Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Südamerika (Seite 1 von 24)

Der Garten als Kampfküche und Überlebensort

Interview mit Ana Santos über afro-brasilianische Territorialität in Rio de Janeiro

Im Complexo da Penha, einem Zusammenschluss von zehn Favelas im Norden Rio de Janeiros, hat die Afro-Brasilianerin Ana Santos eine kleine Oase geschaffen. In einem Gemeinschaftsgarten wachsen Lebensmittel aus agrarökologischer Produktion. Für Ana und ihre Mitstreiterinnen vom CEM ist städtische Landwirtschaft kein Hobby, sondern eine Form des Überlebens und der Selbstbestimmung: Weiterlesen

Palmöl ist passé

Brasilien: Das agrarökologische MST-Projekt Maturí in Pará: Gegenmodell zu Monokulturen

Die Erfahrungen der brasilianischen Landlosen­bewegung MST (Movimento sem Terra) zeigen, dass es möglich ist, durch kollektive Selbstorganisation Wälder wiederherzustellen, natürliche Ressourcen zu erhalten und gesunde Lebensmittel zu produzieren. Von der Restrukturierung und Renaturierung besetzter Landflächen ausgehend, treibt die MST inzwischen in 24 von 26 Bundesstaaten Brasiliens familiäre Landwirtschaft in größerem Maßstab voran. Weiterlesen

Nine-Eleven und Santiago 1973

Ein Zwischenruf

Am 25. Jahrestag von Nine-Eleven werden alle lebenden ehemaligen Präsidenten der USA den Opfern von 2001 still die Ehre erweisen. Der amtierende Präsident Donald Trump aber verweigert sich dem Gedenken. Seine Politik führt ein halbes Jahrhundert zurück. Mit Trump bekommt der 11. September 1973 in Santiago de Chile eine beklemmende Aktualität. Weiterlesen

Verkehrsroute versus Migrationsroute

Militarisierte „Konnektivitäts“-Infrastrukturen und die Auslagerung der US-Grenzkontrolle – Die Neustrukturierung der Südgrenze Mexikos

Die Gebiete entlang der südlichen Grenze Mexikos gehören zu den letzten megadiversen Regionen der Erde. In einer geopolitisch strategischen Grenzregion gelegen, sind diese Territorien das angestammte Gebiet der Maya. Die Region war und ist eine Route für Millionen von Menschen, die aus dem Globalen Süden in die USA aufbrechen. Die Migrationstradition in der Region reicht bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück, insbesondere in die 1970er- und 1980er-Jahre, als viele Maya-Gemeinschaften in Guatemala durch die von den USA unterstützte Gewalt zur Aufstandsbekämpfung nach Mexiko vertrieben wurden. Heute sehen sich diese südmexikanischen Gebiete wachsenden Bedrohungen durch die vielen Köpfe der kapitalistischen Hydra ausgesetzt. Weiterlesen

Verschwunden

Am 30. August findet der Internationale Tag der Verschwundenen statt. Die Initiative für diesen Gedenktag geht zurück auf die Federacion Latinoamericana de Asociaciones de Familiares de Detenidos-Desaparecidos (FEDEFAM), ein 1981 in Costa Rica gegründeter und in Lateinamerika tätiger nichtstaatlicher Zusammenschluss von lokalen und überregionalen Initiativen, die sich aktiv gegen geheime Internierungen einsetzen.  Weiterlesen

Es geht weiter

Wer die AfD weghaben will, soll was dafür tun. Wer eine in Teilen sehr rechte Partei nicht mag, muss den Arsch hoch kriegen. Dabei ist es verboten zu verbieten. Made in Germany wurde früher englisch ausgesprochen. Heute wird Made deutsch ausgesprochen, das weltweit, während sich deutsche Touristen im Ausland zu grossen Teilen immer noch als Schweine verhalten. Weiterlesen

Loreley wird gesucht

Erfolgreiches Theaterprojekt von Alex Mello im Kunstmuseum in Bonn

„Wie sind Sie denn darauf gekommen, ausgerechnet aus dem Loreleymythos ein Multikulti­stück zu machen?“, fragte ein Zuschauer im Publikumsgespräch nach der Ausstellung verdutzt. Die Verwirrung ist gewollt. Und wirkt. Die Theaterperformance, die der deutsch-brasilianische Regisseur und Dramaturg Alex Mello im Rahmen der sehenswerten Ausstellung #ifeelyou (es geht um Empathie) zusammen mit dem Bonner Verein für Gefährdetenhilfe (VFG) insgesamt drei Mal (am 21. Juni, 26. Juni und 5. Juli) im Kunstmuseum zeigte, Weiterlesen

