Thema: SZ

Vielleicht auch ein Medienbarometer?

Von , am Dienstag, 18. September 2018, in Fußball, Medien, Politik.

Das “Integrationsbarometer”
Vor einigen Wochen hatte Naika Foroutan bereits darauf hingewiesen, dass sich in Deutschland mehr Menschen für Flüchtlinge alltäglich-praktisch engagieren, als AfD wählen. Die “Stimmung”, die uns in erster Linie durch veröffentlichte Meinungen auf Kanälen aller Art vermittelt wurde und wird, ist anders. Da weht der Wind von weit rechts. Auch die Mitte und die Linke arbeiten sich daran ab, statt zu tun, was ihre demokratische Aufgabe wäre: im demokratischen Wettbewerb eigene Themen zu setzen und zu bearbeiten – nur das verspräche Erfolg.
Die den Diskurs immer noch privilegiert beherrschenden öffentlichen und privaten Medien müssen sich hierzu selbst befragen. Weiterlesen

Taifune / keine Wohnung (II)

Von , am Samstag, 15. September 2018, in Lesebefehle, Politik.

Ich kenne von der Kennedybrücke Windböen von 60-80 km/h – lange werde ich die mit meinem Fahrrad nicht mehr schaffen. Bei 100 km/h lasse ich es einsichtig in Beuel stehen. Was die Philippinen jetzt erleben, die schon von einem mordlüsternen Präsidenten gequält sind, muss die Hölle sein: ihnen werden Böen von 350 km/h vorausgesagt. Ich weiss gar nicht, was dabei noch stehenbleiben kann, Menschen gewiss nicht. Die chinesische Küste soll als Nächstes dransein – ohne einen Katastrophenschutz von Weltklasseformat wäre da alles zuende ….
Die eigene Wohnung wird beim Gedanken daran gleich viel behaglicher. Doch immer weniger finden eine, die sie bezahlen können. Das “Zweite Buch” der SZ von heute handelt nur davon. Hier einer der Texte von Hannah Beitzer online. Bonn ist München in der Hinsicht – leider – sehr ähnlich, nur kleiner und provinzieller.

Putin-Opposition / Urheberrechtsnebel / Recht gegen Krieg

Von , am Mittwoch, 12. September 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Es gibt nicht wenige, die sich mehr Opposition gegen Putin wünschen. Ihnen sei geraten: Augen auf, hingucken! In Russland waren gerade Regionalwahlen. Sie haben nur wenige Russ*inn*en interessiert, und hierzulande noch weniger. Darum hier die Nachricht: (meist)gewählte Opposition gegen Putin sind die Kommunisten. Wer ist Ihnen also lieber? Wenn Sie, nur mal angenommen, Herr Seehofer sind, dann ergäbe sich hier eine Verwendungsmöglichkeit für den zu opfernden Herrn Maaßen (oder weiss der zuviel?): er könnte – je nach Opportunität und Zahlungskraft – entweder die russischen Kommunisten oder die Schirinowski-Nazis “beraten”, wie ers schon mit der AfD getan hat. Weiterlesen

Ein weiterer Sack voll Immobilien für Benko

Von , am Donnerstag, 6. September 2018, in Allgemein, Beuel & Umland, Politik.

Immobiliensammler Rene Benko – und was macht mann mit Immobilien am liebsten? – hat unter Federführung der baden-württembergischen Landesbank einen weiteren Sack voll City-Immobilien beschert bekommen. So berichtete es Michael Kläsgen/SZ und auch viele weitere Medien.
Meine Fragen: Weiterlesen

Kriegsverbrechen / Wohnen als Grundrecht

Von , am Mittwoch, 5. September 2018, in Lesebefehle, Politik.

Flroian Rötzer/telepolis macht auf die Doppelstandards unserer veröffentlichten Meinung aufmerksam: Kriegsverbrehen in Idlib werden schon beklagt, bevor sie begangen sind; Kriegsverbrechen im Jemen werden – höchstens – im nachhinein und politisch folgenlos zur Kenntnis genommen. Dass das so ist, hat nichts mit Guten und Bösen zu tun, sondern ausschliesslich mit Interessen.
Interessen sind es auch, die hierzulande Menschen quälen, z.B. solche, die eine Wohnung suchen und nicht unbegrenzt zahlungsfähig sind. Es mehren sich Vorschläge daran was zu ändern: hier Sebastian Gerhardt/oxiblog mit einem Plädoyer für öffentliches Bauen, und hier Architekt Christian Schnöningh im Interview mit Laura Weißmüller/SZ: “Es darf kein privates Eigentum mehr an Baugrund geben”.

