Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Rheinland (Seite 1 von 2)

NĂ€rrisch

Von GĂŒnter Bannas
Die NĂ€rrinnen und Narren seien „fĂŒr unsere Demokratie und unser Gemeinwesen unentbehrlich“, hat Angela Merkel Anfang des Jahres gesagt, als die Abordnungen deutscher Karnevalsvereine bei ihr zu Gast im Kanzleramt waren. Bei nĂ€mlicher Gelegenheit im Jahr zuvor verwandte sie die Formel, die Karnevalisten stĂŒnden zwar nicht in der Verfassung, seien aber „in guter Verfassung“. Nun aber, in Coronazeiten, geht es darum, den Karneval 2020/21 abzusagen – heißt, zu verbieten. Dass die Debatte vom aus Westfalen stammenden Jens Spahn losgetreten wurde, hat aus Sicht des RheinlandsWeiterlesen…

“Erlernte Hilflosigkeit”

2013 muss in der Redaktion der “Zeit” eine Granate eingeschlagen haben, und zwar in den Fluren, in denen ihre “Atlantiker” sitzen. Selbst mit teuersten MedienanwĂ€lten konnten sie sich dieser empirisch gesĂ€ttigten Studie des Kommunikationswissenschaftlers und Medienkritikers Uwe KrĂŒger aus Leipzig nicht erwehren. So einen Hammer hat KrĂŒger jetzt nicht rausgehauen. Sondern “nur” einen Kommentar zur vorherrschenden deutschen Corona-Berichterstattung fĂŒr die Frankfurter Hefte geschrieben. Ich schliesse mich seiner Sicht an.
Zu den Tiefenwirkungen der Coronakrise hatte die Jungle World der Vorwoche einen wichtigen Schwerpunkt:Weiterlesen…

Virusvorsorge – fĂŒr FlĂŒchtlinge Fehlanzeige?

Bis 2016 war ich selbst beruflich bei der Organisation von FlĂŒchtlingsunterkĂŒnften beteiligt. Nicht im operativen Zentrum, aber als FraktionsgeschĂ€ftsfĂŒhrer mit gutem Zugang zu operativen, tagesaktuellen Informationen. Hier hatte ich das schon mal kurz angedeutet. Ich habe miterlebt, dass diese Arbeit fĂŒr die Handelnden in Politik und Verwaltung kein VergnĂŒgen war. Und ohne das sehr grosse bĂŒrgerschaftliche Engagement wĂ€ren die Probleme auch nicht zu lösen gewesen.Weiterlesen…

Anti-Depressivum Wetter

… ist gleichzeitig ein Klima-Zeichen an der Wand? – weiter unten: Messenmenschhaltung
Als ich gestern – zum wiederholten Mal – mit einer Freundin am Beueler Rheinufer lustwandelte, konnten wir das GlĂŒck kaum fassen. Was wĂ€re, wenn wir in dieser Phase sozialer Distanzierung und Isolation, Digitales hin oder her, jetzt auch noch ein Wetter hĂ€tten wie frĂŒher? Regen, Sonne, und dann wieder Regen, mit nicht wenig Wind. Die Älteren erinnern sich: es nannte sich “Aprilwetter”.Weiterlesen…

Virus – macht es die Irren sichtbarer?

Einerseits ist es besserwisserisch. Andererseits wird das nicht die letzte Krise dieser Art sein. Neue Viren kommen immer wieder, immer wieder wird die Medizin in ein Wettrennen mit ihnen gezwungen: um Gegenmittel, Impfungen, EindĂ€mmung. Darum ist es durchaus sinnvoll, ĂŒber die Fehler, die schon begangen sind und Schaden verursacht haben, auch nachher noch zu diskutieren.
So leid es mir fĂŒrs Rheinland tut, steht hier auch der Karneval weiter zur Debatte.Weiterlesen…

