Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Thomas Pany (Seite 1 von 3)

Beirut / Bezos / Medienkrise

Die Katastrophe von Beirut drĂ€ngt zahlreiche mitverantwortliche Akteurinnen und Akteure dazu, hektisch an ihrem eigenen Öffentlichkeitsbild herumzukorrigieren. Deutschland hat scheinbar mit alldem nichts zu tun, und sammelt nun warmherzig Spenden fĂŒr Hilfslieferungen und -krĂ€fte. Als Ursache werden in hiesigen Medien die SchlĂŒsselbegriffe maroder Frachter – Georgien – Mosambik genannt. Sie transportieren in die Hirne: schlimmschlimm, weit weg. Es wird LĂ€ndern und MĂ€chten auf die FĂŒsse getreten, die wenig mĂ€chtig sind, und nur Ă€usserst geringfĂŒgige deutsche Interessen tangieren. Die Spitze dieses Rennens hat Emmanuel Macron erobert,Weiterlesen…

Gleichgeschaltet?

Vor wenigen Tagen beschwerte ich mich bei einem Rundfunkratsmitglied ĂŒber die Tagesschau. Christiane Meier, die in ihrer Jugend bei KĂŒppis ZAK und “Privatfernsehen” gelernt hat, und spĂ€ter sehr lange Hauptstadtberliner-Frondienste fĂŒr das ARD-Morgenmagazin schob, hat sich vor einiger Zeit endlich einen der heissgeliebten New-York-Korrespondentinnen-Jobs des WDR gesichert. Es gibt noch Gerechtigkeit, dachte ich, und gönnte es ihr. Nun hatte sie der Tagesschau einen Bericht vom UN-Sicherheitsrat geliefert,Weiterlesen…

Wer sind die Bösen?

In der Politik gibt es kein Gut und Böse, sondern Interessen. Darum hat es sogleich mein Misstrauen erregt, als die Bundesregierung den Eindruck erwecken wollte, wenn es um “Hilfe fĂŒr Syrien” gehe, seien die Bösen die, die es schon immer waren (ich bin jetzt ĂŒber 60): der Russe und der Chinese. Damals waren die noch Kommunisten. Und jetzt? Der Eine sagt, er sei keiner mehr, sondern ein mustergĂŒltiger Kapitalist; der Andere sagt, es sei immer noch Kommunist, und wirkt wie ein mustergĂŒltiger Kapitalist.
Alles LĂŒge? Wer weiss das, und will das entscheiden? Zur SyrienfrageWeiterlesen…

38 Grad – nördlich (!) des Polarkreises

weiter unten: Kriegshitze in Arabien / Streithitze um Schlachterei & Fussball und in Talkshows
Die Energie- und Klimawochenschau von Wolfgang Pomrehn/telepolis ist immer lesenswert und informativ. Pomrehn hat nicht nur einen genauen und fast enzyklopĂ€dischen Blick auf Sachverhalte, der in der Regel weit ĂŒber den Horizont deutscher Berichterstattung hinausreicht, er hat auch immer einen gedanklichen BegriffWeiterlesen…

Ösis mal wieder spitze

Corona-Blamagen – deutsche Linke auch nicht besser
mit Update nachmittags
Was im österreichischen Profifussball los ist, toppt qualitativ alles, was hierzulande erwart- und berechenbar abgespielt wird. Im Ergebnis heisst das: die Meisterschaft wird politisch entschieden. Und Überraschung: Meister wird der gleiche wie immer.
Doch es gibt auch ernsthafteres Diskussionsmaterial, bei telepolis.
Andrea Seliger zieht eine Zwischenbilanz der Lage in Schweden.Weiterlesen…

Afrika / Brasilien / “Spanische” Grippe / Neustart?

Als Frame in unserer Erinnerung hat sich eingeprĂ€gt, dass jede Epidemie vorzugsweise “die Schwarzen” in Afrika dahinrafft, die nur durch tapfere weisse “Albert Schweitzers” gerettet werden können. Und so entstand die deutsche “Entwicklungshilfe” – jedenfalls in meinem Kindskopf in den 60er Jahren. Und jetzt sterben (weisse) EuropĂ€er*innen und US-Amerikaner*innen, wĂ€hrend die “Gelben” Chines*inn*en vorgeben, selbige Gefahr schon hinter sich zu haben? Tiefe Weltbilder stĂŒrzen ein, und mĂŒssen revidiert werden. Ein Fortschritt. Mann soll ja die guten Seiten sehen und erkennen.Weiterlesen…

Satansersatz: das böse Smartphone

Ich habe auch eins. Mein Provider wollte mich kĂŒrzlich fĂŒr tot erklĂ€ren, weil ich es so wenig benutze, und forderte mich ultimativ auf, mein unverbrauchtes Prepaid-Guthaben aufzuladen. Die Überwachungsalgorithmen denken immer, ich sĂ€sse alleine und trostlos zuhause, weil es vergessen am Ladekabel auf meiner Sofalehne liegenbleibt. Beim Abendessen mit schönen Frauen wĂŒrde es nur stören. Ebenso bei politischen Versammlungen, oder anderen subversiven AktivitĂ€ten.
Das das kleine Ding jetzt an allem schuld sein soll – herrjeh,Weiterlesen…