#unteilbar und #aufstehen

Von , am Samstag, 1. September 2018, in Lesebefehle, Politik.

Extradienst-Gastautor und #aufstehen-Aktivist Ludger Volmer weist mich heute auf einen Text von Rainer Balcerowiak in Cicero hin. Von Balcerowiak habe ich ein kleines, sehr lesenswertes Büchlein übers Weintrinken. Er war langjähriger Mitarbeiter der Jungen Welt, wurde dort aber zum Dissidenten.
Daniel Bax/taz kann dagegen keine Sympathie für #aufstehen entwickeln, sieht darin eher einen Versuch, Linkes auf Rechts zu drehen, und parallele Tendenzen in der SPD.
Carolin Emcke geht auf diese Konkurrenzgefechte von Organisationen einerseits nicht ein, inhaltlich aber doch. Weiterlesen

Immobilienkapitalismus, irrer

Von , am Freitag, 31. August 2018, in Politik.

Bei jedem zweiten Gespräch im privaten Freundeskreis wird festgestellt, dass der Immobilienmarkt für die meisten Mittelschichtler*innen zu einer verschlossenen Auster geworden ist. Es ist so viel Kapital, so viel privater Reichtum in Umlauf, der die Preise aufbläst, dass sie für Menschen, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, nicht mehr bezahlbar sind.
Anderen geht es da besser, z.B. dem grössten inländischen Wohnungsunternehmen Vonovia (Vorgängernamen ohne Anspruch auf Vollständigkeit waren: Viterra, Deutsche Annington, Veba-Wohnen). Lesen Sie diesen – nicht kapitalismusfeindlichen – FAZ-Bericht und sprechen Sie die dort geschriebenen Zahlen laut und deutlich aus.
Es sind nicht nur die Mieter*innen und Wohnungssuchenden, die leiden. Die Bauern sind es auch. Weiterlesen

Drogenroute Ostafrika / Daten-Machtkampf in die Stadt?

Von , am Donnerstag, 30. August 2018, in Lesebefehle, Politik.

Ich habe es gestern nicht geschrieben, weil es nach Verschwörungstheorie ausgesehen hätte. Darum überrascht es mich nicht, wenn es jetzt andere tun. Alle möglichen Grossmächte tummeln sich militärisch im verwüsteten Afghanistan. Was tun sie dort? Ich weiss es nicht. Wir können aber sehen, was unten rauskommt: Heroin. Afghanistan ist quasi der Rohstoff-Monopolist auf dem Weltmarkt. Komisch, ne? Weiterlesen

Benko hat die Landesbanken in der Tasche

Von , am Dienstag, 28. August 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Gestern hatte Michael Kläsgen/SZ bereits die Nase vorn. Er war in den Nullerjahren Mitarbeiter der journalistisch ausgezeichneten NRW-Redaktion der SZ, die aus ausschliesslich betriebswirtschaftlichen Gründen von ihren schwäbischen Besitzern dichtgemacht wurde. Für mich war es zunächst Grund für ein Abo, wie dann auch für seine Abbestellung. Kläsgen war einer der Wenigen, die bei der SZ bleiben konnten und wollten.
Heute berichtet er darüber, dass die Gläubigerbanken des Kaufhofs es sind, die die Übergabe an Karstadt/Rene Benko erzwingen. Auffällig: zu den Gläubigerbanken gehören drei deutsche Landesbanken, Weiterlesen

GA-Qualitätsverlust – Auswirkungen der Übernahme durch RP?

Von , am Montag, 27. August 2018, in Beuel & Umland, Fußball, Medien, Politik.

Nein ich meine nicht die Arbeit der Lokalredaktion. Die reisst sich, wie ich von mehreren Mitarbeiter*inne*n und ver.di-Gewerkschaftern weiss, seit einigen Jahren unter verschärftem Arbeitsdruck den A…. auf. Wenn ihre Qualität einbricht, wäre es wohl um das Blatt geschehen. Es gibt andere Symptome.
Montags gibt es in keiner Tageszeitung ein wichtigeres Ressort als den Sport. Das macht beim GA mit einem Bericht des Kölnische-Rundschau-Redakteurs Martin Sauerborn über das Samstagabendspiel Borussia Mönchengladbach gegen die Betriebsmannschaft von Bayermonsanto auf. So weit, so angemessen. Bei Olivotti machte ich mir heute mittag zum Nachtisch die Mühe, den Bericht zu lesen (kein Link, online nicht gefunden, dort nur dpa-Meldung). Und der Eislöffel fiel mir aus der Hand. Weiterlesen

Fifa-Putsch, Dialog-Abbruch, Geldverbrennung und reaktionäre Diskurswende

Von , am Freitag, 24. August 2018, in Fußball, Medien.

