Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Thomas Bach

Gnadenlose Profitgier unter Corona

Das, was Kritiker*innen des Fußball-Konzeptes im FrĂŒhsommer befĂŒrchtet haben, ist eingetroffen. Die Corona-Zahlen steigen exorbitant, die Intensivbetten und TestkapazitĂ€ten sind am Limit. Es ist klar, dass mögliche Impfstoffe, sollten sie denn wirklich zugelassen sein, fĂŒr zwei Jahre knapp sind und erst Pflegepersonal, HochgefĂ€hrdete und Alte geimpft werden sollten – möglichst ĂŒberall, nicht nur in reichen LĂ€ndern. Da stellt sich Thomas Bach, IOC-PrĂ€sident in Japan vor die Presse und verkĂŒndet die Olympischen Spiele in Japan fĂŒr 2021.Weiterlesen…

Olympia – Totaler Wirklichkeitsverlust (II)

Die weltweite Corona-Krise breitet sich rasend aus. Kein Heilmittel, keine Impfung, allein die Verzögerungsstrategien, wie sie in China und Ostasien erfolgreich waren, und ihre demokratisch gezĂ€hmten Ableger in Europa versprechen gewisse Erfolge bei der EindĂ€mmung des Virus. Ob die Bundesliga ab Mai zuende spielen kann – in Geisterspielen – ist offen, internationale Wettbewerbe sowieso, und selbst die Formel 1 zweifelt daran, ab Mai ihre Boliden und vergleichsweise ĂŒberschaubaren Teams zumindest nur im Fernsehen loslassen zu können.  Unbeirrbar und bar jeder Wirklichkeitsverarbeitung halten IOC-PrĂ€sident Thomas Bach und Japans Premier Shinzo Abe an einer DurchfĂŒhrung der Olympischen Spiele im Juli fest. Weiterlesen…

Der DFB ist einsturzgefÀhrdet wie die CSU

Der nÀchste Grossangriff der Grossvereine hat begonnen

Der Verband der “Amateure” (Zitat LippstĂ€dter RotbĂ€ckchen Rummenigge) ist nicht mehr weit vom Exitus entfernt. Die unmotivierte VertragsverlĂ€ngerung von Bundestrainer Löw vor der WM kann sehr teuer werden. Im September gibt es keine neuen Freundschaftsspiele, sondern Pflichtspiele in der bisher vielbelĂ€chelten “Nations-League“. Deutschland wurde in eine Dreiergruppe mit Weltmeister Frankreich und den rehabilitationsdurstigen Niederlande gelost. Wenn das schiefgeht, ist es um Löws Amt geschehen.
Der DFB erwartet darĂŒber hinaus bös teure Steuernachzahlungen im Rahmen der ausstehenden AufklĂ€rung der KorruptionsverhĂ€ltnisse beim Erwerb der WM 2006 in Deutschland.Weiterlesen…

Die Niederwerfung Brasiliens

Die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und SĂŒdafrika wurden von nicht wenigen als mögliche Machtalternative zum neoliberal dominierten kapitalistischen Block von USA und EU gehalten. Russland, Indien und China könnten das tatsĂ€chlich werden, wenn sie Wege zu strategischer Zusammenarbeit finden. SĂŒdafrika ist schon ein dramatischer Krisen-Sonderfall. Brasilien dagegen scheint aus dieser Konfiguration nicht nur politisch herausgeschnitten, sondern vor allem ökonomisch konsequent zerstört zu werden.

Viel gibt es an der sozialdemokratischen Periode der Lula– und Rousseff-Regierungen zu kritisieren, von ökologischen Verbrechen bis zur Ausweitung der Korruption. Was jedoch bereits beim Sturz Rousseffs begann und jetzt seine Fortsetzung mit der durch und durch kriminellen Temer-Regierung seine Fortsetzung findet, sprengt alle Vorstellungen. Die herrschende Klasse Brasiliens ist von allen Hemmungen verlassen, fĂŒhrt einen erbarmungslosen Vernichtungs-Klassenkampf von oben, weidet Ökonomie, Ökologie und soziale Infrastruktur des Landes im wörtlichen Sinn bis aufs Blut aus, und verzieht sich dann, wenn nur noch verbrannte Erde da ist, an irgendeinen anderen Ort der Globalisierung. Von internationalen Strukturen, wie z.B. dem Internationalen Olympischen Komitee angefĂŒhrt vom deutschen FDP-Mitglied Thomas Bach wird sie dabei noch angefeuert, und mann saugt dem Land die letzten Blutstropfen gemeinschaftlich aus.

Es sieht alles aus wie nach einem Überfall mit anschliessender Brandschatzung. Das zeigte gestern ein Film des ARD-Studios Rio fĂŒr den Sender Phönix in wĂŒnschenswerter Deutlichkeit. Das brasilianische Volk wird sich selbst aus diesem Sumpf des Elends ziehen mĂŒssen, von “uns” ist kaum Hilfe und SolidaritĂ€t zu erwarten.

