Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Schwarzrheindorf

“Autofreie Innenstadt”? – Und wir?

mit Update 30.9.
Beim Aufwachen heute morgen, die Augen waren noch zu, war meine erste Sinneswahrnehmung: LAUBBLÄSER! Und der erste spontane Gedanke: also dafĂŒr habe ich die gestern nicht gewĂ€hlt. Aus den asozialen Netzwerken wird ebenfalls als Windrichtung gemeldet: jetzt keine Ausreden mehr! Da habe ich 2016 ja noch gerade rechtzeitig aufgehört, um mir das nicht alles noch anhören zu mĂŒssen. Jetzt kann ich selber die Backen aufblasen.Weiterlesen…

Das dÀnische Schwein

Assoziationsketten unter LaubblÀserterror
Mein Hausmeister, Herr Stake ist, anders als die Hausmeister aus meiner Schulzeit, ein sehr netter Mensch. Wenn JĂŒrgen Trittin mal was Falsches zu Afghanistan oder generell zu deutschen MilitĂ€reinsĂ€tzen sagt, erfahre ich das zuerst von ihm, schon alleine, weil er viel frĂŒher aufsteht als ich: “DafĂŒr habe ich nicht im Hofgarten demonstriert.” Trittin wird jedes Mal von mir ĂŒber diese Kritik informiert, und weil JĂŒrgen im wahren Leben ein sehr höflicher Mensch ist, gibts innerhalb von 24 Stunden eine sachliche Antwort von ihm (persönlich! nicht vom BĂŒro). Herr Stake informiert mich ausserdem akkurat, wenn LĂ€rmterror von der Gartenbaufirma droht.Weiterlesen…

Ökologie in der grossen Stadt

Eine Sache konnte mir meine Partei bisher nicht richtig erklĂ€ren. Wieso verteidigen die meisten GrĂŒnen industrielle AckerflĂ€chen gegen Wohnbebauung? LĂ€ngst ist nachgewiesen, dass StĂ€dte eine grössere Artenvielfalt vorweisen können, als agrarindustrielle MonokulturwĂŒsten. Nicht StĂ€dte, sondern die grossindustrielle Landwirtschaft hinterlĂ€sst die ĂŒbelste Bilanz in Sachen Artensterben und Klimawandel. In meiner Kindheit war das noch anders.
Ich habe in Essen-Karnap vom Taubenschlag meines Opas aus rauchende Schornsteine gesehen. Und die WeisswĂ€sche,Weiterlesen…

Lob eines Stadtförsters

Zum GlĂŒck ist der Beueler Extradienst nur ein kleines Nischenmedium. Darum ist die folgende Lobpreisung der Schwarzrheindorfer Rheinaue hoffentlich unschĂ€dlich. Wenn Sie sie nicht so ernst nehmen, wird sie hoffentlich auch nicht zu voll. Ich wohne seit 1999 in ihrer Sichtweite und schon damals wies sie wichtige Unterschiede zur Rheinaue rund um die SĂŒdbrĂŒcke auf. Nicht rummelig, kein Gegenstand des Stadtmarketings, nicht gewollt parkgestaltet, keine kommerziellen Niederlassungen oder AktivitĂ€ten, ungeeignet fĂŒr jegliche Eventisierung.Weiterlesen…

Occupy Your Street

Gegen die Architektur der Verachtung
Die DLF-Reihe “Essay & Diskurs” hat mich heute mal wieder zum Spinnen verfĂŒhrt. Aber regen Sie sich nicht auf. Die Gefahr, dass die Bonner Kommunalpolitik das Folgende beherzigt, besteht nicht. DafĂŒr sind die viel zu feige. Bei den geringsten Widerworten mitsamt den dabei ausgestossenen Aerosolen fallen die alle sofort um, als sei das ein gefĂ€hrliches Virus.Weiterlesen…

Der Vergleich – was er fĂŒr Beuel bedeutet

Im Vergleichstext zwischen der Stadt Bonn und der Deutschen Umwelthilfe (DUH), gibt es eine fĂŒr die Verbesserung der Beueler Atemluft schwer auffindbare EingangstĂŒr. Sie lautet: “Sollten dem Verein „Deutsche Umwelthilfe“ Erkenntnisse darĂŒber vorliegen, dass es auch an anderen Stellen im Stadtgebiet Bonn GrenzwertĂŒberschreitungen geben könnte, wird er das Land Nordrhein-Westfalen darĂŒber unverzĂŒglich informieren. Das Land Nordrhein-Westfalen wird dies kurzfristig prĂŒfen und ggf. weitere Messungen veranlassen.” D.h. solange niemand der Umwelthilfe entsprechende Erkenntnisse ĂŒbermittelt, werden Land und Stadt in Beuel untĂ€tig bleiben.Weiterlesen…

