Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Südamerika (Seite 1 von 24)

Loreley wird gesucht

Erfolgreiches Theaterprojekt von Alex Mello im Kunstmuseum in Bonn

„Wie sind Sie denn darauf gekommen, ausgerechnet aus dem Loreleymythos ein Multikulti­stück zu machen?“, fragte ein Zuschauer im Publikumsgespräch nach der Ausstellung verdutzt. Die Verwirrung ist gewollt. Und wirkt. Die Theaterperformance, die der deutsch-brasilianische Regisseur und Dramaturg Alex Mello im Rahmen der sehenswerten Ausstellung #ifeelyou (es geht um Empathie) zusammen mit dem Bonner Verein für Gefährdetenhilfe (VFG) insgesamt drei Mal (am 21. Juni, 26. Juni und 5. Juli) im Kunstmuseum zeigte, Weiterlesen

„Gefällt mir“ Plus

Warum spanischsprachige Lesekreise in Bonn und Köln politische Räume sind

In den letzten zwei Jahren hat die Autorin Lesekreise in Bonn und Köln aufgebaut. Sie ist überzeugt, dass solche Gruppen mehr sind als Orte, an denen Bücher besprochen werden.

Mein Ziel war es, Räume intellektueller Geselligkeit, kritischer Bildung und kollektiver Sinnstiftung zu gestalten, in denen Emotionen so viel Gewicht haben wie Argumente. Bei den Treffen, in der Regel einmal im Monat, verwandelt sich das individuelle Lesen in eine gemeinsame Reflexion vieler Stimmen. Weiterlesen

Warum wir schreiben

Acht Stimmen aus der zeitgenössischen brasilianischen Literatur

Die spannendste brasilianische Literatur ist viel­leicht nicht dort, wo man sie sucht. Sie wird von einer Frauengeneration geschrieben, die von den geografischen, verlegerischen und sozialen Rändern aus erzählt und dabei die Position der Außen­seiterin in Stärke verwandelt. Hier werden acht neue Erzählerinnen vorgestellt, die in ihrer Vielfalt zur derzeit lebendigsten brasilianischen Literatur zählen. Es gibt keine Schule, kein Mani­fest, keine Formel, einfach nur acht Arten, Brasilien zu betrachten, ohne den Blick abzuwenden. Weiterlesen

Boom oder nicht?

Neue weibliche Erzählstimmen aus Lateinamerika und der Karibik

Es boomt wieder, ist in lesenden und verlegerischen Kreisen zu hören. Autorinnen aus Lateinamerika seien seit den 1980er-Jahren kontinuierlich auf dem Vormarsch und stellten mittlerweile die rein männlichen Vertreter des sogenannten ersten literarischen Booms in den 1960er- und 1970er-Jahren in den Schatten. Aber was soll dieser Vergleich mit Männern überhaupt? In Lateinamerika sträuben sich bei vielen Schriftstellerinnen die Haare. „Unangemessen, unzureichend“ sei diese Rede von der angeblichen Wachablösung, heißt es. „Da werden wir wieder einmal kontinentweit undifferenziert in einen Topf geworfen.“ Eine sexistische Verniedlichung sei das und mache gut schreibende Frauen erneut zur Ausnahme. Das gibt zu denken. Weiterlesen

WM: Stand and deliver!

“Sie sind nicht allein! Sie sind nicht allein!” liess der grösste transnationale Konzern der Welt FIFA mit Konten in allen Steuerparadiesen der Welt (dort finden in der Regel deren “Gipfel” statt) die Bonzenzuschauer beim WM-Sechzehntelfinale zwischen Vizeweltmeister Frankreich und Schweden in New Jersey skandieren, eine Art Ablasshandel. Der Stadionsprecher hatte sie angehetzt. War früher bei WM verboten, wie vor der WM 2014 in brasilianischen Stadien der Alk.o.hol. (Sorry, Alkohol hat in Fussballstadien nichts zu suchen. Sport ist kein Drogen-Mekka.) Weiterlesen

Würdige Repräsentanz

“Deutschlands Ansehen in der Welt” – vertreten durch seine “TV-Experten”

Ich wollte ja nichts mehr schreiben, aber im Moment ist es günstige 22 Grad kühl. Ich kommentiere auch jetzt besser nicht selbst. Lesen Sie hier was ein von dieser ARD fürstlich honorierter Experte aus dem süddeutschen Raum über Afrika weiss, und wie wenig einem von der Deutschen Telekom AG fürstlich honorierten Oligarchen, der im Red-Bull-Medienkonzern ein autoritäres Regime führt, dazu einfällt. Weiterlesen

