Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Schwarze (Seite 1 von 2)

“ZurĂŒckgeblieben” vielleicht, arm nicht

Die Trump-Fans
AnlĂ€sslich der aktuellen PrĂ€sidentschaftswahl wird in hiesigen Medien erneut die herrschende Berichterstattung aufgetischt, die armen, enttĂ€uschten ZurĂŒckgebliebenen seien es, die Trumps immer noch ĂŒberraschend gutes Wahlergebnis verursachten. Das ist ein MĂ€rchen. Die FAZ-Korrespondentin Frauke Steffens hat dieses MĂ€rchen letzten Samstag nackig gemacht. Und ihr Verlag hat es flugs in die Paywall eingemauert, auf dass es nicht zu viele zur Kenntnis nehmen.
Darum erzĂ€hle ich Steffens’ Erkenntnisse hier mal nach.Weiterlesen…

Steilgehende Ladies

Nura – Beverly Ranger – Alina Schwermer – Caroline Rosales – Katja Dörner
Nura Habib Omer beschĂ€ftigt derzeit die was-mit-Medien-Leute. Ich wĂŒnsche ihr, dass das Business die 32 Jahre junge Frau nicht zermahlt. Eine schwarze Freundin freute sich ĂŒber sie: “Solche Geschichten mĂŒssen erzĂ€hlt werden.” Nura bohrt die Bretter aktuell durch, z.B. beim Spiegel oder in Dieter Botts Sportschau, der 3-sat-Kulturzeit. Alles Gute!
Jetzt, im 21. Jahrhundert, will sogar die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, eine Damenabteilung eröffnen. Da hat der Bonner SC ein Jahrhundert Vorsprung.Weiterlesen…

Das Gute am Klimawandel

Der Wein verwöhnt Deutschland
In was fĂŒr einer Paradies-Blase Deutschland lebt, zeigt seinen Bewohner*inne*n der Wein. Zwar lassen deutsche Regierungen und Behörden FlĂŒchtlinge selbst dann nicht rein, wenn sie verhungern, ertrinken oder verbrennen. Aber der Wein darf rein. Und tut es auch.
Vermutlich ist es kein Zufall, wenn die AuslandseinsĂ€tze der Bundeswehr in solchen Weltregionen platziert sind,Weiterlesen…

SPD / Wissenschaft / Essbares Andernach

Nachgedacht habe ich mehrmals darĂŒber, ernsthaft erwogen habe ich es aber nie: Mitglied in der SPD zu werden. Es sein gelassen zu haben – nie habe ich es bereut. Wenn jetzt in den letzten Tagen SPD-Innenminister und -senatoren als Rassismus-Experten aufgetreten sind, ist das nur eine Camouflage fĂŒr eine ganz andere “Hauptsache” gewesen. Die Jungs ertragen auch heute noch keine Frau an der Spitze ihrer Partei. Fragen Sie mal Frau Nahles. Sie haben bis heute nicht begriffen, dass eine Frau keine schmĂŒckende Dekoration ist, sondern ein Subjekt. Wie Schwarze.Weiterlesen…

Immunabwehr

Empowerment fĂŒr Demokrat*inn*en aller Farben und Geschlechter
Das war ein gutes Wochenende. Zu danken ist das globalen gesellschaftlichen Tiefenströmungen und den USA. FĂŒr ersteres ist vor allem der Fridays-For-Future-Bewegung zu danken, die wichtige ermutigende und gesellschaftsklimatische Grundlagen geschaffen hat. So ist es dann nicht mehr ĂŒberraschend, dass die Black-Lives-Matter-Bewegung sich mit grosser Geschwindigkeit ĂŒber den Atlantik hinweg ausgebreitet hat.
Damit hatten am vergangenen Wochenende hier In Deutschland wohl weder die Anmelder*innen von SolidaritĂ€tsaktionen noch die Behörden gerechnet.Weiterlesen…

Ösis mal wieder spitze

Corona-Blamagen – deutsche Linke auch nicht besser
mit Update nachmittags
Was im österreichischen Profifussball los ist, toppt qualitativ alles, was hierzulande erwart- und berechenbar abgespielt wird. Im Ergebnis heisst das: die Meisterschaft wird politisch entschieden. Und Überraschung: Meister wird der gleiche wie immer.
Doch es gibt auch ernsthafteres Diskussionsmaterial, bei telepolis.
Andrea Seliger zieht eine Zwischenbilanz der Lage in Schweden.Weiterlesen…

