Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Rene Martens (Seite 1 von 2)

Ich bleibe nicht auf

Selbstreferentielle Medien machen mir heute das Leben schwer
Versuchen Sie heute mal den Tag und den Abend ohne die US-PrĂ€sidentenwahl rumzukriegen. Sie werden scheitern. Was soll der Zirkus? Vor morgen frĂŒh – frĂŒhestens! – weiss sowieso keine*r, wer gewonnen hat. Wir werden also nicht nur stunden-, sondern tagelang von Medien besendet, die es auch nicht wissen. Ein Muster mussten gestern Abend die bedauernswerten Kolleg*inn*en von ZIB2/ORF abliefern: ein Terroranschlag in Wien, sie wussten auch nichts, mussten das aber den ganzen Abend und die ganze Nacht live senden.
Und heute morgen die “Überraschung”:Weiterlesen…

Altpapier lesen

Wer medienpolitisch auf dem Stand der Dinge sein, und sich dabei nicht von NebensÀchlichkeiten erschlagen lassen will, ist bei der MDR-Altpapier-Kolumne richtig. Besonders, wenn sie, wie gestern, von René Martens ist.
Beachtenswert ausserdem eine “Medienkritik” eines taz-Sportredakteurs. Was Markus Völker zur Corona-Berichterstattung schreibt, lese ich als Kritik an der eigenen Redaktion, in der es bekanntlich oft hoch hergeht.Weiterlesen…

Sie verstehen nicht

Gesine DornblĂŒth (DLF) / Kölner SchulbĂŒrokratie / Kanzlerkandidaten-Warn-APP
mit Update 26.8.
Als Leser*in dieses Blogs wissen Sie, dass ich Stammhörer des DLF-Wochenendjournals bin. Heute melde ich dazu jedoch weniger Begeisterung als Entgeisterung. Gesine DornblĂŒth, 30 Jahre lang Russland-Korrespondentin (“Das Land liebe ich. Putins Politik ist fĂŒr mich inakzeptabel.”) konnte bei ethnologischer Forschung in Deutschland beobachtet werden. Wie kann es nur sein, dass hierzulande Leute den Putin gut finden (ich nicht; mein Lieblings-Wladimir ist Kaminer) und die Politik der EU und der Nato gegenĂŒber Russland zu feindselig (die HĂ€lfte im Osten, ein Drittel im Westen, ich auch) finden?Weiterlesen…

Trumps letztes Mittel

Ist er Jesus?
Sinje Stadtlich/NDR war mir als wache Mitarbeiterin von extra3 und Zapp aufgefallen. Diese Mittwochabendschiene des Senders, die ich als Zuschauer regelmĂ€ssig aufgesucht habe, wird jetzt vom Sender rasiert, wg. Sparen. Da hat Frau Stadtlich noch einmal GlĂŒck gehabt, dass sie rechtzeitig in die USA gewechselt ist – gute Gesundheit sei ihr gewĂŒnscht – so ein Job ist wahrscheinlich fĂŒr den Sender kostspieliger, als Zapp und extra3 zusammen.Weiterlesen…

Krimidemie / CDU – nach der Krise ist vor der Krise

Der geschĂ€tzte Kollege RenĂ© Martens/MDR-Altpapier setzt sich mit der PolizeiglĂ€ubigkeit der ĂŒberwiegenden Mehrheit deutscher Billigmedien angemessen kritisch auseinander. Einerseits prĂ€gt das das Bild der Menschen von der Wirklichkeit mit, aber geringer, als die meisten was-mit-Medien-Leute glauben. Denn der Journalismus hat noch weniger Kredit beim Publikum, als er selbst glaubt. Der jĂŒngere Teil des Publikums weiss, dass er sich ein Bild von der Wirklichkeit da draussen selbst zusammensetzen muss. Das Problem sind die (zahlreicheren!) Alten, gedanklich oder auch körperlich weniger mobilen, die sich das Bild von da draussen vor der intellektuell noch immobileren Glotze machen zu mĂŒssen glauben …Weiterlesen…

ARD-Feiglinge

mit Update 16.6. vormittags und nachmittags
Publikum ist halt zu doof
Durch das Absenden chinesischer Propaganda könnte unsere Demokratie akut gefĂ€hrdet werden. Selbst wenn nur 2,5% sowas ausgesetzt wĂ€ren. Es wĂŒrde sich sicherlich schlimmer verbreiten als ein unbekanntes Virus. Und dann ĂŒbernimmt die Gelbe Gefahr hier alles.
Ich bin kein Freund staatlicher Propagandamedien. Meistens sind sie mit eher schlechtem – weil feigem, gehorsamem, “eingebettetem/embedded” – Journalismus verbunden.Weiterlesen…

