Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Volker Perthes

Jungle World / Öcalan bei Jacobin

Die heute online freigeschalteten Texte der Jungle World erscheinen mir alle lesenswert. PrĂŒfen Sie selbst:
Jana Borchers interviewt die italienische Arbeitsmarktforscherin Stefania Animento: es geht um PrekaritÀt, migrantische ArbeitskrÀfte und gewerkschaftliche VersÀumnisse.
Doerte Letzmann interviewt den torynahen Andrew Foxall, Forschungsdirektor des Studienzentrums fĂŒr Russland und Eurasien bei der Henry Jackson Society, und erhĂ€lt neben erwartbaren auch differenzierende Antworten, die zum Weiterdenken einladen, zur Frage der russischen Einflussnahme.Weiterlesen…

Denkfaulheit

Fleisch schadet dem Denken
In der “New York Review Of Books” war von Michael Pollan unter dem Titel „The Sickness in Our Food Supply“ eine Betrachtung der US-amerikanischen ErnĂ€hrungs- und vor allem Fleischindustrie erschienen, die die BlĂ€tter in einer Übersetzung von Karl D. Bredthauer unter dem Titel “Das große Schlachten” nun auf deutsch veröffentlicht haben. Als Leser*in lernen Sie hier nicht nur was ĂŒber die USA. Das ökonomische System ist hierzulande nahezu identisch. Die Verbitterung des Herrn Tönnies, dass sich all seine politischen Freund*inn*e*n der letzten Jahrzehnte jetzt opportunistisch in Luft aufzulösen versuchen,Weiterlesen…

Denkfabrik

Der Deutschlandfunk betreibt gegenwĂ€rtig auf allen seinen Wellen einen ganzjĂ€hrigen Programmschwerpunkt unter dem Label “Denkfabrik”. Unter fĂŒnf vom Sender vorgegebenen VorschlĂ€gen hatten seine Hörer*innen “Dekolonisiert euch!” gewĂ€hlt, das war noch bevor Black Lives Matter nach dem Mord an George Floyd bis nach Europa geschwappt war. Das Prinzip dieser “Denkfabrik” ist nicht, das gegenwĂ€rtige Radioprogramm coronaartig umzustĂŒlpen, sondern in alle Fachprogramme einzusickern, klassischer Querschnitt, und gut ausgedacht.Weiterlesen…

Perthes zu AKK: “Na, sagen wir mal so …”

Volker Perthes, Chef der Stiftung fĂŒr Wissenschaft und Politik (SWP) bekommt an diesem Wochenende im DLF-“Interview der Woche” (Radioausstrahlung heute 11.05 h) breiten Raum zur Analyse gegenwĂ€rtiger deutscher Aussenpolitik. Keine leichte Aufgabe. WĂ€hrend sein Interviewer Remme sich von der Begriffswelt “der Westen” noch nicht lösen kann, ist Perthes darĂŒber hinaus. Seine Überlegungen kreisen um die realen Handlungsmöglichkeiten einer Bundesregierung, unabhĂ€ngig davon, wer sie aktuell stellt. Billige Effekte, Urteile ĂŒber Einzelpersonen, und seien sie Minister*in, sind nicht seine Sache, jedenfalls nicht öffentlich.Weiterlesen…

SchnitzelkriminalitÀt / Politikberatung / Feminismus im Islam

mit Update: Link zu einem PlĂ€doyer fĂŒrs Fleischessen
Ich gebe zu, ich esse gerne Schnitzel. Besonders gerne ein echtes Wiener, wenn es von glĂŒcklichen Tieren und von glĂŒcklichen Köch*inn*en ist. In Bonn habe ich mal ein sehr gutes im WeinhĂ€uschen am Mehlemer Rheinufer gegessen. Dort hat vor einigen Jahren eine sehr liebevolle österreichische KĂŒche das alte Weinstubenangebot abgelöst – ohne auf gute Weine zu verzichten. In Berlin bevorzuge ich ein Ă€hnliches Konzept in der Westfiliale des CafĂš Einstein in der KurfĂŒrstenstrasse; wegen einer Produktionsfirma in der NĂ€he sitzen da oft bekannte Schauspieler*innen-Gesichter rum – die wissen halt, was schmeckt.
Wenn Sie auch zu denen gehören, die sich das Schweinefleischessen nicht abgewöhnen konnten und/oder wollten,Weiterlesen…

MĂ€nnerkriege und Geschlechterkampf

Ulrike Heider (“Vögeln ist schön”) hat eine kritische Abhandlung zu Michel Foucault geschrieben. Sie erschien im “Jahrbuch SexualitĂ€ten” schon 2016, ist aber frisch geblieben, als hĂ€tte sie es erst gestern vollendet. Es passt wie die Faust aufs Auge auf aktuelle Konfliktlagen zwischen politischen MĂ€chten und Geschlechtern. Ich bemĂŒhe mich um die Genehmigung zur Nachveröffentlichung an dieser Stelle.
Zu diesen Konfliktlagen gehört zum einen die Steigerung der Kriegsgefahr im Persischen Golf.Weiterlesen…

