Thema: uebermedien

Real / Epstein-Abgrund / Bremen

Von , am Freitag, 14. Februar 2020, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Irgendwie still ist es um “Russland-Sanktionen” geworden. Für ein taugliches Mittel der Politik halte ich sie nicht. Oder zu ihrem Sortiment müssten auch “positive Sanktionen” gehören: ich biete dir diesen oder jenen Vorteil an, wenn du dieses oder jenes tust. Was am Ende im Idealfall zu einem beiderseitigen Vorteil ist. In Wahrheit handelt es sich bei dieser Debatte aber um Überproduktion von Ideologie, aufbauend auf alten und veralteten Klischees. Rationale Strategiedebatten werden lieber nichtöffentlich geführt, um das Publikum nicht unnötig mit Fakten zu verwirren und zu beunruhigen. Z.B. beim Verkauf der Kaufhauskette Real durch den Metro-Konzern. Weiterlesen

Arrangierte Ehen, tzz, tzz, tzz …

Von , am Samstag, 8. Februar 2020, in Medien, Politik.

Dem Islam wird das hierzulande immer wieder gerne vorgeworfen. Dabei ist es hier im “christlichen Abendland” sogar, wie fast alles, ein ausgebauter Geschäftszweig, mindestens für schwule Profifussballer. Weil die sich während ihrer aktiven Karriere nicht outen (lassen) wollen, lassen sie sich von professionellen Agenturen eine “Spielerfrau” vermitteln, zum beiderseitigen Nutzen. Er wirkt heterosexuell, sie wird über den abonnierten VIP-Tribünenplatz endlich medienbekannt. Auffällige Merkmale sind medieninszenierte Hochzeiten Weiterlesen

Kackblatt, Lügenblatt und Süsswassermatrosen

Von , am Donnerstag, 30. Januar 2020, in Medien, Politik.

Sind Sie (noch) Spiegel-Leser*in? War ich noch nie (des gedruckten). Und jetzt wieder froh um gesparte Zeit und Geld. Antonia Baum hat sich für uebermedien die jüngste Titelgeschichte vorgenommen, die sich, wenig überraschend, als weiteres Krisensymptom entpuppt. Auch die Leser*innen*kommentare unter Baums Text geben sachdienliche Hinweise – nur falls Sie es überhaupt wissen wollen.
Wichtiger ist vielleicht, Weiterlesen

Mediendialektik

Von , am Dienstag, 28. Januar 2020, in Medien.

Ein Virus und die sog. “Elite”
Sonntag war ich bei meinem Arzt. Ich hatte nichts, nur zum Frühstücken. Natürlich habe ich nach dem “neuen Virus” gefragt. Er erklärte mir als Nichtfachmann: “Ist so ähnlich wie eine normale Grippe”. Was ich immerhin von ihm in 21-jähriger gemeinsamer WG-Zugehörigkeit gelernt habe, war, dass eine “Grippe” sich unterscheidet von dem, was wir alle schon oft als “Grippe” gehabt haben: Husten, Schnupfen, erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit sind – meistens – nur ein “grippaler Infekt”. Grippe dagegen kann gefährlich, und sogar kriegsentscheidend sein. Weiterlesen

Aufschneider

Von , am Montag, 20. Januar 2020, in Medien.

Marketing oder Journalismus?
Diese Frage stellte ich mir heute morgen am Beispiel der Geschichte von der angolanichen Milliardärin dos Santos. Die SZ und der mit ihr keine Werbetrommel meidende “Rechercheverbund” mit NDR und WDR bläst eine viele Jahre alte Story noch einmal unter Einsatz einer maximalen Menge Dampf (“Luanda-Leaks”) auf, was bei der nicht angeschlossenen FR auch billiger zu haben ist. SZ, NDR und WDR machen sich zu willigen PR-Sprecher*inne*n Weiterlesen

Silvesterkrawall 19/20 (II)

