Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Thomas Fricke

Rechts und billig

Lebensschicksale deutscher Ökonomielehrer
War die Strangulierung der linken griechischen Syriza-Regierung ihr letzter grosser Sieg? Schön wĂ€rs. Seitdem spricht sich langsam rum, dass das, was jahrzehntelang (west-)deutsche herrschende Lehre in der Ökonomie war, trotz anderslautender Fakenews gar keine Wissenschaft, sondern rechte Ideologie war. FĂŒr die Betroffenen, die sich nun immer mehr von den Pragmatikerinnen der Macht ins rechte Abseits geschoben sehen, mag diese Siegesfanfare von Thomas Fricke (Sp-on)Weiterlesen…

Wir Versuchsmenschen

Florian Rötzer/telepolis meint, dass wir gegenwĂ€rtig Teil eines wissenschaftlichen Experiments auf nationaler und globaler Ebene sind, und fragt mit Recht: “Ob das gut geht?” Rötzer im letzten Absatz seines klugen Textes: “Jetzt haben nicht die Klimawissenschaftler, sondern Virologen, Epidemiologen, Medizininformatiker und Biostatistiker das Ruder in einer Situation ĂŒbernommen, die auch fĂŒr sie neu ist – und die Falsifikation wartet.” Weiterlesen…

Fussballfans machen fit

Das Beste an diesem Fussballwochenende waren die Fanproteste. Hier gibt es eine schöne 10-teilige Fotostrecke der SZ aus den Stadien, die mir heute morgen sehr geholfen hat, bester Stimmung in den Tag zu starten. Hier dazu die dpa-Meldung aus der FAZ. Der von der Financial-Times-Deutschland gekommene Spiegel-Kolumnist Thomas Fricke weiss sie intelligent und treffend gesellschaftspolitisch einzuordnen. Es sind leider nicht viele, die das können.

Geld fĂŒr Klimaschutz ist genug da

Dass das, was die Bundesregierung als Klimaschutzpaket bezeichnet, zuwenig ist, das wissen die meisten. Aber was tun? Haben andere Parteien die Antwort? Florian Rötzer/telepolis berichtet von demografischen Verschiebungen in der Bevölkerung der USA, die Deutschland in der sozialen und geografischen Komponente sehr Ă€hnlich sind. Es hat bereits jetzt – eine sehr flĂŒssige – Wirkung auf die SphĂ€re der Parteipolitik.
Eher systemrelevant ist eine andere Überlegung,Weiterlesen…

It’s The Econonmy, Stupid!

Neue Analysen zu Krisen- und Kriegsgefahren
Der in MĂŒnchen lebende Bonner Exilant Ruben Schattevoy hat bei telepolis ein paar grundvernĂŒnftige Gedanken zur politischen Regulierung der digitalen Plattformmonopole aufgeschrieben. Er weist zutreffend darauf hin, dass die Zeit drĂ€ngt. Beim ĂŒblichen Tempo deutscher Politik und BĂŒrokratie könnten sie selbst in KĂŒrze durch ÜberflĂŒssigkeit verschwinden.
VerschĂ€rfend zu der von Schattevoy formulierten Problemstellung kommt hinzu, dass sie selbstverstĂ€ndlich Gegenstand und Instrument im Handelskrieg zwischen USA und EU ist,Weiterlesen…

Wohnen & Mieten / DFB

Dieses Wochenende wird bundesweit von Protesten gegen Wohnungsnot und Mietwucher gestaltet. Ihnen ist jeder Erfolg zu wĂŒnschen. Die deutsche Politik kapiert nur langsam und die Regierungskoalition bisher fast gar nicht. Aus dieser gewollten Kommunikationsstörung wird sich in den nĂ€chsten Monaten und Jahren eine gefĂ€hrliche gesellschaftliche Spannung aufbauen. Unklar ist, ob allen politischen Akteur*inn*en klar ist, was sie da nichttun und zu verantworten haben.Weiterlesen…

EU&Deutschland – wirklichkeitsblind wie ein Fussballverein

Medienereignis des Tages war die Pressekonferenz eines Fussballkonzerns aus dem sĂŒddeutschen Raum. Sofort hob ein landesweites KopfschĂŒtteln ĂŒber so viel RealitĂ€tsverlust an. Tja, damit sind die bayrischen MĂ€nner nicht allein. Die EU unter deutscher FĂŒhrung, und diese deutsche FĂŒhrung reprĂ€sentiert durch CDU, CSU und SPD (hier ihr Umfragendesaster, Wahlergebnisse folgen), sowie die diesen nahestehenden Medien, und das ist hierzulande die Mehrheit der Noch-Massen-Medien, sie alle zusammen reiten in einer Weise die EU in die GrĂŒtze,Weiterlesen…

