Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Sibylle Berg (Seite 1 von 5)

Wir Kleinbürger*innen

Berg, Misik, Maak
Wir Kleinbürger*innen haben Solidarität nie erlernt. Das war Sache der Arbeiterklasse. Wir waren selbstverständlich immer was Besseres. Schlauer, kreativer, individueller, freiheitsdurstiger, streitsüchtiger. Sibylle Berg/Sp-on und Robert Misik/taz, selbst welche von uns, versuchen sich an der Therapeut*innen*rolle. Wenn sie zu faul sind, das zu lesen, hier eine Zusammenfassung: raus aus den asozialen Medien, und …. Lesen!
Schrieb ich nicht eben noch vom “Schwanzvergleich im Cyberspace”? Wenn Sie nun einen Zusammenhang mit diesem spektakulären, streng-analogen Grossbrand in Frankreich sehen wollen, kann ich Sie kaum daran hindern.

Medienkritik

Nach einer grosszügigen Portion wärmender Hühnersuppe (Bezugsquelle), die ich mir gerne mit Knoblauch und Curry nachwürze, sowie einem sättigenden Matjesstip (Bezugsquelle) mit frischen Linda-Salzkartoffeln gab es zum Nachtisch die 20-Jahre-Jubliläumssendung des entschleunigenden mare-TV, Glückwunsch auch von mir, und als Empfehlung an Extradienst_Leser*innen. Nun also, was mich lesend beschäftigte.
Timo Rieg/telepolis hat eine ausufernde, gelegentlich schwer verdauliche Fleissarbeit zur Medienberichterstattung in der Corona-Pandemie angefertigt. Weiterlesen

Macht und Herrschaft

Selten habe ich ein Wissenschaftler*innen-Interview gehört, in dem so freihändig mit Begrifflichkeiten, wie Gesellschaft (“Gesellschaft als Risiko”), “Wir” und “man” hantiert wurde, wie heute im DLF mit Armin Nassehi. Den in diesem Interview gewürdigten Ulrich Beck habe ich seinerzeit gegen doktrinäre Kritik verteidigt. Sein Werk “Risikogesellschaft” war für mich ein Prototyp gelungen angewandter Dialektik. Davon konnte linke Politik, wenn sie nicht von gestern sein wollte, nur profitieren. Weiterlesen

Apokalypse-Sehnsucht

Den Deutschen wird sie besonders nachgesagt. Kein Wunder. Wer zwei Weltkriege angefangen hat, wer “Rasse” und daran orientierte Selektion und Massenmord zum Fixpunkt staatlicher Politik macht, ist verdächtig. Wer von der Macht der Mehrheit der menschlichen Weltgesellschaft bei solchem Treiben gestoppt wird, der ist natürlich übel traumatisiert. Es entsteht eine Dialektik: einerseits Vergessen, Verdrängen, es-nicht-gewesen-sein-wollen, andererseits Melancholie und Selbstmitleid am eigenen Verliererdasein. Die Geschichte lehrte, dass die faschistische Mobilisierung von Rebellion gegen das Verlieren des 1. Weltkrieges Verbrechen und Elend monströs vergrösserte. Das ist die deutsche Vorgeschichte des Jetzt. Weiterlesen

Opposition?

Heute morgen wurde ich mit dem schimpfenden Dietmar Bartsch wach. Es war schrecklich. Beim Aufwachen will mann das nicht hören. Ich habe mich also umgedreht. Und mir den Text erst nach dem Aufstehen mit inhaltlichem Interesse durchgelesen. Das hat alles leider noch schlimmer gemacht. Denn es entpuppte sich als Bankrotterklärung (linker) parlamentarischer Opposition – ein Verdikt, aus dem ich “meine eigenen” Grünen nicht ausnehmen will. Weiterlesen

Kämpfe um Aufmerksamkeit

Sibylle Berg/Sp-on hat diese Kämpfe immer gut im Auge. Als Bewohnerin der Schweiz informiert sie, dass schweizerische Ministerinnen in der Ignoranz gegenüber den “Held*inn*en” der Pandemie nicht hinter deutschen Arbeitgeber-Tarifparteien zurückbleiben wollen. In der abgelaufenen Woche hat eindeutig die US-Präsidentenwahl den Kampf um Aufmerksamkeit gewonnen. Wie wird es weitergehen?
Ich versuche seit dem heutigen Mittagessen mir die US-Wahl mit einem 2012er Pugnitello schönzutrinken. Es will nicht gelingen. Schuldig sind Weiterlesen

Welche Chancen gibt es?

Gestern habe ich einen wohlmeinenden Kommentar von taz-Chefredakteurin Winkelmann als vergeblich bezeichnet. Daran muss sich die Frage anschliessen: was ist möglich? Die Zeit drängt. Weder Virus noch Klimawandel machen Ferien. Sibylle Berg/Sp-on hat ihre Antwort darauf versucht. Die Richtung stimmt. Es bleibt dabei ein zentrales Problem: individuelles Verhalten wird ebenfalls vergeblich bleiben. Ohne Politik geht es nicht. Weiterlesen

Stakeholderismus

Der Kampf um die Postcorona-Verhältnisse
Was wird die Coronakrise am Ende verändern? Was erhalten, gar verschlimmern? Welche Sichtbarmachung von verbrecherischen Zuständen wird tatsächlich politische Folgen haben? Die Debatte und der politische Kampf darum hat gerade erst angefangen. Zum Beispiel bei den Kolleg*inn*en von telepolis:
Klaus-Dieter Kolenda aktualisiert seinen Vergleich zwischen “Grippe” und Covid-19; Weiterlesen

“Keine fundierte Lagebeurteilung”

Michael Haller hat schon vor wenigen Tagen darauf hingewiesen. Die Zahlen, mit denen uns deutsche Massenmedien den Tag lang beballern, sagen (fast) nichts. Alle, insbesondere auch die verantwortlichen gewählten Politiker*inn*en suchen dennoch an ihnen Halt, finden ihn aber nicht. Seit Wochen wurden wissenschaftlich fundierte Erhebungen versäumt, aus einer Mischung von intellektueller Orientierungslosigkeit, heruntergesparter und darum fehlender wissenschaftlicher Strukturen – und politischer Opportunität. Weiterlesen

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