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Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Sozialismus (Seite 1 von 2)

Wer am meisten frieren wird

„Es gibt Schlimmeres als den Kommunismus, nämlich das, was danach kommt“

Dieses Zitat soll von dem Bulgaren Angel Wagenstein stammen. Ich fand es in einer aufregenden Buchbesprechung von Charlotte Misselwitz/Berliner Zeitung: ‘Loyal um jeden Preis’: Ein neuer Blick auf Juden in der DDR – Die französische Historikerin Sonia Combe erzählt, wie Jürgen Kuczynski, Anna Seghers und andere sich mit der DDR arrangierten.” Es geht um ein Buch der Französin Sonia Combe über “Linientreue Dissidenten” im Sozialismus. Weiterlesen

Autoritarismus – Extraktivismus – Zombieindustrialismus

Der traditionelle Industrialismus ist in vielen entwickelten Ländern bereits Geschichte. Die alten Industrien schrumpften. In den entwickelten Ländern künden oft nur noch rust belts von ihnen. Teile der Produktion wurden in den globalen Süden verlagert. Gleichzeitig dehnte sich der nicht-industrielle tertiäre Sektor aus. Und die verbliebenen Industrien veränderten mit der Automatisierung und Digitalisierung ihr Gesicht. Die industrielle Welt ist in einem tiefen Umbruch – eine Situation voller Chancen und Probleme. Weiterlesen

Die stolze, selbstbestimmte Ostfrau

Feminismus: Wieso ist sie verschwunden? – Feministische Debatten arbeiten sich stets am Frauenbild der alten BRD ab. Und unterschlagen, dass Ostfrauen freier lebten. Unsere Autorin macht das wütend.

„In Deutschland musste bis 1977 der Ehemann den Arbeitsvertrag seiner Frau unterschreiben, es gab kaum Kindergärten und Frauen mit Kindern waren gezwungen, zu Hause zu bleiben.“ Diese Sätze regen mich jedes Mal so auf, dass ich schreien könnte. Nicht weil es so ungerecht zuging, sondern weil es einfach nicht stimmt! Denn so war es nicht in Deutschland. So war es in Westdeutschland, so war es in der BRD. Aber die DDR war auch Deutschland und da war es vollkommen anders. Weiterlesen

Held oder Schurke?

von Annette Leo / Berliner Zeitung
Der endlose Streit um das Ernst-Thälmann-Denkmal
Der 50-Tonnen-Koloss war schon vor seiner Errichtung umstritten. Nach der Wende verschärften sich die Diskussionen. Die Historikerin Annette Leo zieht Bilanz.

Am Nachmittag des 18. November 2021 fand vor dem monumentalen bronzenen Kopf von Ernst Thälmann in dem nach ihm benannten Park in Prenzlauer Berg eine Einweihung besonderer Art statt. Auf den einstigen Aufmarschplatz wurden fünf rötliche Betonquader gesetzt, in lockerer Anordnung und bedeutend kleiner als der Sockel des Denkmals, doch ihm maßstäblich nachgebildet. Sie stellen den sichtbaren Teil der lange angekündigten, viel diskutierten künstlerischen Kommentierung des Thälmann-Denkmals dar. Weiterlesen

Mali / Sozialismus

In der Paywall der FAZ ist heute viel vom Einsatz der Bundeswehr in Mali die Rede. Über seine Erfolglosigkeit gibt es keinen Streit. Eher um die Frage, welche Lehren daraus zu ziehen sind. Wenn Sie wie ich nicht dazu neigen, nur für dieses eine Thema die Kassen der FAZ-Verlagsleitung mit ihren Daten (oder gar Geld) zu füllen, können Sie auch die Jungle World lesen. Die erscheint donnerstags gedruckt, und bisweilen sind ihre informativen Texte offen online zugänglich. Z.B. der von Bernhard Schmid: Weiterlesen

Sorgfältig kalibriert

Mal was Sachliches zu China
“Kalibriert” sind die Linien auf dem Bildschirm des VAR, des Videoschiedsrichters im Profifussball. Der liebe Arnd Zeigler hat das bis zum Exzess erläutert, dass es auch die Dümmsten verstehen. Dass jedoch nicht diese Linie entscheidend ist, sondern wann sie angelegt wird – es muss im Moment der Ballabgabe sein, aber wann ist der? – das müsste darüber entscheiden, ob es Abseits war oder nicht. Und dieser Moment ist wunderbar manipulierbar. Das Auge des Bildschirmglotzers merkt nichts. Weiterlesen

Probleme des “Sozialismus”

Seine reale Existenz ist hierzulande trauriger, als in den USA
Dass ich das noch erleben dürfte, habe ich lange nicht gedacht. In meinem Essener Stadtteil Karnap hatte die älteste Partei Deutschlands über 75%. Ich habe sie gehasst. Jetzt dagegen habe ich Mitleid – das ist in der Politik die unterste Schublade (bei “Hass” gibts immerhin noch Grund, jemandes gefürchteter Gegner/Konkurrent zu sein). Ich kann kaum noch so mitfühlen, wie Heribert Prantl/SZ es versucht, weil ich heute mehr fürchte als hoffe, dass mein einstiges Hassobjekt sich ganz aus der Arena abmeldet. Weiterlesen

Mauer in den Köpfen?

von Ayline Heller/Ana Nanette Tibubos/Manfred Beutel/Elmar Brähler – Otto Brenner Stiftung
Einstellungen zur deutschen Einheit im Wandel
Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit

Auch knapp 30 Jahre nach der Wiedervereinigung spielt die Teilung Deutschlands im öffentlichen Diskurs und in den Köpfen der Menschen eine wichtige Rolle. Während die Berichte der Bundesregierung jährlich über die wirtschaftliche Annäherung Auskunft geben, fehlten bisher Studien, die die „Einheitsmentalität“, also die Einstellungen der Bürger*innen zum je anderen Teil Deutschlands sowie zur Wiedervereinigung, im Zeitverlauf und in verschiedenen Geburtsjahrgängen differenziert untersuchten. Eine Analyse des mentalen Annäherungsprozesses ist jedoch zentral, Weiterlesen

Grüner Sozialismus?

DIE Frage unserer Zeit – oder aufgewärmte Antiquitäten?
“Ökosozialist*inn*en” gab es mal bei den Grünen, bevor ich der Partei beitrat. Das war 1989, da waren die gerade am Austreten. Thomas Ebermann, der zeitweise den gleichen Hausarzt hatte wie ich, und Rainer Trampert, dem ich heute noch seine seinerzeit genialen TV-Auftritte anrechne, gehörten dazu, Repräsentanten einer Sekte namens “Kommunistischer Bund” (KB) mit Hochburgen in Hamburg und Göttingen, darum “KB-Nord” genannt. Es soll zu den Jugendsünden Jürgen Trittins gehören, da mal dazugehört zu haben. In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit war die Zuordnung des Sozialismus-Begriffs zu den Grünen damit erledigt. Weiterlesen

Rechts und billig

Lebensschicksale deutscher Ökonomielehrer
War die Strangulierung der linken griechischen Syriza-Regierung ihr letzter grosser Sieg? Schön wärs. Seitdem spricht sich langsam rum, dass das, was jahrzehntelang (west-)deutsche herrschende Lehre in der Ökonomie war, trotz anderslautender Fakenews gar keine Wissenschaft, sondern rechte Ideologie war. Für die Betroffenen, die sich nun immer mehr von den Pragmatikerinnen der Macht ins rechte Abseits geschoben sehen, mag diese Siegesfanfare von Thomas Fricke (Sp-on) Weiterlesen

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