Thema: seitenwahl.de

Spitzenfussball ohne Krisen-Resilienz

Von , am Mittwoch, 6. März 2019, in Fußball.

Resilienz ist ein neudeutsches Fremdwort. Ich habe es zuerst in der klimapolitischen Diskussion aufgeschnappt. Sich auf den Fall vorbereiten, wenn es ganz schlimm kommt. Das dann aushalten können. Die modische Nutzung des Begriffs weitet sich in ähnlicher Weise aus, wie es “Nachhaltigkeit” getan hat. Das sagt viel über den gesellschaftlichen Zustand aus.
Eine meiner Fussballthesen ist, dass dort manche gesellschaftliche Entwicklungen in besonders spektakulärer Weise wie durch ein Brennglas sichtbar werden. Dazu scheint zu gehören, Weiterlesen

Fussball-Lückenpresse

Von , am Montag, 26. November 2018, in Fußball.

In merkwürdiger, fast pathologischer Fixierung berichten die montags dominierenden Sportteile deutscher Medien heute über einen Verein des oberen Mittelfeldes der Fussball-Bundesliga. Auch die grossen Philosophen des Fussballs Arnd Zeigler (die ersten 6 Sendeminuten) und Friedrich Küppersbusch machen da keine Ausnahme. Küppi auf die Frage “Und was machen die Borussen” (richtig wäre gewesen: schlagen Hannover 96 4:1, aber er muss seinen Text immer schon vor den Sonntagsspielen abliefern): “Telefonspaß bei Jupp Heynckes. Mit Münchner Vorwahl anrufen und gucken, ob er drangeht.” Weiterlesen

VfL Borussia: BVB-Jäger sind wir

Von , am Samstag, 10. November 2018, in Fußball.

Uli Hoeness hat die Aufmerksamkeit erhöht. Seine Unkenntnis der Bedeutung des Torverhältnisses, unter der wir 1978 (in dieser Saison war ich beim Auswärts-1:1 im Müngersdorfer Stadion) und 1984 (in dieser Saison war ich bei 2:0 gegen den späteren Meister am Bökelberg) sehr gelitten haben, ist bereits Gegenstand gewollt lustiger Moderationen. Heute also ein 3:1 in Bremen. Vorletzte Saison schrieb ich noch “Werder ist leider kein Massstab”. Das ist dieses Mal anders. Aber Schwächen blieben allzu klar sichtbar. Weiterlesen

Danke Max!

Von , am Freitag, 19. Oktober 2018, in Fußball.

10 Jahre Sportdirektor Max Eberl
Bevor uns der Bundesligaalltag wieder einholt, geniessen wir den Moment. Max Eberl hat 10-jähriges Dienstjubiläum als Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach. Mittlerweile ist das ähnlich ungewöhnlich, wie eine lange Trainer-Amtszeit. Das Allerungewöhnlichste war allerdings, dass er sogar überbezahlten Jobangeboten des Fussballkonzerns aus dem süddeutschen Raum widerstanden hat. Das hat selbst unser quasi-Heiliger Jupp Heynckes nicht geschafft.
Eine angemessene Würdigung von Max Eberls (bisheriger) Arbeit schafften die Kollegen von seitenwahl.de.

Hier die guten Borussia-Nachrichten

Von , am Samstag, 13. Oktober 2018, in Fußball.

Die Finanzheinis der Fussballbranche wehklagen regelmässig über die Länderspielpausen. Dabei sind sie recht erholsam, eine willkommene Gelegenheit für uns Fans für ein wenig Besinnlichkeit und die Wahrnehmung, dass es ein Leben gibt, das wichtiger ist als Fussball. Manche meinen ja, viel sei das nicht. Für mich ist es aktuell belastender, dass Montag die Winterpause bei Olivotti beginnt; morgen wird es so überfüllt sein, dass ich heute bereits meinen Abschiedsbesuch machte.
Doch zurück zum Fussball und zur Borussia. In sieben Jahren haben wir nun dreimal auswärts beim Fussballkonzern im süddeutschen Raum, mit seiner kriminellen Vereinigung als Aufsichtsrat, gewonnen. Weiterlesen

Dt. Bank klamm / Bahn-Ferrari / Gene / Borussiakrise

Von , am Dienstag, 13. Februar 2018, in Allgemein, Fußball, Lesebefehle, Politik.

Der chinesische Grossaktionär der Deutschen Bank HNA – die deutsche Finanzaufsicht versucht noch herauszufinden, wer das genau ist – scheint klamm zu sein. Das Handelsblatt meldet heute, dass nicht nur der Anteil an der Deutschen Bank geringfügig verringert wurde, sondern auch einige milliardenschwere Immobilien veräussert werden sollen. Zur Erinnerung: die letzte fette Weltfinanzkrise 2007 wurde u.a. ausgelöst durch das Platzen der Immobilienblase in den USA; wesentlicher Verursacher auch dort: die Deutsche Bank.

Die SZ-Wirtschaftsredaktion bejubelt heute eine italienische Privatbahn, die unter Geschäftsleitung des ehemaligen Ferrari-Bosses Montezemolo stattliche Gewinne einfahre, alle angeblich zum Nutzen der Fahrgäste. Offengelassen wird, wer den Bau der Schnellstrecken, auf denen die profitablen Züge fahren, bezahlt hat. Man nennt es Infrastruktur.

Helmut Höge zitiert einige Wissenschaftler gegen die Ideologie der sog. Genetik. Ihnen zufolge ist die Bezeichnung Gene nichts anderes als Daten, und die Wissenschaftsideologie drumherum zuförderst dazu gedacht, diese zu sammeln und uns ihrer zu enteignen.

