Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Tatort (Seite 1 von 3)

FlÀchendeckender Kulturwandel

#metoo wĂ€lzt die Gesellschaft um – zum Guten
Ob es eine gute Idee der WDR-Programmdirektion war, die Schimanski-Tatort-Wiederholungen auf Mitternacht zu verschieben, kann angezweifelt werden. Die gestrige Folge “Kielwasser” hatte mit 8,6% immer noch einen höheren Marktanteil, als das Hauptabendprogramm des WDR-TV (rund 7%). Schimmi werden jĂŒngere Tatortwiederholungen vorgeschaltet, weil die Yuppies in den WDR-BĂŒros glauben, bei Schimmi funktionierten die heutigen “Sehgewohnheiten” nicht mehr. So sah ich gestern beilĂ€ufig einen Köln-Tatort von 1997. Der hatte – zufĂ€llig – eine mehrfache besondere Bedeutung.Weiterlesen…

Mediathek-Perlen & Quotenanbeter

DĂ€nische Miniserie und Musik-TV / WDR – der Umfaller-Sender
mit Update
“Killing Mike” wurde u.a. von FAZ und taz besprochen. Ich habe nachts mal linear reingesehen. Bei mir wurde eine Erinnerung an “Fargo” wachgerufen, das mir den Trump-Wahlsieg 2016 ungewollt verstĂ€ndlicher machte, durch alle Ritzen triefte der US-amerikanische Exzeptionalismus. Letzteres kennen die die DĂ€n*inn*en meines Wissens so nicht, sind in vielem aber nicht weniger konservativ,Weiterlesen…

Kollateralnutzen

Der WDR lĂ€sst “Schimmi” (Götz George) wiederauferstehen
FĂŒr das Branding des Senders, auch in meinem Hirn, ist es sicher kein Vorteil. Dem WDR fĂ€llt schon lange nichts mehr ein – ein Allgemeinwissen in der Medienbranche, das – den wievielten? – Geburtstag feiert, könnte schon volljĂ€hrig sein, nee “Mord mit Aussicht” kam noch (2007-2014). Diese Last, die uns via Haushaltsabgabe auf der Tasche liegt, wirft, zumindest fĂŒr die Alten unter uns, und der WDR ist ja ein bewĂ€hrter Altersheimsender, nun einen Kollateralnutzen ab: die Schimanski-Tatorte werden nicht nur komplett wiederholt, sondern – noch besser – danach drei Monate in der Mediathek vorgehalten.Weiterlesen…

Weltverbesserung

“Wir kennen unsere Bauern” las ich eben im Prospekt eines Genossenschaftskonzerns, der noch um einiges grösser und fetter als der Corona-SĂŒnder Westfleisch (Umsatz 2017: 2,75 Mrd.) ist: Edeka (Umsatz 2019: 55,7 Mrd.). Als PreisdrĂŒcker und Grossmacht des Lebensmitteleinzelhandels sind sie selbst TĂ€ter, nicht Opfer, des deutschen Fleischsystems. Nun mag es sein, dass der eine oder andere Edeka-Betreiber individuell anderer Gesinnung ist, das kommt in den “besten Familien” vor. Das Ă€ndert meistens leider nichts am verbrecherischen Charakter des Systems.
Wie komm ich drauf? Ich möchte eine weitere Programminnovation des Deutschlandfunks,Weiterlesen…

Die falsche Wahl

“Gesundheit oder Freiheit?”
Wer so fragt, hat jedenfalls Freiheit nicht im Sinn. Er legt vielmehr offen, worauf er hinaus will. Das macht Yuval Noah Harari in der NZZ deutlich. Er verfĂŒgt ĂŒber intime Sachkenntnis des Ausnahmezustandes – in Israel gibt es nichts Anderes. Seine Abhandlung behandelt erfreulicherweise einen grösseren Horizont. Harari hat ein weit grösseres Blickfeld als die hiesigen “Alphajournalisten”Weiterlesen…

Dortmund, die Fussballhauptstadt

Ich glaube nicht, dass der BVB morgen Meister wird. Ich glaube auch nicht, dass meine Borussia ihn daran hindern wird. Raffael kann nicht, Johnson kann nicht, Neuhaus ist gesperrt. Die RĂŒckrunde war eines Abstiegskandidaten wĂŒrdig. Dann kann sich der BVB nur selbst ein Bein stellen. Durchaus möglich. Wenn nicht, hĂ€ngt es von Eintracht Frankfurt ab; und wer sich auf die verlĂ€sst, ist verlassen.
UnabhĂ€ngig davon ist Dortmund die Fussballhauptstadt Deutschlands. Als Beleg wĂŒrde die SĂŒdtribĂŒne des Westfalenstadions schon ausreichen. Doch ich habe hier noch ein paar weitere Belege.Weiterlesen…

