Thema: Südtribüne

“Echte Liebe” – weg

Von , am Freitag, 16. März 2018, in Fußball.

Die nach gefühlter Selbsteinschätzung “Nr. 2” des deutschen Fussballs, der BV 09 Borussia Dortmund, wächst zum grössten Krisensymptom der deutschen Bundesliga heran. Eine historische Marke war gesetzt, als seine Mannschaft kürzlich zum ersten Mal seit Jahrzehnten von der Südtribüne des Westfalenstadions persönlich, die Süd hier als eine Person, für eine schlechte Leistung ausgepfiffen worden war. Ein Glücksfall, dass das gestern ein Auswärtsspiel war.

Zum ersten Mal seit vier Jahren soll das operettenhafte Ministadion in Salzburg gestern ausverkauft gewesen sein. Obwohl die Heimmannschaft dort laut Spiegel-online seit 34 Spielen ungeschlagen sein soll, hat sie es nie vollgekriegt. Von Dortmund aus gesehen zum Auslachen. Weiterlesen

Offenbarungseid der Bundesliga

Von , am Freitag, 9. März 2018, in Fußball.

Die Bundesliga ist so langweilig, dass der in Bayern eingewanderte Westfale Rummenigge sie jetzt für Kapitalinvestoren aus aller Welt öffnen will. Für sich selbst sieht er dabei keine Gefahr, weil in seiner Vereinssatzung dafür eine 70%-Mehrheit erforderlich wäre, er sich also für ausreichend geschützt hält. Aber wenn die Konkurrenz mehr Kohle hätte, wären Spiele seines Vereins vielleicht wieder interessanter anzusehen. Denn auffällig ist seit einiger Zeit: so wie die TV-Einnahmen sprudeln, gehen die Zuschauerzahlen bei den meisten Mittelklassevereinen zurück. Die Konzernvereine von VW, Bayer, SAP usw. kriegen ihre Mini-Stadien kaum noch voll. Das ist zwar finanziell mittlerweile egal – aber leider auch langweilig.

Das war in Dortmund, der Herzkammer der Sozialdemokratie, anders. Dort steht im Westfalenstadion die grösste Stehtribüne Europas für allein 25.000 Zuschauer*innen – die 55.000 andern auf den teureren Sitzplätzen finden das immer wieder ein Ereignis, auch wenn auf dem Rasen gerade nichts Sehenswertes läuft. Gestern war das auf dem Rasen aber so erschreckend, Weiterlesen

Fluchtursache Karneval

Von , am Sonntag, 4. Februar 2018, in Beuel & Umland, Genuss, Politik.

Alle Jahre wieder kommt die Heuchelei. Medien entsetzen sich über besoffene Jugendliche. Jedes Jahr: also so schlimm wie dieses Jahr war es noch nie. Es wird gepinkelt und gekotzt. Nein, früher hat es sowas nicht gegeben.
Das einzige, was es tatsächlich früher nicht gegeben hat, war: #metoo. Ob das den Karneval dieses Mal berührt?

Dieses Jahr war es an der Kölner Oberbürgermeisterin, sich auf die Spitze der Welle zu setzen. Vielleicht hat ihr jemand eine Statistik vorgelegt, aus der hervorgeht, dass sich die Mehrheit der Rheinländer*innen während des Karnevals auf den Kanaren, in der Toskana und in Ostfriesland befindet. Weiterlesen

Fussballwochenenden können so schön sein

Von , am Sonntag, 12. Februar 2017, in Fußball.

