Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Springer-Verlag

DoppelzĂŒngigkeit der “Bild”-Kritik

mit Updates: 28., 29.5. und 2.6.
Und wieder fiel ein Sack Reis um. Stefan Niggemeier/uebermedien schreibt, bevor sein Text hinter seiner Paywall verschwindet, ganz richtig: “‘Bild’ fĂ€hrt eine Kampagne. Das ist ein Satz, der ungefĂ€hr so viel Nachrichtenwert hat wie ‘Katze jagt MĂ€use’ oder ‘Wasser macht nass’.” Dieser Text könnte hier aufhören,, wenn es nur das wĂ€re.Weiterlesen…

Spuren von Journalismus, kritischem

WAZ und SZ haben heute die Paywall weiter hochgezogen. Bei den besitzenden MilliardĂ€r*inn*en ist Panik ausgebrochen, 80% AnzeigenrĂŒckgang. Journalismus scheint nur noch Geld zu kosten, keins mehr einzubringen. Komisch, ne? Der Anstieg von Digitalabos, der aus den gleichen HĂ€usern gemeldet wird, klingt dagegen wie das Pfeifen im Wald. Da haben die superreichen Besitzer*innen wohl nicht gut und frĂŒh genug nachgedacht. Eine der vielen spannenden Fragen: was davon wird nach der Krise ĂŒbrig bleiben?
Das weiss ich auch nicht. Ich weiss aber, wo ich noch was zum Lesen finde.Weiterlesen…

Denkende Sportler*innen

Fritz Keller, der neue DFB-PrĂ€sident, der aus dem idyllischen Freiburg kommend jetzt in der Bankenstadt Frankfurt residieren muss, hat seinen ersten programmatischen Text veröffentlicht, beim AfD-nahen Springerverlag. Wenn einer wie Keller das meint tun zu mĂŒssen, lĂ€sst das den Schluss zu, dass seine Medienberater*innen in der DFB-Zentrale, und das sind nicht wenige, anders als der frĂŒhere Medienchef Harald Stenger und der frĂŒhere Übungsleiter JĂŒrgen Klinsmann, meinen, der deutsche Profofussball sei auf eine Allianz mit diesem Verlag angewiesen. Nicht nur bedauerlich, sondern auch falsch. Wohin das fĂŒhrt,Weiterlesen…

US-Medien: mangelhafte Deutsch-Kompetenz

Anne Fromm und Peter Weissenburger berichten in der taz ĂŒber einen spektakulĂ€ren ökonomischen Breakdown US-amerikanischer Onlinemedien. Ihrer informativen Analyse möchte ich einen strategischen Gesichtspunkt hinzufĂŒgen. Zweifellos haben z.B. Vice mit Laura Himmelreich oder Buzzfeed mit Daniel Drepper eine Chefin bzw. einen Chef fĂŒr ihren deutschen Zweig gefunden, die hier einen guten Namen haben. Die finanzstrategischen Partner dagegen waren bereits der Grabstein fĂŒr journalistische GlaubwĂŒrdigkeit.Weiterlesen…

SPD-Rechte grÀbt Grab

Gestern hatte ich bereits auf die SĂ€gearbeiten innerhalb der SPD aufmerksam gemacht. Der Boss des von mir erwĂ€hnten Forsa-Instituts Manfred GĂŒllner ist mit den rechten SPD-MĂ€nnerseilschaften (FroGs, Friends of Gerd) gut bekannt, und immer geneigt, seine Daten politisch einzusetzen. Heute veröffentlicht die FR online eine protokollartige Wiedergabe dieses Geschehens. Als Quellen werden fast ausschliesslich die sogenannte Zeitung aus dem AfD-nahen Springerverlag und Focus, verlegt vom Gatten der Frau FurtwĂ€ngler, genannt. Bei dieser Begleitmusik wird gut erkennbar, was der Zweck der Manöver ist. Gutes kann ich daran nicht erkennen, am wenigsten fĂŒr die SPD. Stattdessen wĂ€chst eine Frage immer grösser heran: Ist das (noch) wichtig?

