Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Tagesthemen

Wer stoppt die ARD?

Muss die TV-HaushaltsgebĂŒhr doch gesenkt werden? Anders verstehen die ARD-Intendanten vielleicht die Welt hier draussen nicht mehr. Sie sind schlicht schmerzfrei. Zwar gucken immer weniger zu, 11,3% bisher in diesem Jahr. Aber das Geld fliesst ja weiter. Krise? Virus? Demonstrationen? Nicht bei der ARD und ihren Programmdirektionen. Auch die Mitarbeiter*innen und ihre Vertretungen ruhen still. Jetzt bloss kein LĂ€rm! Nicht unnötig Aufmerksamkeit erregen. Es funktioniert doch. Uns gehts doch gut. Also schweigen und weitermachen, als wĂ€re gar nichts passiert. Und wĂŒrde es auch in Zukunft nicht …Weiterlesen…

Wo ist eigentlich das Parlament?

Seit Wochen werden Grundrechte eingeschrĂ€nkt, die Virologen ĂŒbertreffen sich gegenseitig mit spĂ€rlich wachsendem Wissen. Kein Zweifel – bis auf Kleinigkeiten und zum Teil grundrechtswidrige AuswĂŒchse haben die Bundesregierung und die Landesregierungen ganz vieles richtig gemacht. Sie verdienen Anerkennung und auch Nachsicht gegenĂŒber Fehlern. Der Förderalismus hat wesentlich dazu beigetragen, dass es keine diktatorischen einheitsstaatlichen EinschrĂ€nkungen gab.  Der Föderalismus hatte und hat eine Sternstunde – seine grĂ¶ĂŸte BewĂ€hrungsprobe seit Bestehen der Bundesrepublik. Dank den Alliierten und den MĂŒttern und VĂ€tern des Grundgesetzes! Aber wo sind die Volksvertretungen, die Parlamente, die der Diskussionsort der Strategie aus der Krise sein mĂŒssen, wenn wir doch eine Demokratie haben? Weiterlesen…

Sinkende Schiffe

Planet Erde / Nato, EU, Deutschland / Alte Medien, ARD
Wenn ich in meiner politischen Jugend etwas gehasst habe, dann waren es rechtskatholische Fundamentalisten und sich besonders klassenkĂ€mpferisch dĂŒnkende missionarische Linksradikale, die inhaltlich und persönlich sehr verschieden waren, aber eins einte: die deutsche Liebe zur Apokalypse. Thilo Sarrazin hat damit sehr, sehr viel Umsatz gemacht. Und an seinem GeschĂ€ftsmodell orientiert sich derzeit auch der US-amerikanische Bestsellerautor Jonathan Franzen. Wir werden alle sterben. Wer wollte das bezweifeln. Die Erde wird untergehen. Auch das dĂŒrfte astronomisch – und nicht nur astrologisch – geklĂ€rt sein. Franzens Botschaft,Weiterlesen…

Ösi-Faschos machen Wolf zum Symbol

Gemeint ist Armin Wolf. Im Hauptberuf Moderator von ZiB2, das ist die österreichische ORF-Version der Tagesthemen. WĂ€hrend unsere deutschen Tagesthemen so glattgebĂŒgelt sind, dass mich immer öfter Sehnsucht nach Hajo Friedrichs, Ulrich Wickert und Anne Will – sie war hier vielleicht schlechterverdienend als heute als ihre eigene Produzentin, aber journalistisch viel stĂ€rker! – ĂŒberkommt, haben die Österreicher*innen diesen Wolf. Er kam bereits u.a. hier und hier im Extradienst vor. Und auch in Deutschland ist er zu sehenWeiterlesen…

