Thema: uebermedien

Wem gehören die Wohnungen?

Von , am Montag, 14. Januar 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Weiter unten: NSU-Vertuschungen / Medien und Flüchtlingspolitik
Es gibt einen ARD-Sender, der sich anmassend “Mitteldeutscher” Rundfunk (MDR) nennt. Die Namensgebung fand zu einer Zeit statt, als unter den Augen von Kurt Biedenkopf bayrische CSU-Kader den Sender der ostdeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kaperten. Zum Glück hat diese Vorgeschichte an Bedeutung verloren. Der Sender wird heute von einer toughen Frau geführt, die sogar einen ehem. taz-Medienredakteur als Mitarbeiter angeworben hat. Gestern wurde ich beim Zappen im langweiligen Mittelteil von “Barnaby” auf die Wiederholung eines exzellenten Dokumentarfilms von Ariane Riecker aufmerksam. Der zeigt, wie die Immobilienhaie die Städte erobert haben Weiterlesen

Dörner-Interview / Gelbwesten

Von , am Freitag, 11. Januar 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Das Binäre Denken bedroht uns immer schärfer und aggressiver
Die Visionär*inn*e*n des Silicon Valleys, Chinas und deutscher Medienhäuser sollten zum Arzt gehen. Sie praktizieren nicht nur selbst Binäres Denken, sondern träumen auch davon, unser ganzes Leben, uns selbst, mit Einsen und Nullen erfassen zu können. Gewiss ist damit mehr möglich, als die meisten von uns sich heute noch vorstellen können. Die Weltformel aber, oder auch nur unsere Lebensform Mensch, werden sie nie komplett erfassen. Das ist es, was menschliches Leben so schön und lebenswert macht. Diejenigen aber, die ich gerne zum Arzt schicken würde, geben nicht auf. Weiterlesen

Tagesschau wird terrorisiert, Spiegel verteidigt

Von , am Donnerstag, 3. Januar 2019, in Medien.

Stefan Niggemeier kann den Spiegel auch verteidigen. Dann, wenn er in Springers “Welt”, die ich aus Rücksicht auf mein Wohlbefinden nicht lese, relotiusartig attackiert wird. Ich könnte das nicht, so gründlich und zeitaufwendig quellenkritisch zu arbeiten, bin aber dankbar, dass es Leute wie bei uedermedien.de (dieses Mal ohne Paywall) gibt, die sich dem unterziehen.
Wie ist in dieser Hinsicht der Konflikt Volker Bräutigam vs. die Tagesschau zu beurteilen? Weiterlesen

Niggemeiers Spiegel-Kritik

Von , am Montag, 31. Dezember 2018, in Lesebefehle, Medien.

Jetzt komplett online offen
Die Kolleg*inn*en von uebermedien.de versuchen ihre verdienstvolle Arbeit über eine Paywall zu amortisieren. Abonnent*inn*en dürfen alles sofort lesen. Wir Andern müssen bei den meisten Texten eine Woche warten. In diesem Falle lohnte es sich. Stefan Niggemeiers Jobkarriere spricht dafür, dass er im Alltag kein leicht umgänglicher Typ ist. Weiterlesen

Verwandle Skandal in PR – “Der Spiegel”

Von , am Donnerstag, 20. Dezember 2018, in Lesebefehle, Medien.

Mit Update
So geht professionelle Krisenkommunikation: entdecke skandalöse Fehlleistungen, bevor die Öffentlichkeit es tut. Erkenne die Gefahr und vermeide das Trauma der Stern-“Hitler-Tagebücher”, von denen der sich seit über 30 Jahren nicht mehr erholen konnte. Lass Dich als “Aufklärer” von niemandem übertreffen, so lange Du noch den Power-Apparat dafür hast. Und wer soll den haben, wenn nicht der Spiegel? Mit den “Lehren”, die Du vor aller Öffentlichkeit daraus ziehst, kannst Du (vielleicht) in einer krisendurchfurchten Branche hinterher gesünder aussehen als vorher.
Nach dieser Devise geht der Spiegel vor, Weiterlesen

Lehrstück “Hannibal”

Von , am Dienstag, 27. November 2018, in Medien, Politik.

