Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Zeit-Online

Alter? Ist doch ganz egal

JĂŒngere sind nicht automatisch doof, weil sie jĂŒnger sind. Und Ältere nicht, weil sie Ă€lter sind. Widmen wir uns also der Sache – und ziehen keine SchlĂŒsse aus Geburtsdaten
Junge Leute haben gemeinsam, dass sie jung sind, und das ist weder eine tolle Eigenschaft noch eine schlechte. Überzogene Hoffnungen, die Ältere oft mit ihnen allein wegen des Geburtsdatums verbinden, sind vor allem eines: Kitsch. WĂ€hrend Kritik an ihrer mangelnden Erfahrung meist ohne weitere Argumente auskommt, sondern sich lediglich nörglerisch und schlecht gelaunt prĂ€sentiert.

Thomas Mann war etwas jĂŒnger als Rezo, Weiterlesen…

Es ist der Rassismus, Dummkopf!

Die Ungleichheit von Rechts und Links
Die GroKo-Parteien CDU und SPD geben sich als unverstandene Opfer. Eingeklemmt von Rechts und Links können sie keine Wahl mehr gewinnen. Opfersein war schon immer ein herausragendes deutsches Talent. Es ist aber nicht genetisch, sondern sozial erlernt. Mit dieser Deutung ist schon mal eine Ungleichheit zwischen Rechts und Links markiert. Eine weitere hat der Soziologe Alexander Yendell im Sp-on-Interview herausgearbeitet: es ist der Rassismus, das Minderbewerten anderer Menschen.Weiterlesen…

Kritik an KĂŒhnert, Bertelsmann, Pornos

Nach dem bei Zeit-online hinter Paywall vermauerten Interview des jungen Sozialisten Kevin KĂŒhnert ist eine Unmenge an unsinnigem Blech ĂŒber ihn und uns als Öffentlichkeit hereingebrochen. Zwei Texte möchte ich herausheben, weil sie eine Hilfe zum Weiterdenken sein können: Lukas Franke/carta “Die Belebung der politischen Diskussion braucht keinen Populismus” und Tomasz Konicz/telepolis “Debatte um Enteignungen: Ein Schritt in die richtige Richtung”.
Der Bertelsmann-Konzern ist eine absteigende Macht Weiterlesen…

Achse gebrochen

Wer rettet die deutsche Beziehung zu Frankreich?mit Update 1.5.
Georg Blume war schon immer ein heller Kopf. FĂŒr die taz berichtete aus den grössten LĂ€ndern der Welt, China und Indien. Immer erhellend, immer weit ĂŒber dem durchschnittlichen Niveau hiesiger Medien. Die taz war und ist immer ein Durchlauferhitzer begabter Journalist*inn*en. So war ein Abgang Blumes dort absehbar. ZunĂ€chst hatte ihn Zeit-online erspĂ€ht. Dann kam wohl ein Spiegel-Angebot, das mann nicht ablehnen kann.
Im momentanen Aufmacher von Spiegel-online zeigt Blume nun die klare Kante, die Frankreichs PrĂ€sident Macron gegenĂŒber Deutschland ziehen will.Weiterlesen…

Die AttentÀter

Mit Update
Wenn (mutmassliche) AttentĂ€ter vor Abschluss von Ermittlungs- und Gerichtsverfahren erschossen werden, dann kann das Notwehr gewesen sein, unvermeidlich. In Strassburg sollen das Anwohner*innen sogar mit Beifall bedacht haben. Wer wie sie sein Leben bedroht empfindet, also ein Trauma live erlebt, kann so reagieren, menschlich und verstĂ€ndlich. FĂŒr uns aus sicherer Distanz und Ferne bietet sich ein anderes Bild: Vertrauen wird so nicht geschaffen.Weiterlesen…

Jutta Cordt ist halt nicht Maaßen

Die Chefin des Bundesamtes fĂŒr Migration musste gehen, obwohl der Skandal in ihrer Behörde gar keiner war. Und niemand empört sich?

