Thema: SWMH

München / Kolonialverbrechen

Von , am Mittwoch, 8. Januar 2020, in Fußball, Medien, Politik.

Ein Münchner in Berlin, das allein muss schon depressiv machen. Andreas Rüttenauer/taz ist von haus aus eigentlich Sportredakteur. Anlässlich eines merkwürdigen Denkmalsaktivismusses in seiner alten Heimat und der “Neuerscheinung” im Geschenkschuber seiner alten G’schichten beschäftigt er sich mit dem Werk Helmut Dietls (und seiner Clique), und damit zwangsläufig der Entwicklung dieser Stadt. Im Grossen und Ganzen teile ich Rüttenauers Sicht. Nur einige wichtige Eckchen bleiben unbeleuchtet.
Zum Einen ist es die Mediengeschichte, die bei Dietl berufsbedingt immer eine wichtige Rolle gespielt hat. Weiterlesen

Bauern und Journalismus

Von , am Dienstag, 22. Oktober 2019, in Lesebefehle, Medien.

Vom Niedergang alter Traditionsberufe
Das ist das Schicksal einer Bundesstadt: die Luft in Bonn war heute Agrardiesel-geschwängert, mein Husten nahm zu. Die dümmsten Bauern fahren die dicksten Trecker. Wer Geld bezahlen kann, um mit seinen Mitgliedsbeiträgen die Gehälter der deutschen Bauernverbandsführung zu finanzieren, hat kein Mitleid verdient. Wenn Sie noch was zum Geschmackverderben brauchen, bitteschön hier ganz frisch.
Mehr Empathie habe ich mit Journalist*inn*en unter 50, die nicht wissen, ob sie ihre Familie bis zum Renteneinstieg finanzieren können. Weiterlesen

Räuberpistolen? – Türkei / MH 17 / Bahn

Von , am Montag, 23. September 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Recep T. Erdogan will kurdische Teile Syriens erobern. Als Druckmittel dient ihm der widerliche Flüchtlingsdeal, den die EU unter deutscher Führung mit ihm ausgemacht hatte. Doch er kommt nicht voran. Russland und Iran jucken ganz andere Probleme. Und die kurdischen Selbstverwaltungsorgane werden zu Wallfahrtszielen der globalen Diplomatie. Auch das deutsche Auswärtige Amt konnte sich dem nicht ganz entziehen – mann darf Gesprächsfäden ja nicht abreissen lassen. Aber wenn sie nicht aufpassen, sitzen sie am Ende allein auf Erdogans Schoss. Lesen Sie hier Elke Dangeleit/telepolis.
Nur wenige erinnern sich wahrscheinlich noch an den Abschuss des malaysischen Flugzeuges MH17 Weiterlesen

Krisendramatik: Linkspartei, SZ, NZZ, Sp-on

Von , am Donnerstag, 11. Juli 2019, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Die sich “Die Linke” nennende Partei kam bei der Europawahl nur noch knapp über 5%. Seitdem rappelt es dort im Karton. Im Osten stirbt sie weg, die einstige “Kümmererpartei” implodiert demografisch. In urbanen Ballungsräumen des Westens gibt es Zugewinne, die das nicht aufwiegen können. Einerseits kann oppositionelle Glaubwürdigkeit erarbeitet werden – wo es gut läuft – aber konterkariert wird es dadurch, dass sie alt, auf mehr oder weniger sympathische Art “von gestern” wirken, Überbleibsel der Geschichte. Das müsste nicht so sein. Weiterlesen

Feuer unterm SZ-Dach (II)

Von , am Freitag, 28. Juni 2019, in Medien.

Zustände wie in einer Grünen-Ratsfraktion
Montag war bei der Süddeutschen (SZ) eine Redaktionsversammlung. Dort soll es hoch hergegangen sein. Wenn einer Darstellung zu glauben ist, die zum Medieninformationsdienst “kress” durchgestochen wurde. Wer sowas durchsticht, verfolgt natürlich eine eigene Agenda. Wer seine Organisation als geschlossenes System betreiben will, bietet immer Raum für solche Durchstechereien. Darum hier nur einige Hypothesen. Weiterlesen

Online-Abmeldung der SZ?

Von , am Samstag, 4. Mai 2019, in Medien.

