Thema: Sportschau

Sorry RWE

Von , am Donnerstag, 3. Oktober 2019, in Fußball.

Es war die Saison 1964/65 der Regionalliga West, in der mich das Virus packte. Es gibt keine Behandlung dagegen, besser ist es zu lernen damit zu leben. Mein Oppa mütterlicherseits war RW Essen-Fan. Heute sollen es angeblich weit über 1.000 gewesen sein, die sich auf den Weg zum Grenzland-Stadion in Mönchengladbach gemacht haben sollen, und damit das Auswärtsspiel von RWE gegen Borussia Mönchengladbach U23 in ein Heimspiel verwandelt haben müssen. Hat nichts genützt.
Wie schon 1965 auf dem Bökelberg. Weiterlesen

Wetternot / Bahnmord / Alte ARD

Von , am Dienstag, 23. Juli 2019, in Beuel & Umland, Lesebefehle, Medien, Politik.

Bei uns könnte es Donnerstag 41 Grad werden. Lisa Inhoffen/GA beruhigt – der Wahnbachtalsperrenverband könne für alles sorgen. Was sie schreibt, deckt sich mit den Informationen, die bei mir ankommen. Hoffen wir mal, das stimmt alles. In New York City sieht es, bei ähnlichen Temperaturen, schlimmer aus. Die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen ist eben nicht Teil der Lösung, sondern des Problems. Wenn dann noch eine klimaignorante Regierung dazukommt, wird “der Amerikaner” vielleicht bald Kanadier.
In Voerde hat es einen grausamen Mord gegeben: vom Bahnsteig vor den Zug gestossen. Weiterlesen

Frauen und die Männlichkeit

Von , am Donnerstag, 28. März 2019, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Equal-Pay-Day in Bayern? Auch wenn Sie und ich es nicht bemerkt haben: gestern war Champions-League-Viertelfinale. Zwei deutsche Konzernteams unter den besten Acht. Im Gegensatz zu den millionenschwer dotierten Jungs, die schon unter den letzten 16 rausgeflogen sind. Die Frauschaft des VW-Konzerns zog gegen Olympique Lyon (OL) und unsere deutsche Fussballgöttin Dzsenifer Maroszan, die – von ernster Krankheit genesen – für ein geniales 1:0 persönlich sorgte, mit 2:4 zuhause den Kürzeren. Weiterlesen

Sportjournalismus ist möglich

Von , am Sonntag, 24. März 2019, in Medien.

Wer nicht nur Produktpräsentation, sondern seriösen, kritischen Sportjournalismus vom von uns bezahlten Fernsehen wünscht, muss auf mehr Bundesligaspielpausen hoffen. Die gestrige ARD-Sportschau bewies, dass sie es sogar können, wenn ihre Bosse sie nur lassen. Dabei profitierte die Sportschau sichtbar von der Mini-Infrastruktur, die der diese geringschätzende WDR beim kleinen, aber journalistisch beeindruckenden Leuchtfeuer Sport inside bereit hält. Weiterlesen

Lindenstrasse und Bertolucci

Von , am Montag, 26. November 2018, in Medien.

Dieter Anschlag/Medienkorrespondenz warf sich für die Lindenstrasse ins letzte, vergebliche Gefecht. Seine Erregung kann ich nicht mehr nachempfinden, obwohl ich bis in die Nullerjahre zum Stammpublikum gehört habe, mehr aus liebgewonnener Gewohnheit, als aus Fan-Engagement (das investiere ich woanders). Ich weiss darum auch gar nicht mehr, wann es aufgehört hat. Von diesem abgesehen, hat Anschlag in allen anderen Punkten aber mehr Recht, als es für unsere Medienlandschaft und Demokratie gut ist.
Die grösste Gefahr, die unsere öffentlich-rechtlichen Medien für sich selbst herbeiprovozieren, ist die Gleichgültigkeit. Weiterlesen

Neues aus der “gehobenen Mittelschicht”

Von , am Sonntag, 18. November 2018, in Fußball, Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Der Anti-Gauland
Der Herr Gauland ist ja leider in seiner Klugheit und Schläue den meisten im Hauptstadtberlin überlegen. Nachdem er in seiner langen CDU-Laufbahn unter den Fittichen des konservativen Revolutionärs Walter Wallmann mit allen Wassern gewaschen wurde, richtet er jetzt als Führer der rechtsradikalen AfD in unserer Demokratie veritable Flurschäden an. Das vor allem dadurch, dass er über genaueste Kenntnis und Handwerkskunst zur Sprachpolitik verfügt. Wie können wir uns dem erwehren? Weiterlesen

Merkwürdiger “Rechercheverbund”, rätselhafter WDR

Von , am Freitag, 16. November 2018, in Fußball, Medien.

