Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Zeitungsverleger

Nachrichten-Konjunkturen

“FinCEN-Files” – GeschĂ€ftsmodelle stehen gutem Journalismus im Weg
Vorweg, was alles gut ist. Wenn 200 Journalist*inn*en aus 70 LĂ€ndern (welche Verschwörungstheoretiker*innen haben nur wieder den Soros in den Wikipedia-Eintrag reingeschrieben?) sich zusammentun, um dem global agierenden Grosskapital hinterherzurecherchieren ist das gut. Und besser, als wenn sie gegeneinander konkurrieren und sich von Spindoktor*inn*en instrumentalisieren lassen wĂŒrden. Wenn sie im konkreten “FinCEN”-Fall internationalen Grossbanken (inkl. der “Deutschen”) und der GeldwĂ€sche krimineller Oligarchen diverser LĂ€nder auf die Finger gucken, und das damit verbundene Staatsversagen diverser LĂ€nder aufdecken, ist das gut.Weiterlesen…

Paywall statt Porno

Deutsche Zeitungsverleger werdens nicht mehr lernen
Rachel Meghan Windsor, geb. Markle könnte u.U. in die Geschichte eingehen, weil sie die Erste war, die es wagte Rupert Murdoch die Stirn zu bieten. Sie will sich den kriminellen “Journalismus” der Sun nicht mehr bieten lassen. Und siehe da, 75 Politikerinnen aller britischen Parteien haben sich mit ihr solidarisiert. Dabei wĂ€re alles ganz einfach. Ich habe es 5 Jahre lang als Mitarbeiter eines Landtagsfraktionsvorsitzenden praktiziert: wenn das Revolverblatt scheissfreundlich am Telefon um exklusive Informationen oder gar ein Durchstellen zum Chef bettelt, ebenso scheissfreundlich rein “termindedingte” Körbe geben – bis sie eines Tages das Anrufen aufgeben.Weiterlesen…

KriminalitÀtsexport vor Rechtsstaat

weiter unten: Niggemeiers Döpfner-Abrechnung jetzt komplett online
Hier der aktuelle Wasserstandsbericht Thomas Mosers/telepolis aus dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu Anis Amri und – mutmasslich – seinem Attentat am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016. Mosers Bericht legt zum einen nahe, dass entweder die Bundesregierung den Ausschuss strategisch belĂŒgen lĂ€sst. OderWeiterlesen…

BfV-Fall (oder -Mann?) Amri / Deutsche “True Media”

Thomas Moser/telepolis hört nicht auf. Und ich nicht damit, auf seine Arbeit hinzuweisen. Der Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz ist jetzt schon ĂŒber zwei Jahre her, der mutmassliche TĂ€ter erschossen. Aber die Familien der 12 Todesopfer, die zahlreichen Verletzten und die demokratische Öffentlichkeit werden niemals aufhören die AufklĂ€rung dieses Verbrechens zu fordern, so lange sie von den sog. “Sicherheits”-Behörden dieses Landes verhindert wird. Jetzt hat ein Beamter des LKA-Berlin (aus Versehen?) rausgelassen,Weiterlesen…

Kommt jetzt das “Deutsche Facebook”?

KĂŒppi hat sich vorgestern noch zurecht lustig gemacht ĂŒber die SchlĂ€frigkeit deutscher, und öffentlich-rechtlicher Medienpolitik. Wenn es aber mehr als ein GerĂŒcht ist, dass der Intendant des Bayrischen Rundfunks und amtierende ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm (und ehemalige Merkel-Regierungssprecher, CSU) sowie der ehrenamtliche PrĂ€sident des Bundesverbandes der Zeitungsverleger Mathias Döpfner, im Hauptberuf Boss des Springer-Konzerns, darĂŒber enrsthaft strategisch sprechen wollen, dann wĂŒrde aus der Juxerei ĂŒber die Penner Ernst. Weil das Risiko fĂŒr einen teuren und politisch gefĂ€hrlichen Alptraum steigt.

Warum sollten Wilhelm und Döpfner das tun? Sie mĂŒssen ein Kriegsbeil zwischen den von ihnen reprĂ€sentierten Lobbyorganisationen begraben. Wie geht das? Durch einen gemeinsamen Feind. Doch was kommt dann unten raus?Weiterlesen…

RevolutionĂ€r Beethoven / BILD-“Zeitung” – bald endlich vorbei?

