Thema: SWR

Wundersame Bahn XXVII

Von , am Donnerstag, 20. Juni 2019, in Beuel & Umland, Medien, Politik.

Kompetenzzentrum Südwestrundfunk/SWR
Kürzlich musste ich an einem Freitag Bahnreisen. Das ist eindeutig der schlimmste von allen Wochentagen: Berufs- und Wochenendverkehr treffen zusammen. Schon in meiner Berufspendlerzeit 1990-2005 gab es bei der Heimreise nur noch Sitzplätze auf dem Boden – vor einer Tür, oder im Fahrradabteil. So nutzte ich also jetzt eine Schnupper-Bahncard 1. Klasse, die die DB mir unverlangt, und in ihrer Gültigkeit befristet, zugesandt hatte. Naja, ss kam alles, wie es kommen musste: Weiterlesen

Agrochemie, du musst jetzt ganz stark sein …

Von , am Sonntag, 28. April 2019, in Medien, Politik.

Mit Update 29.4.
Sie als Leser*innen, seien Sie beruhigt. Sie ist es auch. Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten sind gelegentlich doch noch für was gut. Mann und Frau muss es nur zu finden wissen. Darum hier eine kleine Hilfestellung.
Das in Klischeevorstellungen doch so unverdächtige ZDF hat eine allgemein sehenswerte Sendereihe “planet e”, die an Wochenenden auf quasi unguckbaren Sendeplätzen versteckt wird. Heute aber haben wir draussen eine Kaltfront, Weiterlesen

Rassistisch, scheinheilig, Palmer

Von , am Samstag, 27. April 2019, in Politik.

Unsere Autorin war schon oft wütend über demagogische Äußerungen von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Bislang hat sie geschwiegen.

An den regelmäßigen Boris-Palmer-Festivals habe ich mich bislang nur selten beteiligt. Zu kindlich wirkt das Streben des Oberbürgermeisters von Tübingen nach Aufmerksamkeit. Eigentlich sollte man ihm nicht den Gefallen tun, das zu bedienen. Aber dieses Mal hat er gewonnen, jedenfalls was mich betrifft. Weiterlesen

ARD versenkt Qualität – mitternachts

Von , am Dienstag, 15. Januar 2019, in Medien, Politik.

Gut versteckt: Klimawandel in den Alpen & Macht der Bauernlobby
Ein Strukturmerkmal der öffentlich-rechtlichen Medien ist, die Menschen, die versucht sein könnten, sich für ihren Bestand zu engagieren, zu demobilisieren. Den Trick der asymmetrischen Demobilisierung, mit dem die Bundeskanzlerin sehr lange erfolgreich war, verstehen Intendant*inn*en und Programmdirektionen damit grundsätzlich miss. Und funktionieren tut er ja auch nicht mehr.
Heute nacht sendet die ARD z.B. zwei neue Features, Weiterlesen

Der Spiegel – Intrigenhölle und PR-Profi

Von , am Samstag, 29. Dezember 2018, in Medien.

Beim Spiegel ist offensichtlich immer noch Feuer unterm Dach. Der Fall des Fake-Reporters wird, wie immer und überall, für Machtkämpfe instrumentalisiert, die viel tiefer sitzen als der Fall selbst. Ähnlich wie beim WDR, in dem die #metoo-Debatte sichtbar machte, wie sehr die innere Unternehmenskultur derangiert ist, und Kreativität, politischen Mut, Experimentierfreude abgetötet hat.
Die Spiegel-Spitze nutzt nun die journalismusarme Zeit, alle, die recherchieren könnten machen Urlaub, um weitere schlechte Nachrichten aus dem eigenen Haus raussickern zu lassen. Puuh, da will mann oder frau nicht in der Nähe sein, Weiterlesen

Unsicherheitsbehörden keine Ruhe lassen

Von , am Mittwoch, 21. November 2018, in Medien, Politik.

