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CL so langweilig wie Bundesliga? – das entscheidet sich heute Abend

Um das Investitionsrisiko zu senken, sind Uefa und Fußball-Großvereine darauf bedacht, möglichst wenige Fußballergebnisse dem Zufall, also dem Spiel zu ĂŒberlassen. Dem dienen die merkwĂŒrdigen Auslosungsverfahren und Regeln, wer sich wofĂŒr schon qualifiziert hat, und wer es noch muss. Normalmenschliche Wesen können das weder durchschauen, geschweige denn fehlerlos referieren. In unserem Fußball ist das alles kein Problem. Aber im Fußball von denen geht es jetzt so kompliziert zu, wie bei Börsen und Banken. Wir sollen es nicht verstehen, das ist besser fĂŒrs GeschĂ€ft. Das Fußballbusiness bildet damit bis zur Kenntlichkeit die Wirklichkeit unserer Klassengesellschaften ab, mit Deutschland als Weltmeister, England als grĂ¶ĂŸtem Kommerzkonkurrenten, arabischen Feudalherren, russischen und chinesischen Oligarchen als grĂ¶ĂŸten Investoren, und dazwischen die USA, die ihre Justizministerin in die Schweiz schicken um alle zu verhaften ;-)
Im Fußball fĂŒhrt das dazu, dass nicht nur in der deutschen Bundesliga der immer gleiche Meister schon feststeht. Auch in der Champions League ist die letzte Ungewissheit, mit wie vielen Toren der Große den Kleinen unterpflĂŒgt. Bayern 6, Barca 7, wie viele werden es heute in Manchester sein? Normal wĂ€re, wenn Borussia Mönchengladbach, gegen Guardiola bisher “noch ungeschlagen”, dort heute so abkackt, wie Celtic gestern in Barcelona. Der Erfolg ist, dass sie dort ĂŒberhaupt hingekommen sind.
Aber will man in dieser Gesellschaft, wie sie die FAZ von ihrem Klassenstandpunkt aus beschreibt, ĂŒberhaupt verweilen? Mit einem Lebensabend, wie ihn einer der grĂ¶ĂŸten Fußballer der Geschichte, Franz Beckenbauer heute verbringen muss: von allen “Freunden” verlassen, von Durchstechern verarscht, Herzinfarkt. Das kann doch wohl kein Vorbild sein.
Gratulation und herzliche GrĂŒĂŸe an Hans SchĂ€fer in Köln, Weltmeister von 1954: Sie machen heute noch alles richtig (nĂ€mlich: nichts mit Medien).

3 Kommentare

  1. Klaus

    Du hast die Gratulation an den anderen “grĂ¶ĂŸten” Fußballer seiner Generation vergessen. GĂŒnter Netzer, welcher es zu seiner Zeit nicht nur fertig brachte Franz Beckenbauer seine abgelegten Gebrauchtwagen anzudrehen, sondern der ihm auch Zeit seiner Karriere immer das QuĂ€ntchen (eine ganz erhebliche Menge) Intelligenz voraus hatte, welches ihn – nach seiner Zeit als aktiver Fußballspieler – von den Titelseiten des Boulevard fern und auch allgemein aus den Schlagzeilen weitestgehend heraus gehalten hat.

    Und obschon er mit den Jahren einer der grĂ¶ĂŸten und erfolgreichsten Oligarchen des (unterhaltungs-)industriell hergestellten Fußballs wurde, hat er sogar seinen Ruf als seriöser Experte erhalten können… Gesundheitlich war das was kĂŒrzlich… und auch juristisch ist da noch was aufzuarbeiten (Zwanziger). Aber darauf schaut “das lange Arschloch” (Weisweiler) scheinbar recht distanziert aus der “tiefe des Raumes” und feiert heute seinen 72.

  2. Martin Böttger

    Ob er noch Spass an seinem Geburtstag hat? Der Chauffeur von Zwanziger auf dem Weg zu seinem Boss Louis-Dreyfuss. Dabei nichts mitgekriegt, nichts wissend? Hmm, an welchen Film erinnert mich das jetzt?

    • Klaus

      Driving Miss Daisy? The Sopranos? Manni der Libero?

      Egal… Ich muss mich jetzt aufwĂ€rmen… und dann gucken wie Pep wieder nicht gegen uns gewinnt!

      SWGG!

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