Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Rudolf Walther

Coronakrise – schafft sie Failed States?

Berichte und Kommentare zu USA, Schweden, Frankreich, Russland, Spanien, Deutschland
Es gibt keinen politischen oder wissenschaftlichen Handwerkskasten, mit dem die aktuelle Krise in einen gedanklichen Rahmen eingepasst werden kann. Das hat auch Vorteile. Das Denken, Analysieren, SchlĂŒsse ziehen kann sich – potenziell! – freier bewegen. Es kann mehr KreativitĂ€t freisetzen. Materielle Bedingung dafĂŒr ist freilich, dass die eigene Existenz nicht bedroht ist. Diese Bedingung wird leider in den meisten FĂ€llen nicht mehr erfĂŒllt. Das illustrieren auch die folgenden Leseempfehlungen:Weiterlesen…

Woher die schlechten Witze kommen

Matthias Drobinski/SZ will den Karneval vor den schlechten Witzen retten: “Kramp-Karrenbauers Witz ĂŒber Intersexuelle kommt von oben und geht auf die Kosten derer da unten. Das widerspricht der Grundidee des Karnevals.” Er trĂ€umt den Traum vom “subversiven Karneval”. Die Zeit soll es tatsĂ€chlich gegeben haben, irgendwann vor meiner Lebenszeit. Das haben dann wohl spĂ€testens die Nazis vernichtet. Und richtig erholt hat sich der deutsche Karneval von dieser Vernichtung nicht mehr. Die deutsche Glotze liefert darĂŒber so viel Material, dass einem schneller schlecht wird, als es der Alkohol schafft. Zum besseren Karneval Hinweise hier. Weiterlesen…

Mark Terkessidis / Rudolf Walther / Deniz YĂŒcel

Wenn uns alle etwas eint, dann ist es die Überzeugung “Ich bin kein Rassist”. Nicht wenige neigen zu einer Fortsetzung dieses Satzes mit “, aber…..” Es gibt Stellen in Köpfen und Diskursen, ĂŒber die wollen wir nicht so viel wissen. Keine Zeit. Viel zu tun. Wichtigeres vor allem. Mark Terkessidis können wir so nichts vormachen, einer der klĂŒgsten Migrationsforscher und Publizisten, und ĂŒbrigens auch ein kĂ€mpferischer mit Körpereinsatz arbeitender Redner.
Rudolf Walther versucht Didier Eribon vor der Vereinnahmung durch deutsche Feuilletons und auch ein bisschen vor sich selbst zu retten. Im Kern geht es darum, Roman und Analyse nicht zu verwechseln. Ein guter Roman ist dramaturgisch zugespitzt und vereinfacht das Politische zugunsten einer stimmigen ErzÀhlung. Genau das sollten politische Analysen aber vermeiden, sonst werden sie falsch.
Kein Ahnung was Deniz YĂŒcel von taz und Jungle World zur “Welt” getrieben hat, in den Knast gehört er jedenfalls dafĂŒr nicht, in einen tĂŒrkischen schon gar nicht. Die FAZ stellte nun einen Kursbuch-Text von ihm online, der eine gute Zusammenfassung des politischen Geschehens der Ära Erdogan darstellt.

Frankreich

Es gibt eine Welt da draussen, in der in diesem Jahr auch wichtige politische Entscheidungen fallen. Noch vor der NRW-Landtagswahl werden wir wissen, wer neuer französischer PrĂ€sident – eine Frau hoffentlich nicht – wird. Der linke Kandidat Jean-Luc Melenchon kommt heute im FR-Interview selbst zu Wort; Rudolf Walther kommentiert beim oxiblog seine strategische Ausgangslage.
Der seit einigen Jahren beste deutsche Frankreich-Korrespondent Bernhard Schmid veröffentlichte in der jĂŒngsten Jungle World eine zeitgeschichtliche Beschreibung des ideologisch-intellektuellen Hintergrunddiskurses hinter den französischen Politikdebatten. Zu Melenchon hat er eine deutlich-kritische EinschĂ€tzung (Jungle World eine Woche zuvor).

Noch eine Bemerkung zu weiblichen Kandidatinnen: es “gibt” genug gute Frauen. Meistens sind sie leider selbst ihre schĂ€rfsten Kritikerinnen und kandidieren erst gar nicht bei wichtigen WahlgĂ€ngen und Personalentscheidungen. Es ist eine SchwĂ€che der GrĂŒnen, dass keine linke Frau die Traute hatte, sich gegen KGE um die Spitzenkandidatur zu bewerben. Es ist eine ebensolche SchwĂ€che, wenn die Linken meinen, eine Populistin mit kaputtem Kompass einer Frau mit einer klaren emanzipatorischen Linie vorziehen zu mĂŒssen. Wahlen, zu denen frau nicht kandidiert, sind schon verloren. Ich hoffe instĂ€ndig, dass das wenigstens in Bezug auf Frankreich widerlegt wird.

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