Gucken: “Undercover”/ZDFneo

Das belgische TV- Wunder
Deutschland ist von “TV-Wundern” umgeben. DĂ€nische Serien ĂŒber Politik und KriminalitĂ€t sind dem “Tatort” ĂŒberlegen, schwedische schon lange. Von den Briten mĂŒssen wir gar nicht reden. Frankreich hat eine Filmkultur, um das Deutsche es immer noch beneiden mĂŒssen. Österreich ist im LĂ€stern, und Schwarzmalen seiner selbst, ĂŒberlegen. Die Schweiz hatte DĂŒrrenmatt und von ihm nicht wenig gelernt. Und sogar das gerne ĂŒbersehene Belgien.
Was mich betrifft, ziehe ich den Hut vor ZDFneo,Weiterlesen…

Wie viele “Relotiusse” sind es noch?

Von Anfang an war mir die Medienbearbeitung des mir unbekannten fakenden Spiegel-Starschreibers nicht geheuer. Ein junger, gutaussehender, karrieregeiler Kerl, in jeder Hinsicht geeignet die Branche in ihrem Jetztzustand zu reprÀsentieren, wurde symbolisch an die Laterne gehÀngt. TatsÀchlich erfolgte ein umfangreiches Revirement in der Spiegel-Chefetage. Und nun?
Geht die Show weiter, als wĂ€re nichts gewesen.Weiterlesen…

Klischees machen doof

Ein aufschlussreicher Hinweis von Friedrich KĂŒppersbusch
Ich bin Stammleser von KĂŒppis Montagskolumne in der taz. Im Hauptberuf ist der Mann TV-Produzent. Er ist wie mein Grossvater, der schuld an meiner Fussball-Macke ist, RW-Essen-Fan, gibt sich aber öffentlich als BVB-Fan aus (naja, RWE, Meister von 1955, ist 4. Liga, tragisch). Heute gab er einen Hinweis, dem ich wegen meiner Macke nachgegangen bin, und siehe da: da ist wieder die Frage, fĂŒr wie doof “sie” bei der ARD uns eigentlich halten.Weiterlesen…

Marxismusschule FAZ? / Jemen / Frauenhandel / Tatort

Ich gestehe, ich habe es bald mit offenem Mund gelesen. In der FAZ doziert USA-Korrespondentin Frauke Steffens gegen die vulgĂ€rmarxistische Sichtweise von “Haupt-” und “NebenwidersprĂŒchen”. Und am Ende der LektĂŒre stimme ich ihr vollstĂ€ndig zu. Ob bei der Linkspartei noch jemand die FAZ liest? In Hauptstadtberlin hat ja niemand mehr Zeit, ĂŒberhaupt noch was zu lesen.
Kleine Meldung in der SZ, spektakulĂ€rer Fortschritt, der viele Menschenleben retten kann:Weiterlesen…

Kasumba-PortrÀt / Berlin, DDR / Pokatzky&GrÀsslin

Jenni Zylka ist eine Schreib-, Ess- und Trinkfreundin von Vincent Klink und Wiglaf Droste. Im Freitag gelang ihr ein gutes PortrÀt der Neu-Berliner Ruhrpott-Pflanze mit Essener Migrationshintergrund Florence Kasumba.
Es gab, und gibt es im symbolischen Denken immer noch, ein Berlin, das die ökonomisch und politisch Herrschenden unserer Republik gerne ausradieren möchten:Weiterlesen…

Northstream2 / Nigeria / Venezuela / Tatort

Zum ersten Mal las ich heute substanzielle Argumente gegen das Northstream2-Projekt. Sie betreffen jedoch nicht deutsche Interessen, sondern russische. Was Ute Weinmann/Jungle World schreibt, wird als öffentliches Thema die Putin-Administration nicht amĂŒsieren. Im Kern ist ihre These, dass unter ihrem Deckmantel die AusplĂŒnderung des Staates, in diesem Fall des Staatskonzerns Gazprom, durch (regimetreue) Oligarchen fortgesetzt wird, wie zu “besten” Jelzin-Zeiten.
Von hiesiger Öffentlichkeit unbemerkt ist im bevölkerungsreichsten Land Afrikas, Nigeria,Weiterlesen…

Dortmunds OB adelt Tatort

Mit Update
Endlich. Wenn ein Lokalkrimi keinen mehr aufregt, ist es um ihn geschehen, jedenfalls wenn es sich um einen ARD-Tatort handelt. Schimanski wĂ€re ohne den standesgemĂ€ssen Protest der damaligen Kommunalpolitiker*innen in Duisburg nie so bekannt, berĂŒhmt, beliebt geworden, wie er es war. Nun hat es endlich auch “Faber” in Dortmund geschafft. OB Sierau (SPD) beschwerte sich bei WDR-Intendant Tom Buhrow.Weiterlesen…