Der Schwabe … ist ja gar nicht sparsam

GrĂŒnes Regieren / Wundersame Bahn XLV
Im stetigen Kampf gegen Vorurteile ist auf Arno Luik hinzuweisen, den derzeit sachkundigsten öffentlichen Kritiker der Bahn und Bahnpolitik. In Baden-WĂŒrttemberg, in Stuttgart zumal, wird diese Kritik zwangslĂ€ufig auch zu GrĂŒnen-Kritik. Da GrĂŒne uns bald auch in Bonn mehr denn je regieren könnten, fĂŒhrt kein Weg daran vorbei, sich mit diesem schwĂ€bischen Streit vertraut zu machen. Worin liegt der Unterschied zwischen Schwaben und Rheinland? Ich wĂŒsste da viele … bin mir aber irgendwie nicht sicher ….

70 Jahre “was die andere Seite denkt”

Das Zitat ist von taz-Redakteurin Ulrike Herrmann, der ich auch in dieser WĂŒrdigung zustimme: “Nirgendwo lĂ€sst sich besser nachlesen, wie Neoliberale die Welt sehen. … Sobald es ums Geld geht, ist niemand genauer als der FAZ-Wirtschaftsteil. … (er) … berichtet zudem nicht nur ĂŒber Unternehmen, Börsen oder Wirtschaftspolitik. Auch die theoretischen Debatten der Ökonomenzunft werden liebevoll abgebildet. In der FAZ lĂ€sst sich kleinteilig verfolgen, wie sehr die neoklassischen Mainstream-Professoren an ihrer eigenen Theorie leiden.” So lĂ€sst sich der Gebrauchswert dieser Zeitung heute zusammenfassen – sofern sie ihr Wissen nicht hinter einer Paywall vermauert.
Über dieses Gesamturteil hinaus möchte ich zwei ehemalige Mitarbeiter wĂŒrdigen,Weiterlesen…

Gefahren der Beschleunigung

It’s capitalism, stupid! Dem herrschenden Wirtschaftssystem wohnt der Megatrend des Wachstums und der Beschleunigung inne. Nur wer dabei der Grösste und Schnellste ist, und den kostspieligen Produktionsfaktor (menschliche) Arbeit radikal zurĂŒckdrĂ€ngt, schafft die ersehnte Profitmaximierung. Alle anderen sind bestĂ€ndig bedroht vom “tendenziellen Fall der Profitrate”. Wer es bis dahin nicht begriffen hatte, bekam eine Ahnung davon, als die Digitalisierung der ProduktionsverhĂ€ltnisse fĂŒhlbar wurde. Ist zwar auch schon das eine oder andere Jahrzehnt so; aber die meisten sind halt SpĂ€tmerker. Das ist die LĂŒcke fĂŒr Demagogen:Weiterlesen…

Der grosse RheinlÀnder

JĂŒrgen Becker wird Dienstag 60
Gestern nacht bekam er von Wilfried Schmickler, dem WDR und der ARD einen Geburtstagsgruss. Ich habe noch gelernt, dass das vor dem Tag UnglĂŒck bringt. Aber die Medienindustrie fĂ€ngt ja auch im Oktober immer schon mit JahresrĂŒckblicken an. DafĂŒr brauchen sie nur billiges Archivmaterial zusammenschnippeln, und fertig sind die Sendeminuten, Honorare fĂŒr Autor*inn*en nicht erforderlich. Nur eine Dreiviertelmillion hat zugeguckt. Ich empfehle: holen Sies nach.
Zum ersten Mal auf JĂŒrgen Becker aufmerksam machte mich die – wie Schmickler – Herkunfts-LeverkusenerinWeiterlesen…

UngefĂ€hrlicher als DĂŒsseldorf: Gelsenkirchen

Ein Berliner Radiosender versucht sich an der Stadt, in der es sich leut ZDF/Prognos am schlechtesten lebt – Platz 401 von 401
DLF-Kultur kĂŒndigte in seiner heutigen Folge der Reihe “Deutschlandrundfahrt” einen einstĂŒndigen Beitrag zu Gelsenkirchen an. Oje, dachte ich: schon wieder ein Berliner Medium, das eine Safari-Expedition ins exotische Ruhrgebiet ausgesandt hat. So schlimm ist es nicht geworden. Sogar gut.Weiterlesen…