Im Interview mit der Jungen Welt erklĂ€rt der Musikverleger und Journalist Berthold Seliger u.a. die revolutionĂ€re Einstellung von Ludwig van Beethoven: “FĂŒrst, was sie sind, sind Sie durch Zufall und Geburt, was ich bin, bin ich durch mich.” Wir könnten nun dem Linken Seliger entgegen halten, dass das doch das klassische bĂŒrgerliche Motiv im Neoliberalismus ist: des eigenen GlĂŒckes Schmied zu sein. Andererseits: eine solche SelbstermĂ€chtigung dem eigenen Arbeitgeber und Finanzier entgegen zu bringen – wie hĂ€ufig kommt das heute vor? Bonns Generalmusikdirektor Dirk Kaftan und auch Beethovenfest-Intendantin Nike Wagner ist diese politische Haltung Beethovens bestens bekannt; Frau Wagner hatte sich ja sogar in der Festspielhausdebatte Weiterlesen…

Gebt den Journalismus und die Mediatheken frei!

In der abgelaufenen Woche war wieder MinisterprĂ€sidentenkonferenz. Die Regierungschefs der BundeslĂ€nder sind die, die in Deutschland gesetzlich ĂŒber die Medienpolitik bestimmen. Sie handeln GesetzentwĂŒrfe aus, bzw. lassen sie von ihren “Rundfunkreferent*inn*en und Staatskanzleichefs aushandeln. Und die Landtage als Parlament können dann nur noch Ja oder Nein sagen. Wenn nur einer von 16 Landtagen Neinsagen wĂŒrde, wĂ€re das Gesetzeswerk gescheitert. Demokratie ist was Anderes.

Dieses Verfahren ist ideal fĂŒr Lobbyarmeen. Was ist das Besondere an denen? Dass Sie und ich, als Zuschauer*in, Leser*in, GebĂŒhren- und Steuerzahler*in ĂŒber keine verfĂŒgen.Weiterlesen…

Verleger im Kampf gegen Öffentlichkeit und Marktwirtschaft

Die Zeitungsverleger haben sich in den letzten Jahren an Gebietsmonopole gewöhnt. Beim Bonner General-Anzeiger gabs deswegen vor kurzem eine Hausdurchsuchung des Bundeskartellamts. Jetzt ist Verleger Lensing-Wolff wieder ausgeflippt, in diesen Dingen ein ĂŒblicher VerdĂ€chtiger. In MĂŒnster hat er vor einiger Zeit eine komplette Lokalredaktion an die Luft gesetzt. In Dortmund hat die WAZ fĂŒr ihn den Markt gerĂ€umt, nachdem sie ihn vorher aus dem westlicheren Ruhrgebiet herauskomplimentiert hatte.
Nun stört sich Herr Lensing-Wolff an der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Dortmund, mit sogar verhalten abwartender UnterstĂŒtzung des Deutschen Journalisten-Verbandes in NRW. Ich weiss nicht, ob die Herren in den letzten Jahren was gemerkt haben, als die Welt sich unaufhörlich weiterdrehte. Wenn sie weiter den Markt freirĂ€umen wollen von anderen Nachrichten-Verbreiter*inne*n als sich selbst,Weiterlesen…

Mit einer guten Sache gemein machen – Medienkritik vs. asoziale Medien

von Christian NĂŒrnberger / Otto-Brenner-Stiftung
Keynote zur medienpolitischen Tagung / Verleihung des Otto-Brenner-Preises am 21.11. in Berlin

1 Von der Informations- zur Desinformationsgesellschaft

Zwischen 2014 und 2016 ist auf die deutschen Medien die heftigste Medienkritik niedergeprasselt, die es je gegeben hat. Dann aber wurde der Fakenews-Produzent Donald Trump US-PrĂ€sident, und gleichzeitig begann sich herumzusprechen, dass die grĂ¶ĂŸten Desinformations-Schleudern nicht die Mainstream-Medien sind, sondern die tausend Plapper-Foren in den sozialen Medien und die Propaganda-und Fakenews-Fabriken in Russland. Retten wird das die Medien trotzdem nicht, denn

2 Das Raumschiff Erde gleitet gerade von der Guten- in die Zuckerberg-Galaxis

Und gerade dort, in der Zuckerberggalaxis, verhungern die Medien. Der Geldstrom, der einst aus der Werbung in die Zeitung und das Privatfernsehen floss, fließt jetzt zu den vier großen Big-Data-Konzernen, vor allem zu Facebook und Google.

