Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Sozialismus

Mauer in den Köpfen?

von Ayline Heller/Ana Nanette Tibubos/Manfred Beutel/Elmar BrĂ€hler – Otto Brenner Stiftung
Einstellungen zur deutschen Einheit im Wandel
Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit

Auch knapp 30 Jahre nach der Wiedervereinigung spielt die Teilung Deutschlands im öffentlichen Diskurs und in den Köpfen der Menschen eine wichtige Rolle. WĂ€hrend die Berichte der Bundesregierung jĂ€hrlich ĂŒber die wirtschaftliche AnnĂ€herung Auskunft geben, fehlten bisher Studien, die die „EinheitsmentalitĂ€t“, also die Einstellungen der BĂŒrger*innen zum je anderen Teil Deutschlands sowie zur Wiedervereinigung, im Zeitverlauf und in verschiedenen GeburtsjahrgĂ€ngen differenziert untersuchten. Eine Analyse des mentalen AnnĂ€herungsprozesses ist jedoch zentral,Weiterlesen…

GrĂŒner Sozialismus?

DIE Frage unserer Zeit – oder aufgewĂ€rmte AntiquitĂ€ten?
“Ökosozialist*inn*en” gab es mal bei den GrĂŒnen, bevor ich der Partei beitrat. Das war 1989, da waren die gerade am Austreten. Thomas Ebermann, der zeitweise den gleichen Hausarzt hatte wie ich, und Rainer Trampert, dem ich heute noch seine seinerzeit genialen TV-Auftritte anrechne, gehörten dazu, ReprĂ€sentanten einer Sekte namens “Kommunistischer Bund” (KB) mit Hochburgen in Hamburg und Göttingen, darum “KB-Nord” genannt. Es soll zu den JugendsĂŒnden JĂŒrgen Trittins gehören, da mal dazugehört zu haben. In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit war die Zuordnung des Sozialismus-Begriffs zu den GrĂŒnen damit erledigt.Weiterlesen…

Rechts und billig

Lebensschicksale deutscher Ökonomielehrer
War die Strangulierung der linken griechischen Syriza-Regierung ihr letzter grosser Sieg? Schön wĂ€rs. Seitdem spricht sich langsam rum, dass das, was jahrzehntelang (west-)deutsche herrschende Lehre in der Ökonomie war, trotz anderslautender Fakenews gar keine Wissenschaft, sondern rechte Ideologie war. FĂŒr die Betroffenen, die sich nun immer mehr von den Pragmatikerinnen der Macht ins rechte Abseits geschoben sehen, mag diese Siegesfanfare von Thomas Fricke (Sp-on)Weiterlesen…

Die Hufeisentheorie fĂŒhrt in die Irre

Die Feinde unserer Verfassung können wir relativ einfach anhand des Artikels 18 des Grundgesetzes definieren:
“Wer die Freiheit der MeinungsĂ€ußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.”Weiterlesen…

Revolution, Disruption & Sex

Der Wochenzeitung “Freitag” saugt aus der ausgelutschten ’89er Wendeerinnerung noch aktuelle Substanz
HĂ€tte ich nicht gedacht, und möchte mein Kompliment hiermit weitergeben. Zur Wende ’89 ist alles gesagt, nur noch nicht von allen – dachte ich. Der deutsche als Klageweib – oops, ich glaube, das ist schon ein Diskriminierungsklischee. Zur Sache folgende Anlesetipps:
Elsa Koester und Anna Stiede, zur Wendezeit noch nicht Jugendliche (zu denen gabs hier beim MDR mehr), sondern Kleinkinder, kramen – als wahrlich junge Frauen, in ihren Erinnerungen.Weiterlesen…

Sozialismus aus den USA?

Es gibt ein paar politische Sprachverschiebungen zwischen den USA und uns, die die Verschiedenheit der Kulturen kennzeichnen. In den USA werden Linke als “Liberals” bezeichnet, was dort auf ganz andere Weise als bei uns (FDP) als Schimpfwort gemeint ist. In dieser politischen Geometrie werden KrĂ€fte, die sich in den USA als “Socialists” bezeichnen, programmatisch mit den hierzulande gewöhnlichen Sozialdemokraten gleichgesetzt. Doch jetzt verschiebt sich Vieles. Könnte sein, dass in den USA was Neues entsteht.
Allein der Stimmungsunterschied.Weiterlesen…

Der Traum vom anderen Leben

Von Ulrike Heider
Die 68er-Bewegung stand fĂŒr einen sexuellen Aufbruch. Körperlichkeit und Revolte gehörten zusammen