Ich fühle mich selbst ertappt. Ich habe 1976 den Kriegsdienst für die BRD verweigert. Dass sich in der Bundeswehr Rechtsradikale und alle möglichen anderweitig bekloppten Männer versammeln, das war mir damals schon klar. Dass sie jetzt verbrecherische Netzwerke bilden sollen, hat für mich emotional nicht den Charakter einer neuen Nachricht. Tja, so kann mann wichtige Nachrichten übersehen.
Bemerkt habe ich das erst, als das Thema in meiner medienpolitischen Filterblase auftauchte. Das verdienstvolle DLF-Medienmagazin @mdiasres diskutierte gestern, Weiterlesen

Mordende Männer abschieben – aber wohin?

Von , am Sonntag, 25. November 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Ehrenmord in Jena. Aber niemand nennt es so. Wenn es einer von “uns” ist, heisst das “Familiendrama” oder “Beziehungstat”. Nhi Le macht bei uebermedien.de darauf aufmerksam. Dank an die Kolleg*inn*en, dass sie nicht hinter ihre Paywall versteckt haben. Meine Ehrfurcht und mein Neid für die Gewinnung dieser Autorin.
Was wäre in Jena, was in “unseren” Medien los, wenn der Täter einer von den “Anderen” (Schwarzer, Muslim, Flüchtling, was anderes als Hetero usw.) gewesen wäre? Wie die 146 anderen im letzten Jahr. Wohin sollen wir sie abschieben? Die DDR gibts ja nicht mehr …

Hier die Rosinen zum Merkel-Geschwafel

Von , am Mittwoch, 26. September 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Der in hiesigen Grossmedien repräsentierte deutsche Leitkulturcharakter liebt die Apokalypse, die Katastrophe und den Untergang. Nichts fordert der weisse deutsche Mann, jedenfalls wenn er reicher Verleger oder Chefredakteur ist, lieber, als dass es jetzt aber mal mit einem grossen Knall richtig schlimm kommen muss, damit endlich alle verstehen wie furchtbar alles ist, und warum er immer so schlechte Laune hat. Unter Richard Wagner tun wirs nicht, oder?
Hier eine kleine aussagekräftige Zusammenstellung von Stefan Niggemeier/uebermedien.
Politisch in den Senkel stellt diese Denk- und Sichtweise Detlef zum Winkel/telepolis. Seehofer doch kein Vollhorst? Möglich ist das.
Danke die Herren für den Nachweis, dass noch Verstand übrig ist! Weiterlesen

#metoo wirkt – für Frauen und Kunst

Von , am Sonntag, 29. Juli 2018, in Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Vor zwei Monaten hatte ich hier auf die Würdigung von Jean Luc Godards Film Le Mepris (dt. “Die Verachtung”) durch Hans Schmid/telepolis hingewiesen. Schmids Würdigung fasziniert mich kaum weniger als der Film, der mich seit dem ersten Ansehen gefangen genommen hatte.
telepolis hat nun Schmids 2. Teil online gestellt, der viele Hilfen zum Ansehen von Le Mepris bereithält, und zahlreiche Informationen zu den politischen Rahmenbedingungen liefert. Und nicht zuletzt eine politische Würdigung des gesamten Entstehungsprozesses aus der Perspektive des heutigen #metoo-Diskurses. Weiterlesen

Journalismus mit Haltung

Von , am Freitag, 13. Juli 2018, in Medien, Politik.

Das berühmte Hajo-Friedrichs-Zitat vom “nicht gemein machen”, “auch nicht mit einer guten Sache” – in Fachkreisen ist bekannt, dass es verkürzt wurde, aus einem langen Spiegel-Interview von 1995. Friedrichs meinte damit nicht “den” Journalismus, sondern beschrieb seine Rolle als Moderator in einem TV-Studio. Noch heute nutzen minderausgebildete Redaktionen dieses Zitat falsch, um sich herauszureden aus ihrer Haltungs- und Ahnungslosigkeit.
Nun hat sich das Wochenblatt deutscher Studienräte, “Die Zeit“, eine der letzten gedruckten Zeitungen, deren verkaufte Auflage noch nicht schmilzt wie die Gletscher und Eisberge, selbst in exakt diese Verlegenheit gebracht. Weiterlesen

