Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Südamerika (Seite 1 von 25)

Telekom-Chef: schlimmer als Audi

Die widerliche Arschkriecherei von Audi-Chef Gernot Döllner bei seinem Auftritt an der Seite von Donald Trump auf dessen Wahlkampfbühne hat Friedrich Küppersbusch auf diesem Blog hinreichend gewürdigt. Auch, dass ausgerechnet ein teilweise staatlicher Konzern, der eine einschlägige NS-Vergangenheit hat, und sich  heute in seinen eigenen Verhaltensregeln zur politischen Neutralität bekennt, dessen Chef sich aber einem Despoten unterwirft, der durch willkürliche und wettbewerbsverzerrende Zölle VW und Audi an den Rand der Existenzvernichtung gedrängt hat, diesen nun Dankbarkeit heuchelnd anschleimt, ist mehr als peinlich. Weiterlesen

George Orwells Datum war falsch

Wer hat den Preis des Westfälischen Friedens bekommen? Eine Friedensforscherin? Ein Pazifist? Eine Friedensinitiative? Eine Politikwissenschaftlerin? Weit gefehlt: Die Nato! Nein, ich bin weder Pazifist, noch der Meinung, dass der völkerrechtswidrige Überfall Putins auf die Ukraine und seine hybriden Angriffe durch Drohnen verharmlost werden darf. Aber die Verleihung eines Friedenspreises an ein Militärbündnis, das derzeit in galaktischer Dimension aufrüstet, seine Rüstungsanstrengungen verdoppelt und gleichzeitig den Sozialabbau immer mehr beschleunigt und Reiche und Wohlhabende durch Steuergeschenke bevorzugt, ist ein Unding.  Sie dient der ideologischen Legendenbildung und stellt das Denken auf den Kopf. Weiterlesen

Nicht mehr sicher?

All der Reichtum – wo soll er nur hin?

Als ich noch jünger war, und Wahlkampf machte, habe ich Informationen meiner Partei auch in „keine Werbung“-Briefkästen gesteckt. Es war unvermeidlich, dass mich ein renitenter Anwohner hier an der Grenze von Combahnviertel und Schwarzrheindorf (über 40% für Grüne) dabei „erwischte“. Ich antwortete mit dem Grundgesetz, und wenn ihm das nicht passe, könne er ja in eine Diktatur auswandern – die Auswahl sei reichlich. Weiterlesen

noch was

Es ist eine Farce, dass Bundestagsabgeordnete bereits nach einem Jahr einen Anspruch auf Rente (im Politsprech „Altersentschädigung“, reicht aber auch, wenn du erst 25 bist) erhalten. Zudem zahlen sie keinen Heller in die gesetzliche Rentenversicherung ein, sind demnach Gesetzlose. Diese Altersbezüge werden direkt aus Steuermitteln finanziert, nicht aus einer Rentenkasse. Weiterlesen

Parabéns Brasil!

Die beste Nachricht des Monats ist aus Amerika

Das ist die beste Nachricht des Monats. Der Faschist Bolsonaro wurde knapp verhindert, gegen die geballte Propagandamacht der USA, ihrer IT-Konzerne und der herrschenden Klasse Brasiliens. Wer zu wenig wusste, wie ich und die Mehrheit europäischer Medienkonsument*inn*en, kann davon nur überrascht sein. Es gab aber Gründe, die Ähnlichkeiten mit europäischen Verhältnissen haben, ihnen womöglich nur voraus sind. Weiterlesen

Seit Afghanistan wissen wirs doch…Verrat ist angesagt!

Donald Trump ist gerade dabei, die Ukraine dem Gewaltherrscher Putin auf dem Silbertablett auszuliefern. Assistiert von seinem Oligarchenkomplizen Elon Musk, der den Verteidigern in Kiew das Starlink-Internet bzw. die Raketenaufklärung blind macht. Die Märchenerzähler, auf deren Geschichten die Menschheit ziemlich lange hereingefallen sind, und deren aktuelle Anhänger, die ja in großer Zahl zur Anhängerschaft des Lügenpriesters im US-Präsidentenamt zählen, hätten das zu ihrer Zeit „Verrat für ein Linsengericht“ genannt. Weiterlesen

Wenn die Vergangenheit die Gegenwart einholt

Die unzureichend aufgeklärten Diktaturverbrechen sind eine ständige Bedrohung für die brasilianische Demokratie