Geiseln von Profit und Terrorkampf

Beim Dortmunder Anschlag vom vergangenen Dienstag wurden die Spieler der Borussia, Menschen die sonst stĂ€ndig unter Beobachtung der Öffentlichkeit stehen, zu ganz gewöhnlichen Opfern eines Terroranschlags mit allen damit verbundenen Folgen. Schon von WohnungseinbrĂŒchen wissen wir, dass die Opfer oft monatelang traumatisiert sind. Bei Terrorangriffen lösen Explosionsknall, Ausnahmesituation und die Erkenntnis ĂŒber die Folgen – auch nicht eingetretene – bei den unmittelbar Betroffenen wie auch bei Zeugen ein Trauma aus. Deshalb werden die Opfer nachhaltig psychologisch betreut, um ihnen zu ermöglichen, das Ereignis zu verkraften. Werden solche Erlebnisse verdrĂ€ngt, kann es zu langfristigen psychischen Irritationen oder Störungen kommen. Schlaflosigkeit, AlptrĂ€ume, einem Burn-Out Ă€hnliche Symptome und letztich ArbeitsunfĂ€higkeit sind möglich. Wichtig sind GesprĂ€che, gemeinsame Aufarbeitung, psychologischer Rat in einem geschĂŒtzten Raum ohne Druck. Ohne Druck bedeutet auch, selbst entscheiden zu können, wann man an den Ort des erlittenen Anschlags zurĂŒckkehren möchte. Auch seelsorgerische Betreuung kann fĂŒr manche Betroffenen eine wichtige Hilfe sein. FĂŒr nichts davon wurde den Spielern von Borussia Dortmund genĂŒgend Zeit gelassen.

Berichte von Spielern, dass ihnen erst bei der Heimkehr zu ihrer Familie klar wurde,Weiterlesen…

LĂ€uft nicht: Trojanows Fussballboykott

Ilija Trojanow schĂ€tze ich als allseits gebildeten kosmopolitisch orientierten kritischen Autor. Persönlich mit ihm bekannt bin ich bisher nicht. Erst heute stiess ich auf seine Aufforderung zum Fussballboykott. Man kann es mit der Fastenzeit auch ĂŒbertreiben. Bei einem billigen “unrealistisch” will ich es aber nicht belassen.

Warum das Großkapital so auf den Fussball fliegt, hat Trojanow richtig beschrieben, ich habe es hier auch schon mehrmals getan. Die in diesem Business erzielbaren Renditen ĂŒbertreffen noch die von Immobilien. Sie können aber auch eines Tages platzen. Die Pay-TV-Abozahlen bei den VerrĂŒcktesten, den Briten, gehen schon zurĂŒck; leere PlĂ€tze in den Stadien sind angesichts ihrer diesjĂ€hrigen Langeweile auch in der Bundesliga gut und reichlich zu erkennen. Auch mir sind schon mehrmals Leihkarten von Dauerkarteninhabern meines Lieblingsvereins, mit dem jeder Fan lĂ€nger zusammenlebt als mit irgendeinem Menschen, angeboten worden, und die AbwĂ€gung von Reiseaufwand und Ergebnis ist nicht immer fĂŒr einen Stadionbesuch ausgefallen.

Auch fĂ€llt es mir nicht schwer, auf ein ĂŒberteuertes Pay-TV-Abo zu verzichten, zumal man dort fĂŒr teures Geld unterirdischen Journalismus und zusĂ€tzliche TV-Werbung reingedrĂŒckt bekommt. Sie werden es wohl nie lernen,Weiterlesen…

NRW-Rohrkrepierer Olympia – es ist ein Elend

Aus Schaden wird man klug? Unser Bundesland Nordrhein-Westfalen macht es sich zum Markenzeichen, diese Lebensweisheit zu widerlegen. Nur die Älteren werden sich erinnern: 2003 erlaubten wir uns die Peinlichkeit, eine Olympiabewerbung zu starten, fĂŒr das Ruhrgebiet, das – Gipfel aller Peinlichkeiten – aber das benachbarte und in der Ruhrgebietsbevölkerung wegen seiner Schnöseligkeit genauso wie in Köln verachtete DĂŒsseldorf vorschickte, um dann aber direkt in der nationalen Vorausscheidung gegen Leipzsch zu scheitern. International war es sowieso alles komplett aussichtslos. Kapuddeneu.
Ex-Westerwelle-Gatte Mronz traf seinen FDP-Parteifreund Thomas Bach, im Hauptberuf Obermafioso des IOC bei seinem Aachener Reitturnier, erntete ein gnĂ€diges Kopfnicken, und setzt den Floh nun der desolaten landespolitischen Szene, die ja sonst fĂŒr nichts irgendeine Idee hat, ins Ohr.