Amri, “die Medien”, der WDR

Von , am Montag, 7. Mai 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

In diesem Jahr wird sich das Attentat vom Berliner Breitscheidplatz bereits zum zweiten Mal jähren. Da es aber keine neuen “schönen” Bilder des Entsetzens mehr gibt, ist die Berichterstattung sehr, sehr abgeflaut. Damit, dass alles aufgeklärt wäre, hat das – selbstverständlich? – nichts zu tun. Vulgärer geht es kaum. Das gilt bis heute für alles, was Thomas Moser/telepolis bisher darüber herausgefunden hat. Das Vulgäre ist, dass dieser Mann gelobt und mit Preisen überhäuft werden muss, weil all die vielen Anderen, die “irgendwas mit Medien” machen, diese Arbeit nicht erledigen. Bzw. niemand da ist, der*die sie dafür bezahlen würde. Weiterlesen

Antje Vollmer zu “Dialog statt Eskalation”

Von , am Dienstag, 24. April 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Der Text “Dialog statt Eskalation” hat sich an die Spitze der meistgelesenen Texte des Beueler Extradienstes gesetzt. Antje Vollmer hat heute in einem ausführlichen Interview mit den nachdenkseiten seine Entstehungsgeschichte und den bisherigen Verlauf der Debatte ausgeleuchtet. Der Text von Stefan Niggemeier über diesen medienpolitisch schockierenden Vorgang steht jetzt auch komplett offen online.
Ich bin geneigt, Antje und auch Niggemeier in allen diesen Ausführungen zuzustimmen. Das Problem, das hier sichtbar wird, geht weit über diesen – eminent wichtigen – Text hinaus. Es wird ein Systemversagen der Berliner Blase, unserer Medien und unserer Demokratie sichtbar, das Antje Vollmer in diesem Interview mit wünschenswerter Deutlichkeit beschreibt. Es ruft nach gesellschaftlicher Bewegung. Es liegt in der Luft, sie darf nicht von Demagog*inn*en gekapert werden.

Männer, ihr dürft weiter Sex haben

Von , am Samstag, 27. Januar 2018, in Genuss, Medien.

Wer weiss, ob dereinst unsere Zeit als neues “Zeitalter der Aufklärung” in die Geschichte eingeht. Die Aufklärung der Männer, wie Sex geht. Sicher, nicht wenige habens weder zuhause noch in der Schule gelernt. Es gab weitere Optionen; die besten waren erste, zweite, oder dritte Freundin, spätestens die Ehefrau. Wenn nicht, war immer schlecht.

Dank #aufschrei und #metoo ist es jetzt endlich, und ganz anders als ’68, das ja an der Mehrheit der Bevölkerung wirkungslos vorüber ging (Geht doch rüber; lieber mal arbeiten gehen – das waren die milden Reaktionen; “rüber” war die DDR) in der öffentlichen Debatte allgemein angekommen.
Allein dafür ist den Initiatorinnen zu danken, sie haben sich bleibende Verdienste erworben.
Meinen Impuls ausgelöst, das hier aufzuschreiben, hat dieses Vice-Interview mit den drei #aufschrei-Initiatorinnen.
Und diese hässliche aber nützliche Zusammenstellung von uebermedien.de.

Viele arme Männer sind nun ganz bös verunsichert, was der Unterschied zwischen einer Vergewaltigung, Nötigung und Sex sein soll. Muss ich einen Vertrag schliessen? Muss ich sprechen? Weiterlesen

SZ – FAZ – WDR – Schwarze DLF Zwischentöne

Von , am Sonntag, 14. Januar 2018, in Lesebefehle, Medien.

Anne Fromm, taz-Medienredakteurin, hat regelmässig einen polemisch stark zurückgenommenen aber dafür recherchestarken Auftritt. Sie informiert uns über Umbauten, Kontroversen, Prozesse in der Redaktion der Süddeutschen Zeitung (SZ). Ich war Abonnent des Blattes und fühlte mich von seinem Verlag beleidigt, als er die journalistisch erstklassige NRW-Ausgabe einstellte. Seitdem beobachte ich – als Gastleser im Beueler Momo-Bistro – kontinuierliche Qualitätsverluste im Gleichschritt mit den Verlusten bei der verkauften Auflage. In der Redaktion gab und und gibt es immer Bürgerkriege zwischen konservativen Neoliberalen und fortschrittlichen Bürgerrechtsliberalen, zwischen Rechercheur*inn*en und Kommentierer*inn*en. Wobei, darauf weist Anne Fromm hin, die weibliche Hälfte weit unterquotiert ist.