Von , am Samstag, 4. Januar 2020, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass der überforderte Bundesinnenminister endlich zurücktreten muss, dann lieferte er ihn selbst mit seiner und seiner rechten Spiessgesellen missratenen Inszenierung. Dieses Jahr sollte endlich mal wieder nach ungezähltem und gerne ignoriertem rechten Terror gezeigt werden, dass Links ja genauso schlimm ist. In Leipzig-Conneweitz wurden, wie überall in Deutschland, in der Silvesternacht die mit Feuerwerkskörpern bewaffneten männlichen Strassen-Irren gefunden, um für die Videodesperados des AfD-nahen Springerkonuzerns kostengünstiges Bildmaterial zu produzieren. Weiterlesen

Männer “verlieren keine Zeit” – ausser Olli Dittrich

Von , am Freitag, 20. Dezember 2019, in Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Olli Dittrich habe ich lange Jahre als Figur des Trash-TV gesehen. Seine frühen Jahre bei RTL (oder war es SAT1?) sind mir entgangen. Ich hatte kein Interesse und fürchtete, es sei schlicht zu blöd. In mein Blickfeld trat er erst, und das spektakulär, als “Schorsch Aigner”, mitinspiriert von seinem Drehbuchautor Tom Theunissen, dem Stellvertreter des Fussballgottes auf Erden. Immerhin war er mir schon in den 90ern als Interviewgast Weiterlesen

Epstein-Affäre / Libanon / Mensch&Tier / Napoli&Bonn

Von , am Dienstag, 17. Dezember 2019, in Beuel & Umland, Lesebefehle, Medien, Politik.

Die Affäre um den mutmasslichen (Kinder-)Postitutionsvermittler Jeffrey Epstein ist noch nicht ausgestanden, bei Licht besehen nichts davon, auch nicht sein “Selbstmord”. Aber es gibt zu viele Mächtige, die kein Interesse an der öffentlichen Ausbreitung der Sachverhalte haben. Darauf macht jetzt auch Boris Rosenkranz/uebermedien aufmerksam, leider nur hinter Paywall (gewöhnlich baut dieser Blog sie nach einer Woche ab, also pünktlich zu den scheinbesinnlichen Feiertagen). So viel ist erkennbar: Rosenkranz geht es um John Brockman, dessen Erwähnung von deutschen Leitmedien, die mit ihm gut im Geschäft seien, gründlich vermieden werde. Auf Wiederlesen zu Weihnachten. Ein Brockman-Porträt von Georg Diez/Spiegel von 2014 hier.
Thomas Pany/telepolis leuchtet die gesellschaftlichen Unruhen im Libanon aus, Weiterlesen

Der Spiegel – “kein guter Ort”

Von , am Donnerstag, 24. Oktober 2019, in Medien.

Juan Moreno hatte ich vor vielen Jahren als Autor der SZ sehr geschätzt. Lange hatte er eine wöchentliche Kolumne in der SZ-Wochenendbeilage. Parallel moderierte er gewöhnlich häufiger bei Funkhaus Europa (heute: WDR Cosmo). Wie konnten die ihn nur gehen lassen? Vermutlich machte irgendwann der Spiegel ein Angebot, das mann nicht ablehnen kann.
Und dort erlebte er dann diese Relotius-Sache. Und hat jetzt dazu ein bestverkaufendes Buch auf den Markt gebracht, und, wie es heute zu den Pflichten von Bestsellerautor*inn*en gehört, kein Mikrofon und keine Talkshow ausgelassen. Weiterlesen

#metoo im Bayrischen Rundfunk?

Von , am Samstag, 12. Oktober 2019, in Medien.

weiter unten: Nordkorea-Experte Döpfner braucht professionelle Hilfe
Der Vorgang um die Trennung zwischen Frau Degmair und dem Bayrischen Rundfunk las sich schon immer merkwürdig, als wenn der Kern der Sache sorgfältig verborgen bleiben solle. Das ist nicht unüblich, wenn sich die Konfliktparteien vor Gericht treffen. PR-Aktivitäten haben dann eine instrumentelle Funktion. So sieht es auch jetzt aus. Die Arbeitgeberseite hatte durchstechen lassen, dass die Führungsqualitäten der Frau Degmair sich als begrenzter als erwartet erwiesen hätten. Nun von ihrer Seite der Konter: Weiterlesen

ARD-Archivöffnung? / Den Wolfsberg hinauf

Von , am Mittwoch, 18. September 2019, in Genuss, Lesebefehle, Medien.