Dass ĂŒber vermeintliche Skandale mit grĂ¶ĂŸeren Schlagzeilen berichtet wird als ĂŒber eine spĂ€tere Erkenntnis, es sei doch alles nur halb so wild gewesen, ist nicht neu. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass oft Menschen unter dieser Praxis zu leiden haben, fĂŒr die sich kaum noch jemand interessiert, wenn sich die allgemeine Aufregung erst einmal gelegt hat. Pech fĂŒr Jutta Cordt.Weiterlesen…

FlĂŒchtlinge: Aufnehmen / Daten: Sammeln

Der Appell der Rheinland-StĂ€dte an die Bundeskanzlerin zur vermehrten Aufnahme von FlĂŒchtlingen hat breites, weltweites Echo gefunden. Er ist nĂ€mlich Teil einer ebenso weltweiten Bewegung. Da kriegen manche Rechte so viel Angst vor, dass sie angeblich Döseldorfs OB sogar mit dem Tode bedroht haben. Die Jungle World berichtet in ihrem dieswöchigen Schwerpunktthema ĂŒber diese StĂ€dtebewegung, hier der erste online frei lesbare Text – die ĂŒbrigen werden schrittweise spĂ€testens bis Dienstag von der Redaktion online frei zugĂ€nglich geschaltet.
Das Niveau des politischen Streits um Sahras und Oskars Sammlung ist bereits tief gesunken, hier Mely Kiyak bei Zeit online, und hier die noch tiefere Replik der nachdenkseiten (ganz nach unten scrollen! sic!). Im Kern geht es nach meinem Eindruck nicht um politische Bewegungen, sondern um das Kapital der Zukunft: die Daten.Weiterlesen…

#metoo Charlotte Roche / Sarkozy & Ghadafi / C-Waffen

In Köln ist sie hinter der BĂŒhne als “Zicke” verschrien. Was sie aber auf die öffentliche BĂŒhne bringt, ist alles erstklassig durchgearbeitet und erfolgreich. Charlotte Roche ist darum fĂŒr Gebhard Henke in der WDR-#metoo-Debatte eine sehr starke Kontrahentin. Sie sprach mit Zeit-online. Was sie dort schildert, entspricht einer vergleichbaren Geschichte einer – beruflich sehr erfolgreichen – guten Freundin von mir. Das spĂ€te Sprechen darĂŒber ist ein Zeichen fĂŒr die tiefe Schockstarre, in die Betroffene geraten, immer mit dem Risiko dauerhafter Traumatisierung. Darum ist das Sprechen wichtig. Alles muss raus. Und die Jungs, die das wagen, sind nicht mehr sicher. Im WDR, der auch nur ein Beispiel fĂŒr ĂŒberall ist, wird darĂŒber kein Gras mehr wachsen.
Daran scheitert auch Nicolas Sarkozy,Weiterlesen…

Indien / US-Schwarze / SPD / Burmester

Streng in der Reihenfolge von Grösse und Bedeutung:
Indien wurde hier schon als grĂ¶ĂŸter Datenschutz-Markt der Welt bezeichnet. Weil dort der Bedarf besonders gross ist, wie nicht zuletzt seine Regierung unter Beweis stellt. Die Junge Welt berichtet (als Einzige?), inhaltlich anknĂŒpfend an die von mir jĂŒngst erwĂ€hnte dpa-Meldung, wie die indische Bundesregierung den Facebook-Skandal aufblĂ€st, um ihre eigenen Schandtaten dahinter zu verbergen.

Zwei sehr, sehr empfehlenswerte Texte der BlĂ€tter fĂŒr deutsche und internationale Politik sind online:
Inken Behrmann zieht eine politische KontinuitĂ€tslinie von Martin Luther King zu den heutigen Bewegungen Black Lives Matter und und Movement fĂŒr Black Lives (M4BL).
In den USA ist derzeit besonders auffĂ€llig, was sich Wolfgang Michal fĂŒr Deutschland und die SPD erst wĂŒnscht: Weiterlesen…