Falsche Krimis – falscher Skandal

In seiner wie immer bemerkenswerten Altpapier-Kolumne (MDR) gibt René Martens zwei aussergewöhnlich sachdienliche Hinweise, die ich sonst nicht gefunden hÀtte.
Die Drehbuchautorin Sandra Beck beleuchtet bei 54books.de, eine Seite, die ich bisher nicht kannte, die falsche weil einseitige Perspektive traditioneller KrimierzĂ€hlungen “Die zwei Seiten von Law & Order – Über die kulturelle Diskrepanz von Bildern”.Weiterlesen…

DoppelzĂŒngigkeit der “Bild”-Kritik

mit Updates: 28., 29.5. und 2.6.
Und wieder fiel ein Sack Reis um. Stefan Niggemeier/uebermedien schreibt, bevor sein Text hinter seiner Paywall verschwindet, ganz richtig: “‘Bild’ fĂ€hrt eine Kampagne. Das ist ein Satz, der ungefĂ€hr so viel Nachrichtenwert hat wie ‘Katze jagt MĂ€use’ oder ‘Wasser macht nass’.” Dieser Text könnte hier aufhören,, wenn es nur das wĂ€re.Weiterlesen…

FR zieht Ostern fĂŒr sich vor

Update: mit Korrektur eines falsch gesetzten Links
Die Krise als GAU von Demokratie und Öffentlichkeit
Zum Start in den Tag verhalf mir Isolde Charim. Sie ist eine Altersgenossin und so kluge Frau, dass ich rĂ€tsele, warum sie noch in kaum einer der pilzartig sich ausgebreiteten deutschen TV-Trash-Talkshows zu sehen war. Es spricht eher fĂŒr sie. Vielleicht lehnt sie solche Einladungen mit all ihrer Klugheit sogar ab. Es gibt derzeit wenig Motive, morgens das Bett zu verlassenWeiterlesen…

Donald – der kleine Bruder von Mohammed

unten: René Martens zum WDR
“Verschwörungstheorien” entstehen immer dann besonders blĂŒhend, wenn Ermittlungen, Untersuchungen, AufklĂ€rung behindert oder gar sabotiert werden. Opfer und Hinterbliebene werden auf diese Weise verhöhnt und in Paranoia getrieben, die ihnen immer wieder das Problem aufwirft, ob nicht “die Normalen” das Problem sind. Bis heute ist das nie gewalttĂ€tiger und politisch umwĂ€lzender passiert, als bei 9/11 im Jahr 2001. Ohne dass in Europa noch Notiz davon genommen wird, klagen in den USA Tausende gegen den Staat Saudi-Arabien, aus dem 15 der 19 mutmasslichen TĂ€ter entstammten. Bombardiert wurde dann aber lieber Afghanistan,Weiterlesen…

Risikoaversion – ARD-Tatort unter Druck

Denkarbeit an “Drittem” Mediensystem – endlich! (s. Update unten)
Matthias Dell war Nachfolger von Barbara Schweizerhof als Medienredakteur beim Freitag. Aber lange hat er anscheinend das Augstein-Regime dort auch nicht ausgehalten. Heute ist er ein inhaltlich auffĂ€lliger und – notgedrungen? – fleissiger “freier” Medienjournalist (DLF, Zeit-online, weiterhin Freitag usw.). Erstmals fand ich ihn gestern im FAZ-Feuilleton, mit einer wichtigen Angelegenheit, die ich an anderen Stellen leider bisher nicht gefunden habe: die ARD, ihr “Tatort” und die Frage, welche Rolle dort Frauen spielen.Weiterlesen…

Newsrooms

Das ist ein Wort aus dem Management-Sprech. Es bezeichnet den feuchten Traum aller Kostensenker*innen und Rationalisierer*innen. In diesem Traum arbeiten alle LohnabhĂ€ngigen zusammen, ohne Konkurrenzneid und Revierverteidigung, und nur am Wohl der Unternehmensrendite interessiert. Darum ist das der heisse Scheiss der meisten Medienunternehmen, und anderer im Niedergang befindlicher Organisationen, die sich gegen das Böse da draussen in der Welt verteidigen zu mĂŒssen glauben. Z.B. Volksparteien. Oder Autokonzerne. Oder Banken.Weiterlesen…