Unterm WM-Radar: Krieg, Handelskrieg, Agendasetting

Die USA sind nicht fĂŒr die WM qualifiziert. Und selbst wenn: Soccer ist dort nur Nischenthema. SchwĂ€chling Trump muss stĂ€ndig beweisen, was fĂŒr ein starker Max er ist. Von den Regierungen Israels und Saudi-Arabiens wird er zusĂ€tzlich dazu aufgestachelt. So könnte es noch zu einer kriegerischen Konfrontation mit Russland in Syrien kommen – absichtlich oder unabsichtlich könnte in dem Moment, in dem es passiert, egal sein. Und wir in Europa gucken uns erstaunt an, weil wir wegen Fussball nichts gemerkt haben. Ausser Angela Merkel.Weiterlesen…

Die Verbitterten

Verbitterung ist ein beliebter deutscher Volkssport. Er breitet sich allerdings nachweislich auch gerne auf andere LÀnder und Völkerschaften aus. Thomas Fricke, einst FTD (Financial Times Deutschland), heute mit einem Gnadenbrot von Spiegel-online versehen, kennt selbstverstÀndlich die sozioökonomischen ZusammenhÀnge.
RevolutionĂ€r wirds erst bei Naika Foroutan, der besten deutschen Migrationsforscherin. In ihrem online nur mit einem Trick zu findenden taz-Interview weist sie darauf hin, dass die Ossis in Deutschland auch zu den Migrant*inn*en gehören. Viele ihrer sozialen Erfahrungen Ă€hneln sich mit denen von TĂŒrk*inn*en, Italiener*inne*n u.v.a. Scheinbar wurde das geschickt vor ihnen geheim gehalten, damit sie besser gegeneinander zu hetzen sind. Nichts wĂ€re gefĂ€hrlicher fĂŒr die herrschende Ordnung, als die SolidaritĂ€t der Beherrschten.

Medienkritik, gute und schlechte

Es gibt nicht nur linke und rechte Medienkritik, sondern auch gute und schlechte. Und das deckt sich leider nicht zwingend. Darauf macht Matthias Holland-Letz auf Carta aufmerksam.
Medienkritik leidet unter mangelhaftem Interesse der breiten Öffentlichkeit. Das macht sie aber nicht ĂŒberflĂŒssig, eher im Gegenteil. In ihrer heutigen Situation leidet sie ausserdem unter Apodiktik, einer stark entwickelten Bescheidwisserei, angesichts der knapp bemessenen bezahlten ArbeitsplĂ€tze auch konsequentem persönlichem Wegbeissen von potenziellen Konkurrent*inn*en, ganz wie im richtigen Leben.

Aus dem von Holland-Letz kritisierten Buch gab es hier bereits einen Hinweis auf eine telepolis-Kostprobe, hier ist nun eine weitere mit einem Interview mit Erich Schmidt-Eenboom, das zusÀtzlich zu seiner unbestrittenen fachlichen Expertise das von mir oben Beschriebene beispielhaft illustriert.

Die gute Nachricht: die Facebook-Filterblasen werden ĂŒberbewertet, meint Prof. BIrgit Stark von der Uni Mainz. Was nicht ist, kann aber noch werden, wenn alles ohne politischen Eingriff so weiter lĂ€uft, und Gesetze weiterhin gut gemeint und schlecht gemacht werden.

Zum Schluss noch eine gute Idee von Thomas Fricke zur Bundestagswahl, die ebensowenig verwirklicht werden wird, wie die zuletzt von mir gelobte von Pascal Beucker.