Was das Auswärtsunentschieden von Borussia Mönchengladbach in Darmstadt wert war, wissen wir jetzt. Spätestens seit gestern. Viele Gladbach-Fans hatten zunächst über das Engagement von Dieter Hecking gemotzt. Sie sind verstummt. Er ist zwar nicht mehr der Jüngste. Aber darum nicht unmodern. Er hat einen klaren Blick für die Wirklichkeit und verzichtet auf große Schnauze und überzogene Eigen-PR. Gestern hat die Borussia zum zweiten Mal auswärts gewonnen, obwohl die zuletzt besten Einzelspieler Raffael (verletzt) und Stindl (Mannschaftskapitän, gesperrt) pausieren mussten. Die Mannschaft funktioniert wieder. Das Mittelfeld mit Kramer und Dahoud blüht förmlich wieder auf. Wenn der Bundestrainer nicht Löw wäre, wären sie heisse Kandidaten…..
Und liebe FC-Fans, Ihr müsst nicht nur wegen der heutigen Niederlage beim SCF – dickes, dickes Kompliment an Christian Streich – jetzt ganz stark sein. Weiterlesen

Jäger macht nicht alles falsch – viele Fussballfeiglinge

Von , am Mittwoch, 8. Februar 2017, in Fußball, Politik.

“Entscheidend is aufm Platz” galt, als der Sport noch im Mittelpunkt stand. Jetzt sind es Geschäft und Politik, und zwar in dieser Reihenfolge. Und dann kommt der Rest. Viele Fans regt das auf, wenige macht das zornig, noch wenigere rasten schon mal aus. Gewalt gegen “Frauen und Kinder” geht aber normalerweise selbst gegen deren Macho-Ehre, weil es blanke Feigheit demonstriert. Es ist noch nicht zuende aufgeklärt, was alles dahinter steckte.

Jedenfalls macht NRW-Innenminister Jäger, in diesem Blog schon oftmals kritisiert, scheinbar diesmal nicht alles falsch, wie sein heutiges DLF-Interview verdeutlicht. Er richtet den ersten Scheinwerfer auf die Straftäter, deren Schuld nicht auf andere abgeladen werden sollte. Der zweite Scheinwerfer ist auf “den Fußball” zu richten, der nicht nur Milliarden einnimmt, sondern auch öffentliche Millionen kostet. Wenn es dem Fußballbusiness nicht gelingt, zivilisatorische und rechtsstaatliche Errungenschaften in seine Gewohnheiten zu integrieren, sägt es sich seinen Ast selbst ab.

Die konzernähnlichen Erstligavereine wollen mit gesellschaftlichen Problemen nichts zu tun haben, “das hat mit dem Fußball nichts zu tun”. Haha, als wenn “der Fußball” nicht Teil der gesellschaftlichen Probleme wäre. Weiterlesen

Iran verdurstet / Wo ist Buhrow? / CSR im Fußball / Tribünenmacht

Von , am Freitag, 28. Oktober 2016, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Katastrophale Verhältnisse berichtet Martin Gehlen in der FR aus der Wasserwirtschaft des Iran. Das könnte mittelfristig strategisch bedeutsamer sein, als das Auf und Ab des Ölpreises.
Ulrike Simon, eine von mir sehr geschätzte Medienjournalistin (namensgleich mit einer sehr attraktiven und netten Sitznachbarin, die ich mal in der Schule hatte), lästert, mehr als sie ihn ernsthaft kritisiert, über den WDR-Intendanten Tom Buhrow.
Ronny Blaschke, ein wirklich politischer Sportjournalist, hat ein Buch geschrieben: “Gesellschaftsspielchen – Fußball zwischen Hilfsbereitschaft und Heuchelei”, eine Zusammenfassung liess ihn die FAZ veröffentlichen. Ob ihm jetzt eine Redaktion eine Festanstellung anbietet?
In Dortmund hat Mittwochabend die Südtribüne das Elfmeterschiessen gewonnen; ich kenne das Stadion und glaube es Daniel Theweleit (FR).

Was unterscheidet den BVB noch vom FC Bayern?

Von , am Mittwoch, 6. August 2014, in Fußball.

Klar: die Südtribüne. Die Fans. Die Region. Aber was ist mit der oft geschwätzig ins Feld geführten “Philosophie”? Vermutlich muss treffender die Strategie befragt werden. Wird nicht letztendlich alles dem Erfolg untergeordnet? Und also der FC Bayern und Real Madrid nachgeahmt, Weiterlesen