Virtuelle Bratwurst

Rette-sich-wer-kann in Politik und Fussball / Wie Tsipras: der Genosse Sanchez soll hÀngen (gelassen werden)
FĂŒr das Virus sind alle gleich? Der Mensch wĂ€re nicht Mensch, wenn er dieser Natur nicht ein Schnippchen schlagen wĂŒrde. Er verwandelt das Virus mit schlichtesten Mitteln zu einem Turbo zur Spreizung und Beschleunigung bestehender KlassenverhĂ€ltnisse. Und wiederum lĂ€sst sich das am Beispiel des Fussballs lernen. Der heimliche RWE-Fan Friedrich KĂŒppersbusch brachte seine Liebe heute virtuos in seiner taz-Kolumne (“Und was machen die Borussen”) unter: in der Vierten Liga versuchen sie sich mit virtuellen StadionwĂŒrsten zu retten. Hauptgedanke ist sicherlich, auf die Weise Aufmerksamkeit fĂŒr seine Not zu erregen, eine Chance die vielen anderen nicht vergönnt ist.Weiterlesen…

Aktualisierung emanzipatorischer Strategien

An diesem Wochenende erhielt ich von Extradienst-Gastautor Dieter Bott ein schönes Neujahrsgeschenk. Er schickte mir einen Text, leider in hektographierter Form, zu lang zum Abschreiben, von 1999. Rot-GrĂŒn hatte ein Jahr zuvor die Bundesregierung gegen den ewigen Kanzler Helmut Kohl erobert, und war sogleich gegen die serbischen Reste Jugoslawiens in den Krieg gezogen. Bott besuchte damals einen JubilĂ€umskongress des Frankfurter Instituts fĂŒr Sozialforschung, der angefĂŒhrt von Ex-Chef JĂŒrgen Habermas, sich böse verrenkte bei seinen Rechtfertigungsversuchen fĂŒr die so junge, hoffnungsvolle neue Regierung. Dieter dagegen war enttĂ€uscht und verbittert, und verteidigte in seinem heute noch lesenswerter gewordenen Text seinen LehrerWeiterlesen…

Angriffe, die stark machen

1987 gab es wie in allen Bonner Stadtteilen auch in Beuel eine Initiative fĂŒr einen VolkszĂ€hlungsboykott. Es war eine Volksbewegung zivilen Ungehorsams fĂŒr Datenschutz, der heutigen Klimabewegung nicht unĂ€hnlich, und aus heutiger Sicht vorausschauend und seinerzeit topaktuell auf Ballhöhe – und illegal. Bei den wöchentlichen Treffen der Beueler Initiative kamen rund 200 Menschen zusammen. Als damaliger BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Jungdemokraten referierte ich dort regelmĂ€ssig zum Stand der Dinge. Mein Mitautor Roland Appel zog die bundesweiten Strippen von seinem damaligen Arbeitsplatz in der GrĂŒnen-Bundestagsfraktion aus.Weiterlesen…

CDU-Wasserstoffshow / Handkestreit zwecklos / Schwarzisraelische Rapperin

Was fĂŒr eine Show! Alles nur um Svenja Schulze zu demĂŒtigen? Eine wirkungsvollere Aufwertung kann sich diese kleine, starke Frau kaum wĂŒnschen. Vier CDU-Bundesministerien taten sich zusammen, um eine grosse Medienshow um den “SchlĂŒsselrohstoff” Wasserstoff abzuziehen, und dabei auffallen zu lassen, dass sie alles am Bundesumweltministerium vorbei inszenieren. Den meisten Menschen wird es wurscht sein, wie und warum CDU und SPD sich schlagen – und genau diese Tatsache ist ja deren Problem. In der Sache wurde die Show heute morgen um 6.50 h im Deutschlandfunk zertrĂŒmmert.Weiterlesen…

“Niemand wird kommen, um uns zu retten”

Herr Habeck will Europa “weltpolitikfĂ€hig” machen. Ich habe bereits aufgeschrieben, warum ich das, höflich ausgedrĂŒckt, fĂŒr kein glĂŒckliches Signal halte. Aber gut, viele Deutsche halten ihn fĂŒr einen weisen Mann. Ich halte ihn fĂŒr einen guten “Performer” (von sich selbst), aber fĂŒr einen schlechten Schauspieler. Zur Kanzlerfrage gibt es sich öffentlich demonstrativ genervt, doch dieses Interview in der niederbayrischen Lokalpresse (jetzt online frei zugĂ€nglich) hat ihn zur Kenntlichkeit entstellt. Dennoch, ein wichtiger Mann. Ich versuche mich also mal in seiner Denkwelt.Weiterlesen…