Tatort-Bundesliga

Weiter unten: Verteidigung des “Schönen Leo”
Der Dortmunder Tatort von gestern polarisiert die Kritik. Das ist schon mal ein exzellentes Erfolgsfundament. Über 9 Mio. sollen zugeguckt haben. Das ist nicht wenig, dĂŒrfte aber stark von den Aussentemperaturen beeinflusst gewesen sein. Einig ist sich die Kritik nur im Lob der Schauspieler*innen*kunst. Wenn das Ensemble neben einer Weltklasse-Lady wie Bibiana Beglau (ich erinnere an “Barbarossaplatz”!) so mĂŒhelos mithalten kann, Weiterlesen…

Statt “Parfum” – manieristischer Quark

Boah ey, dafĂŒr habe ich keine Zeit mehr. “Manieristisch” heisst laut Wikipedia: “als Stilbegriff benutzt und bezeichnet dann abwertend eine Handlung, Haltung oder Sprechweise, die als gekĂŒnstelt, geziert („manieriert“), pathetisch oder schwĂŒlstig empfunden wird.” Exakt! Das ZDF habe ich schon mehrmals gelobt: kĂŒrzere Entscheidungswege als in der ARD, mehr Mut zu Experiment und Innovation, auch mal mit Anstössigem, Schwierigem, Sperrigem. Seit Jahrzehnten geniesse ich den Krimisendeplatz sonntags um 22 h als bessere Variation des allzu schematischen ARD-Tatorts und Alternative zum gleichzeitigen ARD-Talkshow-Trash. Auf ZDFneo haben sie eine SpielflĂ€che, auf der sie noch mehr ausprobieren können, mit manchen Perlen darunter.
“Parfum” gehört nicht dazu.Weiterlesen…

Das gibt es: guter deutscher TV-Krimi

Vielleicht haben Sie ihn ja gesehen. Es sollen weit ĂŒber 6 Mio. gewesen sein, bleiben ĂŒber 75 Mio., die ihn nicht gesehen haben. Die Reihe heisst “Nachtschicht” lĂ€uft im ZDF, und beherrscht einen einfachen Trick: jedes Jahr nur ein Film, vom gleichen Regisseur (= Erfinder) Lars Becker. Das ZDF quetscht das Format offenbar nicht aus, wie die ARD ihre Tatort-Zitrone oder ihr letztes selbstproduziertes Erfolgsformat “Mord mit Aussicht”. Das musste beendet werden,Weiterlesen…

Allergie gegen Gegenwart

„Babylon Berlin“ – ein teures Symptom
Die Gazetten waren seit Jahren voll davon, die Produzent*inn*en konnten vor Angeberei, wieviele Millionen sie dafĂŒr zusammengekratzt hatten, kaum laufen. Ich hatte noch keine Sekunde davon gesehen, weil ich Pay-TV-abstinent und mit einer Rupert-Murdoch-Allergie ausgestattet bin. Gestern sah ich mit der Mehrheit der Zuschauer*innen erstmals was von “Babylon Berlin”. Mir war ja schon klar, dass die Voraus-Angeberei durch das tatsĂ€chliche Produkt kaum gedeckt werden kann. Darum war meine EnttĂ€uschung gering.Weiterlesen…

Kasumba / Gottschlich

Florence Kasumba aus Essen ist ein Weltstar. Aber was ist das fĂŒr ein Kinkerlitzchen gegen eine Hauptrolle im “Tatort”? Kleiner Scherz. Die Dame ist nicht nur begehrte Schauspielerin, sondern hat auch einen guten Radar und nicht wenig Grips im Kopf, wie sie hier im taz-Interview nachweist.
JĂŒrgen Gottschlich aus Herne ist einer der wenigen taz-MitgrĂŒnder, die von Anfang an ernstzunehmen waren. Nun ist er schon sehr lange TĂŒrkei-Korrespondent. In dieser Eigenschaft berichtet er heute ĂŒber all seine und seiner Berufskolleg*inn*en IrrtĂŒmer. Solche selbstkritische IchstĂ€rke zeigen nur die Wenigsten. Bei der LektĂŒre keimte in mir der Verdacht, dass Herr Erdogan bei der Planung seines jetzigen Deutschlandbesuchs schon gewusst haben muss, wie die Uefa in wenigen Stunden ĂŒber die EM 2024 abstimmt.

Ein Horst in Duisburg

WĂ€hrend die OBs von Bonn, Köln und DĂŒsseldorf das Sommerloch mit einer fortschrittlichen Initiative fĂŒllten, will ihr nördlicher Nachbar aus Duisburg mit dem Gegenteil bundesweit zur Kenntnis genommen werden. Und das immerhin gelingt ihm. Nicht nur Horst Seehofer kann auf der AfD-Agenda surfen und seine eigene Partei ruinieren. Das lĂ€sst manche rechte Sozialdemokraten nicht ruhen, die im Parteizerstören immer noch sich selbst als Original sehen und das als Alleinstellungsmerkmal verteidigen wollen.Weiterlesen…

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