Big Brother Award / St.Pauli

Der diesjĂ€hrige Big-Brother-Award ist in bedauerlich zahlreich gewordenen Kategorien vergeben worden. Und wie immer zeigen sich die PreistrĂ€ger*innen undankbar und wenig amĂŒsiert. Hier die PrĂ€sentation des Preisverleihers digitalcourage e.V. plus ein Bericht des DLF.
Dem DLF gelang gestern Vormittag ein exzellentes Wochenendjournal zum Hamburger Stadtteil St.Pauli, von Autor Axel Schröder.Weiterlesen…

Wieviel Region braucht der Mensch?

Das ist zunĂ€chst eine philosophische Frage, die mit der IdentitĂ€tsfindung und mit dem inflationsmĂ€ĂŸig verwendeten Heimat-Begriff korrespondiert. Ganz paraktisch wird es, wenn man sich Deutschland ansieht und dabei politische Strukturen erkennt, die Regionen wirtschaftspolitisch im globalen Wettbewerb konkurrenzfĂ€hig machen sollen. So wird z.B. das Rheinland und die Region Köln-Bonn gezielt als polyzentrischer Raum vermarktet. Dabei gilt es kulturelle Barrieren und Abgrenzungen zum Ruhrgebiet und zu Westfalen zu ĂŒberwinden.Weiterlesen…

WDR zerrĂŒttet Beziehung zum NRW-Fussball

In der WDR-Programmdirektion scheint immer noch niemand zuhause zu sein. Gestern war ein Feiertag fĂŒr den NRW-Spitzenfussball. Beide Borussias zeigten meisterliche Leistungen (sogar Fortuna DĂŒsseldorf hat gewonnen) und fĂŒhren die Bundesligatabelle an. Am 17. (und am 34. Spieltag) winken Final-Feiertage, wie sie NRW schon lange nicht mehr erlebt hat – zu vergleichen nur mit der in Punktgleichheit endenden RivalitĂ€t von Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln 1978 (das war die Saison, in der die eine Borussia den BVB 12:0 schlug, bis heute Ergebnisrekord aller Bundesliga-Zeiten).
Ein WDR, der mit dem NRW-Fussball auf Du und Du wĂ€re,Weiterlesen…

RWE – der Trump unter den Energiekonzernen

Ärger bei SC Fortuna Köln
Fortuna-Köln-Fans waren schon immer irgendwie anders. Anders als die Masse der FC-Fans. Der mir bestbekannte ist mein Freund Wolfgang Grenz, im Hauptberuf langjĂ€hriger Asylreferent von Amnesty International und fĂŒr wenige Jahre auch GeneralsekretĂ€r der deutschen Sektion. Ein annĂ€hernd britischer Humor, voll von selbstironischem Sarkasmus. Verabredungen im Stadion funktionierten immer; es war so leer, das Individuen auch aus grösseren Distanzen gut zu identifizieren waren. Das Gerede von der “grossen Familie” – hier stimmte es. Lange Zeit. Doch die Zeiten sind schnelllebig geworden.
Ein Transparent, das obige Beschreibung der Fortuna-Fans absolut angemessen reprĂ€sentiert,Weiterlesen…

Alte Herren aus NRW auf anderem Stern

Der Ötzi des Rheinlandes ist die Olympiabewerbung
Eine merkwĂŒrdige Alt-Herren-Versammlung muss das gewesen sein, die sich da in Bodo Hombachs Politik-Zigarrenzimmer getroffen hat – aus eigenen Fehlern nullkommanull gelernt. Werden sie dafĂŒr bezahlt? Die meisten sind heute wohlhabende Rentner. Oder ist der Verstand irgendwann stehengeblieben?
Nun soll also eine Olympiabewerbung schaffen, was Preussenherrschaft, Weimarer Demokratie, Naziterror und BRD ĂŒber 150 Jahre nicht geschafft haben:Weiterlesen…

