Thema: Sky

Türkischer Fussball / Aralsee – kommt er zurück?

Von , am Sonntag, 23. September 2018, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Vielleicht wäre es das Beste, die nächste Fussball-EM würde ausfallen, bei diesen Bewerbern. Es sieht wohl so aus, als wenn der DFB gewinnt. Das Reich Erdogans wäre jedenfalls auch keine Lösung – Ronny Blaschke/DLF informierte über die dortigen mafiösen Zusammenhänge. Die hiesigen sind uns ja bestens bekannt. Die Uefa wird das selbstverständlich nicht abschrecken – im Gegenteil. Für die Ökonomie dieses Unternehmens ist die Nachricht des Tages, Weiterlesen

Fernsehfuzzis wollen uns Fussball verleiden

Von , am Freitag, 14. September 2018, in Fußball, Medien.

Aufregung über die ARD und ihre Ansetzungen für Live-Übertragungen von der nächsten Runde des DFB-Pokals. Lieber Kirmesspiele als Sport. Und ein Förderprogramm für den von Verarmung bedrohten Multimilliardär Rupert Murdoch und sein Pay-TV Sky. Ich sag’ dann mal Tschüs, DFB-Pokal.
Das ZDF machts auch nicht besser. Es hat für (unser!) teures Geld bei der DFL die Rechte an der Erstausstrahlung der Zusamenfassung des Samstagabendspiels gekauft. Morgen ist es Borussia Mönchengladbach gegen Schalke 04, die drittbeliebteste Mannschaft des Landes gegen die viertbeliebteste. Und was macht es damit? Es verklappt alles um Mitternacht. Eine “Samstagabendshow” für Omma und Oppa – mglw. mit offenem Ende? – hat Vorrang im ZDF-Programm. Dann schlaft weiter!

ARD-Presseclub / ZDF-Sportstudio / NRW-SPD / Bundesverfassungsgericht

Von , am Samstag, 7. April 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Markus Beckedahl ist morgen um 12 Gast im ARD-Presseclub. Er ist einer der klügsten netzpolitischen Köpfe unserer Republik, Mitgründer von netzpolitik.org, Manager der re:publica. Und war sogar mal Mitglied der Grünen, in frühester Jugend, hier umme Ecke in Bornheim. Wahrscheinlich hat er Horst Becker nicht lange ausehalten ….;-) Die übrige Besetzung der ARD-Runde verrät erneut die Castingschwächen des Altmediums Fernsehen: Prominenz vor Kompetenz. Weiterlesen

Rassismus / Murdoch/Disney / Aufklärung via FAZ

Von , am Donnerstag, 5. April 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Die Onlinepublizistik geht manchmal verschlungene Wege, in diesem konkreten Fall mit einem guten Ende für uns Leser*innen. Dank eines Kunstgriffes von Heiko Flottau, Ruheständler als ehemaliger SZ-Auslandskorrespondent, der heute online im schweizerischen Journal21 publiziert. Flottau fasst uns einen Text des indischen Autor Pankaj Mishra zusammen, dessen Originalfassung aus der Zeitschrift Lettre nur auszugsweise online steht. Flottau macht uns die inhaltliche Botschaft freundlicherweise weitgehend komplett zugänglich. Und die geht so: Weiterlesen

Bundesligakrise ist Krise der Vereinsnomenklatura und der Medien

Von , am Sonntag, 1. April 2018, in Fußball.

Bei vielen politisch desinteressierten Bürger*inne*n gilt: Politik, Parteien, Medien – stecken doch alle unter einer Decke. Woher diese Unterkomplexität? Aus dem Fussball! In unserem Volk gibt es auf jeden Fall mehr Fussball- als Politikexpert*inn*en. Und da ist es wirklich so. In der Politik ist es zwar ähnlich, aber – zum Glück – sicher nicht genauso.
Gestern Abend ist mit einem 6:0 die ganze sportliche Langeweile des deutschen Profifussballs demonstriert worden. Die dabei aufeinandergetroffenen Vereine sind sportlich durch Klassen getrennt – in ihrem Innern jedoch in durchaus vergleichbaren Krisen. Es gibt keine Kritik und Erfolgskontrolle für ihre Nomenklatura.
Auch der Dümmste und Blindeste konnte sehen, Weiterlesen

99% werden ausgespuckt – Mertesacker-Nachbereitung

Von , am Montag, 12. März 2018, in Fußball.