Viel Ärger beim Deutschlandfunk Berlin

Gestern versuchte ich in meiner DLF-Stammsendung @mediasres das Interview mit dem Hörfunkdirektor des Senders Weber zu hören. Es gelang mir leider nicht. Der Mann hat zum einen keine gute Mikrofonstimme (oder war in keiner Sprechschule); entscheidender war, dass sich wĂ€hrend des GesprĂ€ches Hubschrauber und Hobbyflugzeuge des bei uns in Beuel verhassten Flugplatzes Hangelar – besonders ĂŒbel: sogar eine Hubschrauber-“Schule” wurde angesiedelt, damit nicht zu viele LĂ€rmpausen enstehen – am Himmel ĂŒber Schwarzrheindorf die Tiefflug-Klinke in die Hand gaben.
So musste ich heute der taz den Bericht von Anne Fromm entnehmen, dass die Welle Deutschlandfunk-Kultur (Standort Berlin) weiter zu Tode programmreformiert werden soll.Weiterlesen…

Goldgrube Schwarzrheindorf – Grundsteuer und GrundstĂŒcksmarktbericht

Es ist Streikzeit. Nicht nur ver.di streikt fĂŒr bessere Bezahlung im öffentlichen Dienst. Der Staat streikt auch. WĂ€hrend wir ein Grundrecht auf Streik haben, haben Staat und Politik das nicht. Seit 1964 haben sie sich nicht um die Grundsteuer gekĂŒmmert. Weder als Gesetzgeber, noch als Verwaltung. So bleibt die ganze Arbeit mal wieder beim Bundesverfassungesgericht hĂ€ngen. Das hat dem renitenten Staat gestern ein Ultimatum gesetzt. Bis Ende nĂ€chsten Jahres muss er das neue Gesetz fertig haben. Und spĂ€testens 5 Jahre spĂ€ter muss es auch praktiziert werden.Weiterlesen…

Kommentalweg – Baugrund fĂŒr Schweden-MilliardĂ€re?

Die Idylle um den Kommentalweg habe ich geliebt. Ein Trampelpfad, mit dem Fahrrad gut befahrbar, fĂŒhrte direkt von meinem BĂ€cker Schmitz in Schwarzrheindorf zum Bröltalbahnweg, durch KleingĂ€rten und wilde Brombeeren. Verschiedentlich meldeten sich von den ZĂ€unen an der Seite kleine Nutztiere. Da, wo jetzt die Bonava-Neubauten stehen, verbargen sich zwei kleine, etwas abgewrackte hexenhĂ€uschenartige Anwesen, von wildem GebĂŒsch von der Niederkasseler Strasse abgeschirmt, die mal ein Kinderparadies gewesen sein könnten. Alles zusammen eine kleine Oase in der Stadt, die ich fast jeden Samstagvormittag vor dem Einkaufen genoss.

Das ist vorbei. Und ich bejammere es nicht. Ich bin dafĂŒr, mehr Wohnungen zu bauen. Denn wir haben in unserer Stadt Wohnungsnot. Das von mir beschriebene GelĂ€nde liegt im “Innenbereich” unserer Stadt. D.h. Versiegelung und FlĂ€chenvernichtung, Bedrohung von Artenvielfalt – das muss nicht mit Wohnbebauung vorangetrieben werden. Das Gegenteil kann der Fall sein. Es ist lĂ€ngst nachgewiesen, dass StĂ€dte, adĂ€quat begrĂŒnt und mit FreirĂ€umen, eine klar grössere ökologische Vielfalt ermöglichen als die heutige agroindustrielle Landwirtschaft.

Darum bin ich fĂŒr dieses Wohnbauprojekt. Dennoch bleiben qualitative Fragen.Weiterlesen…

Fehler: Flugplatz Hangelar provoziert

Liebe MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger in Beuel, Schwarzrheindorf, Geislar, ich muss mich in aller Form bei Ihnen entschuldigen. Gestern habe ich einen schweren Fehler gemacht, der Sie mglw. alle in schreckliche Mitleidenschaft gezogen hat. Und zwar schrieb ich gestern um 14.53 h, in frĂŒhlingshaftem Übermut nach einem sonnigen Spaziergang diese E-Mail an den Flugplatz Hangelar:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ist etwas kaputt?
Ist Arbeitskampf?
Oder eine Krankheitsepidemie?
War das Mittagessen schlecht?
Brauchen Sie Notarzt und/oder Polizei?
Eben ging ich am Beueler Rheinufer nördlich der KennedybrĂŒcke und habe mehrere Minuten hintereinander keinen Hubschrauber und auch sonst keinen FluglĂ€rm gehört. Beim heutigen schönen Wetter unter Normalbedingungen undenkbar…..
Oder hat es was mit der Landtagswahl am Sonntag zu tun?
Freundliche GrĂŒĂŸe

Offensichtlich habe ich mit dieser E-Mail den Hangelar-Tower aus dem Mittagschlaf geweckt. 15.07 h ging es wieder los, 15.09, 15.11, 15.17 usw. Der Rest des Nachmittags machte den Eindruck, als solle “VersĂ€umtes” nachgeholt werden. Um 16.55 h erhielt ich folgende E-Mail-Antwort:

Sehr geehrter Herr Boettger,
bei uns am Verkehrslandeplatz lief der Betrieb heute wie immer. Es gab keine besondere Verkehrslage.
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Flugplatzgesellschaft Hangelar mbH
i.A. JĂŒrgen Unterberg

Die Flugaufsicht ĂŒber den Flugplatz Hangelar ĂŒbt das RegierungsprĂ€sidium DĂŒsseldorf aus, eine Landesbehörde. Sonntag ist Landtagswahl.

