Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: DDR (Seite 1 von 8)

Dienstagnacht: Kino-Oldies

Ist die Gegenwart nur eine Operette? – Früher war nicht alles besser, aber manches

Zuerst, und eh ichs vergesse, möchte ich der vielleicht besten deutschen Schauspielerin der Gegenwart Corinna Harfouch zu ihrem Ausstieg aus dem “Tatort” gratulieren – ein weiser Entschluss. Selbst der Laienzuschauer (und auch die Zuschauerin) erkennt längst die Kürzung der Drehtage, von den Drehbüchern ganz zu schweigen. Wenn die ARD diesen Fehler bemerkt, wird es zu spät sein. Derweil erreicht die Epstein-Affäre den Chef der nächsten Olympischen Spiele (L.A. 2028) und den Tony-Blair-Spezi Peter Mandelson. Überraschungen sind was Anderes. Einfacher wäre eine Liste derer, die damit nichts zu tun haben … Hier meine Tipps, wie Sie von alldem nicht belästigt werden. Weiterlesen

Bernsteinzimmer

2025 hat das berühmte Bernsteinzimmer gleich mehrfach öffentliche Aufmerksamkeit erzielt. Erstens wird seit Mai 2025 eine originalgetreue Nachbildung in einem Museum in Masuren in Polen ausgestellt. Ein früherer Nachbau steht seit 2003 am früheren Standort in Puschkin bei St. Petersburg. Zweitens ist eine weitere Theorie über den Verbleib veröffentlicht worden; diesmal wird das Zimmer in Kaschubien vermutet. Drittens fehlt das Bernsteinzimmer in keiner der Fernsehsendungen, die sich mit historischen Kunstwerken, Monumenten und Mysterien befassen. Weiterlesen

Nichtmarxistisches Bekenntnis

Gewinn- und Verlust-Lektüre

mit Update am Morgen

Zu meiner politischen Biografie gehört das Aufwachsen als Linksliberaler. Das Grundsatzprogramm meiner Jugendorganisation Jungdemokraten setzte sich kritisch mit den marxistischen Denkansätzen des historischen und dialektischen Materialismus auseinander. Aber nicht feindlich. Immerhin wurde der Materialismus zur Kenntnis genommen. Aber wo ist er hin? Diese Frage stellt sich, weil seine herrschenden Protagonist*inn*en nicht nur fahrlässig, sondern in weiten Teilen schändlich mit ihm umgegangen sind. Was bleibt? Und was sollte bleiben? Weiterlesen

Ein Bild

… sagt mehr als tausend Worte

Ein schwerwiegender propagandistischer Nachteil des Beueler Extradienstes ist, dass es hier keine Bilder gibt, nur Buchstaben. Das spricht Gefühle kaum bis gar nicht an, und beansprucht nur Verstand. Und der soll in Kürze menschheitsgeschichtlich durch KI/AI ersetzt werden. Dann geht es uns hier an den Kragen. Bis dahin weiteratmen, atmen, atmen …

Sind Sie noch bei uns? Weiterlesen

Abstiegskampf

Wer wie ich Borussia-Mönchengladbach-Fan ist, muss sich darin auskennen. Was braucht mann dafür? Im optimalen Fall wird mann aus dem thüringischen Osten mit einem allseitig gebildeten Kerl wie Hans Meyer beschenkt. Sein Geburtsort im heutigen Tschechien wurde abgebaggert. Seine allseitige Bildung ermöglichte ihm, das System, in dem er sich nach 1990 als Fussballlehrer durchbeissen musste, besser verstand, als die meisten, die in ihm aufgewachsen waren. Weiterlesen