ZurĂŒck zum Kern der herrschenden Politik

“And now s.th. completely different” – ein paar Hinweise zu den politischen Inhalten rund um das G20-Treffen. Roland Appel hatte hier bereits eine Warnung vor chinesischen Wirtschaftspolitik- und Unternehmenspraktiken formuliert. Diese sicher berechtigte Warnung hat mglw. auch eine Kehrseite.
Es könnte nĂ€mlich sein, dass die ökonomische Strategie der chinesischen FĂŒhrung zwar unzweifelhaft weniger demokratisch legitimiert ist, als bspw. die deutsche, dass sie aber dennoch auf einer weit klĂŒgeren Analyse kapitalistischer Praxis beruht und – scheinbar und bisher – zu einer wirkungsvolleren BĂ€ndigung wilder spekulativer Tendenzen der “MĂ€rkte” gefĂŒhrt hat. Das belegen zwei ganz unterschiedliche Autoren, nĂ€mlich Spiegel-online-Kolumnist Thomas Fricke, zuvor langjĂ€hrig bei der Financial Times Deutschland deren Ableben sich im heutigen Geschehen immer mehr als tragisch erweist, und der einer bestimmten marxistischen Schule (hab’ vergessen welche, ist auch nicht wo wichtig) anhĂ€ngende Tomasz Konicz/Telepolis.
Schliesslich gibts Linksradikale, die auch inhaltlich argumentieren können und tatsĂ€chlich diskursfĂ€hig sind. Felix Klopotek, der sich fĂŒr langjĂ€hrige Redaktionsarbeit bei der Kölner Stadtrevue eine Tapferkeitsehrung verdient hat, hat das hier bei der Jungle World abgeliefert.

Globalisierung zuende? / Verschwörungstheorien / ARD

Der beliebteste deutsche Politiker ist Bundesfinanzminister SchĂ€uble. Gleichzeitig ist er der Politiker, der Deutschlands Ansehen in Europa und der Welt am nachhaltigsten schĂ€digt. In dem Weltbild, das er und seine publizistischen BĂŒchsenspanner propagieren, gilt nicht nur das Thatchersche “There ist no society!” sondern auch “There is no economy!” – sondern nur schwĂ€bische Hausfrauen. Den Unterschied zwischen Betriebs- und Volkswirtschaft werden deutsche Hauptstadtkommentator*inn*en wohl nie lernen; und die Mehrheit der WĂ€hler*innen dann auch nicht. Thomas Fricke schreibt schon seit Jahren dagegen an, es hilft nichts.
Wenn Sie begreifen wollen, warum das nicht nur unserem aussenpolitischen Ansehen, sondern auch ökonomisch schadet, dass die deutsche Volkswirtschaft geradezu auf einen Prellbock zufĂ€hrt – vielleicht ist SchĂ€uble ja schon tot, wenn wir dort ankommen – dann lesen Sie zu Fricke noch, was Gabriela Simon zur Entwicklung der globalen Wirtschaft zusammengetragen hat.

Wahrscheinlich gehören Sie zu der Mehrheit des TV-Publikums, die den ARD-Film zum Mord an Michele Kiesewetter in Heilbronn letzten Montag nicht gesehen hat. Wenn Sie es doch noch tun, wird es Ihnen den Schlaf rauben. Damit das nicht passiert, nimmt die ARD den Film auch schon am Montag aus ihrer Mediathek raus. Thomas Moser, der in dem Film als interviewter Journalist auftritt, beschreibt am Beispiel der NSU-Verschwörung, wie der Begriff “Verschwörungstheorie” als Waffe fĂŒr Legitimations- und gegen Recherchejournalismus eingesetzt wird. Wenn wir das weiterlaufen lassen, werden wir uns eines Tages fragen mĂŒssen, wo bei uns die Unterschiede zu den Systemen Trump, Putin oder Erdogan geblieben sind. Update 3.5.: Hier Mosers aktueller Bericht zum BaWĂŒ-PUA zum Heilbronner Mord.

Ulrike Simon unterrichtet uns derweil ĂŒber den Flurfunk in den HĂ€usern, die angeblich gerade alle “Task Forces gegen Fake-News” etablieren. Es sind die Flure der ARD-Sender. Wer solche Journalist*inn*en-Systeme hat, braucht eigentlich keine ….. nee, das will ich lieber gar nicht erst denken ….

FDP von China infiltriert?