Der Spiegel hat sein Interview mit Per Mertesacker hinter einer Paywall vermauert. Wir sind also auf Sekundär-Berichterstattung angewiesen. Wie die Schwulen Fussballer, die sich erst nach der Profilaufbahn outen, spricht er erst jetzt offen. Nur einmal war er verhaltensauffällig geworden, als er in einem Live-Interview nach einem knappen WM-Sieg gegen ein starkes Algerien den kritischen Interviewer anblaffte, was er denn ausser einem Sieg gegen einen starken Gegner noch wolle. Für deutsche TV-Journalisten sind afrikanische Nationalmannschaften bis heute Kirmestruppen, und mit Rassismus hat das selbstverständlich überhaupt nichts zu tun.

Die Berichterstattung über das Spiegel-Interview konzentriert sich auf die Bunte-Illustrierten-Aspekte: wie schlecht es dem armen Mann gegangen ist etc. Mertesacker hat aber auch einen politischen Blick. Weiterlesen

Fussballmacht und Medienherrschaft

Von , am Dienstag, 27. Februar 2018, in Fußball, Medien, Politik.

Dass im Fussball das Sportliche nur noch eine Nebenrolle in der Dramaturgie spielt, ist nichts Neues mehr. Kotzt aber viele Fans verständlicherweise immer mehr an. An einzelnen Orten spitzt sich das gelegentlich zu. Und Fans zeigen den Buzzynessmen des Fussballs schon mal, was ihr Geschäftsmodell ohne Fans noch wert ist. Der BVB weiss jetzt Bescheid, in Hannover dagegen sind die Hörschäden bei den Hörgeräteherstellern und ihren Freunden so gross, dass sie jeden Knall überhören zu können glauben. Nette Scharmützel.

Woanders auf der Welt geht es um wirklich grosse Räder. Rupert Murdoch, der reaktionäre Medienzar mit Drang zur Weltherrschaft, geht auf das Ende seines Lebens zu, und versucht sein Erbe zu regeln. Selbst schon ein Ungetüm, kommt nun der grösste Mediendrache der USA Comcast bei der Londoner Börse um die Ecke (hier Handelsblatt, hier FAZ), und will ihm seine Fussballbeute Sky wegfressen. Weiterlesen

Gegen den modernen Fussball

Von , am Mittwoch, 17. Januar 2018, in Fußball.

In vielen Fankurven hängt ein grossen Transparent solchen Inhalts. Die meisten, die es im TV sehen, verstehen es vielleicht nicht. Darum im folgenden einige Erklärversuche. Der moderne Fussball ist der, wie er heute ist. Hart und realistisch, ein Männersport, mit dem sehr viel, sehr sehr viel Geld bewegt wird (und Macht, s. #meetoo). Schwul werden die Männer immer erst, wenn sie mit dem Fussballprofidasein aufgehört haben; das ist durch zahlreiche Autobiografien, Spielerfrauen und Spielerkinder erwiesen ;-) Aber darum geht es in diesem Fall ausnahmsweise mal nicht.

Die Oligarchen dieser Welt nutzen den modernen Fussball zum Imagetransfer und zur Geldwäsche, zum Netzwerken mit Politik und Business. Die VIP-Logen sind die neuen Handelszentren der Weltwirtschaft. Da ist der moderne Fussball mächtig stolz drauf. Weiterlesen

Privatfernsehen – bald mausetot

Von , am Freitag, 10. November 2017, in Medien.