Uruguay / Österreich / China / Nahost

In Mönchengladbach könnte der Weihnachtsbaum rechtzeitig zum Fest in Brand geraten, in Dortmund entdecken sie ihre Liebe zu Österreich – ob sie sie rechtzeitig wieder loswerden? – doch das zentrale Fussballereignis passierte in Uruguay: dort wurde nĂ€mlich die Meisterschaft entschieden. Andre Dahlmeyer berichtet in der Jungen Welt. Lieber Andre, ich weiss jetzt, warum Du so schreibst wie Du schreibst: Du willst auf keinen Fall eines Tages durch Algorithmen ersetzt werden. Meine Leserschaft dafĂŒr hast Du. Wenn es omline steht ;-)
Liebe zu Österreich: die NachtzĂŒge, Stefan Schirmer/Zeit-online berichtet und beweist erneut, dass die Unternehmenskultur in deutschen BĂŒrokratien dysfunktional und geeignet ist, unsere Volkswirtschaft zu ruinieren.
Bei Ulrich Horn diskutierten wir jĂŒngst, ob und warum China heute vieles besser kann. Wenn es vom Alibaba-Chef richtig dargestellt und von Florian Rötzer/Telepolis-Chef korrekt berichtet wird, gehe ich in den Widerstand gegen „Smart Cities“.
An Widerstand ist im Nahen Osten kein Mangel. KlĂŒgere Analysten haben bereits bemerkt, das Trump nicht nur Feuer legt. DarĂŒberhinaus stĂ€rkt er wirksam die, die er als seine Gegner/Feinde deklariert, in Alabama und im Iran. Könnte ihm nur jemand den roten Knopf wegnehmen?

Saisonbilanzen im Fussball

Eine recht gute Übersicht ĂŒber aktuelle Fussballstrategien lieferte heute Thomas Schmitt im Handelsblatt. Seinem Loblied auf RB Leipzig folge ich nicht. Es gehört zur Philosophie des Handelsblatts, Sponsoren- und MĂ€zenatenherrschaft anzubeten. Im gleichen Blatt finden sich die Indizien dagegen. Sie werfen sich Oligarchen und Konzernmagnaten in die Arme fĂŒr jedes Geld der Welt. Was passiert aber, wenn die die Lust verlieren? Mateschitz (Leipzig), KĂŒhne (HSV), Tönnies (S04), Hopp/SAP (Sinsheim), VW (Wolfsburg, Ingolstadt, Braunschweig, Bayern u.v.m.) – es geht ihnen wenn ĂŒberhaupt nur am Rande um Fussball, sondern um Imagetransfer, um Herrschaft ĂŒber Entertainment, um Eitelkeit, und nicht selten um GeldwĂ€sche.
Darum ist Schmitts Druck fĂŒr eine höhere KonkurrenzfĂ€higkeit des oberen Mittelfeldes der Bundesliga zwar berechtigt, aber unrealistisch. Mönchengladbach muss jetzt sparen, wenn es nicht den Weg von S04 gehen will und die diesjĂ€hrigen Probleme von Mainz 05 sollte man besser vermeiden. Das ist diese Saison gelungen, so unbefriedigend sie verlief. Das Vorjahr war ein Ausreisser nach oben. Jetzt heisst es: vernĂŒnftig bleiben.
Es gibt einen anderen Problemfall, den das Business und seine Medien gerne beschweigen: die kriminelle Wettmmafia. Deren öffentliche Werbung mĂŒsste mindestens so verboten werden, wie die fĂŒrs Rauchen. Aber wahrscheinlich ist das Business schon viel zu abhĂ€ngig, um sich von diesen Tentakeln noch befreien zu können. WĂ€re ein guter Job fĂŒr die EU, und fĂŒr SaubermĂ€nner in Innenministerien. Traut sich einer?
Sympathisch wie immer: Yves Eigenrauch. Menschbleiben im Fussball, eine Kunst. Sein Interview mit Zeit-online erinnerte mich an Hans (nichts-mit-Medien) SchÀfer. Der hÀtte allerdings auch dieses Interview gar nicht gegeben,

Whiteness / NSU / Saudis / Portugal / Wahl-Legenden

Ich bin weiss, mĂ€nnlich, heterosexuell – und damit Angehöriger einer Minderheit. In unserer gesellschaftlichen und politischen Sprach- und Begriffswelt wird aber so getan, als wenn das das Normale sei. In dieser Feststellung ist den AnwĂ€lt*inn*en der “Critical Whiteness” zuzustimmen. Gesellschaftspolitische Debatte und selbstermĂ€chtigte Psychobehandlung Einzelner sollte man aber auseinanderhalten können, wenn man an politischen BĂŒndnissen und Erfolg interessiert ist und rassistischen Ideolog*inn*en nicht in die Falle tappen will, plĂ€diert Leander F. Badura im Freitag.

Schlimmer als falsches politisches Denken und Reden ist falsches politisches Handeln. Die NSU-AffĂ€re besteht aus nichts anderem,Weiterlesen…

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