Epstein-AffÀre / Libanon / Mensch&Tier / Napoli&Bonn

Die AffĂ€re um den mutmasslichen (Kinder-)Postitutionsvermittler Jeffrey Epstein ist noch nicht ausgestanden, bei Licht besehen nichts davon, auch nicht sein “Selbstmord”. Aber es gibt zu viele MĂ€chtige, die kein Interesse an der öffentlichen Ausbreitung der Sachverhalte haben. Darauf macht jetzt auch Boris Rosenkranz/uebermedien aufmerksam, leider nur hinter Paywall (gewöhnlich baut dieser Blog sie nach einer Woche ab, also pĂŒnktlich zu den scheinbesinnlichen Feiertagen). So viel ist erkennbar: Rosenkranz geht es um John Brockman, dessen ErwĂ€hnung von deutschen Leitmedien, die mit ihm gut im GeschĂ€ft seien, grĂŒndlich vermieden werde. Auf Wiederlesen zu Weihnachten. Ein Brockman-PortrĂ€t von Georg Diez/Spiegel von 2014 hier.
Thomas Pany/telepolis leuchtet die gesellschaftlichen Unruhen im Libanon aus,Weiterlesen…

Saudi-Terrorismus / Plutonium in die Nahrungskette

Eine kleine Meldung nur, die an Grosses erinnert: ein saudi-arabischer Soldat ist im US-Ausbildungscamp ausgerastet und “musste” erschossen werden. SelbstverstĂ€ndlich war er – wie alle seiner Art? – “den Sicherheitsbehörden bekannt”. Die französische AFP kann sich, so viel Bosheit muss sein, den Hinweis auf die “RĂŒstungspartnerschaft” zwischen den USA und Saudi-Arabien nicht verkneifen. Ich möchte ein wenig nachhelfen.Weiterlesen…

Erinnerung an Alfred Herrhausen

Die JĂŒngeren werden ihn nicht kennen. Alfred Herrhausen war ein “Deutsche-Bank”-Boss, der seiner Zeit und seiner Konkurrenz strategisch voraus war, mit einer stark entwickelten Eitelkeit, die dafĂŒr sorgte, dass er das auch den Rest der Welt deutlich vernehmbar wissen liess. In einer ideologisch vermauerten Welt der West-BRD verfĂŒhrte das manche wenig informierte Liberale und Linke dazu, ihn fĂŒr einen auch politisch fortschrittlichen Mann zu halten. Jedenfalls ging er keiner öffentlichen Diskussion und BĂŒhne aus dem Weg. Damit verschaffte er sich ĂŒberall Respekt. Und Feinde.Weiterlesen…

To Be Continued: China / Mali

Der China-Debatte kann niemand mehr entgehen. Zwischen dem Medienecho und der Kenntnisnahme der Bevölkerung ist zu unterscheiden. Artet die Debatte in Propaganda aus, kann der Effekt ins Gegenteil umkippen. Das GefĂŒhl belogen zu werden ist bekanntlich weit verbreitet. Es muss immer dann entstehen, wenn abweichende Meinungen im öffentlichen Diskurs ignoriert werden. Die Macht ĂŒber Öffentlichkeit und ihre Herstellung ist ungleich verteilt – das immerhin darf als verbreitete Volksweisheit gelten.
Ich habe zwei Beispiele, die bei mir als klassischer Fall des “Beide-haben-Recht” angekommen sind.Weiterlesen…

Frankreich / Saudi-Aramco / Flanieren

Thomas Pany/telepolis berichtete gestern Abend am Beispiel Frankreich ĂŒber die wachsende Sprachlosigkeit der Herrschenden und ihrer Angestellten. Als Zeugen zog er die Autoren Eric Verhaeghe und Martin Gurri, letzterer ein Ex-CIA-Mann, heran. Beide sind des linken Radikalismus unverdĂ€chtig. Frankreich ist sicherlich aufgrund seine extremistischen Elitenstruktur, insbesondere im Bildungswesen, ein besonderer Fall. Dennoch erinnert vieles Beschriebene auch an hiesige VerhĂ€ltnisse. Zeit fĂŒr VerĂ€nderung. Ja, wir können es.Weiterlesen…

Erdogan – nur der Kasper?