Bürgerkriege gibts auch in der FAZ-Redaktion. Zwischen modernen und reaktionären Neoliberalen, der Rest wird zum Feuilleton geschickt. Wie sehr das nach dem Tod von Herausgeber Schirrmacher Weiterlesen

Guten Rutsch – in Köln und anderswo!

Von , am Sonntag, 31. Dezember 2017, in Lesebefehle, Politik.

Sebastian Weiermann gehört für mich zu den ernsthaften und seriösen Journalisten in NRW. Bei uebermedien.de stimmt er uns auf die Neujahrsfeierlichkeiten in Köln ein.

Und wenn Sie noch etwas zur Aufbesserung Ihrer politischen Stimmung brauchen: Sibylle Berg kann so vernünftig und konstruktiv sein.

Dieser Dezember hat, trotz Stilllegung an den Weihnachtstagen, einen neuen Monatsrekord in der Besuchszahl dieses Blogs gebracht (Tagesrekord war der Montag nach dem Scheitern der Jamaika”-Verhandlungen). Danke für Ihr Interesse. Und bleiben Sie gesund.

WDR-Programmreform: Zynismus

Von , am Samstag, 16. Dezember 2017, in Medien.

Ich dachte, ich hätte das Thema schon zuende kommentiert. Mein persönliches Interesse ist nur noch gering. Ich höre kaum noch WDR, (der Vergleich dieser überarbeiteten Internetpräsenz mit der „Bild“ genannten sogenannten Zeitung ist wahrlich nicht übertrieben) bevorzuge den Deutschlandfunk. Schaue kaum WDR-TV, Mitternachtsspitzen, Sport inside (wieder in eine mehrmonatige Pause geschickt, zuviel Journalismus), Zeigler, fertig. Ganz selten mal: Die Story, deren Themen nur noch selten politisch brisant sind, und bei der ich Mühe habe, den häufigen Sendeplatzwechseln zu folgen. Nun lese ich bei Stefan Niggemeier und höre bei mediasres/DLF, dass das grosse WDR-Haus wieder von Unruhe erfasst ist. Wie so oft über die eigene Führung, diesmal ganz oben.

Wie konnte es dazu kommen? Buhrow war doch mal ein politisch anständig denkender Kerl. Weiterlesen

Wer ist “der am meisten überforderte Intendant”?

Von , am Montag, 11. Dezember 2017, in Beuel & Umland, Fußball, Lesebefehle, Medien.

In Berlin würde jetzt alle schreiend aufstehen und “Dercon” rufen. Ungerecht. Wir sind ja auch nicht in Berlin. Helmich ist es auch nicht, nach meiner Wahrnehmung eher ein kluger Stratege, der mit immer enger werdenden Spielräumen von seiten einer kurzsichtigen Kommunalpolitik klarkommen muss. Nein, der geschätzte Kollege Rene Martens hat diesen “Eindruck” vom aktuellen WDR-Intendanten Tom Buhrow gewonnen. Und damit könnte er rechthaben.
Buhrow habe ich in den 80er Jahren noch bei Kölner Antifa-Demos mitlaufen gesehen. Lockerer Typ mit fortschrittlichen Ansichten, so setzte er sich in meiner Erinnerung fest. Das allein reicht offensichtlich nicht, ein immer mehr Fett ansetzendes Dickschiff durch unruhige Gewässer zu steuern. Fett schwimmt immer oben? Ja, das könnte die herrschende “Philosophie” des WDR von heute sein. Programminnovationen sind aus dem Haus Weiterlesen

Wir und der Islam – hauptsache keine Ahnung

Von , am Freitag, 8. Dezember 2017, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Nachdem der mediengeile Bezirksbürgermeister, dessen Namen ich zum Glück schon vergessen habe, endlich in Rente gegangen ist, gewinnt der Berliner Stadtteil Neukölln an Relevanz in meiner Wahrnehmung. Nicht nur, weil ich dort vorige Woche in einem Anti-Jens-Spahn-Restaurant, wo also kein Wort deutsch gesprochen wurde, exzellent gegessen habe. Bei ZDFneo läuft aktuell eine extrem sehenswerte in Neukölln angesiedelte Krimiserie. Und eine Bezirksabgeordnete, Marina Reichenbach, wechselte mit Mandat von der Linkspartei zur SPD. Mandatsmitnahme ist immer anrüchig, ihre im Jungle-World-Interview vorgebrachten politischen Argumente kann ich jedoch nachvollziehen. Sie deuten auf ein auch von mir oft wahrgenommenes Desinteresse auch solcher Menschen hin, die vorgeben Solidarität zu üben – im genannten Fall mit Muslimen – aber nur auf der symbolischen Oberfläche bleiben – dumme Kerls und nützliche Idiot*inn*en. Politik ist was Anderes.