Kein FettnÀpfchen auslassen

Vielleicht will der DFB die EM gar nicht
Kleine Aufgabe fĂŒr Ihre Fantasie, keine Angst, wird Sie nicht ĂŒberfordern. Sie auf der Arbeit, gehören zu den ungewöhnlich talentierten, schaffen vieles von leichter Hand, fĂŒr das andere schwer schuften mĂŒssen. Doch niemand schĂ€tzt sie. Sie sind jung und brauchen das Geld nicht, kĂŒndigen also. Sie sagen so ungefĂ€hr (jetzt folgt eine Geradeaus-Ruhrgebietsversion): “Ich hab’ die Schnauze voll, leckt mich doch alle am Arsch!” In Medieninterviews sagt Ihr Chef anschliessend, dass das letzte Grossprojekt schiefgegangen ist, unter dem das ganze Unternehmen jetzt schwer zu leiden habe, das habe an Ihnen gelegen.Weiterlesen…

Vielleicht auch ein Medienbarometer?

Das “Integrationsbarometer”
Vor einigen Wochen hatte Naika Foroutan bereits darauf hingewiesen, dass sich in Deutschland mehr Menschen fĂŒr FlĂŒchtlinge alltĂ€glich-praktisch engagieren, als AfD wĂ€hlen. Die “Stimmung”, die uns in erster Linie durch veröffentlichte Meinungen auf KanĂ€len aller Art vermittelt wurde und wird, ist anders. Da weht der Wind von weit rechts. Auch die Mitte und die Linke arbeiten sich daran ab, statt zu tun, was ihre demokratische Aufgabe wĂ€re: im demokratischen Wettbewerb eigene Themen zu setzen und zu bearbeiten – nur das versprĂ€che Erfolg.
Die den Diskurs immer noch privilegiert beherrschenden öffentlichen und privaten Medien mĂŒssen sich hierzu selbst befragen.Weiterlesen…

Big Data im Rheinland und der Welt

Kartellamts-Realsatire zum General-Anzeiger – Trump-Fans im Springer-Verlag – “The Cleaners”, bisher nicht in Bonn

Ist es zum Lachen? Zwischen dem Bonner General-Anzeiger und der Rheinischen Post gibt es, wie der Chef des Bundeskartellamts persönlich ausfĂŒhrt, “praktisch keinen Wettbewerb”. Wo es den nicht gibt, kann er auch nicht geschĂŒtzt werden. Hier bewĂ€hrt sich das erfahrene Lobbying des Bundesverbandes der Zeitungsverleger, der sich engagiert um die Meinungs- und Pressefreiheit von wenigen Dutzend, partiell milliardenschwerden, BundesbĂŒrger*inne*n kĂŒmmert. Weiterlesen…

Wie Merkel und Erdogan

Die Herren Grindel, Löw, Özil, GĂŒndogan und eskortierende Medien sind dicke GeschĂ€ftsfreunde und spielen uns ein falsches StĂŒck vor

Angela Merkel trifft Herrn Erdogan um einiges öfter, auch und gerade in seinen WahlkĂ€mpfen, als die Herren Özil und GĂŒndogan. Sie macht bei dieser Gelegenheit entschieden fiesere Deals, auf dem RĂŒcken von Millionen FlĂŒchtlingen, und zum Nutzen deutscher RĂŒstungskonzerne. Immerhin gibt es einige deutsche Medien, die darĂŒber kritisch berichten. Ein Skandal, was es eigentlich ist, entsteht darĂŒber leider nicht.
Jetzt haben sich die Herren Özil und GĂŒndogan geschmacksverirrt und politisch desorientiert mit ihm ablichten lassen, wie es sonst Frau Merkel tat. Manche meinen, bei ihr gehört das eben zum Beruf, bei den Jungs dagegen nicht. Wer das meint, hat die ZusammenhĂ€nge von Fussball und Politik aber noch weniger verstanden, als Özil und GĂŒndogan. Von Merkel und Erdogan ganz zu schweigen.Weiterlesen…

