Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Ulrich Heyden

Coronakrise – schafft sie Failed States?

Berichte und Kommentare zu USA, Schweden, Frankreich, Russland, Spanien, Deutschland
Es gibt keinen politischen oder wissenschaftlichen Handwerkskasten, mit dem die aktuelle Krise in einen gedanklichen Rahmen eingepasst werden kann. Das hat auch Vorteile. Das Denken, Analysieren, SchlĂŒsse ziehen kann sich – potenziell! – freier bewegen. Es kann mehr KreativitĂ€t freisetzen. Materielle Bedingung dafĂŒr ist freilich, dass die eigene Existenz nicht bedroht ist. Diese Bedingung wird leider in den meisten FĂ€llen nicht mehr erfĂŒllt. Das illustrieren auch die folgenden Leseempfehlungen:Weiterlesen…

Freunde und -innen

Wolfgang Michal/Freitag sorgt sich um den Genossen Kanzlerkandidaten. Diese Sorge ist berechtigt. Ich kann mich an Jahrzehnte erinnern, da hĂ€tte der Genosse Kanzlerkandidat auf gute RatschlĂ€ge des Genossen Michal vielleicht sogar gehört. Heute, befĂŒrchte ich, bemerkt er das gar nicht – andere Sorgen …
Hans-Christian Ströbele/Freitag erinnert naheliegenderweise an Edward Snowden. Das Schweigen um dessen Lage hat dröhnende Ausmasse angenommen,Weiterlesen…

Sie verstehen nicht

Gesine DornblĂŒth (DLF) / Kölner SchulbĂŒrokratie / Kanzlerkandidaten-Warn-APP
mit Update 26.8.
Als Leser*in dieses Blogs wissen Sie, dass ich Stammhörer des DLF-Wochenendjournals bin. Heute melde ich dazu jedoch weniger Begeisterung als Entgeisterung. Gesine DornblĂŒth, 30 Jahre lang Russland-Korrespondentin (“Das Land liebe ich. Putins Politik ist fĂŒr mich inakzeptabel.”) konnte bei ethnologischer Forschung in Deutschland beobachtet werden. Wie kann es nur sein, dass hierzulande Leute den Putin gut finden (ich nicht; mein Lieblings-Wladimir ist Kaminer) und die Politik der EU und der Nato gegenĂŒber Russland zu feindselig (die HĂ€lfte im Osten, ein Drittel im Westen, ich auch) finden?Weiterlesen…

Putin / Seehofer / Amthor

Vorsicht, in diesem Text geht es steil abwÀrts.
Wladimir Putin hat einen ausfĂŒhrlichen Aufsatz ĂŒber den 2. Weltkrieg redigiert und unter seinem Namen veröffentlichen lassen. Eine vollstĂ€ndige deutsche Übersetzung gibt es z.B. hier. Ich habe mich mit dieser zusammenfassenden und begrenzt-kritischen Zusammenfassung von Ulrich Heyden/telepolis begnĂŒgt. Daraus ziehe ich den Schluss, dass es sich um einen grossen politischen RĂŒckschritt im Vergleich zu Putins Bundestagsrede von 2001 oder auch seiner Rede vor der MĂŒnchener “Sicherheits”-Konferenz 2007 handelt. Den, wie immer, alle Beteiligten am politischen Prozess mitzuverantworten haben.Weiterlesen…

CDU / Facebook / Russland / Brasilien

Albrecht von Lucke/BlĂ€tter analysiert die Lage der CDU. In diesen schnelllebigen Tagen scheint mir sein grundsĂ€tzlich kluger Text nicht mehr ganz auf der Höhe. Armin Laschet inszeniert seine “starker-Mann”-Seite, tritt, so dass es alle Medien auch mitkriegen, Konkurrent Söder ans Schienbein … und wĂ€re in dem Moment unschlagbar, in dem er mit ihm ein ZweckbĂŒndnis eingehen wĂŒrde, wie es die schlaue Merkel einst mit Stoiber tat (und wie er es mit dem kleinen Spahn schon getan hat). Offen muss bleiben, wie lange der Ausnahmezustand, der der CDU nĂŒtzt, bleibt. Und wie lange der Nutzen anhĂ€lt, wenn er beendet ist.Weiterlesen…