Medien-Familienkrieg im Rheinland

Gestern wurde gemeldet, das Bundeskartellamt habe ein Bussgeld von 16 Mio. gegen den Kölner Zeitungsverlag DuMont-Schauberg verhÀngt, wegen verbotener Kartellabsprachen mit dem Bonner General-Anzeiger. Im Zeitraum von 2000 bis 2016 haben beide HÀuser Gebietsabsprachen getroffen, sich gegenseitig keine Konkurrenz zu machen, und konnten so zu Monopolbedingungen wirtschaften.
FĂŒr den Laien sieht das wie konsequentes Handeln des gestrengen Kartellamts aus. Hinter dem Vorhang stellt es sich anders dar. Solche Kartellabsprachen, das weiss in der Medienbranche “jedes Kind”, sind bundesweit gebrĂ€uchlich.Weiterlesen…

FlĂŒchtlinge: Aufnehmen / Daten: Sammeln

Der Appell der Rheinland-StĂ€dte an die Bundeskanzlerin zur vermehrten Aufnahme von FlĂŒchtlingen hat breites, weltweites Echo gefunden. Er ist nĂ€mlich Teil einer ebenso weltweiten Bewegung. Da kriegen manche Rechte so viel Angst vor, dass sie angeblich Döseldorfs OB sogar mit dem Tode bedroht haben. Die Jungle World berichtet in ihrem dieswöchigen Schwerpunktthema ĂŒber diese StĂ€dtebewegung, hier der erste online frei lesbare Text – die ĂŒbrigen werden schrittweise spĂ€testens bis Dienstag von der Redaktion online frei zugĂ€nglich geschaltet.
Das Niveau des politischen Streits um Sahras und Oskars Sammlung ist bereits tief gesunken, hier Mely Kiyak bei Zeit online, und hier die noch tiefere Replik der nachdenkseiten (ganz nach unten scrollen! sic!). Im Kern geht es nach meinem Eindruck nicht um politische Bewegungen, sondern um das Kapital der Zukunft: die Daten.Weiterlesen…

Rheinland: Wir wollen mehr FlĂŒchtlinge aufnehmen

Naika Foroutan wies jĂŒngst darauf hin, dass sich erheblich mehr Menschen bei der Aufnahme und Betreuung von FlĂŒchtlingen engagieren, als AfD wĂ€hlen. Ich weiss nicht, ob so ein Hinweis im Hauptstadtberlin noch irgendwo wahrgenommen wird. Immerhin ist Foroutan Berlinerin und gab den Hinweis in einem Berliner Lokalblatt – liest in der Hauptstadt noch eine*r Zeitung? Es ist so weit weg, wir wissen es nicht.
In Italien richtete Roberto Saviano einen flammenden Appell an das demokratische Italien, den Mund aufzumachen gegen seine menschenfeindliche Regierung. Wenn wir die Politikernamen in seinem Text einfach austauschen, lÀsst er sich auch hierzulande gut anwenden.
Das haben die rheinischen OberbĂŒrgermeister auf ihre Weise getan. Ich gestehe: ich bin positiv ĂŒberrascht.Weiterlesen…

Fluchtursache Karneval

Alle Jahre wieder kommt die Heuchelei. Medien entsetzen sich ĂŒber besoffene Jugendliche. Jedes Jahr: also so schlimm wie dieses Jahr war es noch nie. Es wird gepinkelt und gekotzt. Nein, frĂŒher hat es sowas nicht gegeben.
Das einzige, was es tatsĂ€chlich frĂŒher nicht gegeben hat, war: #metoo. Ob das den Karneval dieses Mal berĂŒhrt?

Dieses Jahr war es an der Kölner OberbĂŒrgermeisterin, sich auf die Spitze der Welle zu setzen. Vielleicht hat ihr jemand eine Statistik vorgelegt, aus der hervorgeht, dass sich die Mehrheit der RheinlĂ€nder*innen wĂ€hrend des Karnevals auf den Kanaren, in der Toskana und in Ostfriesland befindet.Weiterlesen…

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