Smartphone als elektronische Fußfessel

Katika Kühnreich, Politikwissenschaftlerin und profilierte Forscherin über das chinesische “Social Credit System” zur Kontrolle aller Individuen im Reich der Mitte hat heute im Rahmen des CCC-Kongress einen bemerkenswerten Vortrag über die Bedeutung der “Künstlichen Intelligenz” und ihrer Rolle für die von den US-Tech-Oligarchen angestrebte Kontrolle der US- Medien und weiterer westlichen Gesellschaften – Elon Musks Werbung für die AfD z.B. – gehalten. Wir wollen diesen hier wiedergeben. Weiterlesen

Dahin führt Privateigentum

Grund, Boden, Information, Klimaschutz – alles Ware

Bauerntölpel wie urbane Liberale taumeln und lassen sich ahnungslos von kapitalkräftigen Akteuren durch die Diskursarena treiben. Dabei ist die Wirklichkeit noch simpler, als sie Waldimir Iljitsch Lenin der Welt einst begreiflich zu machen versuchte. Mit der ehemaligen DDR als Exerzierhof. So geht das in Deutschland. Weiterlesen

9. November 1989

Heute jährt sich der Tag an dem sich Berliner Mauer öffnete zum sechsunddreißigsten Mal. Viele Kommentatoren würdigen dieses Jubiläum, jede Zeitung will uns diesen Tag auf unterschiedliche Weise in Erinnerung rufen. Ich erlebte diesen Tag, an dem einige Schlagbäume an der Berliner Mauer geöffnet wurden, in Ost- Berlin und in Leipzig, meine Erfahrungen vor Ort weichen deutlich von vielen der aktuellen, meist euphorischen Schilderungen des Geschehens ab. Weiterlesen

Bester DDR-Spielfilm verfügbar

“Der geteilte Himmel” – “der wichtigste Gegenwartsfilm jener Zeit” (1964) bis 17.1.26 verfügbar

Zuerst sah ich den Film, bevor ich seinen Wikipedia-Eintrag las. Ich stimme in allen Passagen zu. Seine literarische Qualität ist auffallend, im positiven Sinn DDR-typisch. Der Wolf-Clan aus Christa, Gerhard und Konrad sowie Willi Brückner und Kurt Barthel zeichneten für das Drehbuch verantwortlich. Bei deren Arbeitstreffen hätte ich gerne mal gelauscht. Nicht als Zeitgenosse (ich war 7) – aber ich würde mir das heute noch als Podcast anhören. Weiterlesen

Was alles schiefging

Ein zu Unrecht unbeachteter Filmessay lief Montagabend auf 3sat

3sat, das ist der Sender, den Deutschlands medienpolitisch zuständige aber inkompetente Ministerpräsident*inn*en lieber vorgestern als übermorgen plattmachen wollen. Zum Glück müssen sie sich, das macht die Sache erfreulich umständlich, darüber mit ihren Partnern aus Österreich und der Schweiz verständigen. Nun habe ich wieder einen sehr guten Film gesehen, der mir den Wunsch dieser Leute verständlich – und gleichzeitig bekämpfenswert – macht. Weiterlesen

Was nicht zusammenwächst

Deutschland, Europa: Was nicht zusammenwächst und doch zusammengehört
Anmerkungen zum Jahrestag der Deutschen Einheit

„Jetzt sind wir in einer Situation, in der wieder zusammenwächst, was zusammengehört. Das gilt für Europa im Ganzen.“ (Willy Brandt, 10. November 1989, Berlin) Feiertage sind schwierig und da macht auch der Jahrestag der deutschen Einigung keine Ausnahme. Wie feiert man sich richtig? Was sagt und was sagt man nicht als deutscher Kanzler, wenn die Stimmung im Land mies ist. Ost (84%) und West (74%) sind sich in der großen Unzufriedenheit mit der Arbeit der aktuellen Regierung einig. Weiterlesen

Fachkräfte – gesucht, aber nicht gewollt

Hürden am Arbeitsmarkt — Angelina ist mit ihrer Familie aus Venezuela nach Deutschland geflohen und würde gerne eine Ausbildung machen. Es gibt Arbeitgeber, die sie sofort ausbilden würden – wenn da nicht die Bürokratie und vor allem politische Hürden wären