Am 17. April 2016 stimmte das brasilianische Parlament über die Amtsenthebung der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff ab. Der Abgeordnete Jair Bolsonaro widmete seine Stimme dem Andenken an „Carlos Alberto Brilhante Ustra – dem Schrecken von Dilma Rousseff“. Ustra war einer der führenden Köpfe der Repression zur Zeit der Militärdiktatur und hatte Rousseff sowie viele andere politische Gefangene gefoltert. Etwas mehr als zwei Jahre später wurde der von vielen als schräg und skurril angesehene Abgeordnete zum Präsidenten gewählt. Während seiner Präsidentschaft (2019-2022) ließen er und seine Verbündeten keine Gelegenheit aus, die Vergangenheit für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Weiterlesen

Ein Land, zwei Geschichten?


Interview mit Nadia García

Nadia García ist Expertin für Bildungspolitik und Autorin. Sie hat Sozialwissenschaften und Pädagogik an der Nationalen Pädagogischen Universität (Universidad Pedagógica Nacional, UPN) studiert. Seit mehr als 20 Jahren leitet sie Projekte in den Bereichen Forschung, Wissensmanagement, Menschenrechte und Lehrerausbildung und arbeitet mit Schulen in ländlichen Gebieten zusammen, die von den Auswirkungen des bewaffneten Konflikts betroffen sind. ila-Autorin Yasmin Ángel sprach mit ihr über die (geplanten) Änderungen in der Bildungs- und Erinnerungspolitik unter der neuen ultrarechten Regierung von Abelardo de la Espriella. Weiterlesen

Die (no-)memoria der neurechten Erinnerungskultur


Flexibler Geschichtsrevisionismus in Lateinamerika

Lateinamerika erlebt aktuell eine besorgniserregende Rechtswende. Mittlerweile wird fast die gesamte Region von rechten politischen Kräften regiert. Diese unterscheiden sich bezüglich ihrer politischen Prioritäten (Sicherheit, Migration, Rückbau des Staates), ihres Stils und ihrer Rhetorik teilweise deutlich voneinander. Gemeinsam ist ihnen jedoch ein kulturkämpferischer Eifer, der sich nicht zuletzt auf den Feldern der Vergangenheitspolitik und der Erinnerungskultur manifestiert. Weiterlesen

Souveränität? – überholt!

Argentinien im Ausverkauf: Der Fußball, die Gringos und die Malvinen

Anfang September 2026 mündeten diverse geopolitische und innenpolitische Konflikte in ein medienwirksames Gerangel um die Islas Malvinas (auch bekannt als „Falklandinseln“), die Inselgruppe im Südatlantik, die 400 Kilometer vor Argentiniens Küste liegt und seit 1833 von Großbritannien verwaltet wird. Ein britisch-israelisches Konsortium plant Offshore-Ölbohrungen, woraufhin der argentinische Außenminister Strafanzeige gegen eine Reihe von Tochter­gesellschaften des Unternehmens gestellt und Milei mit Sanktionen gedroht hat, falls ohne Argentiniens Erlaubnis gefördert werde. Kurz zuvor hatte Milei Besitzansprüche auf die Inselgruppe geltend gemacht und die Errichtung einer Militärbasis angekündigt, wohl ermutigt durch US-Präsident Trump. Weiterlesen

Der Garten als Kampfküche und Überlebensort

Interview mit Ana Santos über afro-brasilianische Territorialität in Rio de Janeiro

Im Complexo da Penha, einem Zusammenschluss von zehn Favelas im Norden Rio de Janeiros, hat die Afro-Brasilianerin Ana Santos eine kleine Oase geschaffen. In einem Gemeinschaftsgarten wachsen Lebensmittel aus agrarökologischer Produktion. Für Ana und ihre Mitstreiterinnen vom CEM ist städtische Landwirtschaft kein Hobby, sondern eine Form des Überlebens und der Selbstbestimmung: Weiterlesen

Palmöl ist passé

Brasilien: Das agrarökologische MST-Projekt Maturí in Pará: Gegenmodell zu Monokulturen