„Gefällt mir“ Plus

Warum spanischsprachige Lesekreise in Bonn und Köln politische Räume sind

In den letzten zwei Jahren hat die Autorin Lesekreise in Bonn und Köln aufgebaut. Sie ist überzeugt, dass solche Gruppen mehr sind als Orte, an denen Bücher besprochen werden.

Mein Ziel war es, Räume intellektueller Geselligkeit, kritischer Bildung und kollektiver Sinnstiftung zu gestalten, in denen Emotionen so viel Gewicht haben wie Argumente. Bei den Treffen, in der Regel einmal im Monat, verwandelt sich das individuelle Lesen in eine gemeinsame Reflexion vieler Stimmen. Weiterlesen

Warum wir schreiben

Acht Stimmen aus der zeitgenössischen brasilianischen Literatur

Die spannendste brasilianische Literatur ist viel­leicht nicht dort, wo man sie sucht. Sie wird von einer Frauengeneration geschrieben, die von den geografischen, verlegerischen und sozialen Rändern aus erzählt und dabei die Position der Außen­seiterin in Stärke verwandelt. Hier werden acht neue Erzählerinnen vorgestellt, die in ihrer Vielfalt zur derzeit lebendigsten brasilianischen Literatur zählen. Es gibt keine Schule, kein Mani­fest, keine Formel, einfach nur acht Arten, Brasilien zu betrachten, ohne den Blick abzuwenden. Weiterlesen

Boom oder nicht?

Neue weibliche Erzählstimmen aus Lateinamerika und der Karibik

Es boomt wieder, ist in lesenden und verlegerischen Kreisen zu hören. Autorinnen aus Lateinamerika seien seit den 1980er-Jahren kontinuierlich auf dem Vormarsch und stellten mittlerweile die rein männlichen Vertreter des sogenannten ersten literarischen Booms in den 1960er- und 1970er-Jahren in den Schatten. Aber was soll dieser Vergleich mit Männern überhaupt? In Lateinamerika sträuben sich bei vielen Schriftstellerinnen die Haare. „Unangemessen, unzureichend“ sei diese Rede von der angeblichen Wachablösung, heißt es. „Da werden wir wieder einmal kontinentweit undifferenziert in einen Topf geworfen.“ Eine sexistische Verniedlichung sei das und mache gut schreibende Frauen erneut zur Ausnahme. Das gibt zu denken. Weiterlesen

WM: Stand and deliver!

“Sie sind nicht allein! Sie sind nicht allein!” liess der grösste transnationale Konzern der Welt FIFA mit Konten in allen Steuerparadiesen der Welt (dort finden in der Regel deren “Gipfel” statt) die Bonzenzuschauer beim WM-Sechzehntelfinale zwischen Vizeweltmeister Frankreich und Schweden in New Jersey skandieren, eine Art Ablasshandel. Der Stadionsprecher hatte sie angehetzt. War früher bei WM verboten, wie vor der WM 2014 in brasilianischen Stadien der Alk.o.hol. (Sorry, Alkohol hat in Fussballstadien nichts zu suchen. Sport ist kein Drogen-Mekka.) Weiterlesen

Würdige Repräsentanz

“Deutschlands Ansehen in der Welt” – vertreten durch seine “TV-Experten”

Ich wollte ja nichts mehr schreiben, aber im Moment ist es günstige 22 Grad kühl. Ich kommentiere auch jetzt besser nicht selbst. Lesen Sie hier was ein von dieser ARD fürstlich honorierter Experte aus dem süddeutschen Raum über Afrika weiss, und wie wenig einem von der Deutschen Telekom AG fürstlich honorierten Oligarchen, der im Red-Bull-Medienkonzern ein autoritäres Regime führt, dazu einfällt. Weiterlesen