Ein Horst in Duisburg

WĂ€hrend die OBs von Bonn, Köln und DĂŒsseldorf das Sommerloch mit einer fortschrittlichen Initiative fĂŒllten, will ihr nördlicher Nachbar aus Duisburg mit dem Gegenteil bundesweit zur Kenntnis genommen werden. Und das immerhin gelingt ihm. Nicht nur Horst Seehofer kann auf der AfD-Agenda surfen und seine eigene Partei ruinieren. Das lĂ€sst manche rechte Sozialdemokraten nicht ruhen, die im Parteizerstören immer noch sich selbst als Original sehen und das als Alleinstellungsmerkmal verteidigen wollen.Weiterlesen…

Das Tagesthemen-LehrstĂŒck zur Russlandpolitik

Und warum die meisten politische Prozesse nicht (mehr) verstehen (wollen)

Moderator/Interviewer Ingo Zamperoni und Kommentator Georg Restle sind keine reaktionĂ€re Rechte, sondern liberale Linke. Sie haben heute schön demonstriert, wie viel schiefgeht in der politischen Kommunikation. Restle hat in seinem abschliessenden Kommentar gut begrĂŒndet, warum Russlands PrĂ€sidenten Putin “nicht zu trauen ist”. Da war kaum eine Stelle, an der ihm zu widersprechen wĂ€re. Schier zu verzweifeln schien Restle an der Mehrheitsmeinung der Bevölkerung zur Russlandpolitik, die er mglw. schon fĂŒr von der AfD und Putin inspiriert glaubt. Irrtum, fetter! Denn was bedeutet Restles Sicht fĂŒr die praktische Politik heute?
Exakt diese Frage wurde zuvor von GĂŒnter Verheugen, Mitverfasser des Textes “Dialog statt Eskalation” beantwortet.Weiterlesen…

Bedingungslose Kapitulation des ARD-Journalismus

In den Lesestatistiken dieses Blogs lassen sich die politischen Themen, die die Menschen bewegen, prÀzise ablesen. Monatsspitzen waren rund um die Wahltermine Mai 17/NRW-Landtagswahl, September 17/Bundestagswahl. Tagesrekord war der Montag nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen.

Die ARD dagegen hat viel Geld fĂŒr Fussball investiert, und muss das Zeug versenden. Es handelt sich aktuell um ein DFB-Pokal-Viertelfinale, also eine Runde der letzten acht Mannschaften. Da muss die Neubildung einer Regierungskoalition ein halbes Jahr nach der Wahl halt mal zurĂŒckstehen. Die ARD-Hierarchen werden mit den Einschaltquoten wedeln, und “Siehste!” rufen. Der Schaden, den sie ihrem eigenen Ansehen und dem ihrer zahlreichen gutbezahlten journalistischen Mitarbeiter*inne*n zufĂŒgen, ist dennoch um einiges gewichtiger.Weiterlesen…

WDR-Programmreform: Zynismus

Ich dachte, ich hĂ€tte das Thema schon zuende kommentiert. Mein persönliches Interesse ist nur noch gering. Ich höre kaum noch WDR, (der Vergleich dieser ĂŒberarbeiteten InternetprĂ€senz mit der „Bild“ genannten sogenannten Zeitung ist wahrlich nicht ĂŒbertrieben) bevorzuge den Deutschlandfunk. Schaue kaum WDR-TV, Mitternachtsspitzen, Sport inside (wieder in eine mehrmonatige Pause geschickt, zuviel Journalismus), Zeigler, fertig. Ganz selten mal: Die Story, deren Themen nur noch selten politisch brisant sind, und bei der ich MĂŒhe habe, den hĂ€ufigen Sendeplatzwechseln zu folgen. Nun lese ich bei Stefan Niggemeier und höre bei mediasres/DLF, dass das grosse WDR-Haus wieder von Unruhe erfasst ist. Wie so oft ĂŒber die eigene FĂŒhrung, diesmal ganz oben.