Schüsse, die nach hinten losgehen

Das Gewaltdilemma in Brasilien

Gewalt ist in Brasilien zu einem alles beherrschenden Faktor geworden. Strafverschärfungen scheinen die einzig gangbare Gegenmaßnahme. Erst spät hat die Regierung Lula verstanden, dass die meisten Gewalttaten auf die eine oder andere Weise im organisierten Verbrechen münden, in Banden, die sowohl legal wie illegal aktiv sind und riesige Märkte aufgebaut haben. Dafür brauchen sie billige Arbeitskräfte, also junge Menschen ohne Perspektive, damit sie Gewinne in den verschiedenen Branchen erzielen können: von Handys bis Kokain, vom Holz bis zu Waffen. Vieles davon landet in Europa. Weiterlesen

Jugend unter Verdacht

Die punitive Wende in Lateinamerika

Die Debatte über die Absenkung des Strafmündigkeitsalters ist aktuell ein größeres Thema in Lateinamerika, besonders dort, wo Regierungen mit harter Sicherheitsrhetorik, der Politik der „mano dura“, arbeiten. Schlagzeilen in diesem Kontext lauten etwa: „Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sollen in Argentinien künftig zu bis zu 15 Jahren Haft verurteilt werden können.“ Dabei geht es fast immer um Jugendkriminalität, organisierte Kriminalität und die politische Inszenierung von „Ordnung“ und „Sicherheit“. Diese Politik ist Ausdruck einer politischen Neuordnung Lateinamerikas. Weiterlesen

Wir haben andere Daten

Angehörige von Verschwundenen in Mexiko üben Kritik an Sheinbaums Politik

Das gewaltsame Verschwindenlassen von Menschen gehört seit Jahren zur Realität in Mexiko. Für viele Familien ist es Alltag. Sie suchen nach ihren Angehörigen, meistens ohne Hilfe des Staates. Sie organisieren sich selbst. Sie dokumentieren Fälle. Und sie kämpfen darum, dass das Thema überhaupt sichtbar bleibt. Weiterlesen

Versicherheitlichung

Sicherheit. Kaum ein Versprechen besitzt heute größere politische Mobilisierungs­kraft. Mit Sicherheit werden Kriege begründet, Grundrechte eingeschränkt, Grenzen geschlossen und Gefängnisse gebaut. Vor allem in Lateinamerika kommt die ungebremste Ausbreitung illegaler Akteure hinzu, die höchst gewalttätig agieren, Schutzgelder erpressen und die Bevölkerung einschüchtern. Weiterlesen

WM-Beginn zeitgemäss – Medien propagandabereit

Der Beginn der Fußball-WM verläuft derzeit berechenbar. Mafiaboss Infantino und Mafiaboss Trump feiern den Start der “Brot und Spiele”-Veranstaltung. Auf 7,7 Milliarden Euro schätzen Fachleute die erwartbaren Gewinne der FIFA. Was die wohl damit machen? Ein großer Teil davon stammt aus den Lizenzgebühren, die die öffentlich-rechtlichen Medien bezahlt haben und gemäß ihrem Auftrag berichten, als sei ihre Aufgabe von einem Propagandaminister verordnet worden. Weiterlesen

Welttag der Ozeane

Am 8. Juni war der Welttag der Ozeane. Da fragt man sich, muss es für alle möglichen Anlässe und Objekte einen Gedenktag geben und wieso gibt es eine solche Notwendigkeit bei den Ozeanen? Sind sie nicht mächtig und unerschütterlich genug, um auch ohne eine solche Unterstützung zu existieren – so wie es seit vier Milliarden Jahren geschieht? Immerhin werden mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt. Doch die Bedeutung der Ozeane für die Menschheit und ihre Entwicklung ist unübersehbar. Ohne die Meere gäbe es kein Leben auf der Erde. Doch diese Grundlage ist aus dem Gleichgewicht geraten. Daher wollen die UN die Menschheit zum Umdenken auffordern. Weiterlesen

Elektrostaaten der Welt vereinigt Euch!?