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Rassistische Arroganz: kein Free-TV vom Africa-Cup

Beim Africa-Cup gibt es oft schlechte Spiele. Bei der letzten EM gab es das auch. Bei den WMs sowieso. Der Africa-Cup wird in einem diktatorisch regierten Land ausgetragen. Ach so. Die nĂ€chsten WMs, die TV-Rechte sind lĂ€ngst “gesichert” worden, finden dagegen in den Musterdemokratien Russland und Katar statt.
Diese “Argumente” sind vorgeschoben. Das ökonomische KalkĂŒl ist, dass die rassistischen Deutschen sich fĂŒr billige, fussballspielende Negerkinder zu wenig interessieren. Der frĂŒher sendende TV-Kanal Eurosport hat die Rechte sogar fĂŒr andere europĂ€ische LĂ€nder erworben, fĂŒr den großen deutschen Markt aber diesmal nicht. Die neuen US-Besitzer dieses Senders haben vor kurzem die TV-Rechte fĂŒr Olympia fĂŒr 1,3 Mrd. gekauft, zur Freude des deutschen Wirtschaftsanwalts Thomas Bach, und jetzt kauft sie ihnen in Deutschland – bisher – keiner ab. Sie mĂŒssen also sparen, und sind verunsichert, was diesen Teilmarkt betrifft. Da sparen wir als erstes Mal risikolos bei den Negern.
In Deutschland wird den Internet-Livestream vom Africa-Cup ein Wettanbieter, den ich hier nicht verlinke, senden, der dafĂŒr eine Login verlangt, also Daten sammeln will. Negerfussball wollen also nur SuchtabhĂ€ngige gucken, bzw. wer das sehen will, könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wettsĂŒchtig werden. Keine menschliche Logik, aber Algorithmen kriegen das hin.
So verpassen wir hier also die Zukunft des Fussballs. Denn woher kommen die preisgĂŒnstigsten Talente? Die Spielerberaterkonzerne sitzen in Gabun alle auf der TribĂŒne.

Die Reichen “mĂŒssen” immer mehr in Immobilien

Wer nimmt uns die Wohnungen weg? Vor allem die bezahlbaren? FlĂŒchtlinge sind es jedenfalls nicht. Die Superreichen nehmen uns die Wohnungen weg. Und die Politik, die sie gewĂ€hren lĂ€sst. Dann lĂ€uft es so, wie es hier in dankenswerter Offenheit bei der FAZ ein Vermögensberater erklĂ€rt. Je mehr Milliarden in Wohneigentum fliessen, umso mehr werden die Preise getrieben. Die Politik mĂŒsste diese Milliarden vom “Markt” nehmen und politisch in preisgĂŒnstigen Wohnungsbau fĂŒr die, die es nötig haben, investieren. Denn die Superreichen bauen nur Wohnungen fĂŒr Ihresgleichen, weil das die sind, die mehr Renditen versprechen. Politik in einer Demokratie ist nicht fĂŒr Renditen da, sondern fĂŒr WĂ€hler*innen*stimmen. Und “Milliarden-vom-Markt-nehmen” heisst umgangssprachlich (Vermögens-)Steuer.

Der nĂ€chste heisse Scheiss der MilliardĂ€re ist aber das Fußball-Entertainment. Die Vereine im Weltmeisterland Deutschland werfen sich schon vor ihnen in den Staub. MilliardĂ€rsvereine belegen in der Bundesliga bereits aktuell die PlĂ€tze 2 und 4. Die GroßmĂ€chte haben die Branche schon auf ihre Agenda genommen. Man wird auch hier ein bisschen mehr auf “Sicherheit” achten mĂŒssen, als das durch sportliche UnwĂ€gbarkeiten bisher gewĂ€hrleistet ist. Was der Wirtschaftsanwalt Thomas Bach hier schon fĂŒr den Restsport geleistet hat, dafĂŒr bietet sich im Fußball am besten der Westfale Karlheinz Rummenigge an – er hat einen starke Sinn fĂŒr Finanzstarke.

SportkriminalitÀt grenzenlos

Ein mexikanischer Fußballer, CuauhtĂ©moc Blanco, erst Bundesgenosse und Hampelmann, dann AbtrĂŒnniger der Mafia seines Landes, diese aufregende Geschichte fand ich nur in der Jungle World. Warum nur erinnerte mich die Story gedanklich immer an Franz Beckenbauer?

Vielleicht weil AushÀngeschilder der deutschen Sportmafia in nicht so unÀhnlichen GeschÀften verstrickt sind. IOC-PrÀsident Thomas Bach war zuvor PrÀsident des Deutschen-Olympischen Sportbundes (DOSB), ist Rechtsanwalt mit vitalen GeschÀftsbeziehungen in arabische Feudalstaaten und FDP-Mitglied. Jetzt muss er empfindliche EinschrÀnkungen seiner globalen Reisefreiheit hinnehmen, ganz so wie Fifa-ExprÀsident Blatter.

Wie schön, dass es wissenschaftliche Grundlagen dafĂŒr gibt, dass den Gangstern nicht der ganze Sport in die HĂ€nde fallen kann. Ihr Feind ist u.a. der Zufall, der uns dann doch noch das eine oder andere lange Gesicht von Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeness bescheren wird. Das hat jetzt Prof. Klaus GĂŒnther publiziert, ein absolut integrer Politologe, fĂŒr den ich in den 80ern vier Semester als Tutor arbeiten durfte. Das GA-Interview war leider fĂŒr mich online nicht auffindbar und ist daher nicht verlinkbar; das angekĂŒndigte Buch soll in wenigen Wochen erscheinen.

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