3 Kommt ein Narrenschiff gefahren …

Die solchermaßen in ihrer Existenz bedrohten Verlage haben darauf zuerst zu spĂ€t, anschließend falsch reagiert, und sind dann auch noch von einem Narrenschiff gerammt worden. Auf dem Schiff tummelte sich das zu Verschwörungstheorien neigende, an Fakenews und alternative Fakten glaubende Aluhut- und Pegidavolk und rief LĂŒgenpresse und Haut die Presse auf die Fresse.

Rund zwei Jahre lang wurde von diesem Schiff aus auf die Presse geschossen wie noch nie. Aber nur dank des Echoraums der mittlerweile erfundenen sozialen Medien konnte die LĂŒgenpresse-LĂŒge eine so hohe Aufmerksamkeit erzielen, dass die beschimpften Journalisten zuletzt selber glaubten und schrieben, dass ihnen niemand mehr glaube.Weiterlesen…

GA & EXPRESS – was soll nur werden?

Roland Appel schrieb unten schon, was zu den kommenden, den asozialen Medien zu sagen ist, und wie krank deutsche Zeitungsverleger*innen, ihre leitenden Angestellten und LobbyverbÀnde damit umgehen. Was Roland schreibt, betreiben sie so Àhnlich seit Jahrzehnten. Und ebenso kontinuierlich entwickeln sich ihre GeschÀftszahlen. Dass da ein sachlicher Zusammenhang bestehen könnte, darauf sind sie noch nicht gekommen.
So hat also der Express vor einigen Monaten den Bonner Lokalteil zusammengestaucht. Ich lese ihn immer bei Olivotti (jetzt ist also Winterpause), es ist schon etwas sehr umstÀndlich, trotz der grossen Buchstaben die Bonner Seiten noch zu entdecken.
Vom General-Anzeiger weiss ich von mehreren engagierten Mitarbeiter*inne*n, wie sie sich den Arsch aufreissen, um jeden Tag ein anstĂ€ndiges Lokalblatt zustande zu bringen, dafĂŒr aber in keiner Weise mit zusĂ€tzliche Kolleg*inn*en belohnt werden.
Das Ergebnis an der Kasse, laut den aktuellen ivw-Quartalszahlen: GA -4%, Express -10%., im Vergleich zum Vorjahrsquartal.
ivw-Zahlen sind harte Fakten, und also auch harte WĂ€hrung fĂŒr die Werbewirtschaft. Es gibt parallel regelmĂ€ssige “Media-Analysen”, mit denen die Verlage lieber PR machen, weil die höhere angebliche Leser*innen*zahlen ermitteln; die basieren aber nur auf Umfragen.

Die Verleger*innen werden dabei bleiben, auf sinkende VerkĂ€ufe mit sinkender QualitĂ€t (PersonalkĂŒrzungen und andere Kostensenkungen) zu antworten. Wer mal damit MilliardĂ€r*in geworden ist, und dann absteigen muss, der/die hat Panik, und ist nicht Teil der Lösung, sondern das eigentliche Problem.

Zeitungsverleger laufen Amok

Wenn eine Branche sich entschliesst, den fĂŒhrenden ReprĂ€sentanten des Springer-Verlages zu ihrem politischen FĂŒhrer zu wĂ€hlen, muss es schon schlimm um sie stehen. Tut es auch. Der Springer-Konzern ist unter den deutschen Zeitungsverlagen vermutlich der einzige, der fĂŒr sich rechtzeitig eine digitale Wende gefunden hat. So hat sein Vorstandsvorsitzender vielleicht etwas mehr Zeit fĂŒr ein “Ehrenamt”, wĂ€hrend seine Berufskollegen damit ausgelastet sind, den Ansturm auf die verlagseigenen Rettungsboote zu regulieren und ihre Vermögenswerte in Sicherheit zu bringen.
In ihrer Panik reagieren sie Ă€hnlich wie die rechtsradikale AfD. Wenn man nicht mehr weiter weiss, braucht man einen Ă€usseren Feind. Das schliesst die eigenen Reihen und bĂŒndelt und lenkt die Ansammlung eigener Aggressionen um. Was der AfD FlĂŒchtlinge aus fremden LĂ€ndern sind, das sind den deutschen VerlegermilliardĂ€ren öffentlich-rechtliche Medien.
Medienpolitische Fachjournalisten haben sich – hier uebermedien.de, hier Dieter Anschlag in der Medienkorrespondenz – schon hinreichend lustig gemacht. Satire bleibt angesichts dieser Wirklichkeit sprachlos.

Es gibt jedoch auch andere, als die MilliardĂ€r*inn*e*n Springer, Mohn, Grotkamp, Neven DuMont, Madsack, Ippen, Rebmann, die davon Schaden haben. Es sindWeiterlesen…

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