Thema: Schorsch Aigner

Journalismus-Juwel “Sport inside”

Von , am Montag, 12. März 2018, in Fußball, Medien.

Von der WDR-Programmdirektion ungeliebt und im Programm bis zur Unauffindbarkeit rumgeschubst, aber es gibt ja jetzt Mediatheken. “Sport inside” ist – neben dem NDR-“Sportclub” (sonntags kurz vor Mitternacht) – das einzige Sportjournalismusprogramm im gesamten öffentlich-rechtlichen und privaten deutschen Fernsehen. Sportjournalismus hier als prägnanter Unterschied zur Produktpräsentation: die gibt es in jedem Programm. Zu ihr haben die Sender hunderte Seiten dicke Verträge mit den Veranstalter*inne*n geschlossen, in denen genauestens geregelt wird, was wie ins Bild gesetzt und wie welche Produktwerber und Spots dabei zu präsentieren sind. Pressefreiheit ist was anderes. Weiterlesen

ARD-Sportjournalismus – war das alles?

Von , am Samstag, 23. Dezember 2017, in Fußball, Medien, Politik.

Es lief schon am Dienstag, aber ich muss meinem Ärger immer noch Luft machen. Dieses Mal wurde eine ARD-Dokumentation zu Recht um Mitternacht versenkt: das Nichts über Franz Beckenbauer. Da hatten Tom Theunissen und Olli Dittrich mit ihrer scheinbaren Fiktion “Schorsch Aigner” vor zwei Jahren deutlich mehr zu bieten.
Das, was der NDR diese Woche in der ARD aufbot, und auch dieser Sender kann es eigentlich besser, enthielt absolut keine neue Erkenntnis, und blies die mit einer Riege Dampfplauderer, die alle niemals ein Mikrofon auslassen würden, auf – der Seriöseste war noch Harald Stenger. Interessant war allenfalls, wer alles “nicht zur Verfügung” stand. Die wollten nichts sagen, weil sie zuviel wissen.
Der WDR hat ein produktives sportjournalistisches Team bei Sport inside zusammen, guckt es aber mit dem Arsch nicht an. Gegenwärtig ist mehrmonatige “Winterpause” bis Mitte Februar. Die “Sommerpausen” gehen über mehrere Jahreszeiten. Und zu allen wichtigen Turnieren (WM, EM, Olympia) ist widersinnigerweise auch immer “Pause”. Schön, dass immerhin noch Zeiten gefunden werden, zu denen überhaupt gesendet wird. Die Termine wechseln seitens der WDR-Programmdirektion allerdings so oft, dass ich das Gefühl habe, auf Internetstreaming umerzogen werden zu sollen.
Muss ich noch ein Wort verlieren, dass der öffentlich-rechtliche Auftrag eni anderer ist? Interessiert das noch jemanden? Journalismus?