Vor 51 Jahren grĂŒndeten drei junge Frauen, fĂŒnf MĂ€nner und ein Kind in Westberlin die erste Wohngemeinschaft der Bundesrepublik. Die Kommune I (K I) war ausdrĂŒcklich als politisches Projekt, nicht etwa als Sexkolonie gedacht. Ihre Mitglieder erklĂ€rten, dass sie auf Privateigentum und Zweierbeziehungen verzichten wĂŒrden, um unter sich vorwegzunehmen »was Menschsein in emanzipativer Gesellschaft beinhalten könnte«.Âč Obwohl sie fast nichts zum Thema SexualitĂ€t verlauten ließen, sorgte die bloße Tatsache ihres unkonventionellen Zusammenlebens fĂŒr ausufernde sexuelle Phantasien, landesweites Grausen und polizeiliche Verfolgung. Heute lebt ein nicht unbeachtlicher Teil der Bevölkerung in Wohngemeinschaften, und die Sexualmoral hat sich so weit liberalisiert, dass auch Mehrfachbeziehungen akzeptiert werden. Dennoch ist etwas von dem Schrecken geblieben, den die K I und mit ihr die 68er-Bewegung auslöste. Die »kleine radikale Minderheit«, wie sie die Presse nannte, wurde und wird bis heute in einem schwer verstĂ€ndlichen Maße verteufelt.

Kritik aus den eigenen Reihen

Zu den konservativen Kritikern der ersten Stunde, die der Bewegung Unreinlichkeit, Gewaltförmigkeit und vor allem Sittenzerstörung vorwarfen, gesellten sich schon bald die aus den eigenen Reihen. Auch deren rĂŒckblickender Zorn entzĂŒndete sich auffĂ€llig oft am Thema SexualitĂ€t. Es begann in den 1970er Jahren mit der Kritik der Neuen Frauenbewegung an den MĂ€nnern im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), aus dem die Studentenbewegung hervorging. Die SDS-Frauen, so ein sich zĂ€h haltendes GerĂŒcht, seien nur zum FlugblĂ€tter Tippen und Vögeln gebraucht oder gar dazu gezwungen worden, hĂ€tten aber ansonsten den Mund halten mĂŒssen.Weiterlesen…

Donna Haraways “Monströse Versprechen”

von Ingo Arend
Die AufsĂ€tze der Feministin erscheinen als „Monströse Versprechen“ in einer Neuauflage. Sie denkt Biologie, Kultur und Technologie brilliant zusammen.

Verkabelt mit Smartphone, mit Headset vor dem Bildschirm, ein Hörimplantat im Ohr. Wenn es eines Belegs fĂŒr die prophetische Kraft von Donna Haraways Essay „A Cyborg Manifesto“ von 1985 bedĂŒrfte – die Lebenswelt des 21. Jahrhunderts liefert sie tĂ€glich.
Reizvokabeln wie die von der „artefaktischen Natur“, die Forderung, das „Bild des Cyborgs nicht lĂ€nger als ein feindliches zu betrachten“, oder SĂ€tze wie: „Die Lust an Maschinenpotenzen hört auf, SĂŒnde zu sein“, trugen der 1944 geborenen Feministin und Naturwissenschaftlerin den Vorwurf einer unkritischen Apologie der Technik ein.

Die Einsicht der US-amerikanischen Wissenschaftlerin, „nicht lĂ€nger in einer ‚natĂŒrlichen‘ Welt leben“ zu können, war jedoch nie affirmativ gemeint. Den unwiderruflichen „Zusammenbruch der sauberen Trennung zwischen Organismus und Maschine“ sah Haraway als Aufforderung an Feministinnen, „Methoden fĂŒr die Analyse und Herstellung von Technologien finden, die zu einem Leben fĂŒhren, wie wir es alle wollen, ohne Herrschaft vermittels Rasse, Geschlecht und Klasse“.

Inspirierende Querdenkerin

„Monströse Versprechen“ ist eine Neuauflage von Haraways 1995 unter diesem Titel erschienenen Essays. Hier lĂ€sst sich der theoretische Werdegang einer der inspirierendsten Querdenkerinnen unserer Zeit nachvollziehen. Von dem lustvoll spielerischen Techno-Optimismus aus der Zeit ihres Cyborg-Manifesto bis zum deutlich dĂŒstereren Ton ihres jĂŒngsten Aufsatzes:Weiterlesen…

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