Nicht verpassen: Martens’ Medienkritik

“Empathy with the devil”? – AfD und deutsche Medien
Der von mir sehr geschĂ€tzte Medienjournalist RenĂ© Martens scheint gerade eine produktive Schaffensphase zu haben. In den 90ern wurde er mir von Extradienst-Autor Dieter Bott bei einer Fussballfan-Tagung in Oer-Erkenschwick mal persönlich vorgestellt. Seine mdr-“Altpapier”-Kolumne ist eine Fundgrube wichtiger politischer Diskursanalysen. Die wichtigsten Beispiele möchte ich hier zum Weiterlesen hervorheben:Weiterlesen…

AfD – aus der Rippe der “LĂŒgenpresse”

Von dem Kollegen Rene Martens halte ich schon lĂ€nger sehr viel. Dieter Bott hatte ihn mir in den 90ern bei einem Fan-Kongress in Oer-Erkenschwick vorgestellt. Aufmerksam verfolge ich sein freiberufliches Schaffen. Mein Respekt wĂ€chst. Heute ist er einer der fachlich fundiertesten fortschrittlichen Medienkritiker*innen. Rene fehlt diese wunderbare Dosis Gift, die ich in der Schreibe der von mir schmerzlich vermissten Silke Burmester immer gefunden habe. Aber das kompensiert er mit sachlich-fachlicher Fundierung. Weniger polemische Kraft, aber kaum angreifbar, und damit politisch wuchtiger. Urteilen Sie selbst ĂŒber sein Werk bei epd-Medien zu den “LĂŒgenpresse”-Machern bei der AfD.

Mittelmeer / Russland / Israel / Jemen / Bayern

Rene Martens/Medienkorrespondenz bespricht zwei sehenswerte Filme ĂŒber private Seenotretter*innen im Mittelmeer.
Reinhard Lauterbach/Junge Welt bewertet die Protestaktionen in Moskau gegen die Nichtzulassung von Kandidaturen zur Kommunalwahl. Eine sehr lesenswerte Gesamtanalyse russischer Politik kommt, endlich mal wieder, vom in Russland lebenden Kai Ehlers. In den 70ern war er presserechtlich Verantwortlicher der linksradikalen norddeutschen Sekte KB, die mich damals sehr genervt hat.Weiterlesen…

Die Guten

Fakten-Verkehrshinweise zu FlĂŒchtlingsrettung&Medien, Hyperlokaljournalismus, EU-Netzpolitik
Wenn es Ihnen zu viel Medieninszenierung und GutundBöse um Frau Rackete, Signore Salvini und die FlĂŒchtlinge ist, dann ist das einerseits richtig, andererseits (s.u. Rene Martens) aber auch nicht. Aber auch Ihnen kann geholfen werden: die spröden grausamen Fakten finden Sie z.B. hier. Daraus ergibt sich glasklar: Signore Salvini ist nicht der Böse, gehört aber zu den Bösen, wie unsere (ich habe sie auch nicht gewĂ€hlt) Bundesregierung.Weiterlesen…

Gibt es Indien wirklich?

Deutsche Medien sind stattdessen mit sich selbst beschÀftigt
Sie wissen ja, die Existenz von Bielefeld ist zweifelhaft. Aber Indien scheint es wirklich zu geben. Es hat jetzt auch deutsche Medien mit einem Luftangriff durch ĂŒber ein Dutzend Kampfflugzeuge auf sich aufmerksam gemacht. Ich weiss nicht, ob Sie es wissen, aber: Indien ist Atommacht. Und sein Nachbar und Gegner Pakistan auch. Und wenn es danach ĂŒberhaupt noch eines Nachdruckes bedarf: Indien ĂŒberholt derzeit China bei der Einwohner*innen*zahl. Es wird also zum grössten Markt der WeltWeiterlesen…

Verwandle Skandal in PR – “Der Spiegel”

Mit Update
So geht professionelle Krisenkommunikation: entdecke skandalöse Fehlleistungen, bevor die Öffentlichkeit es tut. Erkenne die Gefahr und vermeide das Trauma der Stern-“Hitler-TagebĂŒcher”, von denen der sich seit ĂŒber 30 Jahren nicht mehr erholen konnte. Lass Dich als “AufklĂ€rer” von niemandem ĂŒbertreffen, so lange Du noch den Power-Apparat dafĂŒr hast. Und wer soll den haben, wenn nicht der Spiegel? Mit den “Lehren”, die Du vor aller Öffentlichkeit daraus ziehst, kannst Du (vielleicht) in einer krisendurchfurchten Branche hinterher gesĂŒnder aussehen als vorher.
Nach dieser Devise geht der Spiegel vor,Weiterlesen…

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