MĂ€nner “verlieren keine Zeit” – ausser Olli Dittrich

Olli Dittrich habe ich lange Jahre als Figur des Trash-TV gesehen. Seine frĂŒhen Jahre bei RTL (oder war es SAT1?) sind mir entgangen. Ich hatte kein Interesse und fĂŒrchtete, es sei schlicht zu blöd. In mein Blickfeld trat er erst, und das spektakulĂ€r, als “Schorsch Aigner”, mitinspiriert von seinem Drehbuchautor Tom Theunissen, dem Stellvertreter des Fussballgottes auf Erden. Immerhin war er mir schon in den 90ern als InterviewgastWeiterlesen…

Die Auflösung der BĂŒndnisse

Donald Trump wird vermutlich als Zerstörer internationaler BĂŒndnisse und Ordnungen in die Geschichte eingehen. Sollte ihm eine Wiederwahl gelingen, wird ihm die Vollendung dieses “Werkes” gelingen. Die existenzielle Frage ist: was kommt dann? Sollte es gelingen, einen Labour-Wahlsieg in UK zu verhindern, wird sich auch das “Vereinigte Königreich” auflösen. Schottland und Irland werden eigene Wege gehen, England bleibt als Trumps Pudel ĂŒbrig. SatisfaktionsfĂ€hige BĂŒndnispartner fĂŒr irgendjemand anderen auf der Welt sind sie dann mit Sicherheit nicht.Weiterlesen…

Russland – 78. Jahrestag des deutschen Überfalls

Die meisten, die es erlebt haben, sind tot. Überlebende TĂ€ter und Opfer wollen aus gegensĂ€tzlichen GrĂŒnden nicht gerne daran erinnert werden. Politiker*innen, ausgelastet von Macht- und RangkĂ€mpfen, auch nicht. Wer jedoch nicht bereit ist, aus der Katastrophe zu lernen, wird ihre Wiederholung nicht verhindern. Schon 1852 war bekannt: „Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufĂŒgen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.” So sah es Karl Marx. Was tut deutsche Politik dagegen? Ich weiss es nicht wirklich. Die meisten Medien interessiert es nicht.Weiterlesen…

Russland-Beziehungen – bewegt sich was?

Es tut sich was. Mit der Forcierung des Handelskrieges durch die USA wird die EU und wird Deutschland gezwungen, sich in die binĂ€re Weltsicht einzuordnen. Oder sich bewusst dagegen zu wenden. Das gilt irgendwann fĂŒr alle Aussenbeziehungen: China, Iran, Saudi-Arabien und eben auch Russland. Keine dieser Regierungen erfĂŒllt AnsprĂŒche auf Demokratie und Menschenrechte. Dennoch wollen wir es mit ihnen alles friedlich, diplomatisch, und ökonomisch zum beiderseitigen Nutzen regeln.Weiterlesen…

Feuer unterm SZ-Dach

Weiter unten: Guardian, Sergej Dorenko, Joachim KrĂłl
KĂŒrzlich hatte ich mich ĂŒber die Online-PrĂ€sentation der SZ beschwert. Komplett unschuldig bin ich dennoch daran, dass die Bossin davon, Julia Boenisch, geboren, wo ich auch geboren bin, mir persönlich bisher nicht bekannt, jetzt unter schweres Feuer geraten ist. Das berichtet die in meiner Respekt-Skala weiter aufsteigende Anne Fromm/taz. Den Text von Boenisch, auf den sich die Aufregung bezieht, finden Sie hier. An dem habe ich weniger auszusetzen. Wichtig ist mir die Differenzierung,Weiterlesen…

Frankreich / Russland / Kolumbien / Brasilien / RumÀnien / China

Thomas Pany/telepolis ordnet Macrons letzte Rede ein.
Ulrich Heyden/telepolis berichtet ĂŒber AfD-kritische KrĂ€fte in Russlands Politik- und Wissenschaftsapparat. Tobias Riegel/nachdenkseiten gibt einen kritischen Überblick, wie das quantitative Einschmelzen von deutscher Russland-Berichterstattung qualitativ alles zum Kippen bringt.
Tomasz Konicz/telepolis beschreibt in wĂŒnschenswerter Drastigkeit, wie die kolumbianische RechteWeiterlesen…