Erschossener mutmaßlicher Attentäter Amri war NRW-„Nachrichtenermittler“
Nicht alles läuft derzeit schlecht. Weil es für die Geheimdienste besonders schlecht läuft. Sie kommen vor lauter Aktenbereinigung und eigener-Leute-aus-dem-Veerkehr-ziehen kaum noch zu ihrer traditionellen Arbeit an Verschwörungen, politischen Morden, Attentaten etc. Selbst im NRW-Landesinneninisterium muss es drunter und rüber gehen, dass der bedauernswerte aus Brüssel remigrierte Traditions-CDU-Rechte Herbert Reul gar nicht mehr weiss, um welche Bereinigung und Niedriger-Hängung er sich zuerst kümmern soll.
Thomas Moser/telepolis hat ihm mal eine kleine Liste gemacht an Entdeckungen, Weiterlesen

Sonntag: Wiederholung von “Kulenkampffs Schuhe”

Von , am Dienstag, 21. August 2018, in Genuss, Medien.

Die ARD-Dokumentation “Kulenkampffs Schuhe”, auch in diesem Blog schon ausgiebig gelobt, wird vom mitproduzierenden Südwestrundfunk (SWR) kommenden Sonntag zur “besten Sendezeit” 20.15 h in seinem Dritten Programm wiederholt – gegen den ARD-Tatort, aber Bundesliga (BVB gegen Brause Leipzig) ist dann schon fertig.
Mit dieser Wiederholung soll der Film dann noch einmal eine Woche in der SWR-Mediathek verfügbar sein. Die kurze Zeit begründete der Sender gegenüber nachfragenden Medien mit den Rechtekosten für die zahlreichen verwendeten Filmausschnitte. Seltsam: die meisten, die ich gesehen habe, waren von ARD und ZDF. Was anderes gabs ja damals nicht.

Liegts am Wetter? Oder am Alter?

Von , am Mittwoch, 13. Dezember 2017, in Genuss, Medien, Politik.

von Michael Kleff (z.Z. New York, sonst Beuel)

Die Israel-Lobby in Deutschland hat wieder einmal erfolgreich den Antisemitismus-Hammer herausgeholt. Auf Initiative einer Kölnerin rückte der WDR davon ab, ein Konzert des Ex-Pink-Floyd-Musikers Roger Waters zu präsentieren. Kurz danach beendeten auch der BR und der SWR ihre geplante Kooperation mit dem Veranstalter der Waters-Konzerte. Der Grund: Seine Unterstützung der sogenannten BDS-Bewegung (kurz für „Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen“), die sich gegen die aggressive Politik Israels gegen die Palästinenser richtet. In der Petition wird Roger Waters als „Judenhasser“ bezeichnet. Nun lässt sich sicher über die Radikalität mancher BDS-Aktivitäten streiten, doch die ständige Gleichsetzung von israelkritischen Positionen mit Antisemitismus ist damit nicht zu rechtfertigen. Weiterlesen

Mit einer guten Sache gemein machen – Medienkritik vs. asoziale Medien

Von , am Dienstag, 21. November 2017, in Medien, Politik.

von Christian Nürnberger / Otto-Brenner-Stiftung
Keynote zur medienpolitischen Tagung / Verleihung des Otto-Brenner-Preises am 21.11. in Berlin

1 Von der Informations- zur Desinformationsgesellschaft

Zwischen 2014 und 2016 ist auf die deutschen Medien die heftigste Medienkritik niedergeprasselt, die es je gegeben hat. Dann aber wurde der Fakenews-Produzent Donald Trump US-Präsident, und gleichzeitig begann sich herumzusprechen, dass die größten Desinformations-Schleudern nicht die Mainstream-Medien sind, sondern die tausend Plapper-Foren in den sozialen Medien und die Propaganda-und Fakenews-Fabriken in Russland. Retten wird das die Medien trotzdem nicht, denn

2 Das Raumschiff Erde gleitet gerade von der Guten- in die Zuckerberg-Galaxis

Und gerade dort, in der Zuckerberggalaxis, verhungern die Medien. Der Geldstrom, der einst aus der Werbung in die Zeitung und das Privatfernsehen floss, fließt jetzt zu den vier großen Big-Data-Konzernen, vor allem zu Facebook und Google.