Die Freund*inn*e*n von seitenwahl.de exerzieren den zahlreichen Politikkrisendeuter*inne*n heute vor, wie diese Arbeit seriös verrichtet werden kann, am Beispiel meiner Borussia, der es zum Glück noch nicht ganz so schlecht geht, wie wir es von unserer Republik glauben.

VfL 1900 Borussia – woher wir kommen

Von , am Freitag, 5. Januar 2018, in Fußball.

Viele Jahrestage und Jubiläen derzeit. 20 Jahre besteht nun das Online-Fanzine seitenwahl.de, mein Leitmedium in Sachen Borussia Mönchengladbach. Dazu von hier aus ein besonders herzlicher Glückwunsch. Ich hatte das Glück, den Gewinn fünf deutscher Meisterschaften (und zahlreicher weiterer Titel) und die Kreation eines geschichtsprägenden Fussballs durch den heiligen Hennes Weisweiler bewusst mitzuerleben. Das frisch aufblühende Massenmedium Fernsehen, die Älteren kennen es noch, half mir dabei.

Nicht so die Kollegen von Seitenwahl. Als sie vor 20 Jahren anfingen, waren wir ganz unten, an der tiefsten Stelle der Vereinsgeschichte: Abstieg aus der 1. Liga, der sich sogar nach einem Wiederaufstieg noch einmal wiederholen sollte. Es drohte das Schicksal vergleichbar der zahlreichen weiteren westdeutschen Fahrstuhlmannschaften: S04, BVB, FCKö.

So ist es nicht gekommen. Das hat viel mit Hans Meyer, Rainer Bonhof, Max Eberl und Lucien Favre zu tun. Die Kollegen von Seitenwahl rufen es mit einer umfangreichen Retrospektive früherer Artikel in Erinnerung:
1. Teil
2. Teil
3. Teil
Sehr erbauliche Lektüre, mit dem aktuellen Happyend auf Platz 6 der Hinrundentabelle, die mit wenigen, also auch unserer Ausnahme, immer stärker von der Kapitalkraft geprägt wird.

Borussia: Eberl, das Geschäft und die Fans

Von , am Samstag, 16. Dezember 2017, in Fußball.

Die Kolleg*inn*en von seitenwahl.de haben schon alles Nötige völlig korrekt kommentiert. Das wiederhole ich nicht, nur ergänzende Erinnerungen:

Beim von seitenwahl erwähnten Champions-League-Heimspiel gegen ManCity (1:1) war ich im Stadion. Im Oberrang über den echten Stehplatzfans, durfte ich an einer Dauerkarte partizipieren; der Inhaber war dienstlich im Kongo, und ich lasse mal offen, wer mehr gelitten hat und erregter war. Nach dem vorhergegangenen 1:2-Heimdebakel (bei 12:2 Torschüssen) gegen die Leute aus der Stadt mit den zwei Kirchtürmen war das 1:1 gegen die – allerdings lustlose – Milliardärstruppe am Mittwoch danach akzeptabel, zumal es mit 40 Minuten Unterzahlspiel, Stindl war unberechtigt vom Platz geflogen, erkämpft wurde. Um mich rum wurde viel gemotzt und gepfiffen. Keine Eventfans, Dauerkarteninhaber*innen kommen ja immer.
Am Bökelberg früher, und zu zum Teil noch viel besseren Zeiten, war es allerdings ähnlich. Weiterlesen

Noch 29 Punkte

Von , am Samstag, 30. September 2017, in Fußball.

Die Blog-Kollegen von seitenwahl.de deuteten vor dem heutigen Spiel bereits eine Trainerdiskussion bei Borussia Mönchengladbach an. Tatsächlich hängt uns die Erinnerung an das vergeigte Finale der letzten Saison noch in den Knochen. Auch in der neuen Spielzeit gab es noch kein spielerisch überzeugendes Match. Eine Heimniederlage heute und ein möglicher Heimsieg des SC Freiburg morgen, und wir wären mitten im Abstiegskampf.
Zum Glück ist es anders gekommen. Der Gegner kam heute mit breiter Brust, ein noch ungeschlagener Aufsteiger, auf einer Welle von Erfolgserlebnissen surfend. Zum Glück für uns führt die Vereinsführung von Hannover 96 Krieg gegen ihre Fans, so dass die als “12. Mann” weitgehend ausfallen. Weiterlesen

BVB & Borussia

Von , am Freitag, 18. August 2017, in Fußball.

Keine Ahnung, wen das “Eröffnungsspiel” der neuen Bundesligasaison interessieren soll. Ein sympathischer Verein ist nicht daran beteiligt. Werfen wir einen Blick auf die beiden Borussias, das ist desillusionierend genug.

Die Operette, die der BVB derzeit rund um den Fall Dembele gibt, hätte ich auf diesem niedrigen Niveau bei diesem Verein nicht für möglich gehalten. Einen 20-jährigen, und mag er noch so ekelhafte Berater*innen haben, mit Hilfe von BILD und den abschreibenden Medien in den Regen zu stellen, selbst Mitspieler zu nötigen dabei mitzumachen, ist keine Werbung für hoffnungsvolle Neuverpflichtungen. Bei Watzke und Co. scheint die Vorstellung zu dominieren, dass man von Barca so viel einzunehmen gedenkt, dass sie dann Werbung um neue Talente nicht mehr nötig hätten, sondern Neuverpflichtungen zum Gnadenerweis werden. So stellen sich deutsche Vereinspräsidenten ihre Feudalherrschaft vor, Weiterlesen