Merkel / Corbyn / Putin

Herr Lobo/Sp-on ist noch nicht fertig mit seinem Wutausbruch zur EU-Urheberrechtsreform und hat eine Fortsetzung geschrieben, mit Schwerpunkt auf die Betrachtung der Bundeskanzlerin. Das ist eine gute Idee. Denn was Lobo beschreibt, könnten wir zu jedem anderen beliebigen Thema Ă€hnlich beobachten. Es sind immer Ă€hnliche Mechanismen, mit denen die Aussenpolitik dieser Bundesregierung das Ansehen der EU bei den BĂŒrger*inne*n ruiniert, und damit – man soll ja das Positive sehenWeiterlesen…

Telepolis’ starke Auslandsberichterstattung

Es ist makaber. Die Welt wird kleiner. Aber deutsche professionelle Medien berichten immer weniger international. Korrespondent*inn*en sind teuer und immer ganz oben auf der Liste, wenn in einer Redaktion wieder gespart werden muss. Auslandskorrespondet*innen sind naturgemĂ€ss bei Sitzungen nicht dabei, die darĂŒber entscheiden. Manche vielleicht per Telefon-/Videokonferenz. Entscheidungen werden aber vorbereitet, informell vor den Sitzungen. Gerne via Flurfunk. Also keine Chance.
Immer mehr Zeitungen verlieren so an Relevanz.Weiterlesen…

Jemen / Russland / Indien / Pakistan / Ägypten / Gabun / Italien

Jemen
27mal an 365 Tagen soll die Tagesschau im letzten Jahr ĂŒber die nach Urteil der Uno “schlimmste humanitĂ€re Katastrophe”, den Jemen-Krieg, berichtet haben. DafĂŒr ist es aber deutschen Konzernen umso besser als gelungen, sich am dortigen Massenmord aktiv zu beteiligen. Wenn die Bundesregierung vornerum eine Exportstoppshow spielt, wird hintenrum von auslĂ€ndischen Produktionsstandorten geliefert, und simsalabim – keine*r ists gewesen. (der letzte Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv).
Russland
WĂ€hrend hierzulande ĂŒber Ukraine, Sanktionen und Northstream2 gestritten wird, Ă€rgern sich die Russ*inn*en ĂŒber das Gleiche wie wir: die Rente.Weiterlesen…

Erblindet deutscher Journalismus?

Ältere “was-mit-Medien”-Semester wie ich gerieten vor kurzem bereits in Schreckensstarre, als wir gewahr werden mussten, dass Talkshow-Redaktionen sich als ahnungslos erwiesen, was “Framing” betrifft. Leider beschrĂ€nkt sich das nicht auf Talkshows. Betriebsblinde Ahnungslosigkeit und OberflĂ€chlichkeit breitet sich aus, wie der geschĂ€tzte Kollege Rene Martens in der taz berechtigt beklagt. Selbst Journalist*inn*en, die glauben, Distanz zur Politik zu halten,Weiterlesen…

GefĂ€hrliche Bank / Russland / Illner zur TĂŒrkei

Wie gefĂ€hrlich ist die Deutsche Bank?” lautet die berechtigte Frage der SĂŒddeutschen Zeitung. Können Sie noch mit der Hand schreiben? Dann schreiben Sie mal die im SZ-Text genannten Zahlen mit der Hand auf. Und schauen Sie auf die Uhr, wie lange Sie dafĂŒr brauchen. Dann haben Sie ein GefĂŒhl fĂŒr die Antwort.
Ulrich Heyden berichtet bei telepolis zu den Auswirkungen von Sanktionen gegen Russland. Einerseits kosten sie tausende ArbeitsplĂ€tze. In anderen Branchen wirken Sie wie ein Industrialisierungs- und Konjunkturprogramm.Weiterlesen…

Die andere Seite: Russland, China

In kriegerischen Weltkonflikten bin ich nicht geneigt, einer Seite zu vertrauen. Gelogen und getĂ€uscht wird von allen. Es ist also sehr schwierig, sich ein Bild zu machen. Eine notwendige, keine hinreichende, Bedingung ist, die verschiedenen Positionen ĂŒberhaupt zu kennen.
In dem Strauss der Medien, die ich nutze, nehmen die Kolleg*inn*en des Onlinemagazins telepolis eine herausragende Stellung ein, weil sie diese schlichte Bedingung erfĂŒllen. Mit geringfĂŒgigem Etat und kleinstem Personalstab. Warum nur fĂ€llt das der Mehrheit hiesiger Medien so schwer?Weiterlesen…

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