In der gleichen Jungle World findet sich ein Interview mit dem ägyptischen Buchautor Youssef Rakha, über arabische Pornos. Es zeigt erneut, dass wir mit unseren Gedanken- und Bilderwelten, unseren Klischees im Kopf, absolut nichts verstehen.

Was machen “wir”, bzw. unsere demokratisch gewählten Politiker*innen: Geschäfte, hier z.B. Monsieur Macron mit Katar. Einst hatte Omar Bongo, Staatschef des Zwergstaates Gabun, die politische Klasse Frankreichs auf seiner Paylist. In den arabischen Feudaldiktaturen und im Iran ist allerdings viel mehr zu holen als in Gabun, auch für unsere Deutschen Repräsentant*inn*en.

Wir dagegen wollen doofgehalten werden und sind zufrieden damit, meint der Wissenschaftler Oliver Decker im Gespräch mit Marcus Klöckner auf Telepolis.

Stefan Niggemeier hat auf uebermedien wieder ein schönes Beispiel dafür: wieder ist es Neukölln.

Zeitungsverleger laufen Amok

Von , am Mittwoch, 20. September 2017, in Medien.

Wenn eine Branche sich entschliesst, den führenden Repräsentanten des Springer-Verlages zu ihrem politischen Führer zu wählen, muss es schon schlimm um sie stehen. Tut es auch. Der Springer-Konzern ist unter den deutschen Zeitungsverlagen vermutlich der einzige, der für sich rechtzeitig eine digitale Wende gefunden hat. So hat sein Vorstandsvorsitzender vielleicht etwas mehr Zeit für ein “Ehrenamt”, während seine Berufskollegen damit ausgelastet sind, den Ansturm auf die verlagseigenen Rettungsboote zu regulieren und ihre Vermögenswerte in Sicherheit zu bringen.
In ihrer Panik reagieren sie ähnlich wie die rechtsradikale AfD. Wenn man nicht mehr weiter weiss, braucht man einen äusseren Feind. Das schliesst die eigenen Reihen und bündelt und lenkt die Ansammlung eigener Aggressionen um. Was der AfD Flüchtlinge aus fremden Ländern sind, das sind den deutschen Verlegermilliardären öffentlich-rechtliche Medien.
Medienpolitische Fachjournalisten haben sich – hier uebermedien.de, hier Dieter Anschlag in der Medienkorrespondenz – schon hinreichend lustig gemacht. Satire bleibt angesichts dieser Wirklichkeit sprachlos.

Es gibt jedoch auch andere, als die Milliardär*inn*e*n Springer, Mohn, Grotkamp, Neven DuMont, Madsack, Ippen, Rebmann, die davon Schaden haben. Es sind Weiterlesen

Bolivien – Saarland – Russland – New York

Von , am Mittwoch, 16. August 2017, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Andre Dahlmeyer, profunder Kenner des lateinamerikanischen Fussballs, lässt uns heute in der Jungen Welt an Boliviens Höhenluft-Fussballwundern teilhaben.

Stefan Niggemeier weist der BILD bei uebermedien.de nach, dass sie erst mal Saarländisch lernen sollte, bevor sie sich wie ein AfD-Hausblatt über das Arabischlernen empört.

Auf oxiblog.de ist soeben eine Russland-Serie gestartet, die uns mehr am realen Leben als an den demagogischen Oberflächen teilhaben lassen will.

Heiseonline weist kommentierend auf ein Interview/Porträt der US-Zeitschrift “New Yorker” mit Julian Assange hin. Unwillkürlich ertappte ich mich bei dem Gedanken, ob einer, der mit so einem Charakter an Politik herangeht, auch für sexuelle Übergriffe disponiert ist – wahrscheinlich ein küchenpsychologisches Vorurteil.