Der WDR brüskiert seine eigenen Recherchejournalisten und überlässt der in Milliardärsbesitz befindlichen SZ die publizistische Ernte
Infantino-Gegner*innen in der Fifa haben endlich Unterlagen durchgestochen zu den zweifelhaften Plänen ihres mafiösen Chefs, der 25 Mrd. aus Saudi-Arabien einkassieren will, um damit seine Wiederwahl im nächsten Jahr zu finanzieren und die klamme Fifa-Kasse zu sanieren. Im Gegenzug schien er zunächst ein neues Turnier (“Club-WM”) erschaffen zu wollen um es an diese Investor*inn*en zu verkaufen. Neu an den durchgestochenen Dokumenten ist, Weiterlesen

Kinderhandel und Fankonflikte

Von , am Montag, 12. November 2018, in Fußball, Medien.

Kindesmissbrauch, -misshandlung, Kinderarbeit sind Themen, die uns zu Recht schnell erregen, weil sie instinktive Schutzreflexe mobilisieren. Doch was, wenn die Täter diejenigen sind, die uns das alltägliche Fussballvergnügen organisieren? Bei T-Shirt-Erwerb mag so manche*r zum Boykott bereit zu sein. Beim Fussball ist es dagegen ganz realohaft egal, weil nicht zu ändern?
Diese abgebrühte Weltsicht bedarf der Überprüfung. Im Rahmen der Football-Leaks traten verbrecherische Praktiken mal wieder ans Licht. Weiterlesen

“…. seit Jahren einen Dreck gespielt ….”

Von , am Donnerstag, 26. Juli 2018, in Fußball.

Wie kann ein krimineller Vollprofi wie Uli Hoeness so einen beleidigenden Müll reden? Oder war der Trash Absicht, um wieder von einem anderen bayrischen Elend abzulenken? Meine These: Der Mann ist traumatisiert. Vielleicht war es der absolute Tiefpunkt seiner – nur scheinbar genialen – Managerkarriere. Hoeness war strafrechtlich noch leidlich beleumundet. Der 10. Jahrestag naht: es war der 20 September 2008. Weiterlesen

WM, Russland und die Diskurs-Kirmes

Von , am Dienstag, 22. Mai 2018, in Fußball, Medien, Politik.

Gerne hätte ich Unrecht behalten: die heraufziehende Fussball-WM verschärft das innernationale politische Konfliktgeschehen. Russland kann sich der ganzen Welt präsentieren, eine historische Chance wie ein Elfmeter: wer vor seiner Ausführung zu viel nachdenkt, kann ihn fulminant vergeben. Die Gegner*innen versuchen vorher alles, um den/die Ausführende*n optimal zu verunsichern. Das ist die Schilderung einer Fussballsituation – die politische Wirklichkeit ist um einiges komplexer. Weiterlesen

Tierwerden oder Menschbleiben – Volkstanzverteidigen oder Weltenbrandvermeiden?

Von , am Sonntag, 3. Dezember 2017, in Lesebefehle, Medien, Politik.

An einem Wochenende, an dem uns die Hauptstadtmedien mit dem AfD-Parteitag berieseln, kann mensch durchaus in Verzweiflung geraten wie Sibylle Berg. Sie tut was sie kann, und das ist klasse. Es hilft aber nur begrenzt, allenfalls um der/dem Leser*in zu zeigen: Du bist nicht allein.

Weiter führte dagegen schon heute morgen dieser Essay von Marleen Stoessel: Gastfreudschaft – ein Kulturerbe der Menschheit. Menschliche Kultur ist eine Gegenwehr gegen die Evolution, der Unterschied zwischen Mensch und Tier. Den ja auch einige, die sich für “links” halten, gerne mal bestreiten.

Wenn Sie Donnerstag “Monitor” gesehen haben, sind Ihnen vielleicht wie mir Zweifel daran gekommen. Angesichts der unüberseh- und -hörbaren Versuche, unser Land zu einer rassistischen No-Go-Area für Schwarze umzubauen. Weiterlesen

Die Anstalt – Wiederholung nächsten Sonntag 21 h (3sat)

Von , am Montag, 23. Oktober 2017, in Genuss, Medien.

von Dieter Bott

GAULAND –der hässliche waldschrad und edelfaschist bezeichnet nach der wahl die Afd-mitglieder –anhängerschaft und abgeordnete
Als EINEN GÄRIGEN HAUFEN —und DIE REGIERUNG-? —SIE SOLLE SICH WARM ANZIEHEN-
WIR WERDEN SIE JAGEN—„(gauland)

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was macht URBAN PRIOL mit dieser steilvorlage? –er liest aus dem wörterbuch sämtliche synonyme für „GÄRIG“ vor: Weiterlesen

Hans Schäfer 90

Von , am Donnerstag, 19. Oktober 2017, in Fußball.