Irrlicht Maas II

Klima – Lateinamerika – Somalia & Somaliland – Multilateralismus
Dem Bundesaussenminister will es nicht gelingen. Bewusst hĂ€lt er sich von jedem innenpolitischen ScharmĂŒtzel fern, und dennoch will es ihm nicht gelingen, so umfragenbeliebt zu werden, wie die meisten seiner AmtsvorgĂ€nger. Hat er keinen Buddy in einem der Demoskopie-Konzerne? Oder fehlt es ihm schlicht an einer politischen Idee, ĂŒber das Managen eines schwierigen, grossen Ministeriums hinaus? Es ist wohl eine Mischung aus alldem.
Eine schöne Aufgabe fĂŒr eine*n Aussenminister*in der Zukunft wĂ€re,Weiterlesen…

INF-AbrĂŒstungsvertrag: Was ist mit China?

Politiker streiten darĂŒber, ob sie eher Russland oder die USA unterstĂŒtzen sollen. Die wirklichen AbrĂŒstungsfragen lassen sie dabei außer Acht.
Welche Konsequenzen hat der Ausstieg der USA und Russlands aus dem INF-Abkommen? Die am Wochenende voll entbrannte innenpolitische Kontroverse in Deutschland ĂŒber diese Frage hat manche Ähnlichkeiten mit der Debatte Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre ĂŒber den damaligen Nato-Doppelbeschluss und die Stationierung sowjetischer und US-amerikanischer Mittelstreckenraketen zwischen Atlantik und Ural. Im Unterschied zur damaligen bipolaren Kontroverse spielen in der aktuellen Debatte aber auch China und andere Staaten eine Rolle,Weiterlesen…

“Ordnungskonkurrenzen” – aus Afghanistan, Libyen, Irak nichts gelernt?

Deutsche Aussenpolitik aus Sicht von Volker Perthes (SWP)
Leser*innen dieses Blogs wissen, dass mein Entsetzen ĂŒber die Praxis der Aussenpolitik unserer Bundesregierungen der jĂŒngeren Vergangenheit eher steigt als abnimmt. Überfordern die zahlreiche SchwelbrĂ€nde die KapazitĂ€ten des Aussenministeriums? Nimmt die aussenpolitische (Aus-)Bildung deutscher Politker*innen ab, weil sie sich zuwenig dafĂŒr interessieren, weil ihre Wiederwahl nicht davon abhĂ€ngt? Oder nehmen die widerstreitenden Interessen in den diversen Bundesministerien so zu, dass daraus keine konsistente Politik mehr herstellbar ist – wie eine verkleinerte Version der Differenzen in der EU?Weiterlesen…

Was lÀuft da zwischen Trump&Erdogan?

RĂŒckzug aus Syrien? – Bombenangriffe in Somalia!
Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass das GĂŒlen-Problem zwischen den USA und der TĂŒrkei nur der Vordergrund sein dĂŒrfte, hinter dem wesentlich bedeutendere geopolitische Interessen, vor allem in Syrien, ausgehandelt werden. Davon ist bereits einiges besser sichtbar geworden.
Volker Perthes (SWP-Chef) artikulierte heute im DLF Weiterlesen…

Jemen – Chance auf Kriegsende?

Mit Update
Eine politisch elektrisierende Nachricht, deren Wahrnehmung hierzulande jedoch von jedem umfallenden Reissack ĂŒbertroffen wird: Martin Gehlen meldet in der FR eine Chance auf das Ende des völkermörderischen Jemen-Kriegs. Wie es bei Kriegen oft ist, könnte vor dem Ende noch ein besonders mörderisches Gemetzel drohen. Nach Gehlens Darstellung spielt die AffĂ€re um die Ermordung Jamal Kashoggis in der politischen Meinungsbildung der USA eine so grosse Rolle, dass sie eine politische Wendung herbeigefĂŒhrt haben könnte.
Schön wĂ€rs. Auch wenn es furchtbar weitergehen könnte.Weiterlesen…

Saudi-Arabien: The Business-Show must go on

Volker Perthes sagte heute im DLF: “Aber mittlerweile ist der Fall Jamal Kashoggi zum Auslöser geworden, um sich Saudi-Arabien und seine Politik sehr viel deutlicher anzugucken.” Machen wir.
In Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad tagt derzeit unter dem Vorsitz des hochwohlgeborenen und auftragsmordverdĂ€chtigen Kronprinzen Mohammed Bin Salman die “Future Investment Initiative” (FII). Der Kronprinz hat ganz richtig analysiert, dass die Mutter aller Weltprobleme die unĂŒbersehbar riesige Menge an grossem Kapital ist, die heimatlos um die Welt irrt und nicht weiss wohin. Der Kronprinz in seiner ganzen Barmherzigkeit bietet diesem Kapital eine Heimstatt an, beim Umbau der Wirtschaft seines Landes. Denn eines Tages,vielleicht noch zu Lebzeiten des jungen Prinzen, ist das Öl alle.Weiterlesen…