Otto Lambsdorff bin ich im wahren Leben zweimal leibhaftig begegnet. Das erste Mal war Mitte der 70er Jahre. Er war Schatzmeister der NRW-FDP, ich war Landesvorstandsmitglied der – im Gegensatz zu den Jusos – organisatorisch selbststĂ€ndigen NRW-Jungdemokraten. Ich wollte von ihm 10.000 D-Mark zur Förderung der Jungdemokraten-SchĂŒlerarbeit haben. Das war im “Haus LitzbrĂŒck” in Angermund; das ist heute noch von den dort zwischen DĂŒsseldorf und Duisburg besonders schnell durchrasenden ICs gut zu sehen – eine fĂŒr mich unsterbliche Erinnerung. Er lehnte ab. Ich nahm das als Kompliment: er hielt mich/uns also fĂŒr so “gefĂ€hrlich”, dass ihm dieses Taschengeld schon zu viel war. 1980 beschlossen wir dann im Bundeshauptausschuss in Anwesenheit und zur Verzweiflung des damaligen FDP-GeneralsekretĂ€rs Verheugen, die FDP sei “eine Agentur jener KrĂ€fte, denen wir in unserer Gesellschaft die Macht abnehmen wollen”.
1982 verfasste und veröffentlichte Lambsdorff dann das nach ihm benannte Papier, das den Koalitionswechsel der FDP von Schmidts SPD zu Kohls CDU einleitete. Thomas Fricke erinnert heute freundlicherweise mit einem Link zum Originaltext daran.Weiterlesen…

Information Warfare

Im Informationskrieg geht es heiß her. 2002 publizierte die “story”-Redaktion des WDR die Dokumentation “Es begann mit einer LĂŒge”, mit der der erste deutsche Angriffskrieg gegen das damalige Jugoslawien 1999 charakterisiert wurde. Der Film war so akkurat gearbeitet, dass er die Karriere seiner Autoren nicht wirklich beschĂ€digte. Jo Angerer kuratiert weiterhin Dokumentarfilme fĂŒr ARD und WDR, Mathias Werth besetzt einen attraktiven Auslandskorrespondentenposten in Paris. Dennoch liess der Film SPD- und CDU-Leute im WDR-Rundfunkrat nicht ruhen, bis sie endlich einen schwachen “Monitor”-Beitrag entdeckten, den sie demonstrativ mit Stimmenmehrheit rĂŒgen konnten. Angerer und Werth gehörten frĂŒher beide dieser Redaktion an.

Eine Botschaft, die dieser Film uns damals schon ĂŒbermittelte: wenns in der deutschen Öffentlichkeit mal so richtig eskaliert und Aufmerksamkeit erregt werden soll,Weiterlesen…

Gruseltipps: Elbphil / Schwarze Obama-Bilanz / LĂŒgenpresse / Tatorte, sehr alte

Private-Public-Partnership soll ein Steckenpferdchen unseres Bonner OB Sridharan sein. Im Kern besteht die Partnerschaft daraus, dass Public bezahlt und Private kassiert. Wenn ein Medium davon etwas versteht, dann das Handelsblatt, das es am Beispiel der heute eröffneten Elbphilharmonie schön erklĂ€rt. Es hat wahrscheinlich nur ein bisschen Platz gefehlt – oder es wird bei den bekannt sachkundigen und hochgebildeten Handelsblatt-Leser*inne*n vorausgesetzt – um zu erwĂ€hnen, dass die Firma Hochtief heute mehrheitlich zum spanischen ACS-Konzern gehört. Dessen HauptaktionĂ€r ist der semikriminelle VereinsprĂ€sident von Real Madrid und persönliche Freund aller spanischen Regierungschefs, sofern sie der rechten PP angehör(t)en, Florentino Perez.

Wenn Sie unbesorgt um Ihre aktuelle Stimmung sind, lesen Sie diesen Sp-on-Kommentar von Thomas Fricke, der mit Blick auf die US-PrÀsidentenwahl politökonomische Vergleiche zwischen den 30er-Jahren und heute zieht.
Vor wenigen Tagen sendete das Deutschlandradio ein sehr interessantes Feature zur Bilanz der Obama-PrÀsidentschaft aus der Perspektive der Afro-Amerikaner, hier nachhör- oder -lesbar.

Neue Fakten zum Thema “LĂŒgenpresse” hat Stefan Niggemeier gesammelt.

Und wenn Ihnen das noch nicht Grusel genug ist: heute Abend gibt es zwei Tatort-Premieren: “ONE” wiederholt heute um 20.15 h die allererste Folge von Batic&Leitmayer (Bayern) von 1991! Im “Ersten” folgt um 22 h die allererste Folge von “Börne&…” wie heisst er noch, also Axel Prahl Schauspielgott aus dem Jahre 2002.

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