Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Ulrike Herrmann

Die Machtfrage

“Du hast ein kritisches kapitalistisches Ich. Dabei bist du eine durchschnittlich verbrauchende solidarische Person. Du bist leistungsbereit und dir dabei stets deiner Verantwortung bewusst. Du bist immer ganz vorne mit dabei. Dein Anspruch ist Teil deiner DNA. Du bekommst, was du willst und konsumierst stil- und qualitĂ€tsbewusst. ExklusivitĂ€t ist fĂŒr dich kein Luxus. Du wirst jedoch ausgebeutet, Im Großen und Ganzen bist du zufrieden.”Weiterlesen…

70 Jahre “was die andere Seite denkt”

Das Zitat ist von taz-Redakteurin Ulrike Herrmann, der ich auch in dieser WĂŒrdigung zustimme: “Nirgendwo lĂ€sst sich besser nachlesen, wie Neoliberale die Welt sehen. … Sobald es ums Geld geht, ist niemand genauer als der FAZ-Wirtschaftsteil. … (er) … berichtet zudem nicht nur ĂŒber Unternehmen, Börsen oder Wirtschaftspolitik. Auch die theoretischen Debatten der Ökonomenzunft werden liebevoll abgebildet. In der FAZ lĂ€sst sich kleinteilig verfolgen, wie sehr die neoklassischen Mainstream-Professoren an ihrer eigenen Theorie leiden.” So lĂ€sst sich der Gebrauchswert dieser Zeitung heute zusammenfassen – sofern sie ihr Wissen nicht hinter einer Paywall vermauert.
Über dieses Gesamturteil hinaus möchte ich zwei ehemalige Mitarbeiter wĂŒrdigen,Weiterlesen…

German Silly Money

“Deutsche Bank” und “Bayer”
Die Deutsche Bank, vor wenigen Jahren noch globale Mitspielerin auf allen relevanten ZockerplĂ€tzen des Kapitalismus, scheint beinahe ruiniert zu sein. In den USA hat sie sich in spielentscheidende Fallen locken lassen (u.a. toxische Hypothekenkredite und -papiere) und wurde dort nach Strich und Faden von Behörden und Gerichten milliardenschwer verurteilt (s. auch unten: Bayer). In diesem Prozess hat sie Armeen von RechtsanwĂ€lt*inn*en gut ernĂ€hrt, von denen nicht wenige gerne, wie Leistungssportler*innen, mitten im Wettbewerb auch mal den Verein wechseln, und ihr gewonnenes Wissen mitnehmen und verkaufen.Weiterlesen…

Berlins Blase könnte Wichtiges diskutieren, zur Abwechslung ….

Nichts wird so heiss gegessen, wie es in Berlin gekocht wird. Oder anders formuliert: die Welt dreht sich weiter, auch wenn sie in Berlin ein paar Monate stehenbleibt. Viel heisse Luft wird um die Jamaica-Verhandlungen herumspekuliert. Von Ulrich Horn mit einem Leserkommentar meines Mitautors Roland Appel, zu Lindner ganz anders Ulrike Herrmann in der taz, im gleichen Blatt der wie immer reflektierte Stefan Reinecke.
Georg FĂŒlberth, in emsiger Schreibphase, sieht im Freitag “Jamaica” den Boden fĂŒr die AfD bereiten, die dereinst vom BĂŒrgertum fĂŒr die GrĂŒnen eingewechselt werde, um an anderer Stelle, im Oxiblog, fĂŒr den Autor regelrecht realoorientiert, politische Aufgaben und Forderungen an die zukĂŒnftige Koalition zu adressieren.

Ja, das ist schon mal nicht verkehrt. Bei Anna Lehmann (taz) schnappte ich noch auf, dass man sich bei der Linken “trefflich streiten” könne, zur Aussenpolitik und zu Russland. Ach nee, wĂ€re schön, wenn das nicht mehr heimlich geschĂ€he. Wir könnten den Eindruck gewinnen, dass die auch mal ĂŒber wichtige Themen debattieren.

Ich wĂŒsste hier noch einige:Weiterlesen…

Wirtschaft: Nobelpreis nicht von Nobel / Brexit / Agenda

Ulrike Herrmann/taz schreibt uns eine spannende Geschichte des, nun sagen wir mal, Preises der Schwedischen Reichsbank, der nicht von Alfred Nobel ist, sondern von der Bank als Waffe gegen die damalige sozialdemokratische Regierung geschmiedet wurde.

Eine ausgeruhte Analyse der Brexit-Folgen, fĂŒr die UK-Ökonomie wie fĂŒr uns, gabs heute von Arno Widmann/FR.

Michael Wendl referiert und bewertet im Oxiblog einen Streit zwischen linken Wirtschaftswissenschaftlern um die Beurteilung von Deutschlands HandelsĂŒberschuss und Agendapolitik.

Der alte Mann auf dem Schulhof

Altersstarrsinn ist keine Frage des Alters. Oskar Lafontaine und Albrecht MĂŒller haben historische Verdienste um unsere Republik. Aber gemeinsam mit jĂŒngeren Freund*inn*en könnten sie es schaffen, die RestbestĂ€nde gesellschaftlicher und politischer Linker an ihrem Lebensabend um Jahrzehnte zurĂŒckzuwerfen. In ihrem Glauben an das rechthabende Argument blenden sie jegliche materialistische Analyse aus und verzichten zugunsten primitivster mechanistischer Analyse vollstĂ€ndig auf strategisches Prozessdenken. Stattdessen ziehen sie eine Furche der Zerstörung durch den öffentlichen politischen Diskurs, unter jauchzendem Jubel jener Medien, die sie verbal eigentlich zu bekĂ€mpfen vorgeben.

Wenn es Angestellte waren, die Sahra Wagenknecht geraten haben, an einem FAS-GesprĂ€ch mit Frau Petry teilzunehmen, gehören sie entlassen.Weiterlesen…

TĂŒrkei, Neoliberalismus & Linke, Veganer*innen aufgepasst

Desinteressiert wie meistens ist die hiesige, man darf in diesem Fall auch formulieren: nationale, Öffentlichkeit an den Diskursen anderer LĂ€nder, zumal, wenn wir und viele unserer KorrespondentInnen die Landessprache nicht können. BeschĂ€mend genug fĂŒr Deutsche unter denen Millionen Menschen dieser Sprache leben: die TĂŒrkei. In der taz findet der von mir sehr geschĂ€tzte JĂŒrgen Gottschlich wohl nicht genĂŒgend Platz, um es uns zu erklĂ€ren; so tut er es in den BlĂ€ttern fĂŒr deutsche und internationale Politik. Da stellen sich dann einige Dinge und MaßstĂ€be etwas anders dar,Weiterlesen…

© 2020 Beueler Extradienst

Theme von Anders NorĂ©nHoch ↑