Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Wolfgang Pomrehn (Seite 1 von 3)

Erdogan – too big to fail?

Und: Neue Detektivarbeit zur Sars-Cov-2-Herkunft
Christian Kreiß/telepolis meint, die Türkei könne die nächste Weltfinanzkrise auslösen. Seine Darlegung liest sich für mich schlüssig. Er wählt nicht die häufig von Tomasz Konicz gepflegte apokalyptische Tonlage, sondern bleibt cool. Eine wichtige Stelle: “Letztlich beruht das Funktionieren aller Schuldbeziehungen, aller Kredit- und insbesondere der riesigen Anleihemärkte auf dem Glauben der Geldgeber, auf dem Vertrauen, dass das Geld zurückbezahlt werden wird. Weiterlesen

Wundersame Bahn LXXVI

Wenn keiner da ist, der das Licht anmacht, hält der Zug nicht
So geschehen gestern in den frühen von mir verschlafenen Morgenstunden am Bahnhof Beuel. Die Jüngeren können es nicht wissen. Aber ich habe Zeiten erlebt, in denen es in Beuel noch Bahnsteigbeamte, Fahrdienstleiter, Gepäckservice, Bahnhofsgaststätte gab, und sogar Züge: nach Barcelona (Port Bou), Lecce (Apulien, Italien), Athen und Rijeka (damals noch Jugoslawien). Da sah der Bahnhof auch nicht einsturzgefährdet aus (schauen Sie in der Schalterhalle mal an die Decke). Weiterlesen

Angst vor der eigenen Nichtigkeit

(Kapitalistische!) Aufmerksamkeitsökonomie: Glasgow, Meta, Frankreich, “Cancel Culture”, Spiegel & Gates
Sibylle Berg ist darüber schon lange hinweg. Ich übe noch. Aufregung und Ärger zeigen uns, dass wir noch am Leben sind. Besser als anders. Wenn alles egal ist, ist es das (menschliche) Leben auch. Es ist also nicht egal, was die Weltgemeinschaft – organisiert in der UNO – in Glasgow veranstaltet und debattiert. Im Gegenteil. Wenn Ihnen “das alles” zuviel ist, lesen Sie wenigstes Wolfgang Pomrehn/telepolis – der fasst das Wichtigste zusammen. Weiterlesen

Die guten Nachrichten

Strauchelnde Digitalkonzerne / Richtungsuchende Ampel / Das Beste zur Buchmesse
Da war ich baff. Steht die EU nicht für so viel Schlechtes: Langsamkeit, Bürokratie, Begriffsstutzigkeit, Politik wie Teppichhändlerei? Das war schon immer ein spezielles deutsches Zerrbild. Damit soll überdeckt werden, dass Deutschland – nach dem Brexit mehr als zuvor – der Dominanzhäuptling ist. Bisweilen so penetrant, dass er Widerwillen mobilisiert. Wenn nicht vornerum, dann hintenrum. Mehr darüber erfahren Sie in Paris. Dennoch eine Überraschung, für Leser*innen der Edit-Policy-Kolumne von Julia Reda nicht ganz so gross, wie für alle andern: nach einem Bericht von Alexander Fanta und Harald Schumann für netzpolitik.org kommt das Digitale-Märkte-Gesetz, und ist an überraschend vielen Stellen nicht nur schlecht geworden. Weiterlesen

Wahlkampfthema Klima

Der*die Deutsche will die Welt nicht retten, sondern in Ruhe gelassen werden. Dem wird er und sie bei der Bundestagswahl ein weiteres Mal Aus- und Nachdruck geben (Video 45 min). Er und sie wissen ja noch nicht mal, dass ein entscheidender “Erfolg” der Ära Merkel ist, dass die deutsche Bundesregierung jetzt unumstrittener Boss in der EU ist. Also will auch die EU die Welt nicht retten, logisch. Bleibt also alles an den USA und China hängen. Ob es da gut aufgehoben ist? Weiterlesen

Sie diskutieren einfach nicht

Was läge näher, als nach dem Afghanistan-Desaster die militärisch dominierten Entwicklungsstrategien zu problematisieren? Warum lösen diese Interventionen keine Probleme, sondern schaffen neue? Offensichtlicher als in diesen Tagen geht es doch nicht. Stattdessen von der CDU bis zur Linkspartei ritualisierte Bekenntnis-Ultimaten. Bist Du für oder gegen die Nato? Für oder gegen die Bundeswehr? Der Streit geht nicht um die Sache, sondern wird instrumentalisiert geführt: wer darf am Diskurs noch teilnehmen? Und wer wird als Verräter*in ausgegrenzt? Ist das öde. Ist das verblödet. Weiterlesen

Die schlechten Nachrichten

Klima – Kriegsgefahr – Corona
Ich bin gegen Laune verderben. Wenn Sie das gerade überhaupt nicht gebrauchen können, lesen Sie lieber woanders weiter. Aber als Sieger*innen der Evolution, die andere fressen statt gefressen zu werden, sind wir leider für das Geschehen auf diesem Planeten mehr verantwortlich als andere. Darum ist das Leben nicht nur schön und lustvoll, sondern vor allem auch ernst. Was ich hier aus den Werken der telepolis-Redaktion weitervermelden möchte, ist insofern eine gute Nachricht, dass es sich um guten Journalismus handelt. Weiterlesen

Ökonomie der Verbundenheit

oder “Philosophie” des “selber schuld”?
Fühlen Sie sich von Margarete Stokowski/Sp-on “gehasst”? Ich fühle mich zwar als Mann, aber von diesem Gedanken bin ich weitestmöglich ever entfernt. Ist es etwa Selbsthass, wenn ich wünsche, über Stokowski hinaus, dass die Männer, die aktuell ins Weltall fliegen und das als Geschäftsmodell kreieren wollen, am besten gleich dort bleiben? Nein, das ist Klassenhass. Den leugne ich nicht. Weiterlesen

Die guten Nachrichten

Zagreb und der EU-Osten / Weltbevölkerung und Ernährung / Bonns Pandemiezahlen
Zagreb, die Hauptstadt Kroatiens, ist halb so gross wie Sachsen-Anhalt. Kroatien hat hier im Rheinland ungefähr das gleiche Image: ziemlich rechts. Haben “die” nicht sogar mit den Nazis zusammengearbeitet (“Ustascha”)? Liebgewordene Vorurteile. Norma Tiedemann/Jungle World berichtet nun über ein erfreuliches Ergebnis der Kommunalwahl in der kroatischen Hauptstadt.
Den Ex-Bonner und heute kulturell weitgehend naturalisierten Grazer Norbert Mappes-Niediek hätte das nicht überrascht. Weiterlesen

Despoten sind nicht geschäftsfähig

Doch wer sagts Merkel, Maas und Flinten-Uschi? – Weltweites Impfdesaster
Der Vorteil von Despoten ist, dass mann*frau nur eine Telefonnummer braucht, und glaubt, darüber alles regeln zu können. In Krisenfällen, also wenn der Despot, also nur mal als Beispiel: Erdogan, eine Neuwahl hat, muss die Bundeskanzlerin hinreisen, um ihn öffentlich aufzuwerten, und als “Partner” zu erhalten. Über Kleinigkeiten, wie den Einmarsch in Nachbarstaaten oder die illegale Besatzung des EU-Mitgliedes Zypern muss frau da auch mal hinwegsehen können. Weiterlesen

« Ältere Beiträge

© 2021 Beueler-Extradienst

Theme von Anders NorénHoch ↑