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Schlagwort: Steinberg

Tatort Saudi-Arabien

Wenn der ARD-Tatort nicht mehr “experimentell” sein soll, kann ihn quasi jede/r selber schreiben. Die FAS-Medienredaktion hat schon mal ein paar Folgen entworfen. DafĂŒr braucht keiner mehr Drehbuchautor*inn*en und auch keine 23 Drehtage. Die Schauspieler*innen, einmal eingescannt, lassen sich sicher auch digital animieren. Die Zuschauer*innen werden dann ĂŒber 70 sein, aber 6-8 Mio. sind so immer zu schaffen, und viel billiger! Vielleicht mit einem neuen Soundtrack von Reinhard Mey, der quasi als Teaser alles musikalisch zusammenfasst. Einst hatte das ZDF mit seiner Serie “Der Kommissar” 90% Marktanteil. Der war 30 Minuten kĂŒrzer. Hauptsache ist doch nur, dass am Schluss das Gute siegt und mann gut einschlafen kann.

Ungleich spannender der Wirklichkeitskrimi in Saudi-Arabien.
Aktuelle Berichte aus dem Handelsblatt hier und hier, eine EinschĂ€tzung von Guido Steinberg (SWP) zu den innerfamiliĂ€ren MachtkĂ€mpfen in der feudalen Herrscherfamilie Saud, und eine Zusammenfassung von Thomas Pany (Telepolis) zur angeheizten Kriegsgefahr. Wenn das so weiterlĂ€uft bekommt EU-Europa in KĂŒrze in seiner Nachbarregion zu der einen Atommacht Israel noch zwei dazu: Saudi-Arabien und den Iran, Chinas Nordkorea-Problem mal 3.
Wer will noch mal unbedingt Aussenminister werden?

Katar-Saudis: Ist unser BĂŒndnis mit dem Terror unvermeidlich?

Wenn Trump und Erdogan sich als “Vermittler” anbieten, muss der Weltuntergang wohl kurz bevorstehen. ZunĂ€chst nur der Untergang der arabischen Welt, deren Feudalherren nicht nur ihre eigenen Gesellschaften trotz unermesslichen Reichtums sozial und humanitĂ€r ruinieren, sondern auch andere mit Krieg, Terrorismus und Massenmord ĂŒberziehen. Und ĂŒbrigens: die Riesenmehrheit ihrer Todesopfer sind Muslime.
Nun also Saudi-Arabien gegen Katar, ersteres mit RĂŒckendeckung Trumps, Israels und Ägyptens, letzteres bisher mit EntspannungsbemĂŒhungen gegenĂŒber Handels- und Gasfeldpartner Iran. Merken Sie? “Gute” sind nicht beteiligt. Wohl aber failed states wie Libyen und Jemen, deren “Regierungen” sich auf Seiten der Saudis verorten. Nach diesen Regierungen können sie lange suchen, in ihrem Land, das jeweils von marodierenden Mörderbanden durchzogen wird, werden sie sie nicht finden.
Es mangelt zu diesem Thema nicht an kritischen Analysen: Karim El-Gawhary (taz), mit dessen in MĂŒnchen lebenden Vater ich Ende der 70er gut befreundet war, Martin Gehlen in zahlreichen Zeitungen und Onlineseiten, Update 7.6.: Thomas Pany auf Telepolis, Michael LĂŒders heute mittag auf wdr5 (keine Textfassung online) oder German Foreign Policy (dieser Text verschwindet in ein paar Tagen hinter einer Paywall). Letzterer Text nutzt lobend Stichworte des SWP-Experten Guido Steinberg. Der meint jedoch, auf ein strategisches BĂŒndnis mit den Saudis, ganz wie sein geldgebendes Bundeskanzleramt, nicht verzichten zu können und verteidigt in einem weiteren Text sogar militĂ€rische Interventionen als Mittel der Politik. Lesen Sie das mal, und versuchen sie das zu verstehen. Ich bin inhaltlich gescheitert und werde das bleiben.

Hochzeit der Kriegstreiber (II)

von Keegan Farley
Anhang zur Studie “Hochzeit der Kriegstreiber”, zum ersten Teil hier entlang

Liberale Interventionsten

MichĂšle Flournoy: CNAS-GrĂŒnderin. In der Obama-Regierung als UnterstaatssekretĂ€rin im Pentagon, lehnte den Posten der Verteidigungsministerin aber aufgrund ideologischer Differenzen mit Obama ab. Beraterin der HRC-Kampagne. Gilt als aussichtsreichste Kandidatin fĂŒr den Posten als Verteidigungsministerin in einer möglichen HRC-Regierung.
Kurt Campbell: Arbeitete bis 2013 als Referatsleiter fĂŒr Ostasien und den Pazifik im US-Außenministerium. Clinton gab ihm nach seinem Weggang den Distinguished Service Award – die höchste diplomatische Auszeichnung der USA. Arbeitete erst fĂŒr Marco Rubios Wahlkampagne, wechselte dann aber die Seiten,Weiterlesen…

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