Nach 30 erfolglosen Bewerbungen steht Angelina* an der Bushaltestelle in einer Kleinstadt im sächsischen Erzgebirge und hofft, dass es diesmal klappt. Es ist heiß, 32 Grad, die Sonne knallt und es gibt keinen Schatten. Außer ein kleiner Streifen an einer Hauswand, an der sich die Zwanzigjährige anlehnt. Sie trägt ihre langen schwarzen Haare offen, um den Hals eine goldene Kette, die ihren Vornamen nennt. Auf ihrer Stirn sammelt sich der Schweiß. Morgen früh beginnt ihr zweitägiges Praktikum in einem Seniorenheim der Diakonie in Pirna. Endlich wieder eine Perspektive. Weiterlesen

Gsellas Auftrag

Fahrrad-SUVs auf die Strasse – Erinnerung an DDR-Filmregisseurinnen (ohne Gendersternchen)

Thomas Gsella ist ein alter weiser Mann. Seiner klugen Verkündigung folgend mache ich Sie auf Folgendes aufmerksam.

Endlich schreibt es mal ein Anderer als ich. Rainer Grießhammer/FR: Mehr Tempo bei Elektro – Die deutschen Radwege sind überlastet”. Daraus ergibt sich: motorisierte Fahrzeuge runter von Rad- oder gar Gehwegen. Für die Kennedybrücke: Weiterlesen

Gut gerechnet

Am 14. März, dem Internationalen Tag der Mathematik, wird seit 2020 jährlich auf die Bedeutung der Mathematik hingewiesen. Die Internationale Mathematische Union (IMU) rief diesen Gedenktag aus, um die zentrale Rolle der Mathematik zu verdeutlichen und das Bewusstsein dafür zu stärken. Die Generalkonferenz der UNESCO machte sich diese Entscheidung Ende 2019 zu eigen.

In vielen Ländern der Welt war der 14.3. bereits als Pi-Tag bekannt. Er ist nach der Kreiszahl Pi benannt, dem Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu seinem Durchmesser. Weiterlesen

“Kundschafter des Friedens”

Mediathekperle coming soon!

Nächsten Sonntag sind bei 3sat – als Alternative zum ARD-Talktrash und zum brandneuen “Barnaby” (ZDF) – endlich wieder die “Kundschafter des Friedens” angekündigt, hier vor vier Jahren von mir gewürdigt. Mit einer kurzen Mediathekverfügbarkeit ist zu rechnen, aber nur zwischen 20 und 6 Uhr. Fragen Sie mich nicht warum. Die armen Kinder, die dann schon ins Bett müssen.

Sollten Sie nicht verpassen, vor allem, falls Sie es noch nicht gesehen haben. Diesen Blick auf die DDR gibt es nur in diesem Film.

Fremdeln mit der Realität?

Liebe Leser*innen, ich habe heute das Privileg, die Impulse des galaktischen Gesandten der “intergalaktischen Föderation” im Orbit und Vertreter der “Gemeinschaft demokratischer galaktischer Völker” zu übersetzen und zu übermittteln. Seine – oder ihre – Botschaft lautet folgendermaßen:

“Ich weiss ja nicht, ob es die inzwischen sieben Jahrzehnte sind, die ich mich im Schwerefeld von Terra, dem 3. Planeten des SOL-Systems aufhalte – man sollte öfter mal das Sonnensystem wechseln, ist ein Motto meiner intergalaktischen Verwandschaft –  mir fallen immer mehr Kleinigkeiten auf, die früher auch den Terraner*innen auffielen. Aber wir sind ja im Zeitalter der “mobilen Informationsgeräte”.  Die Eingeborenen nennen es “Smartphone” und es führt dazu, dass diese sich z.B. in Abteilen der Express-Massenfahrzeuge, genannt ICE, oder an Haltestellen der Kurzstreckenmobile “Bus” nicht mehr miteinander unterhalten, sich geschweige denn kennen lernen, sondern dergleichen als Belästigung und Verletzung ihrer individuellen Desinformationsblase empfinden. Weiterlesen