Nicht-Bombardieren ist kein “Nichtstun”

Hoffnung auf einen Sieg der Diplomatie, auch der russischen!
Unsere und ihr nahestehende Regierungen haben mitunter wenig Skrupel, den Verzicht auf militĂ€rische Mittel in der Politik als “Nichtstun” zu diffamieren. Eskortierende Medien tun es ihnen nach – hören Sie sich nur mal eine beliebige Presseschau im Radio an. Heute scheint es mal eine gute Nachricht zu geben, von den Unsympathen Putin und Erdogan. Weiss Putin etwa, wie mann mit dem verhandeln muss?Weiterlesen…

Managen, was nicht lösbar ist

Zum Umgang mit vertrackten Konflikten
von Wibke Hansen und Volker Perthes fĂŒr bpb.de

Das Ziel politischer Konfliktbearbeitung liegt selbstredend in der Lösung beziehungsweise Transformation von gewaltsamen Konflikten – im Fall von Kriegen und BĂŒrgerkriegen also um einen Prozess, der letztlich einem nachhaltigen, positiven Frieden den Weg bereitet. In vielen der FĂ€lle, die gegenwĂ€rtig das internationale Konfliktgeschehen bestimmen, scheint dieses Ziel aber selbst auf mittlere Frist unerreichbar zu sein. In Teilen der Wissenschaft und auch der Politik hat sich der Begriff “intractable conflicts” durchgesetzt fĂŒr “hartnĂ€ckige” Konflikte, die sich den LösungsbemĂŒhungen internationaler Akteure anhaltend entziehen.Weiterlesen…

Perthes/SWP: “E3” mĂŒssen jetzt selbststĂ€ndig handeln

Deutschland, Frankreich und Grossbritannien mĂŒssen das Iran-Atomabkommen ohne die USA retten

Ich kannte den Begriff “EU/E3” noch nicht. Und diese Art der Intervention ist fĂŒr einen unabhĂ€ngigen wissenschaftlichen Berater von Bundesregierung, Parlament und Öffentlichkeit nicht ohne Risiko. Volker Perthes publizierte gestern auf der Homepage der Stiftung fĂŒr Wissenschaft und Politik (SWP), der er als Direktor vorsteht, eine klare Haltung zum Vorgehen um das Atomabkommen mit dem Iran. Exakt am Tag der Washington-Premiere von Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD), der bisher nicht durch profilierte oder gar innovative Positionsbestimmungen auffiel. Beide Herren werden noch viel und intensiv zusammenarbeiten mĂŒssen.
Perthes hat in den letzten Jahren zu denen gehört, die politisch intensiv an der Ermöglichung dieses Abkommens gearbeitet haben.Weiterlesen…

Iran: Nuklearabkommen abhĂ€ngig von EU, Rußland und China

USA verschĂ€rfen Sanktionsdrohungen gegen europĂ€ische Firmen – Weltweit fast einhellige Kritik am Ausstieg der USA aus dem Abkommen – Zustimmung nur in Israel und Saudiarabien

Nach dem am Dienstagabend von PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigten RĂŒckzug der USA aus dem Nuklearabkommens mit Iran und der Wiedereinsetzung umfassender Sanktionen gegen Teheran macht die dortige Regierung ihre weitere Bindung an das Abkommen von der Haltung der fĂŒnf anderen Vertragsstaaten Rußland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland abhĂ€ngig. Am kommenden Montag wollen die Außenminister der drei EU-Staaten in BrĂŒssel mit ihrem iranischen Amtskollegen zusammentreffen. Die Entscheidung Trumps zum RĂŒckzug aus dem Abkommen stieß fast weltweit auf scharfe Kritik und wurde auch in Deutschland parteiĂŒbergreifend verurteilt. UnterstĂŒtzung erhielt Trump lediglich aus Israel und Saudiarabien.Weiterlesen…

Perthes (SWP): Syrien-Lösung nicht ohne UN

Volker Perthes, Chef der Stiftung fĂŒr Wissenschaft und Politik, gab heute (sehr) frĂŒh im Deutschlandfunk eine strategische EinschĂ€tzung zur aktuellen Syrien-Konfrontation. Er sieht in den politischen BemĂŒhungen einen klaren Vorsprung von Macrons Frankreich vor allen anderen, und stĂŒtzt in meinen Augen insofern die Hypothese, die Thomas Pany schon vor ein paar Tagen bei telepolis referiert und heute hier mittels eines Macron-Interviews aktualisiert hat.Weiterlesen…

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