Thema: Sklavenhaltergesellschaft

Greta & Teddy & “Neue Heimat”

Von , am Sonntag, 11. August 2019, in Lesebefehle, Politik.

Unser Reisen ist falsch, unser Wohnen, und unsere Politik sowieso
Greta Thunberg wird nicht mehr entkommen. Was wird ihre Berühmtheit mit ihrem, zweifellos besonderen, Charakter anstellen? Nicht unwichtig, aber eine personalisierende Nebensache. Politisch relevant ist es zweifellos, wenn sie bekannt gibt, sich nach Amerika segeln zu lassen. Da hätten die meisten von uns, ich eingeschlossen, zu viel Schiss vor. Wir Deutsche sind in vielem Weltmeister, im Braunkohle verbrennen, im Autos verbreiten und im Kreuzfahren mit Dreckschleudern. Weiterlesen

Schwarze Frauen in Brasilien

Von , am Samstag, 15. Dezember 2018, in Politik.

Eine lange Geschichte von Gewalt und Widerstand
von Nilma Bentes und Maria Albenize Farias Malcher (erster Absatz: ila-Redaktion)

Brasilien hat seine Geschichte der Sklaverei nie richtig aufgearbeitet. Auf diesen Umstand verweisen einige, um die Katastrophe vom 28. Oktober 2018 zu erklären, als der Rassist und Rechtsextreme Jair Bolsonaro die Präsidentschaftswahlen gewann. „Nach vier Jahrhunderten rassischer Gewalt haben viele von uns, schwarze Männer und Frauen, die diskriminierende Behandlung, der wir ständig ausgesetzt sind, verinnerlicht“, schreiben die Autorinnen unseres Beitrags. „Etwa die Ideologie von der ‚natürlichen Unterlegenheit‘ (von Schwarzen und Indigenen) oder die behauptete Existenz einer ‚Rassendemokratie‘ in Brasilien. Weiterlesen

Politikum “Künstliche Intelligenz” (KI)

Von , am Donnerstag, 25. Oktober 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Marie-Charlotte Matthes/netzpolitik berichtet von einer Konferenz der Datenschutzbeauftragten, die sich mit “Künstlicher Intelligenz” in den öffentlichen Verwaltungen beschäftigt haben. Mit diesem Ergebnis.
Timo Baum/oxiblog analysiert, wie Künstliche Intelligenz im heutigen Plattformkapitalismus politisch, ökonomisch und sozial funktioniert. Weiterlesen

Katar “muss” den Fussball kaufen

Von , am Freitag, 1. September 2017, in Fußball, Politik.

Beruhigt Euch hat mein Vorbild Silke Burmester mal eins ihrer Bücher genannt. Auf den Fussball dieser Wochen gemünzt: so what? Katar investierte kräftig in seinen Stützpunkt PSG in Paris. Warum? Die dort regierende Feudalclique ist unbegrenzt liquide durch gehaltvolle Öl- und Gasfelder. Sie investiert also in den Vertrieb dieser Rohstoffe. Und weil die zwar reichhaltig, aber nicht unbegrenzt sind, diversifiziert sie gleichzeitig ihre Kapitalanlagen. Angesichts der Nullzinspolitik der US- und der europäischen Notenbank gibt es nur noch wenige Geschäftsfelder mit attraktiven Renditen. Dazu gehören aktuell die sich aufblasenden Branchen Immobilien und Fussball/Entertainment.

Katar wird derzeit vom neidischen größeren Nachbar Saudi-Arabien bedrängt. Es ist also darauf angewiesen, sich weltweit Freunde zu kaufen, Weiterlesen

WM-Käufer sportlich ganz unten

Von , am Dienstag, 28. März 2017, in Fußball.

Die Asien-Qualifikation zur WM wird hierzulande kaum beachtet. Da drunter ist wohl nur noch die von Afrika. Zu Unrecht. In der Asien-Gruppe A sehen wir derzeit eine Tabelle von Symbolwert. Der Iran, der schon vielbeachtete WM-Teilnahmen hatte, führt in seiner Gruppe 3 Spiele vor Schluss mit 9 Punkten vor einem Nicht-Quali-Platz. Er hat soeben China 1:0 nachhause geschickt. Während der Fußball im Iran eine emanzipatorische gesellschaftliche Kraft entfaltet, weil seine Fanszene ein für die reaktionären Revolutionswächter unzugänglicher Freiheitsbereich ist, ist es in China umgekehrt: das Volk interessiert sich so wenig für Fußball, dass gemessen an der Gesamtbevölkerung soviele Jugendliche Fussball spielen, dass es bei uns ein paar hundert wären. Das wollen weder die expansionsgierige Fifa noch die renditegierigen globalen Entertainmentinvestoren, nicht zuletzt in China selbst, ertragen. In China ist es daher Parteiauftrag, irgendwann Weltmeister zu werden, und ganz sicher wird man versuchen die nächste zu vergebende WM (2026) bei der Fifa zu kaufen. Dieses China ist 5. und Vorletzter der Asiengruppe A.
Dahinter ist nur noch Katar, dass sich schon eine WM (2022) gekauft hat, und seitdem unfreiwillig auf seinen Charakter als Sklavenhaltergesellschaft für die aus armen asiatischen Ländern importierten Arbeitskräfte aufmerksam macht. Katar verlor heute bei der Fußballgroßmacht Usbekistan, ebenfalls mit 0:1. Ob sie, ähnlich wie im Handball, bis 2022 noch eine konkurrenzfähige Fußballnationalmannschaft zusammengekauft bekommen? Könnte sein. Im Fussball ist vieles mit Geld zu regeln. Schön ist er, solange das noch nicht für alles gilt. Danke Asiengruppe A!