Das Erste, was im Krieg stirbt, ist die Wahrheit. Eine alte Volksweisheit. Noch weniger, als was tatsĂ€chlich militĂ€risch passiert, wird der Öffentlichkeit die Wahrheit ĂŒber die in einem Krieg verfolgten Interessen verraten. Immer gibt es welche, die auf beiden Seiten dabei sind, z.B. die RĂŒstungslieferanten. Darin sind neben den USA Grossbritannien, Frankreich und Deutschland ganz gross. Folgerichtig wird auch der Frankreich-und-Deutschland-Link in einigen Tagen in einem Paywallarchiv verschwinden.
Der in der Regel streng realoorientiert gegen den deutschen Medienstrich bĂŒrstende Michael LĂŒders meinte nun, in Recep T. Erdogan einen besonders cleveren Machiavellisten zu erkennen.Weiterlesen…

Putin bei MBS

Die Kriegsnachrichten
Rundherum gut informieren die Kolleg*inn*en von telepolis ĂŒber all die schlechten Nachrichten.
Wladimir Putin besucht Mohammed Bin Salman (MBS), den Eskalationskunden der US-amerikanischen und europĂ€ischen Waffenindustrie. Der Kerl wird schlau genug sein zu wissen, dass alle nur sein Geld wollen. Auch der andere Grosskunde, Muhammad bin Zayid Al Nahyan (MBZ, Vereinigte Arabische Emirate), wird von Putin beehrt. Er ist halt im Umgang mit superreichen Oligarch*inn*en aussergewöhnlichWeiterlesen…

Nicht verpassen: Martens’ Medienkritik

“Empathy with the devil”? – AfD und deutsche Medien
Der von mir sehr geschĂ€tzte Medienjournalist RenĂ© Martens scheint gerade eine produktive Schaffensphase zu haben. In den 90ern wurde er mir von Extradienst-Autor Dieter Bott bei einer Fussballfan-Tagung in Oer-Erkenschwick mal persönlich vorgestellt. Seine mdr-“Altpapier”-Kolumne ist eine Fundgrube wichtiger politischer Diskursanalysen. Die wichtigsten Beispiele möchte ich hier zum Weiterlesen hervorheben:Weiterlesen…

Noch mehr Fluchtursachen

Sie können sich abregen: die Betroffenen, um die es im Folgenden geht, schaffen es nicht bis zu “uns”. Wenn Sie dagegen zu den unverbesserlichen Gutmenschen gehören, die sich fĂŒr Mitmenschen und die Welt interessieren, lesen Sie bitte weiter.
Im Kongo – erstmal grundsĂ€tzlich gefragt: wĂ€ren Sie innteressiert, dort als Korrespondent*in fĂŒr deutsche Medien zu arbeiten? Wenn Sie zu den Wenigen gehören, die das mit “Ja” beantworten: versuchen Sie doch mal irgendeine Redaktion dafĂŒr zu interessieren. Also mich wĂŒrden Sie sofort begeistern. Ich habe nur blöderweise kein Geld. Das ist das Problem im Kongo: Geld und Interesse treffen dort nur bei seinen Rohstoffen und NaturschĂ€tzen zusammen.Weiterlesen…

TĂŒrkei, Kurdistan, Syrienkrieg

Despoten brauchen Kriege
Recep T. Erdogan ist geschwĂ€cht. Das macht ihn besonders gefĂ€hrlich. Einzelne Freilassungen deutscher Geiseln beruhigen die Medienwinde, aber nicht die Lage der Menschen, die mit ihm in einem Staat oder Nachbarstaat zusammenleben mĂŒssen. Die EU zĂŒckt den Finger und macht ein bisschen “Dududu!”. Die deutsche Regierung dagegen will sich beim Einflussnehmen und Geldverdienen nicht bremsen lassen. Sie bringt damit wissentlich alle Anrainer des östlichen Mittelmeers in Gefahr, die sich mit Erdogan um die GasvorrĂ€te streiten.Weiterlesen…

Arabische Jugend / Asien: Ökolandwirtschaft / NYT

Die besten Telepolis-Texte:
Thomas Pany berichtet ĂŒber die wenig ĂŒberraschenden Auswanderungsabsichten arabischer Jugendlicher.
Susanne Aigner berichtet ĂŒber Ökolandwirtschaft in Asien.
Florian Rötzer problematisiert den Filz zwischen der New York Times und US-Nachrichtendiensten plus MIK. FreiheitskĂ€mpfer*innen stelle ich mir anders vor. Oder andersherum: sowas Ähnliches dĂŒrfte es hierzulande auch geben.

Liberale erfolgreich, FDP nicht

Es ist wie so vieles nur noch eine Momentaufnahme, aber eine vielsagende: in den grössten und reichsten LÀndern Westeuropas sind die Liberalen erfolgreich.
In Frankreich stellen sie den StaatsprĂ€sidenten und sind bei den WĂ€hler*inne*n das stĂ€rkste Gegengewicht zur autoritĂ€ren und teilweise neofaschistischen Rechten. So traurig ich das politisch finde. Die einstmals glorreiche gaullistische Rechte wurde von Nicolas Sarkozy so nachhaltig zerstört,Weiterlesen…

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