Anti-Tönniesse in USA / SPD als Reissack

“Wir sind keine Rassisten!”, nein, sind wir nicht. Aber wenn die Revolverjournalisten von Frau Springer und Herrn Döpfner zur Jagd auf einen Schwarzen pfeifen, dann sind fast alle bei Fuss. Nein, nicht fast alle – es sind nur die Rudeljournalist*inn*en, die leider in ihrer Branche die Mehrheit stellen. Kaufen tun die Organe des Herrn Döpfner nĂ€mlich immer weniger Menschen: die sogenannte Zeitung Bild stĂŒrzt von einst 5 Mio. verkauften Exemplaren in den 90ern der eine-Millionen-Grenze entgegen. Ihre Relevanz besteht also nicht bei der Kundschaft, sondern bei denen, die sie als RudelanfĂŒhrer des rassistischen Agendasettings anerkennen.
Es geht auch anders.Weiterlesen…

Schwarze Frauen in Brasilien

Eine lange Geschichte von Gewalt und Widerstand
von Nilma Bentes und Maria Albenize Farias Malcher (erster Absatz: ila-Redaktion)

Brasilien hat seine Geschichte der Sklaverei nie richtig aufgearbeitet. Auf diesen Umstand verweisen einige, um die Katastrophe vom 28. Oktober 2018 zu erklĂ€ren, als der Rassist und Rechtsextreme Jair Bolsonaro die PrĂ€sidentschaftswahlen gewann. „Nach vier Jahrhunderten rassischer Gewalt haben viele von uns, schwarze MĂ€nner und Frauen, die diskriminierende Behandlung, der wir stĂ€ndig ausgesetzt sind, verinnerlicht“, schreiben die Autorinnen unseres Beitrags. „Etwa die Ideologie von der ‚natĂŒrlichen Unterlegenheit‘ (von Schwarzen und Indigenen) oder die behauptete Existenz einer ‚Rassendemokratie‘ in Brasilien.Weiterlesen…

Lukaku: “some things to say” / CSU und das Christliche

Die aktuell menschlich berĂŒhrendste Geschichte zur WM hat der gestrige DoppeltorschĂŒtze, der belgische StĂŒrmer Romelu Lukaku zu erzĂ€hlen. Hier in Englisch auf The Players Tribune, deutsche Kurzzusammnfassung bei Sp-on.
Alte CSU-Grössen erkennen ihre Partei nicht wieder. Ex-Kultusminister und Ex-Katholiken-Chef Hans Maier Àusserte sich heute deutlich im DLF. Ex-Bayernkurier-Chef Peter Hausmann hat extra seinen stillgelegten Blog wiedereröffnet.

Boateng / Schwarze in Portugal

Die FR interviewt den deutschen Abwehrchef Jerome Boateng – der Mann der Gauland beliebig in den Diskurs-Schwitzkasten bekommt. Menschlich naher und lesenswerter Text. Hoffentlich schafft ers rechtzeitig fit zu werden – aus meiner Sicht wichtiger als Neuer, der durch Ter Stegen gut zu ersetzen wĂ€re. FAZ (Christian Eichler interviewt Nils Petersen) und SZ (mit Plaudertasche Bierhoff) haben ihre WM-Interviews lieber hinter Paywalls vermauert. Den zahlungsgierigen Mauerbauern rufe ich zu: da ist mir der Espresso bei Olivotti allemal wichtiger!
WĂ€hrend ich dies schreibe, sendet der DLF sein “Gesichter Europas”-Feature zur Lebenslage der Schwarzen in Portugal. Hören oder lesen Sie hier.

Schwarzes Arte

700 Jahre Sklavenhandel – dazu hat Arte France eine 4-teilige Dokumentation produziert, die gestern gesendet wurde, und bis Ende Juni noch in der Mediathek abrufbar ist. Bis heute werden die Menschen in den entsprechenden Regionen von der Geopolitik maltrĂ€tiert. Sklaven ok, aber als freie Menschen sollen sie es nicht zu uns schaffen. Dann nehmen sie uns unsere Frauen und unsere Heimat weg.
Kaum eine KĂŒnstlerin hat intelligenter mit diesen weissen Projektionen gespielt und gearbeitet als Grace Jones. Ihr ist heute Abend ein ausfĂŒhrliches, schon von der Kinokritik hymnenartig gelobtes PortrĂ€t von Sophie Fiennes gewidmet, bis Ende Juli in der Mediathek.