Ob es in München und Hauptstadtberlin bekannt ist? Ein Leben ohne Süddeutsche Zeitung ist möglich. In der Zeit, als sie einen qualitativ hochwertigen NRW-Teil von täglich 4 Seiten produzieren liess, war sie so aussergewöhnlich wertvoll, dass ich sie abonniert habe. Die Arbeit der damaligen NRW-Redaktion lieferte einen hart recherchierten Beitrag dazu, dass NRW das “Metrorapid”-Abenteuer des heutigen FDP-Hasardeurs und Industrielobbyisten Clement (damals SPD) erspart blieb. Als die neuen schwäbischen SZ-Besitzer (SWMH) den NRW-Teil wieder dicht machten, Weiterlesen

Lokaljournalismus – wann ist Schluss?

Von , am Mittwoch, 20. März 2019, in Medien.

Es gibt Alternativen – Spanien, USA und -trotz Brexit- UK. Aber welche werden sich durchsetzen?
Wenn der Lokaljournalismus untergegangen ist, haben wir in Bonn noch ein bisschen Zeit. Hier wird er 1-2 Jahre später untergehen. Nicht weil “unser” General-Anzeiger so grossartig ist, immerhin nicht so schlecht wie sehr viele Andere, sondern weil die Bonner*innen überdurchschnittlich alt und gebildet sind. Professor Klaus Meier macht sich einen Spass daraus die durchschnittliche Lebenserwartung gedruckter Presse zu errechnen, und hat seine aktuellen Erkenntnisse in Meedia, dem Medienfachdienst des Dieter-von-Holtzbrinck-Konzerns (Handelsblatt u.a.), veröffentlicht. Demzufolge ist 2033 Schluss. Weiterlesen

DuMont macht dicht

Von , am Dienstag, 26. Februar 2019, in Beuel & Umland, Medien.

So schnell kommt die satirische Fiktion nicht hinterher. Wenn der Alte tot ist, versuchen sich die Erb*inn*en zügig in die Büsche zu schlagen. Die Neussers (Bonner General-Anzeiger) sind schon weg, haben sich von der “Rheinischen Pest” auszahlen lassen. Die Kölner DuMont-Schauberg, lange im Verdacht, den General-Anzeiger fressen zu wollen, geben nun selbst auf. Weiterlesen

Wie Sport und sein Journalismus herunterkommen

Von , am Dienstag, 22. November 2016, in Fußball, Medien.

Die Süddeutsche Zeitung gilt als “Qualitäts-” und “Leitmedium”. Ich habe sie auch einige Zeit als Abonnent genossen. Damals, als sie noch einen NRW-Teil hatte, aber auch darüber hinaus sehr lesenswert war, wegen ihrer internen Meinungsvielfalt, und zahlreicher junger Talente, die sie damals beschäftigte, so ungefähr zu Beginn dieses Jahrtausends muss das gewesen sein. Ich erlebte mal eine große, gelungene Veranstaltung der “Lit.Cologne” die fast nur von ihren Sportmitarbeiter*inn*en bestritten wurde, Raphael Honigstein, Christoph Biermann, Birgit Schönau, Javier Caceres, Ronald Reng. Dann kamen 2008 die Schwaben von der SWMH, kauften vier der fünf SZ-Besitzerfamilien aus dem Verlag raus, und auch sonst viele Andere. Das Feuilleton ist seitdem ausgezehrt, hat politische Interventionen fast komplett aufgegeben. Der Sportteil ist immer FC-Bayern-lastiger geworden. Der NRW-Teil wurde als erstes dichtgemacht, und einige Zeit später war ich dann auch als Abonnent weg. Wie analysefrei seitdem dort Fußballjournalismus betrieben wird, illustriert heute Chrstoph Kneer mit seinem Ancelotti-Porträt zur Bayern-Krise (die ist immer, wenn sie nicht gewinnen und nicht Erster sind), ein Autor, der es nachweislich besser könnte. Aber wenn die Fußballer Formkrise haben, kriegen die Journalisten sie auch, so symbiotisch geht es dort schon zu.
Wo der Fußball mal landen wird, wenn er so weiter macht, das sehen wir aktuell an der zusammenbruchartigen Krise der Welt-Leichtathletik. Was war das mal eine attraktive und begeisternde Sportart. Fast nichts haben sie von ihr übrig gelassen.