Die Saison 1964/65 war die erste, in der ich mich für Fussball interessierte. Meine Grosseltern in Essen-Karnap hatten schon einen Fernseher, gabs damals nur in schwarz-weiss. Samstags und Sonntags war da Fussball drin, die Sportschau. Die weiss gekleideten Mannschaften sahen am besten aus, sie spielten auch am besten: Borussia Mönchengladbach in der Regionalliga West, in der seinerzeit auch Rot-Weiss Essen spielte, der Lieblingsverein meines Opas, in dem nach dem Krieg auch ein Verwandter meiner Grosseltern mit August Gottschalk, einem späteren kongenialen Partner von Helmut Rahn zusammengespielt hatte.
Ich vergab meine Sympathien den Mannschaften in weiss. Das war mein erster Kontakt zu Hans Schäfer. Er war Kapitän und Regisseur des 1. FC Köln, im reifen Alter von 37 Jahren, und in dieser, seiner letzten Saison erspielte er sich, von Verletzungen geplagt, noch einmal die Vizemeisterschaft, hinter Werder Bremen. Von dieser Saison hatte ich auch ein fast vollständiges Sammelalbum. Ich weiss nicht, wo es hingekommen ist, aber die Bilder habe ich noch im Kopf, das von Hans Schäfer kann meine Hirn-Festplatte jederzeit abrufen. Er hat noch mit dem echten hier in Bonn geborenen Toni Schumacher zusammengespielt, ebenfalls eine Legende, Weiterlesen

Freibad oder Fussball?

Von , am Freitag, 4. August 2017, in Fußball, Genuss, Hörbefehl, Lesebefehle.

Für Jugendliche im Ruhrgebiet der 70er Jahre war das die tägliche Sommerlochfrage.
Selten liess sich beides so gut verbinden wie am 5.6.1971. Ich hörte die Schlusskonferenz des letzten Spieltages der Bundesliga im Freibad Gladbeck. Ich glaubte kaum an ein gutes Ende, denn Borussia Mönchengladbach schien durch die Wertung des Torpfostenbruchs im Spiel gegen Werder Bremen (Spielstand wenige Minuten vor Schluss 1:1, Spielwertung danach 0:2) die Chance zur Titelverteidigung gegen den Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum, verspielt zu haben. Doch dann gelang am letzten Spieltag der kaum zu erwartende 4:1-Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt. Bis zur 70. Minute stand es 1:1, Bernd Nickel hatte die Führung durch Netzer mit einem seiner berühmten Hammerweitschüsse ausgeglichen, alle Fingernägel waren abgekaut. Dann Weiterlesen

Mediatheken-Ärger vor dem Ende?

Von , am Montag, 9. Januar 2017, in Medien.

Niemand blickt mehr durch, was und mit welcher Aufenthaltsdauer in den Mediatheken der von uns bezahlten Rundfunk- und TV-Sender abrufbar ist. Junge Leute glotzen überhaupt kein TV mehr. Selbst unsereiner guckt nur noch die 20-Uhr-“Tagesschau”, die Samstags-Sportschau und ausgewählte “Tatorte” (Dortmund!, Tukur) live, wenn überhaupt.
Was nicht online steht, existiert auch nicht – für immer mehr Menschen, vor allem die Nachwachsenden.
Wenn die Mediatheken nicht bald verlässlich nutzbar sind, und wenn nicht endlich die sehr inhaltsreichen Archive, die wir auch alle schon bezahlt haben, zugänglich gemacht werden, dann werden auch die öffentlich-rechtlichen Sender bald nicht mehr existieren. Zu entscheiden haben das gemäss Verfassung die Ministerpräsident*inn*en der Länder. Jeder und jedem von ihnen ist vor allem “ihr” Landessender ein besonderes Anliegen, denn nur dort kommen sie als Politiker*innen überhaupt verlässlich vor. Wenn sie also auch “ihrem” Sender online die Luft abdrehen, dann ist das so eine Art politischer Selbstmord ;-)
Die Blog-Kolleg*inn*en von netzpolitik.org haben eine Bestandsaufnahme der Diskussion zwischen den Bundesländern gemacht. Es besteht Hoffnung. Aber durch das Einstimmigkeitsprinzip kann es auch Dauern.