Schüsse, die nach hinten losgehen

Das Gewaltdilemma in Brasilien

Gewalt ist in Brasilien zu einem alles beherrschenden Faktor geworden. Strafverschärfungen scheinen die einzig gangbare Gegenmaßnahme. Erst spät hat die Regierung Lula verstanden, dass die meisten Gewalttaten auf die eine oder andere Weise im organisierten Verbrechen münden, in Banden, die sowohl legal wie illegal aktiv sind und riesige Märkte aufgebaut haben. Dafür brauchen sie billige Arbeitskräfte, also junge Menschen ohne Perspektive, damit sie Gewinne in den verschiedenen Branchen erzielen können: von Handys bis Kokain, vom Holz bis zu Waffen. Vieles davon landet in Europa. Weiterlesen

Jugend unter Verdacht

Die punitive Wende in Lateinamerika

Die Debatte über die Absenkung des Strafmündigkeitsalters ist aktuell ein größeres Thema in Lateinamerika, besonders dort, wo Regierungen mit harter Sicherheitsrhetorik, der Politik der „mano dura“, arbeiten. Schlagzeilen in diesem Kontext lauten etwa: „Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sollen in Argentinien künftig zu bis zu 15 Jahren Haft verurteilt werden können.“ Dabei geht es fast immer um Jugendkriminalität, organisierte Kriminalität und die politische Inszenierung von „Ordnung“ und „Sicherheit“. Diese Politik ist Ausdruck einer politischen Neuordnung Lateinamerikas. Weiterlesen

Wir haben andere Daten

Angehörige von Verschwundenen in Mexiko üben Kritik an Sheinbaums Politik

Das gewaltsame Verschwindenlassen von Menschen gehört seit Jahren zur Realität in Mexiko. Für viele Familien ist es Alltag. Sie suchen nach ihren Angehörigen, meistens ohne Hilfe des Staates. Sie organisieren sich selbst. Sie dokumentieren Fälle. Und sie kämpfen darum, dass das Thema überhaupt sichtbar bleibt. Weiterlesen

Versicherheitlichung

Sicherheit. Kaum ein Versprechen besitzt heute größere politische Mobilisierungs­kraft. Mit Sicherheit werden Kriege begründet, Grundrechte eingeschränkt, Grenzen geschlossen und Gefängnisse gebaut. Vor allem in Lateinamerika kommt die ungebremste Ausbreitung illegaler Akteure hinzu, die höchst gewalttätig agieren, Schutzgelder erpressen und die Bevölkerung einschüchtern. Weiterlesen

WM-Beginn zeitgemäss – Medien propagandabereit

Der Beginn der Fußball-WM verläuft derzeit berechenbar. Mafiaboss Infantino und Mafiaboss Trump feiern den Start der “Brot und Spiele”-Veranstaltung. Auf 7,7 Milliarden Euro schätzen Fachleute die erwartbaren Gewinne der FIFA. Was die wohl damit machen? Ein großer Teil davon stammt aus den Lizenzgebühren, die die öffentlich-rechtlichen Medien bezahlt haben und gemäß ihrem Auftrag berichten, als sei ihre Aufgabe von einem Propagandaminister verordnet worden. Weiterlesen

Welttag der Ozeane

Am 8. Juni war der Welttag der Ozeane. Da fragt man sich, muss es für alle möglichen Anlässe und Objekte einen Gedenktag geben und wieso gibt es eine solche Notwendigkeit bei den Ozeanen? Sind sie nicht mächtig und unerschütterlich genug, um auch ohne eine solche Unterstützung zu existieren – so wie es seit vier Milliarden Jahren geschieht? Immerhin werden mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt. Doch die Bedeutung der Ozeane für die Menschheit und ihre Entwicklung ist unübersehbar. Ohne die Meere gäbe es kein Leben auf der Erde. Doch diese Grundlage ist aus dem Gleichgewicht geraten. Daher wollen die UN die Menschheit zum Umdenken auffordern. Weiterlesen

Elektrostaaten der Welt vereinigt Euch!?

Wie das Ende der Fossilen die Geopolitik verändert

Mit dem Angriff der USA auf den Iran erlebt die Welt die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren. Die letzte hatte 2022 Putins Überfall auf die Ukraine ausgelöst. Unübersehbar verschieben sich im Kampf um Energiedominanz die Gewichte globaler Politik. In der multipolaren Welt braucht Europa eine neue Geostrategie und neue Bündnispartner. Es muss auf Elektrifizierung und Erneuerbare setzen. Weiterlesen

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