In den 80er Jahren verfolgte die CDU-Bundesregierung Kohl die Absicht, konservative Herrschaft in Deutschland durch die Einführung privaten Fernsehens abzusichern. Die öffentlich-rechtlichen Sender erschienen ihr rot (das war den Sozialdemokraten zugeordnet) unterwandert, vor allem NDR und WDR, die mit der Tagesschau in Hamburg und dem Hauptstadtstudio in Bonn die politische Berichterstattung dominierten. Mit seinem Grossspender Leo Kirch zog Kohl an einem Strang. Strippenziehen war sein grösstes Talent.

Nachdem anfangs die überwiegend konservativen Zeitungsverlegerfamilien das Angebot annahmen, sich an privaten TV-Sendern zu beteiligen, merkten manche schnell, andere langsam, das sie das nicht können und liessen sich wieder rauskaufen. Übrig blieben im Geschäft die Konzerne Kirch und Bertelsmann, Senderflaggschiffe Sat1 und RTL.

Bertelsmann wurde fälschlich der SPD zugeordnet, nur weil es im SPD-regierten NRW seinen Konzernsitz hatte und dort selbstverständlich gepflegte diplomatische Beziehungen unterhielt, auch zur zeitweiligen Regierungspartei Grüne. Bei einzelnen Begegnungen in Gütersloh und Köln war ich dabei. Leitendes Interesse war aber keine bestimmte Politik, sondern Geldverdienen. Weiterlesen

Rummenigge knapp einem Anschlag entronnen

Von , am Dienstag, 26. September 2017, in Fußball.

Wenig wahrgenommen von der breiten Öffentlichkeit hat der Präsident des Fußballkonzerns aus dem süddeutschen Raum Karlheinz Rummenigge kürzlich den Vorsitz in der Vereinigung der europäischen Grossclubs (ECA) aufgegeben, nach immerhin 10 Jahren. Kaum war sein Nachfolger, Juve- und Fiat-Boss Agnelli bestimmt, schlug direkt mal eine Bombe im Gebälk der Fussballkonzerne ein. Agnelli wurde verurteilt. Von einem italienischen Sportgericht.
Das allein ist schon eine Sensation.
Nicht minder spektakulär ist die Straftat: er hat die lukrative Verwaltung eines Fanblocks an die kriminelle Vereinigung N’Drangheta, die kalabrische Mafia übergeben. Der Kopf des größten norditalienischen Kapitalblocks macht also gemeinsame Sache mit dem brutalsten Mafiazweig Süditaliens.

Stört das irgendjemanden im europäischen Fussballbusiness? Interessiert das irgendjemanden in der EU? Ach was, Kleinkram, heute wird wieder Geld in der Champions League gemacht, Murdochs Sky wird senden (in Deutschland exklusiv!), China, Katar, Aserbaidschan und Russland werden zuschauen. Das ist wirklich wichtig.

Sportjournalismus, Reste des guten

Von , am Montag, 21. August 2017, in Fußball, Medien, Politik.

Die Pest im Fussball und seinen eingebetteten Medien ist, dass sie den unabhängigen Sportjournalismus weitgehend zur Strecke gebracht haben. 95% dessen, was uns private und, was noch schlimmer ist, öffentlich-rechtliche Medien als Sport zeigen, ist sponsorengerechte und durch umfangreiche von bestbezahlten Jurist*inn*en ausgearbeitete Vertragswerke (selbstverständlich nichtöffentliche) abgesichert: Produktpräsentation, also Werbefernsehen.
Das Tempo dabei bestimmt heute der australische Medienzar Rupert Murdoch, der in den USA (“Fox”) und UK (“Sun”) die Massenmedien beherrscht, Trump zu seinem Wahlsieg geführt hat, und sich nun wie andere Teile des Grosskapitals in altersgerechtem Tempo, der Mann ist Ende 80, langsam in die Büsche schlägt. Hierzulande gehört dem Mann der Pay-TV-Kanal Sky, er ist also Hauptfinanzier der DFL genannten ersten und zweiten Bundesliga.
Auf diesem Hintergrund bin ich weiterhin empört, dass der WDR als unser Eigentum das einzige sportjournalistische Format des deutschen Fernsehens “Sport inside” seine Sommersendepause verlängert und stattdessen die weiteren Folgen seiner “Mein Verein“-Reihe absendet.