In den 90er Jahren sprach ich mit Manni Breuckmann über die “Tagesschau vor 20 Jahren”. Sie war damals gestartet und war, wie er mir versicherte, überraschend quotenerfolgreich. Ich schaute sie auch regelmässig, sie lief damals spätabends in allen Dritten, heute noch auf Tagesschau24. Schon damals hatten wir beide Sehnsucht nach einer entsprechenden “Sportschau vor 30 Jahren”, also etwa zu Beginn der Bundesliga.
So verging die Zeit. Das Internet erschien. Und bei der ARD passierte bis heute fast nichts. Obwohl: Weiterlesen

Wem gehören die Wohnungen?

Von , am Montag, 14. Januar 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Weiter unten: NSU-Vertuschungen / Medien und Flüchtlingspolitik
Es gibt einen ARD-Sender, der sich anmassend “Mitteldeutscher” Rundfunk (MDR) nennt. Die Namensgebung fand zu einer Zeit statt, als unter den Augen von Kurt Biedenkopf bayrische CSU-Kader den Sender der ostdeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kaperten. Zum Glück hat diese Vorgeschichte an Bedeutung verloren. Der Sender wird heute von einer toughen Frau geführt, die sogar einen ehem. taz-Medienredakteur als Mitarbeiter angeworben hat. Gestern wurde ich beim Zappen im langweiligen Mittelteil von “Barnaby” auf die Wiederholung eines exzellenten Dokumentarfilms von Ariane Riecker aufmerksam. Der zeigt, wie die Immobilienhaie die Städte erobert haben Weiterlesen

Dörner-Interview / Gelbwesten

Von , am Freitag, 11. Januar 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Das Binäre Denken bedroht uns immer schärfer und aggressiver
Die Visionär*inn*e*n des Silicon Valleys, Chinas und deutscher Medienhäuser sollten zum Arzt gehen. Sie praktizieren nicht nur selbst Binäres Denken, sondern träumen auch davon, unser ganzes Leben, uns selbst, mit Einsen und Nullen erfassen zu können. Gewiss ist damit mehr möglich, als die meisten von uns sich heute noch vorstellen können. Die Weltformel aber, oder auch nur unsere Lebensform Mensch, werden sie nie komplett erfassen. Das ist es, was menschliches Leben so schön und lebenswert macht. Diejenigen aber, die ich gerne zum Arzt schicken würde, geben nicht auf. Weiterlesen

Tagesschau wird terrorisiert, Spiegel verteidigt

Von , am Donnerstag, 3. Januar 2019, in Medien.

Stefan Niggemeier kann den Spiegel auch verteidigen. Dann, wenn er in Springers “Welt”, die ich aus Rücksicht auf mein Wohlbefinden nicht lese, relotiusartig attackiert wird. Ich könnte das nicht, so gründlich und zeitaufwendig quellenkritisch zu arbeiten, bin aber dankbar, dass es Leute wie bei uedermedien.de (dieses Mal ohne Paywall) gibt, die sich dem unterziehen.
Wie ist in dieser Hinsicht der Konflikt Volker Bräutigam vs. die Tagesschau zu beurteilen? Weiterlesen

Niggemeiers Spiegel-Kritik

Von , am Montag, 31. Dezember 2018, in Lesebefehle, Medien.

Jetzt komplett online offen
Die Kolleg*inn*en von uebermedien.de versuchen ihre verdienstvolle Arbeit über eine Paywall zu amortisieren. Abonnent*inn*en dürfen alles sofort lesen. Wir Andern müssen bei den meisten Texten eine Woche warten. In diesem Falle lohnte es sich. Stefan Niggemeiers Jobkarriere spricht dafür, dass er im Alltag kein leicht umgänglicher Typ ist. Weiterlesen

Verwandle Skandal in PR – “Der Spiegel”

Von , am Donnerstag, 20. Dezember 2018, in Lesebefehle, Medien.