Mit dem Aufregen habe ich schon aufgehört. Da das Fussballbusines aber immer mehr an gesellschaftlicher und politischer Relevanz gewinnt, müssen wir es wohl oder übel aufmerksam beobachten. Es gibt wichtige Hinweise und wir werden nicht dümmer dabei.
Es gibt Putschversuche in der Fifa. Ihr jetziger Präsident Gianni Infantino entwickelt sich zu einer Art Trump des Fussballs: abhängig von Strippenziehern im Hintergrund, die zu den reaktionärsten, noch feudalistisch organisierten Kreisen des globalen Grosskapitals zählen. Weiterlesen

Olaf & die Rente – Widerspruch an Ferdos Forudastan

Von , am Mittwoch, 22. August 2018, in Medien, Politik.

Die Innenpolitik-Chefin der SZ Ferdos Forudastan darf ich zu meinen Freundinnen zählen. In meinen Augen ist sie ein linksliberaler Edelstein in dem recht kontrastreichen Mosaik ihrer Redaktion. Gestern hat sie sich – in meinen Augen – mit der Kommentierung des Olaf-Scholz-Vorstosses zur Rentenpolitik komplett in ihrem liberalen Glauben an die überlegene Stärke des guten Arguments verrannt. Ich will dabei einen Verdacht hinzufügen: in unserem Persönlichkeitsbild von dem Politiker Olaf Scholz liegen wir vermutlich sehr viel weniger auseinander ;-)
Wie treffend Scholz’ Vorstoss war, wurde gestern bei den zahlreichen negativen Lobbyreaktionen auf ihn klar. Weiterlesen

Überspringen Sie diesen Text …

Von , am Freitag, 17. August 2018, in Lesebefehle, Politik.

… hier die schlechten Nachrichten

Jemen-Krieg

Von alleine hört der nicht auf. Öffentlich profiliert sich jedenfalls niemand damit, sich für ein Ende der verbrecherischen Kriegshandlungen einsetzen. Ich rufe die organisierte “Schleuserkriminaltität” dazu auf, Niederlassungen in Somalia zu gründen, und möglichst vielen Jemenit*inn*en das Leben zu retten. Eine Riesenmarktlücke, ansonsten tuts ja keiner. Lesen Sie hier Thomas Pany/telepolis und hier Sabine Kebir/Freitag.

Nordpol schmilzt

Wenn die Pole schmilzen, kann alles andere ganz schnell gehen, Weiterlesen

Amateurhafte Profis / Sammeln / Billigfliegen / Tatort

Von , am Montag, 6. August 2018, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Fussballbusiness so blamabel schlecht wie die herrschende Politik

Fussball kann Grosses leisten, in der Alltagspraxis, im Amateurbereich. Mein verstorbener Freund Mike Mennen hat das immer gepredigt, und hatte Recht damit. Endlich, nach einer blamabel schlechten Leistung bei der WM in Russland ist das deutsche Fussballbusiness zu schmerzhaften Diskussionen gezwungen. Thomas Kistner/SZ verteidigt die Amateure gegen die kritikresistenten, selbstrefentiellen Profis. Doch die Lage im Ehrenamt der Amateure ist, wie Ronny Blaschke/DLF berichtet, nicht weniger blamabel, als in der politischen Diskussion der deutschen Gesellschaft.

Küppi zur Sammlungsbewegung

Ultimativer Kommentar von ihm: Weiterlesen

Heimat – bedroht durch Heimatminister, nicht Özils …..

Von , am Mittwoch, 25. Juli 2018, in Fußball, Lesebefehle, Politik.

Michael Gabriel, Bundeskoordinator der deutschen Fanprojekte mit Sitz in Frankfurt, und persönlich gut bekannt mit unserem Gastautor Dieter Bott (und beide oft nicht einer Meinung), sprach heute mit dem DLF über die Rückwirkung der Özil-Debatte auf den Breitensport, die Fanszene und damit auf ihre gesellschaftliche Tiefenwirkung.
Thomas Kistner/SZ beleuchtet jetzt – endlich – auch die groteske politische Relevanz der Spielerberaterbranche. Weiterlesen

#metoo-Nachhilfeminuten / Trump-Gegner*innen / Chinafrica

Von , am Dienstag, 17. Juli 2018, in Lesebefehle, Politik.