Das vorausgestellt nun zur Kritik, ich will ja nicht nur meckern. Die Folge über S04 (Einschaltquote: 290.000) hatte sich an Geschichtsschreibung ordentlich verhoben, Weiterlesen

Gnadenlos gegen junge Millionäre

Von , am Mittwoch, 12. April 2017, in Fußball.

Angenommen, gestern trachtete Ihnen jemand nach dem Leben, Glassplitter flogen Ihnen um die Ohren, ein Arbeitskollege von Ihnen verletzte sich dabei ernsthaft. Was für einen Fussball würden sie 20 Stunden später auf den Platz bringen?
Den Gedanken machten sich einige Großschnauzen in meiner Fussballkneipe heute nicht, die über die zweifellos sichtbaren Unzulänglichkeiten des BVB, vor allem in der 1. Halbzeit, lästerten. Sie haben ja auch sonst nix, ausser ihrem Pils.
Moralisch hat sich die Mannschaft des BVB in der 2. Halbzeit auf jeden Fall rehabilitiert. Ein Unentschieden war möglich, die eingewechselten Pulisic und Sahin brachten exakt die erforderliche Mentalität für eine erkämpfte spielerische Wende mit, und bereiteten ein Tor beim 2:3 gemeinsam vor. Aber der Gegner AS Monaco war heute keine Wald-und-Wiesen-Mannschaft, sondern der französische Tabellenführer.
Die 19,20-25-jährigen Millionäre in den kurzen Hosen, die in jungen Jahren schon teure Spielerberater, Spielerfrauen, Eltern und andere Verwandte ernähren und ihnen Arbeit geben müssen, bestimmen die Spielregeln nicht. Sondern die mafiösen Milliardäre, denen TV-Sender, Ligen, Fussballorganisationen und Vereine gehören. Es war anständig vom Murdoch-Angestellten Dittmann (Sky), der vor dem Spiel für eine Verlegung um wenigstens eine Woche plädierte. Aber das hätte den Rahmenterminkalender seiner Bosse so durchgeschüttelt, neenee, was das alles wieder gekostet hätte.
Die Dortmunder sollten es als Ehre ansehen, dass sie mit solchen Spielregeln Probleme haben. Als Menschen macht sie das bedeutender, als es eine Halbfinalteilnahme in der Gazprom-Champions-League könnte. Und die ist zwar nicht mehr wahrscheinlich; aber möglich ist sie noch.

Update 13.4.: Eine gut informierte Analyse zur Lage in der BVB-Fanszene liefert Freddie Röckenhaus in der SZ.
Update 14.4.: weitere relevante Informationen in diesem taz-Bericht von Sebastian Weiermann.

Business goes on

Von , am Dienstag, 11. April 2017, in Fußball, Politik.

Als ich eben meine Fußballkneipe betrat, gut besucht, alle vor der Glotze sitzend, dachte ich mein Wirt nähme mich auf den Arm, als er meinte, ich könne nachhause gehen. Sky spulte das übliche Werbevorprogramm ab, mit Gazprom und Uefa-Fanfaren.
Und dann standen da die BVB-Funktionäre und wurden interviewt.
Neuansetzung ist schon geklärt. Dem Pay-TV geht der Termin nicht verloren, morgen um 18.45 h werden die heute verlorenen Umsätze nachgeholt. Das fehlte ja noch, dass neben dem verletzten BVB-Spieler Bartra auch der Milliardär Murdoch noch Schaden davontrüge.
Die Polizei bat darum, auf Spekulationen zu verzichten. Ich bin gespannt, wers war. In Dortmund gibts da mehrere potenzielle Verdächtige. Es gibt nicht nur Nahostkriege, es gibt auch Kriege in der lokalen Szene, Männer denen Hemmungen fremd sind.
Solche den Fussball als globales Medien-Event vermehrt begleitende spektakuläre Gewaltakte – sie werden nicht abnehmen, und Anlässe für neue, innovative Polizei- und Überwachungsstaatsentwicklungen bieten. Dafür sind die zukünftigen WM-Länder Russlannd (2018) und Katar (2022) auf jeden Fall schon mal gut gewählt.