Die Erfahrungen der brasilianischen Landlosen­bewegung MST (Movimento sem Terra) zeigen, dass es möglich ist, durch kollektive Selbstorganisation Wälder wiederherzustellen, natürliche Ressourcen zu erhalten und gesunde Lebensmittel zu produzieren. Von der Restrukturierung und Renaturierung besetzter Landflächen ausgehend, treibt die MST inzwischen in 24 von 26 Bundesstaaten Brasiliens familiäre Landwirtschaft in größerem Maßstab voran. Weiterlesen

Nine-Eleven und Santiago 1973

Ein Zwischenruf

Am 25. Jahrestag von Nine-Eleven werden alle lebenden ehemaligen Präsidenten der USA den Opfern von 2001 still die Ehre erweisen. Der amtierende Präsident Donald Trump aber verweigert sich dem Gedenken. Seine Politik führt ein halbes Jahrhundert zurück. Mit Trump bekommt der 11. September 1973 in Santiago de Chile eine beklemmende Aktualität. Weiterlesen

Verkehrsroute versus Migrationsroute

Militarisierte „Konnektivitäts“-Infrastrukturen und die Auslagerung der US-Grenzkontrolle – Die Neustrukturierung der Südgrenze Mexikos

Die Gebiete entlang der südlichen Grenze Mexikos gehören zu den letzten megadiversen Regionen der Erde. In einer geopolitisch strategischen Grenzregion gelegen, sind diese Territorien das angestammte Gebiet der Maya. Die Region war und ist eine Route für Millionen von Menschen, die aus dem Globalen Süden in die USA aufbrechen. Die Migrationstradition in der Region reicht bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück, insbesondere in die 1970er- und 1980er-Jahre, als viele Maya-Gemeinschaften in Guatemala durch die von den USA unterstützte Gewalt zur Aufstandsbekämpfung nach Mexiko vertrieben wurden. Heute sehen sich diese südmexikanischen Gebiete wachsenden Bedrohungen durch die vielen Köpfe der kapitalistischen Hydra ausgesetzt. Weiterlesen

Verschwunden

Am 30. August findet der Internationale Tag der Verschwundenen statt. Die Initiative für diesen Gedenktag geht zurück auf die Federacion Latinoamericana de Asociaciones de Familiares de Detenidos-Desaparecidos (FEDEFAM), ein 1981 in Costa Rica gegründeter und in Lateinamerika tätiger nichtstaatlicher Zusammenschluss von lokalen und überregionalen Initiativen, die sich aktiv gegen geheime Internierungen einsetzen.  Weiterlesen

Es geht weiter

Wer die AfD weghaben will, soll was dafür tun. Wer eine in Teilen sehr rechte Partei nicht mag, muss den Arsch hoch kriegen. Dabei ist es verboten zu verbieten. Made in Germany wurde früher englisch ausgesprochen. Heute wird Made deutsch ausgesprochen, das weltweit, während sich deutsche Touristen im Ausland zu grossen Teilen immer noch als Schweine verhalten. Weiterlesen

Loreley wird gesucht

Erfolgreiches Theaterprojekt von Alex Mello im Kunstmuseum in Bonn

„Wie sind Sie denn darauf gekommen, ausgerechnet aus dem Loreleymythos ein Multikulti­stück zu machen?“, fragte ein Zuschauer im Publikumsgespräch nach der Ausstellung verdutzt. Die Verwirrung ist gewollt. Und wirkt. Die Theaterperformance, die der deutsch-brasilianische Regisseur und Dramaturg Alex Mello im Rahmen der sehenswerten Ausstellung #ifeelyou (es geht um Empathie) zusammen mit dem Bonner Verein für Gefährdetenhilfe (VFG) insgesamt drei Mal (am 21. Juni, 26. Juni und 5. Juli) im Kunstmuseum zeigte, Weiterlesen

„Gefällt mir“ Plus

Warum spanischsprachige Lesekreise in Bonn und Köln politische Räume sind

In den letzten zwei Jahren hat die Autorin Lesekreise in Bonn und Köln aufgebaut. Sie ist überzeugt, dass solche Gruppen mehr sind als Orte, an denen Bücher besprochen werden.

Mein Ziel war es, Räume intellektueller Geselligkeit, kritischer Bildung und kollektiver Sinnstiftung zu gestalten, in denen Emotionen so viel Gewicht haben wie Argumente. Bei den Treffen, in der Regel einmal im Monat, verwandelt sich das individuelle Lesen in eine gemeinsame Reflexion vieler Stimmen. Weiterlesen

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