Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Sabine Rollberg

Systemabsturz

Tagesschau24 wiederholte gestern Abend den Dokumentarfilm “System Error” von Florian Opitz. Leider haben es die mitproduzierenden ARD-Sender WDR (eine der letzten guten Taten von Redakteurin Sabine Rollberg) und BR auch in diesem Fall versĂ€umt, hinreichende Mediathekrechte zu sichern. Wie der im Film analysierte Kapitalismus sind auch die Produzent*inn*en so sehr auf Kapitalzirkulation angewiesen, dass sie ihn noch als DVD zu verkaufen versuchen. Ich hatte das Werk schon bei einer frĂŒheren Ausstrahlung gesehen. Doch heute wirkt es anders. Es hat Patina angesetzt. Schuld ist das Virus.Weiterlesen…

#metoo/WDR: die Debatte ist nicht beendet

Mögen einige gehofft haben, dass wĂ€hrend der Herbstferien “die Sau das Dorf” durchquert habe. Aufwachen, der Traum ist beendet. Denn es geht in der Debatte nicht (nur) um skandalöse EinzelfĂ€lle. Das Problem ist durch gerichtliche SchuldsprĂŒche, Abmahnungen und Entlassungen nicht aus der Welt. Denn es wird von Systemstrukturen erzeugt, die in einem jahrzehntelangen Prozess herangewachsen sind. Dazu sind jetzt einige erhellende DiskussionsbeitrĂ€ge erschienen.
Hektor Haarkötter, heute Professor an der Fachhochschule Rhein-Sieg, war mal “freier” Mitarbeiter des WDR und weiss darĂŒber viel zu erzĂ€hlen.Weiterlesen…

Amri, “die Medien”, der WDR

In diesem Jahr wird sich das Attentat vom Berliner Breitscheidplatz bereits zum zweiten Mal jĂ€hren. Da es aber keine neuen “schönen” Bilder des Entsetzens mehr gibt, ist die Berichterstattung sehr, sehr abgeflaut. Damit, dass alles aufgeklĂ€rt wĂ€re, hat das – selbstverstĂ€ndlich? – nichts zu tun. VulgĂ€rer geht es kaum. Das gilt bis heute fĂŒr alles, was Thomas Moser/telepolis bisher darĂŒber herausgefunden hat. Das VulgĂ€re ist, dass dieser Mann gelobt und mit Preisen ĂŒberhĂ€uft werden muss, weil all die vielen Anderen, die “irgendwas mit Medien” machen, diese Arbeit nicht erledigen. Bzw. niemand da ist, der*die sie dafĂŒr bezahlen wĂŒrde.Weiterlesen…

DiskursunfĂ€higkeit und FĂŒhrungsversagen – am Beispiel WDR

Es ist schon einige Monate her, dass der Streit um eine “Antisemitismus-Dokumentation” von Arte und WDR/ARD fĂŒr Aufregung in der Medienfachpresse sorgte. Es ist immer ein stark selbstreferentieller Wind, der dabei gemacht wird, in diesem konkreten Beispiel zusĂ€tzlich befeuert durch Polarisierungsprotagonist*inn*en im politischen Raum.

Mit einigen Monaten Abstand hat die Autorin Carmen Molitor in der Medienkorrespondenz diesen Streit noch einmal analysiert. Und abgesehen vom konkreten Fall offenbart sie einige – leider – verallgemeinerbare und sich ausbreitende Probleme. Es sind dies Furcht und Angst vor politischem Streit und kontroverser Diskussion, Angst vor dem Stehen zu eigener Verantwortung, UnfĂ€higkeit zum ErklĂ€ren eigener Position und verantwortliche FĂŒhrung komplexer Organisationsstrukturen und der in ihnen Arbeitenden und BeschĂ€ftigten. Ich grĂŒbele noch, inwiefern diese asozialen EntwicklungenWeiterlesen…

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