Ernst Huberty 90

Von , am Dienstag, 21. Februar 2017, in Fußball, Medien.

Als Moderator und Sportressortchef des WDR erschien er mir immer zu konservativ-reaktionär; als Livereporter ist er für mich dagegen Legende geblieben. Keiner kann ihm bei dieser Arbeit das Wasser reichen. Der WDR widmete ihm am Sonntagabend eine sparsame 30-minütige Würdigung und liess dafür, was er sowieso immer gerne und häufig tut, das kritische Magazin “Sport inside” ausfallen. Für Menschen mit gutem Erinnerungsvermögen offenbarte sie sehr viel mehr Widersprüche, als für oberflächliche Betrachter*innen der Jetztzeit.

Steffen Simon, heutiger WDR-Sportchef, liess es sich nicht nehmen, seinen Vorvorgänger, zwischen ihnen war nach meiner Erinnerung nur Heribert Fassbender, selbst zu interviewen. Während er dem Jubilar mit leuchtenden Augen und getragener Stimme seine Verehrung versicherte, ist Simon doch im positiven wie negativen das komplette Gegenteil von Huberty. Weiterlesen

Murdoch – aus seiner Rippe ist Trump

Von , am Donnerstag, 16. Februar 2017, in Fußball, Medien, Politik.

Es gab mal zwei Verleger, die in den 80ern um den britischen Zeitungsmarkt kämpften: der Australier Rupert Murdoch (“The Sun”) und Robert Maxwell (“Daily Mirror”). Maxwell kam auf nicht wirklich aufgeklärte Weise ums Leben. Der konservative Autor Jeffrey Archer verfasste über diesen Kampf einen Schlüsselroman unter dem Titel “Das Imperium” (Originaltitel: “The Fourth Estate”), flott geschrieben und auch heute noch lesenswert.

Viel ist seitdem passiert. Murdoch suchte sich die britischen Premierminister aus, kaufte den britischen Fußball (Sky/Premier League) und eroberte auch den US-Medienmarkt (Fox) und den deutschen Fußball (Sky/DFL). Doch an seinem Lebensabend Weiterlesen

Jäger macht nicht alles falsch – viele Fussballfeiglinge

Von , am Mittwoch, 8. Februar 2017, in Fußball, Politik.

“Entscheidend is aufm Platz” galt, als der Sport noch im Mittelpunkt stand. Jetzt sind es Geschäft und Politik, und zwar in dieser Reihenfolge. Und dann kommt der Rest. Viele Fans regt das auf, wenige macht das zornig, noch wenigere rasten schon mal aus. Gewalt gegen “Frauen und Kinder” geht aber normalerweise selbst gegen deren Macho-Ehre, weil es blanke Feigheit demonstriert. Es ist noch nicht zuende aufgeklärt, was alles dahinter steckte.

Jedenfalls macht NRW-Innenminister Jäger, in diesem Blog schon oftmals kritisiert, scheinbar diesmal nicht alles falsch, wie sein heutiges DLF-Interview verdeutlicht. Er richtet den ersten Scheinwerfer auf die Straftäter, deren Schuld nicht auf andere abgeladen werden sollte. Der zweite Scheinwerfer ist auf “den Fußball” zu richten, der nicht nur Milliarden einnimmt, sondern auch öffentliche Millionen kostet. Wenn es dem Fußballbusiness nicht gelingt, zivilisatorische und rechtsstaatliche Errungenschaften in seine Gewohnheiten zu integrieren, sägt es sich seinen Ast selbst ab.