Indien / US-Schwarze / SPD / Burmester

Streng in der Reihenfolge von Grösse und Bedeutung:
Indien wurde hier schon als grĂ¶ĂŸter Datenschutz-Markt der Welt bezeichnet. Weil dort der Bedarf besonders gross ist, wie nicht zuletzt seine Regierung unter Beweis stellt. Die Junge Welt berichtet (als Einzige?), inhaltlich anknĂŒpfend an die von mir jĂŒngst erwĂ€hnte dpa-Meldung, wie die indische Bundesregierung den Facebook-Skandal aufblĂ€st, um ihre eigenen Schandtaten dahinter zu verbergen.

Zwei sehr, sehr empfehlenswerte Texte der BlĂ€tter fĂŒr deutsche und internationale Politik sind online:
Inken Behrmann zieht eine politische KontinuitĂ€tslinie von Martin Luther King zu den heutigen Bewegungen Black Lives Matter und und Movement fĂŒr Black Lives (M4BL).
In den USA ist derzeit besonders auffĂ€llig, was sich Wolfgang Michal fĂŒr Deutschland und die SPD erst wĂŒnscht: Weiterlesen…

Essen in Hollywood / NSU / Bomben fĂŒr die EU / Medienstudie

Essen ist nicht nur eine Stadt, in der sich eitle weisse MĂ€nner vor die Kameras der Weltpresse stellen und als Opfer spreizen. Essen ist auch, wo Florence Kasumba aufgewachsen ist. Kennen Sie nicht? Ich auch nicht. Die meisten von uns haben sie aber schon gesehen, weil sie beim deutschen Fernsehen zumindest einen Haufen Nebenrollen als schöne Schwarze ergattert hat. Jetzt hat sie im Hollywood-Blockbuster “Black Panther” mitgespielt und ist ein Weltstar.Weiterlesen…

Entertainment-Politik (Politisches Prekariat XIII)

Oprah Winfrey? Angesichts von Trump eine echte Alternative. Wirklich? Eine schwarze Frau, aber das GeschĂ€ftsmodell wĂ€re dasselbe: ein Star des Entertainment, MilliardĂ€rin, schwere Kindheit, muss jetzt den Laden ĂŒbernehmen.
Der Laden: das ist eine extrem vielfÀltige und polarisierte Demokratie. Demokratie lebt von Mehrheitsentscheidungen, und, was viele nicht mehr ertragen wollen, vom Aushandeln von Mehrheiten, vom Kompromisse-schliessen, um diese Mehrheiten zu erreichen, von Toleranz und Lebenlassen unterlegener Minderheiten, vom Respekt und der Achtung der Grundrechte Unterlegener; vom Miteinanderreden können aller, vom Aushalten radikaler Verschiedenheiten, so lange sie Rechte anderer nicht verletzen. Ein kompliziertes GeschÀft.

JĂŒrgen Klopp z.B. ist ein so genialer Entertainer, obwohl er im Hauptberuf doch Fussballlehrer ist, dass er wĂ€hrend seiner BerufstĂ€tigkeit in Dortmund jederzeit, wenn er das gewĂŒnscht hĂ€tte, zum OberbĂŒrgermeister von Dortmund gewĂ€hlt worden wĂ€re. Jogi Löw, sollte er den WM-Titelgewinn 2014 dieses Jahr in Russland wiederholen können, hĂ€tte in einer Direktwahl beste Chancen, die Nachfolge von Angela Merkel anzutreten.
Ist das die Lösung? Wollen wir das?

Hinter solchen Personen arbeitet eine komplexe Konzernarchitektur.Weiterlesen…

MĂ€nner & Schwarze

Ich verspreche, hier bleiben Sie von JahresrĂŒckblicken und Bosbach (wdr5) verschont.

Georg Seesslen, will er Shakespeare sein? Extradienst-Leser*innen wissen, wieviel Verehrung ich dem Schreiber Seesslen entgegenbringe. Er zeichnet uns in der Jungle World sein Bild von Horst Mahler, als Teil eines Deutschlandbildes. Mangels Sach- und Personenkenntnis ist mir ein eigenes Urteil kaum möglich, aber gut geschrieben und unterhaltsam wie ein Shakespeare ist es geworden.

Harald Staun (FAS) ist es gelungen, der #metoo-Debatte noch eine diskutable zeitgemÀsse mÀnnliche Perspektive abzugewinnen.

So wie Frauen weiter um ihre Emanzipation kĂ€mpfen mĂŒssen, mĂŒssen es auch Schwarze in Europa. Nicht nur die, die verzweifelt und lebensgefĂ€hrlich versuchen, es zu erreichen, sondern auch und gerade die, die schon seit Generationen nicht nur “unter uns”, sondern Teil unseres “Wir” sind. Das reicht von Wattenscheid bis Paris und wird weitergehen.

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