Thema: sexueller Missbrauch

#metoo – Fussball auf schmalem Grat

Von , am Mittwoch, 12. Juni 2019, in Fußball, Politik.

Amateur- und Profifussball, bei Damen und Herren, ist ein kompliziertes Geflecht von Abhängigkeiten und Macht über Menschen, mit, wie könnte es anders sein, sehr körperlich orientierten Komponenten. Während ich im gymnasialen Sportunterricht noch der Nazizeit entlaufene Schleifer als Sportlehrer erlebte, geht es heute eher um Karrieren, Selbstoptimierung, Sexyness und Vermarktung. Durch #metoo zieht nun auch in den gesellschaftlich ewiggestrigen scheinbaren “Schonraum” des Mikrokosmos Fussball die Selbstermächtigung der Opfer ein – der Kern der #metoo-Debatte. Weiterlesen

Familie – “kein Schutzraum, sondern Tatort”

Von , am Sonntag, 15. Juli 2018, in Lesebefehle, Politik.

Debatte um (sexuellen) Kindesmissbrauch – es geht auch sachlich, und bleibt schlimm genug

Poltiker*innen und Medien nutzen Fälle von Kindesmissbrauch (wahlweise auch andere Gewalttaten) mit Vorliebe zur öffentlichen Erregung. Weil es ihnen selbst nützt – die Opfer sind dabei nur von geringem Interesse, werden gerne wie im Zoo ausgestellt und vorgeführt. Warum sind wir damit so leicht erregbar? Weil wir glauben, damit unsere eigenen dunklen Seiten besser gefangen halten und kontrollieren zu können. Abspalten und abstrafen, dann sind wir selbst wieder sauber und rein. Kurz danach wendet sich die öffentliche Erregung wieder anderen Gegenständen zu.
Es geht auch anders. Weiterlesen

Bleiben Blauhelm-Vergewaltiger straflos?

Von , am Freitag, 25. August 2017, in Politik.

von Andreas Zumach
Die Kompetenzen der neuen UNO-Sonderbeauftragten gegen sexuelle Ausbeutung und Missbrauch sind unklar. Am Grundproblem wird sich nichts ändern.

Ob die neue UNO-Sonderbeauftragte für die Opfer von sexueller Ausbeutung und Missbrauch durch Blauhelmsoldaten tatsächlich etwas bewirken kann, hängt von ihren künftigen Kompetenzen ab. Welche Handhabe bekommt sie gegenüber den Entsendestaaten der sexuellen Gewalttäter, wenn diese den Schutz und die Entschädigung der Opfer verweigern? Oder wenn ein Staat – wie in der Vergangenheit häufig geschehen – nicht einmal ein Strafverfahren gegen die Täter einleitet?
Diese wichtigen Fragen sind bislang noch nicht geklärt. Doch selbst wenn die Sonderbeauftragte Kompetenzen erhält, mit denen sie tatsächlich etwas für die Opfer bewirken kann, bleibt ein großes Manko: Ihr Mandat enthält wie alle bisherigen UNO-Beschlüsse zu diesem Thema eine unzureichende Definition von „sexueller Ausbeutung und Missbrauch“. Als Opfer werden zwar konkrete Personengruppen benannt, wie „Frauen und Kinder in Flüchtlings­lagern“ oder Minderjährige.

Doch die häufigste Form von Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt bleibt Weiterlesen

Sex sells immer

Von , am Samstag, 22. Oktober 2016, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Vor einigen Tagen wollte ich hier gerne einen Aufsatz von Ulrike Heider zweitveröffentlichen, der sich sehr gründlich und kritisch mit der bisherigen Verarbeitung von sexuellem Missbrauch in der gesellschaftlichen Diskussion, mit einem größeren Seitenblick zu den Grünen, beschäftigte. Die Autorin, mit der ich bisher nicht persönlich bekannt war, hätte mir das sogar erlaubt, allein: ihr Autorinnenvertrag mit dem Verlag erlaubt es nicht. Er steht dort aber online, bitte, bitte lesen, es lohnt sich.

Politisch komplizierend muss man allerdings feststellen, dass, was Missbrauch und Ekelhaftigkeit betrifft, eigentlich kein politisches Spektrum und kaum ein gesellschaftlicher Sektor unter Mangel leidet.

So sei das Fußballbusiness erneut darauf hingewiesen, Weiterlesen

Keupstraße – wer war es? / Terrorangst / Sex&Missbrauch / Kokubinenvergrauler / ProQuote

Von , am Mittwoch, 5. Oktober 2016, in Lesebefehle, Politik.

Wenn Sie den Glauben an unseren Staat und seine Sicherheitsbehörden noch nicht verloren haben, dann sollten Sie mal diese Zusammenfassung der bisherigen Ermittlungsergebnisse zum Attentat von 2004 in der Kölner Keupstraße lesen. Allen, die schon nicht mehr dran glauben, sei versichert: Ihre Stimmung würde weiter verschlechtert, es geht über das “Siehste, habe ich doch gleich gewusst” deutlich hinaus. (Moser/Telepolis)
Jedenfalls ist das mehr zum Fürchten als unsere Terrorismus-Angst, die Carta-Autor Burmester in ihre Bestandteile zerlegt.

Ulrike Heider (“Vögeln ist schön”) hat in der Zeitschrift für Sexualforschung diese Bestandsaufnahme der deutschen Debatten zum Thema “Sexueller Missbrauch, Pädophilie und die Unschuld der Kinder” veröffentlicht.

Viel boulevardesker, aber mehr über uns als über China verratend, geht das Thema Sex dieser Bericht über professionelle Konkubinen-Vergrauler in China an. (Mayer-Kuckuk/FR)

Erheblich ernsthafter: RTL-Führungskräfte schwärmen gesellschaftspolitisch aus, z.B. zum Vorsitz von ProQuote, und siehe mit pragmatischen und doch klaren Herangehensweisen. Ist es das, was Alphamännchen fürchten?