Die konzernähnlichen Erstligavereine wollen mit gesellschaftlichen Problemen nichts zu tun haben, “das hat mit dem Fußball nichts zu tun”. Haha, als wenn “der Fußball” nicht Teil der gesellschaftlichen Probleme wäre. Weiterlesen

Sky für 50 €/Monat oder: der Kampf um die informationelle Weltherrschaft

Von , am Donnerstag, 22. September 2016, in Fußball, Medien, Politik.

Heute flatterte mir ein Telekomprospekt ins Haus: Sky 3 Monate umsonst, dann 9 Monate für 25€/Monat, danach 51€/Monat, mit Fußnote Nr. 6 im Kleingedruckten. Der Umbruch dieses Kleingedruckten zieht sich über 10 Seiten. Und ist für mich als Sehbehinderten nicht lesbar. Darum ist es im Kern auch keine Werbung, sondern Altpapier. Ich gehe zum Sky-Gucken in die Kneipe – mein Gastwirt lässt sich von dem Sender aussaugen, ich reiche ihm meine Biertrinkerhand zu seiner Rettung. Wie lange das gutgeht ist ungewiss.
Denn es handelt sich um eine Art Weltkrieg der hier ausgetragen wird. Weiterlesen

Netzer, Blatter jr., Berlusconi – bald alle im Knast?

Von , am Donnerstag, 15. Oktober 2015, in Fußball, Medien.

 

Liegt es daran, dass Sky, ARD/ZDF, DFB und DEL hier einträchtig zusammen im Bett sind? Und gerade die neuen Verträge für drei Spielzeiten verhandeln? Und warum schweigt die gedruckte Presse? Mir ist es ein Rätsel, warum diese jetzt zwei Tage alte Meldung aus der Schweiz, dem Heimatland von Blatter und Fifa, bisher nicht nach Deutschland vorgedrungen ist.
Oder interessiert uns einfach Italien nicht mehr? Ist es uns nicht auch gelungen jahrelang Flüchtlingselend in Italien zu ignorieren, Weiterlesen

IS und Bundesliga haben den gleichen Partner

Von , am Samstag, 14. Februar 2015, in Fußball, Medien, Politik.

IS und Fox-News schreiten medienstrategisch Seit’ an Seit’. In Teilen zeigen sie ein identisches TV-Programm, wie Stefan Niggemeier in der FAZ ausführte. Nur dass Fox-News natürlich erheblich mehr Zuschauer hat, als marktführendes TV-Netzwerk in den USA.
Fox-News gehört Rupert Murdoch. Es hat damit den gleichen Besitzer wie Sky. Sky ist der Pay-TV-Sender, der über 80% der Inlands-TV-Einnahmen der “Deutschen Fußball-Liga” zahlt, ein bisschen geben ARD und ZDF, also wir, dazu. Von so einem wird also der Löwenanteil der Gehälter von Manuel Neuer, Marco Reus, Mario Götze, Pep Guardiola und Jürgen Klopp bezahlt. Wie fühlen die sich eigentlich dabei? Wird ihnen da nicht schlecht?

SKY rasiert Wirte und Fans

Von , am Donnerstag, 24. Juli 2014, in Fußball, Medien.

Kennen Sie Rupert Murdoch? Der 83-jährige hat schon Tony Blair und George Bush installieren und stürzen geholfen. Seine Medien, und er hat viele, sind berüchtigt, manche wie der US-TV-Sender und Marktführer Fox-News und das britische Boulevarblatt Sun für übelsten Kampagnenjournalismus und Hetze. Die deutsche Medienlandschaft ist im Vergleich dazu wie eine Modelleisenbahn. Doch halt: Murdoch ist auch bei uns schon im Stall. Weiterlesen