Mit Update
So geht professionelle Krisenkommunikation: entdecke skandalöse Fehlleistungen, bevor die Öffentlichkeit es tut. Erkenne die Gefahr und vermeide das Trauma der Stern-“Hitler-Tagebücher”, von denen der sich seit über 30 Jahren nicht mehr erholen konnte. Lass Dich als “Aufklärer” von niemandem übertreffen, so lange Du noch den Power-Apparat dafür hast. Und wer soll den haben, wenn nicht der Spiegel? Mit den “Lehren”, die Du vor aller Öffentlichkeit daraus ziehst, kannst Du (vielleicht) in einer krisendurchfurchten Branche hinterher gesünder aussehen als vorher.
Nach dieser Devise geht der Spiegel vor, Weiterlesen

Lehrstück “Hannibal”

Von , am Dienstag, 27. November 2018, in Medien, Politik.

Ich fühle mich selbst ertappt. Ich habe 1976 den Kriegsdienst für die BRD verweigert. Dass sich in der Bundeswehr Rechtsradikale und alle möglichen anderweitig bekloppten Männer versammeln, das war mir damals schon klar. Dass sie jetzt verbrecherische Netzwerke bilden sollen, hat für mich emotional nicht den Charakter einer neuen Nachricht. Tja, so kann mann wichtige Nachrichten übersehen.
Bemerkt habe ich das erst, als das Thema in meiner medienpolitischen Filterblase auftauchte. Das verdienstvolle DLF-Medienmagazin @mdiasres diskutierte gestern, Weiterlesen

Mordende Männer abschieben – aber wohin?

Von , am Sonntag, 25. November 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Ehrenmord in Jena. Aber niemand nennt es so. Wenn es einer von “uns” ist, heisst das “Familiendrama” oder “Beziehungstat”. Nhi Le macht bei uebermedien.de darauf aufmerksam. Dank an die Kolleg*inn*en, dass sie nicht hinter ihre Paywall versteckt haben. Meine Ehrfurcht und mein Neid für die Gewinnung dieser Autorin.
Was wäre in Jena, was in “unseren” Medien los, wenn der Täter einer von den “Anderen” (Schwarzer, Muslim, Flüchtling, was anderes als Hetero usw.) gewesen wäre? Wie die 146 anderen im letzten Jahr. Wohin sollen wir sie abschieben? Die DDR gibts ja nicht mehr …

Hier die Rosinen zum Merkel-Geschwafel

Von , am Mittwoch, 26. September 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Der in hiesigen Grossmedien repräsentierte deutsche Leitkulturcharakter liebt die Apokalypse, die Katastrophe und den Untergang. Nichts fordert der weisse deutsche Mann, jedenfalls wenn er reicher Verleger oder Chefredakteur ist, lieber, als dass es jetzt aber mal mit einem grossen Knall richtig schlimm kommen muss, damit endlich alle verstehen wie furchtbar alles ist, und warum er immer so schlechte Laune hat. Unter Richard Wagner tun wirs nicht, oder?
Hier eine kleine aussagekräftige Zusammenstellung von Stefan Niggemeier/uebermedien.
Politisch in den Senkel stellt diese Denk- und Sichtweise Detlef zum Winkel/telepolis. Seehofer doch kein Vollhorst? Möglich ist das.
Danke die Herren für den Nachweis, dass noch Verstand übrig ist! Weiterlesen

#metoo wirkt – für Frauen und Kunst

Von , am Sonntag, 29. Juli 2018, in Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Vor zwei Monaten hatte ich hier auf die Würdigung von Jean Luc Godards Film Le Mepris (dt. “Die Verachtung”) durch Hans Schmid/telepolis hingewiesen. Schmids Würdigung fasziniert mich kaum weniger als der Film, der mich seit dem ersten Ansehen gefangen genommen hatte.
telepolis hat nun Schmids 2. Teil online gestellt, der viele Hilfen zum Ansehen von Le Mepris bereithält, und zahlreiche Informationen zu den politischen Rahmenbedingungen liefert. Und nicht zuletzt eine politische Würdigung des gesamten Entstehungsprozesses aus der Perspektive des heutigen #metoo-Diskurses. Weiterlesen