3 Kommt ein Narrenschiff gefahren …

Die solchermaßen in ihrer Existenz bedrohten Verlage haben darauf zuerst zu spät, anschließend falsch reagiert, und sind dann auch noch von einem Narrenschiff gerammt worden. Auf dem Schiff tummelte sich das zu Verschwörungstheorien neigende, an Fakenews und alternative Fakten glaubende Aluhut- und Pegidavolk und rief Lügenpresse und Haut die Presse auf die Fresse.

Rund zwei Jahre lang wurde von diesem Schiff aus auf die Presse geschossen wie noch nie. Aber nur dank des Echoraums der mittlerweile erfundenen sozialen Medien konnte die Lügenpresse-Lüge eine so hohe Aufmerksamkeit erzielen, dass die beschimpften Journalisten zuletzt selber glaubten und schrieben, dass ihnen niemand mehr glaube. Weiterlesen

Otto Brenner Stiftung zeichnet herausragenden Journalismus aus

Von , am Montag, 16. Oktober 2017, in Medien.

von Jupp Legrand
+++ Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus geht 2017 an das SPIEGEL-Team Kristina Gnirke, Isabell Hülsen und Martin U. Müller +++ Jury zeichnet Charlotte Wiedemann (freie Journalistin und Publizistin) für ihr Lebenswerk mit dem „Spezial“-Preis aus +++ Hannes Munzinger (SZ) erhält Newcomerpreis +++ „Migration Control“ (taz) wird mit dem Medienprojektpreis ausgezeichnet +++ 3 Recherche-Stipendien werden vergeben +++ Preisverleihung findet am 21. November in Berlin statt +++ Festredner ist Georg Schramm, Kabarettist und Autor +++

Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis des Otto Brenner Preises für kritischen Journalismus 2017 erhält das Autorenteam Kristina Gnirke, Isabell Hülsen und Martin U. Müller für „Ein krankes Haus“ (DER SPIEGEL, Nr. 51/2016, S. 14 ff.)
Nach Auffassung der Jury leisten Kristina Gnirke, Isabell Hülsen und Martin U. Müller mit der SPIEGEL-Titelgeschichte über den Asklepios-Konzern „schonungslose Aufklärung über die Missstände im Gesundheitswesen“. Es werde, so die Jury, bisweilen immer noch behauptet, dass das Gesundheitswesen an einem eingeschränkten Wettbewerb leide. „Der ausgezeichnete Text zeigt“, so die Jury in ihrer Begründung, „dass das Gesundheitswesen vor allem daran leidet, dass es ein Markt ist, an dem zu allererst verdient werden will“. Kaufleute und Betriebswirtschaftler hätten aus der Medizin eine Industrie gemacht. Am Beispiel des Asklepios-Konzerns zeigen die diesjährigen Brenner-Preisträger wozu das führt. Ihr Text, so die Jury, „ist eine Verteidigung der Menschenwürde – dort, wo sie am antastbarsten ist: im Krankenhaus“.

Der 2. Preis (5.000 Euro) geht an Fritz Schaap für eine dreiteilige Serie über den Alltag im vom Krieg gebeutelten Syrien und insbesondere in der Hauptstadt Damaskus. Weiterlesen

Wer sich in die Macht von Facebook begibt … / Eritrea / Somalia

Von , am Donnerstag, 1. September 2016, in Lesebefehle, Medien.

… dem kann es so ergehen, wie den Kollegen von den Nachdenkseiten.

Ein Beispiel für abenteuerlich-interessanten Journalismus haben die KollegInnen der Krautreporter mit dieser Eritrea-Reportage abgeliefert. Ergänzend dazu kann man optische Eindrücke gewinnen in einer SWR-Produktion von 2009, die in Kürze, am Sa. 17.9. um 16 h in der Reihe “Eisenbahn-Romantik” wiederholt wird. Der Titel der Reihe sollte nicht in die Irre führen; die Pufferküsser verstehen auch was von Politik.

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Somalia denken? Das hier sicher nicht.