Wie konnte es dazu kommen? Buhrow war doch mal ein politisch anstĂ€ndig denkender Kerl.Weiterlesen…

Mit einer guten Sache gemein machen – Medienkritik vs. asoziale Medien

von Christian NĂŒrnberger / Otto-Brenner-Stiftung
Keynote zur medienpolitischen Tagung / Verleihung des Otto-Brenner-Preises am 21.11. in Berlin

1 Von der Informations- zur Desinformationsgesellschaft

Zwischen 2014 und 2016 ist auf die deutschen Medien die heftigste Medienkritik niedergeprasselt, die es je gegeben hat. Dann aber wurde der Fakenews-Produzent Donald Trump US-PrĂ€sident, und gleichzeitig begann sich herumzusprechen, dass die grĂ¶ĂŸten Desinformations-Schleudern nicht die Mainstream-Medien sind, sondern die tausend Plapper-Foren in den sozialen Medien und die Propaganda-und Fakenews-Fabriken in Russland. Retten wird das die Medien trotzdem nicht, denn

2 Das Raumschiff Erde gleitet gerade von der Guten- in die Zuckerberg-Galaxis

Und gerade dort, in der Zuckerberggalaxis, verhungern die Medien. Der Geldstrom, der einst aus der Werbung in die Zeitung und das Privatfernsehen floss, fließt jetzt zu den vier großen Big-Data-Konzernen, vor allem zu Facebook und Google.

3 Kommt ein Narrenschiff gefahren …

Die solchermaßen in ihrer Existenz bedrohten Verlage haben darauf zuerst zu spĂ€t, anschließend falsch reagiert, und sind dann auch noch von einem Narrenschiff gerammt worden. Auf dem Schiff tummelte sich das zu Verschwörungstheorien neigende, an Fakenews und alternative Fakten glaubende Aluhut- und Pegidavolk und rief LĂŒgenpresse und Haut die Presse auf die Fresse.

Rund zwei Jahre lang wurde von diesem Schiff aus auf die Presse geschossen wie noch nie. Aber nur dank des Echoraums der mittlerweile erfundenen sozialen Medien konnte die LĂŒgenpresse-LĂŒge eine so hohe Aufmerksamkeit erzielen, dass die beschimpften Journalisten zuletzt selber glaubten und schrieben, dass ihnen niemand mehr glaube.Weiterlesen…

Panikmache regiert das Land

Gestern Abend ist in Berlin ein Sattelzug in einen Weihnachtsmarkt gefahren und hat nach bisherigen Erkenntnissen zwölf Menschen getötet und achtundvierzig verletzt. Das ist schlimm, wenn dies absichtlich geschehen ist, noch schlimmer. Das MitgefĂŒhl mit den Opfern und ihren Angehörigen sowie die hoffentlich baldige Genesung der Verletzten sind das Wichtigste. Dies wĂ€re die richtige Reaktion, wenn wir nur im mindesten ernst nĂ€hmen, was die Weihnachtsbotschaft des christlichen Glaubens meint. Barmherzigkeit und Mitleid mit den Opfern und ja, auch mit dem TĂ€ter, egal wer er ist. Denn wie fehlgeleitet, wie irrsinnig und weit weg von jeder Menschlichkeit muss ein Mensch gekommen sein, der so etwas – möglicherweise, wir wissen es immer noch nicht – mit Absicht getan hat? Warum schreibe gerade ich als Atheist so etwas? Weil ich trotzdem glaube, dass ein Weg der inneren StĂ€rke und Sicherheit von uns allen, nur ĂŒber Mitleid und Barmherzigkeit erlangt werden kann und nicht ĂŒber Hass und Gewalt. Der Gedanke kam mir, als ich heute Morgen das “Handelsblatt Morning Briefing” las, in dem Herausgeber Steingart von “Zivilisationsfinsternis” und einer “weltweiten Serie des Unheils” schrieb und die Frage stellte, “ab dem wievielten Anschlag der Krieg” beginnt?

Als vor einigen Jahren in Köln ein Raser auf dem Ring in eine Menschenmenge fuhr und ich weiß es nicht mehr genau, ich glaube, fĂŒnf Menschen tötete, darunter den Sohn den OberbĂŒrgermeisters Schramma, war das eine furchtbare Tat. Aber niemand kam deshalb auf die Idee,Weiterlesen…

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