Viele Männer sollen ja angeblich klagen, sie wüssten gar nicht mehr, “was noch erlaubt ist”. Ihnen wird heute wieder geholfen von Margarete Stokowski.
Svenja Flasspöhler hat im #metoo-Diskurs intelligent eine Marktlücke besetzt. Da besteht natürlich längerer Erklärungsbedarf, der praktischerweise gut als Promotion ihres Buches funktioniert. Ich meine das nicht lästerlich; das ist legitim. Der Inhalt ihrer Ausführungen dient der Debatte, und das ist gut.
Bettina Gaus hat einerseits zum Trump-Putin-Gipfel die Essenz schon geschrieben. Andererseits gehört zur Wirklichkeit auch das Treiben einiger Trump-Gegner*innen in den USA, Weiterlesen

Stromausfall – Sendepause

Von , am Montag, 2. Juli 2018, in Allgemein, Beuel & Umland, Lesebefehle.

Wegen Stromausfall in Beuel-Schwarzrheindorf, auch Edeka-Lange ist betroffen, das Beueler Zentrum jedoch nicht, ist von meiner Autorenseite heute Sendepause bis zum späten Abend – nach Ende des WM-Abendspiels.
Update mittags: Strom ist wieder da, die verlorene Zeit nicht. Edeka-Lange wieder im Normalbetrieb. Lesen Sie in der Zwischenzeit Claudio Catuogno/SZ mit sehr vernünftigen politischen Forderungen an den DFB. Er findet das “Fuck Racism!” der schwedischen Nationalmannschaft zu radikal – ich nicht.

insa bestätigt Forsas Erdbeben nicht – eigene Agenda

Von , am Dienstag, 19. Juni 2018, in Fußball, Medien, Politik.

Heute wurden von der sogenannten Zeitung Bild Sonntagsfragen-Daten des AfD-nahen insa-Instituts veröffentlicht. Sie bestätigen das von Forsa diagnostizierte Erdbeben nicht, weil hier – Überraschung! – die CDU-Verluste von der SPD, man glaubt es kaum, ausgeglichen werden. Aber eine andere rechte Agenda wird sichtbar.
Der Chef des Insa-Instituts ist ein Netzwerker im Zwischenraum von CDU/CSU und AfD. So, wie Manfred Güllner Strategien des rechten SPD-Flügels unterstützt, machen in diesem Fall seine Freunde bei der FAZ durchsichtig, auf was sie hinaus wollen. Weiterlesen

Das sollten Sie trotz WM nicht übersehen

Von , am Montag, 18. Juni 2018, in Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Geldwäsche in Immobilien

Die grüne Bundestagsabgeordnete Lisa Paus aus Berln hatte zu dem Thema einen schönen Erfolg in mehreren Medien. Bzw. hätte, wenn nicht WM wäre. Wer liest das? Hier der Bericht des Oxiblog mit weiteren Verlinkungen. Paus und Toni Hofreiter hatten zu dem Thema ausserdem einen Gastbeitrag im Berliner Lokalblatt Tagesspiegel.
Eine zentrale europäische Geldwaschmaschine ist unser schönes Nachbarland Österreich, wo auch der Besitzer des Bonner Viktoria-Karrees heimisch ist. Da war der BND wohl zu neugierig; wenigstens war seine Tätigkeit ausnahmsweise nicht gesetzwidrig, denn Österreich ist tatsächlich Ausland.

Framing von Rassismus und anderem Dreck

Die grossartige Elisabeth Wehling erklärte es noch mal im DLF für die Dümmsten der dummen Talkshowredakteur*inn*en, Weiterlesen

U17: Moukoko erschiesst Fussballkonzern

Von , am Montag, 18. Juni 2018, in Fußball.

Ich erwähnte ja schon, dass das EM-Finale der U17 von den Niederlanden und Italien ausgetragen wurde. Also denen, die die WM nur von Weitem sehen. Nun hat sich sowas Ähnliches im deutschen Fussball ereignet. Manche hoffen vielleicht, dass jetzt wg. der WM keine*r zugeguckt hat.
Der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum erlitt im Finale um die deutsche U17-Meistersschaft, das praktischerweise auf seinem Vereinsgelände ausgetragen wurde, eine 2:3-Niederlage. Dabei konnte er in der Schlussviertelstunde 11 gegen 9 spielen; half auch nichts.
Hier der neutrale Spielbericht der WAZ, hier der beeindruckte Spielbericht des Vereinsblatts des Konzerns, der Süddeutschen.