstens etwas Gutes, nĂ€mlich, dass niemand mehr ignorieren kann,Weiterlesen…

In der Tradition der MilitÀrdiktatur

von Wolfgang Meier
Trotz polternder Äußerungen ist von Bolsonaro keine grundlegend neue Amazonienpolitik zu erwarten

Bei den meisten Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen schrillten nach der Wahl Jair Bolsonaros zum neuen brasilianischen PrĂ€sidenten die Alarmglocken. Im Wahlkampf hatte der Rechtskandidat mehrfach behauptet, die in Amazonien lebenden Indigenen hĂ€tten zu viel Land, das der wirtschaftlichen Entwicklung aller Brasilianer*innen zugute kommen sollte. Viele befĂŒrchteten Angriffe auf die Indigenen und neue gigantische Großprojekte, die die Entwaldung Amazoniens beschleunigen wĂŒrden. Mitunter entstand dabei der Eindruck, als ob in Brasilien bisher eine nachhaltige Politik betrieben worden wĂ€re, die nun durch Bolsonaro akut bedroht sei.Weiterlesen…

Gut geschmiertes Erfolgsmodell

von Thilo F. Papacek
Der brasilianische Baukonzern Odebrecht hat ĂŒber Jahrzehnte Politiker*innen in zwölf LĂ€ndern Lateinamerikas bestochen

Seit fĂŒnf Jahren ermittelt die brasilianische Bundespolizei im Fall Lava Jato (Autowaschanlage). Der Korruptionsfall um den brasilianischen staatlichen Erdölkonzern Petrobras und den Bauriesen Odebrecht weitete sich bald auf andere lateinamerikanische und afrikanische LĂ€nder aus. Der Fall demonstriert, wie Korruption demokratische Entscheidungsmechanismen untergrĂ€bt.

Eine Strafzahlung von 228 Millionen US-Dollar soll es nun sein.Weiterlesen…

Ende des linken Zyklus?

von Gert EisenbĂŒrger

Lateinamerikas progressive Regierungen in der Defensive

Noch vor wenigen Jahren schienen linksreformistische Parteien in Lateinamerika in der Offensive. In den meisten sĂŒdamerikanischen und einigen zentralamerikanischen LĂ€ndern hatten Mitte-Links-Koalitionen Wahlen gewonnen. Dank hoher Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt florierten die Volkswirtschaften. Dadurch konnten die progressiven Regierungen soziale Reformen umsetzen, die fast ĂŒberall zu einem RĂŒckgang der Armut fĂŒhrten. Doch dann fielen die Preise vieler Rohstoffe. Die wirtschaftliche Entwicklung stagnierte, in einigen LĂ€ndern kam es zu Rezessionen, in Venezuela gar zu einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise. Als Folge der ökonomischen Probleme verloren die linken Regierungen an UnterstĂŒtzung. Im Jahr 2016 gelangte die Rechte in den beiden grĂ¶ĂŸten LĂ€ndern SĂŒdamerikas wieder an die Regierung. In Argentinien gewann sie die Wahlen, in Brasilien wurde PrĂ€sidentin Dilma Rousseff in einem fragwĂŒrdigen Verfahren ihres Amtes enthoben und durch ihren konservativen VizeprĂ€sidenten ersetzt. Sind die linken Regierungsprojekte am Ende? Der folgende Beitrag gibt einen Überblick ĂŒber die aktuelle Lage.Weiterlesen…

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