Pornoindustrie – eine unserer vielen dunklen Seiten

Der Pornobranche wird zurecht nachgesagt, dass sie ein Treiber neuer Medientechnologien ist. Was sich in ihr durchsetzt, hat auch gesamtökonomisch beste Chancen. Das gilt aber nicht nur fĂŒr Techniken, sondern auch fĂŒr GeschĂ€ftsmodelle: was hier als Ausbeutung funktioniert, das ist auch woanders durchsetzbar. Darum ist es fĂŒr uns alle ratsam, das zu sehen und nicht auszublenden, nur weil wir das pfuibah und ekelig finden.
Darum ist es verdienstvoll, dass sich die WDR-Reihe “Die Story” dieses Themas angenommen hat. Diese Reihe ist eine der rar gewordenen Existenzberechtigungen öffentlich-rechtlicher Medien. Ich bin so alt, dass ich mich noch erinnern kann, dass sie um 21 Uhr lief, dann um 21.45 h, jetzt ist sie im WDR-TV bei 22.10 h angekommen. Die BeitrĂ€ge im ARD-Programm haben frĂŒhestens um 22.45 h eine Sendechance. Die Programmdirektionen, die das zu verantworten haben, denken wohl, dass sie schon Ruhestand sind, wenn ihr Mediensystem abgewirtschaftet ist – wozu sie selbst gegenwĂ€rtig emsig beitragen – nach mir die Sintflut. Aber das ist ein anderes Thema ….

Der Film der Französin Ovidie (Mediathek bis Anfang Oktober, und nur von 22-6 Uhr) vom WDR offensichtlich angekauft (oder coproduziert), zeigte die aktuellen Möglichkeiten und Systemgrenzen von RechercheprĂ€sentation.Weiterlesen…

Laschet und der Medienkonzern

NRW-MinisterprĂ€sident Laschet hat juristischen RatschlĂ€gen – scheinbar – nachgegeben, und das Ressort Medienpolitik von seinem Minister Holthoff-Pförtner lieber gleich selbst ĂŒbernommen. Doch was wird sich neben den nicht unbedeutenden formalrechtlichen Regelungen materiell-politisch Ă€ndern? Der MP hat keine Zeit, sich einzuarbeiten. Er wird also Sachkundige in Strategie- und Zweifelsfragen um Rat fragen. Ach, zufĂ€llig sitzt so einer am Kabinettstisch – kurze Wege und Verkehrsvermeidung.

Was spricht dafĂŒr, dass Laschet diese strategische Verbindung, die dem Ansehen seiner UnabhĂ€ngigkeit schadet, nicht kappt? Der ehemalige WAZ-Konzern bezeichnet sich heute als “Funke-Mediengruppe“. Das Ehepaar Grotkamp, Teil des Familienzweiges Funke, hatte die Erben der sozialdemokratischen Familie Brost mittels eines umfangreichen Kredits aus dem Konzern herausgekauft. Holthoff-Pförtner ist als Adoptivsohn Teil der Familie Funke und verfĂŒgt ĂŒber einen namhaften zweistelligen Prozentanteil am Gesamtkonzern. Vom Springer-Verlag kaufte die “Funke-Mediengruppe” fĂŒr einen stolzen Preis einen ganzen MĂŒllsack voll billiger, alter Druckerzeugnisse, die, wenn ĂŒberhaupt nicht mehr lange rentabel sein werden. Das Grotkamp-GeschĂ€ftsmodell baut auf Synergien und harte Rationalisierungsmassnahmen. So funktionieren fast alle Verlage, die noch von Druckerzeugnissen leben. Zu Lebzeiten der EigentĂŒmer kann das noch gutgehen. Wenn sie Ableben, ist in der Regel schnell danach Schluss.

Laschet könnte so kalkulieren: solange ich im Amt bin, ist das noch der wichtigste Medienkonzern in NRW. Meine ĂŒber 70-jĂ€hrigen StammwĂ€hler*innen sind die letzten Leser*innen der billigen BlĂ€tter dieses Konzerns. Bis der zerschlagen wird, bin ich sowieso nicht mehr im Amt. Da können sich meine Nachfolger*innen dann mit rumĂ€rgern.

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