Schwarzrheindorfer LĂ€dchen ab 1. Februar wieder besetzt

Das LĂ€dchen am Schwarzheindorfer Dorfplatz, Bushaltestelle Arnold-von-Wied-Schule, wird ab 1.2.2017 wieder – als “Kiosk” – geöffnet. Die bisherige PĂ€chterin hatte vor einigen Monaten aufgegeben. Sie kehrte in ihren Pflegeberuf zurĂŒck, obwohl dort, gemessen an der geleisteten Arbeit, skandalös schlecht bezahlt wird. Immer noch besser, als ihre GeschĂ€ft gelaufen war. Obwohl sie wirklich eine nette, freundliche und kundenzugewandte Dame ist. Ihre Pflegekunden werden es ihr danken. Die Nachfolgeperson kenne ich noch nicht – mein Wissen entstammt der Nachrichtenzentrale, die der benachbarte BĂ€ckerladen darstellt.

Allen, denen an einer funktionierenden Nahversorgung liegt, und da immer mehr Menschen immer Ă€lter werden, sind das immer mehr Menschen, sollten solche Angebote durch Kundschaft unterstĂŒtzen und stabilisieren. Die menschliche Zuwendung, die dort inklusive ist, ist bei Amazon und Co. im Sortiment nicht vorrĂ€tig.

Beueler Kleinversorgungsprobleme

RegelmĂ€ssig besuche ich meine alte Essener Heimat und habe so einen regelmĂ€ssigen Vergleich stĂ€dtischer Strukturprobleme: hier in Beuel die bĂŒrgerlich-rheinische Puppenstube, dort im Essener Norden die Klassenprobleme, die seit Jahrzehnten ignoriert werden. Zwischendurch besuche ich hĂ€ufig, nicht weniger kontraststark Freund*inn*e*n in Köln-Ehrenfeld. WĂ€hrend letzteres, einem Wunder gleich, den U-Bahnbau unter der Venloer Strasse in Köln ĂŒberlebt hat, ist das einst lebhafte Subzentrum Essen-Altenessen darunter in den 80er/90er Jahren verstorben. Es leidet jetzt sogar unter der schlagzeilentrĂ€chtigen aber unzutreffenden Diffamierung als “No-Go-Area”. Talkshow-Stargast Guido Reil, einst SPD heute AfD, startete seine Medienkarriere mit der LĂŒge “Der Essener Norden ist voll!”, obwohl es nirgends in Westdeutschland mehr Wohnungsleerstand gab und gibt als ebendort. Das sind wirkliche Probleme.
Köln-Ehrenfeld dagegen kĂ€mpft dagegen, so angesagt zu sein, dass die Preise dort bald fĂŒr Normalverdiener*innen nicht mehr zu bezahlen sind. Ein von Immobilienspekulanten betriebenes Einkaufszentrum wurde verhindert, der Investor Bauwens-Adenauer soll “verstanden” haben. Der Stadtteil hat fast alles, was man an Köln lieben kann; nur der Dom ist woanders.

Beuel liegt in seiner Entwicklung zwischen Altenessen und Ehrenfeld, bisher und was seine Chancen betrifft, weit nĂ€her an Ehrenfeld.Weiterlesen…

Shared Space – bravo Helmut Wiesner!

Gewinnt Bonn etwa jetzt Anschluss an die globale Entwicklung? Der seit Mai amtierende Planungsdezernent Helmut Wiesner, zugewandert aus der Weltmetropole Troisdorf, brachte jetzt in einem GesprĂ€ch mit dem ADFC den Gedanken eines Shared Space vor dem Hauptbahnhof auf. Die Bonner Kommmunalpolitik hat diesen internationalen igitt-Begriff bisher gescheut wie der Teufel das Weihwasser, aus Angst vor den WutbĂŒrgern, die lieber strenge Regeln haben und aus Angst vor Anarchie jederzeit rechtsradikal wĂ€hlen könnten.

Die mĂŒssen Shared Space tatsĂ€chlich fĂŒrchten. Es ist das Gegenteil von Umerziehung,Weiterlesen…

© 2020 Beueler Extradienst

Theme von Anders NorĂ©nHoch ↑