Wie das Ende der Fossilen die Geopolitik verändert

Mit dem Angriff der USA auf den Iran erlebt die Welt die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren. Die letzte hatte 2022 Putins Überfall auf die Ukraine ausgelöst. Unübersehbar verschieben sich im Kampf um Energiedominanz die Gewichte globaler Politik. In der multipolaren Welt braucht Europa eine neue Geostrategie und neue Bündnispartner. Es muss auf Elektrifizierung und Erneuerbare setzen. Weiterlesen

Deine ganz persönliche Chance, Despoten auszubremsen

Der Herausgeber hat die Absurdität dessen bereits angedeutet, was sich in den USA, Mexiko und anderswo anbahnt und bemüht weltweit Aufmerksamkeit erregen möchte. Ein absurdes Spektakel von Medien, Kommerz und Funktionärsoligarchen. Früher hieß das mal Fußball. Da ging es um Sport, Wettbewerb, sportliche Leistungen – man denke an das Wembley-Finale 1966. Oder die Tatsache, dass der sowjetische Torhüter Lew Jaschin noch im Alter von  51 Jahren zur “Weltelf” gehörte. Weiterlesen

Das Leben steht im Mittelpunkt

Feministische Netzwerke in Nicaragua und im Ausland

Seit fast 40 Jahren organisieren sich Frauen und Feministinnen in Nicaragua in autonomen Organisationen und Netzwerken, nachdem ihre spezifischen Anliegen und Forderungen kein entsprechendes Gehör fanden. Nach der Wahlniederlage der FSLN 1990 schossen unabhängige Frauengruppen quasi wie Pilze aus dem Boden, darunter Sí Mujer, Grupo Venancia, Puntos de Encuentro und CISAS. Beim ersten autonomen Frauentreffen 1991 wurden verschiedene Netzwerke gegründet, wie beispielsweise das Netzwerk gegen Gewalt gegen Frauen. Die autoritären Tendenzen in der FSLN wurden von den Feministinnen beständig kritisiert, weshalb sie zu den ersten Gruppen gehörten, die nach der Wiederwahl Ortegas diskriminiert und verfolgt wurden. Weiterlesen

Dynastische Nachfolge, Militärjunta oder Vormundschaft?

Mögliche Szenarien eines politischen Übergangs in Nicaragua

Die Diktatur von Daniel Ortega und Rosario Murillo in Nicaragua zählt zu den repressivsten der Welt. Die Implosion von dem, was früher die Sandinistische Nationale Befreiungsfront (FSLN) war, der trotz allem anhaltende Widerstand der nicaraguanischen Bevölkerung im Land und im Exil sowie die aktuellen geopolitischen Umbrüche, die die wichtigsten Verbündeten des Regimes wie China, Russland, Venezuela und Kuba erheblich betreffen, bilden einen Rahmen, der verschiedene Szenarien eines politischen Übergangs in Nicaragua eröffnen könnte. Weiterlesen

Abhängiger Chavismus light

Venezuela vier Monate nach der US-Intervention

Vier Monate sind nun seit dem Militärschlag der USA in Caracas am 3. Januar vergangen, bei dem Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores gefangengenommen und inhaftiert wurden, weil ihnen Drogenterrorismus und internationaler Kokainhandel zur Last gelegt wurde. Seitdem hat sich eine Reihe wichtiger Veränderungen in der Politik und Außenwirtschaft Venezuelas vollzogen, doch für die venezolanische Gesellschaft ist der Wandel langsam und weniger sichtbar. Vielmehr zeigt sich eine Kontinuität mit den Entwicklungen des letzten Jahrzehnts. Weiterlesen

Das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce?

Peru nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen

Historische Ereignisse in Peru wiederholen sich offenbar mehr als zweimal. Um heute die Geschichte von morgen zu schreiben, würde es ausreichen zu erzählen, was gestern geschehen ist. Seit 2016 ist Perus politische Geschichte die Wiederholung einer endlosen Krise. Die Krise ist Normalität, die Regel. Das politische System erhält das herrschende wirtschaftliche System aufrecht. Doch um das zu verstehen, müssen wir in der Zeit zurückreisen. Weiterlesen

Griff nach Gold

Das Buch “Griff nach Gold – Die andere Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft” wird am Do., 28. Mai um 19.30 h von den Autoren Carlo Gomes und Glenn Jäger im “Beueler Buchladen” vorgestellt. Im Folgenden die Vorveröffentlichung ihres Vorwortes, freundlicherweise von Autor Jäger zur Verfügung gestellt.

Vorab

Was gäben wir für ihre Trikots: José Leandro Andrade, José Leônidas da Silva, Just ›Justo‹ Fontaine oder Eusébio. Oder Zinedine Zidane. Weltstars zu ihrer Zeit, die der Geschichte der Fußball-WMs ihren Stempel aufdrückten. Der eine, mutmaßlicher Erfinder des Scherenschlags, führte Uruguay 1930 zum Titel. Die nächsten drei jeweils Torschützenkönig: 1938 sieben Treffer für Brasilien, 1958 unerreichte 13 für Frankreich, 1966 neun für Portugal. Und Zidane, Weltmeister von 1998, ist Zidane. Was diese Spieler noch an Geschichte mitbringen? Dafür mag ihre Herkunft stehen: Weiterlesen

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