Demokratischer Pop

Das Editorial der Oktoberausgabe 2024 des Demokratischen Salons analysiert unter dem Titel „Demokratischer Pop – Von Smartphones, Dorfkneipen und Teppichstangen“ Möglichkeiten einer neuen Demokratiekultur, in der Demokratie wieder Spaß macht, und plädiert für eine Politik der Begegnung. Themen der neuen Essays, Interviews und Rezensionen sind jüdische Stimmen zum 7. Oktober, die pluralistische Demokratie und ihre Freunde, Aspekte einer liberalen Ethik, die Ostdeutschen als Subjekt der Friedlichen Revolution, die DDR und die Migration, die documenta und die DDR, Realitätsverluste in der deutschen Friedensbewegung, Künstliche Intelligenz in der Literatur sowie – ganz utopisch – Solarpunk.  Weiterlesen

Post von der Bundeswehr

Was passierte, als ich einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellte – Unser Autor absolvierte in der NVA der DDR den Grundwehrdienst. Angesichts der Wehrpflichtdiskussionen stellte er einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung – und erlebte eine Überraschung.

Im Frühjahr 2024 stolpere ich in den Medien über die Erinnerung daran, dass bis zum 60. Lebensjahr eine Mobilmachung im Ernstfall möglich ist. So schreibt die Augsburger Allgemeine: „Befindet sich Deutschland im Krieg, verlängert sich die Wehrpflichtigkeit. Die Bundeswehr ist dann befugt, alle Männer einzuziehen, welche ihr 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.“ Weniger aus Angst vor einer Einberufung als vielmehr aus prinzipiellen Gründen entschließe ich mich, im Juni 2024 und im Alter von 56 Jahren einen Kriegsdienstverweigerungsantrag zu stellen. In der NVA der DDR absolvierte ich Ende der 1980er-Jahre meinen Grundwehrdienst. Die Zeit ist zwar Teil meines Lebenslaufs geworden, von einer Verklärung meiner Erfahrungen in dieser unschönen Zeit bin ich weit entfernt. Weiterlesen

Die weißen Tauben sind müde

Auch eine Buchbesprechung

Pazifismus ist aus der Mode gekommen. Schwerter zu Pflugscharen, das war einmal. Rüstungsunternehmen sind die neuen Lieblinge der Börse. Die Außenministerin führt verbal Krieg gegen Russland und die neue liberale Speerspitze in Europa fordert eine europäische Armee. Die vom deutschen Bundeskanzler ausgerufene sog. Zeitenwende nimmt mit dem auf Kredit aufgenommenen Sondervermögen (in Wahrheit Sonderschulden) von 100 Milliarden Euro Fahrt auf. Von den deutschen Friedensforschungsinstituten ist wenig zu hören. Die Arbeit der Goethe Institute im Ausland wird zusammengestrichen. Die für auswärtige Kulturpolitik zuständige Ministerin übt sich lieber in Kriegsrhetorik statt in Friedensdiplomatie. Weiterlesen

Puzzle

Im Ernst, Frau Esken? Herr Olaf Scholz ist „unser starker Kandidat“? Glauben Sie wirklich, Frau Esken, ausgerechnet mit dieser Kanzlerattrappe von Lindners Gnaden, diesem Brechmittelfan, Cum-Ex-Vertuscher und Seeheimer SPD-Rechtsausleger, ist noch was zu holen? Minister Pistorius steht jedenfalls auf dem Standpunkt, bei seinem Parteigenossen Scholz handle es sich um eine „durchaus ernst zu nehmende Fähigkeitslücke in Europa“. Weiterlesen

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