Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Gesundheitspolitik (Seite 1 von 45)

Hunger

Im Sommer eines jeden Jahres stellen die Vereinten Nationen ihren Welternährungsbericht vor. Neben den erschreckenden Zahlen über die weltweite Zahl der Hunger leidenden Menschen gab es im Juli 2026 einen kleinen Lichtblick: Während 2024 noch 8,1% der Weltbevölkerung unter Hunger litten, waren es 2025 nur noch 7,8%. Damit setzt sich ein bereits seit einigen Jahren erkennbarer Trend zu besserer Ernährung und weniger Hunger in den armen Regionen der Welt fort. Weiterlesen

Ich war noch zu klein

Vor 70 Jahren traten die Heldinnen des Fussballs zum ersten Mal illegal (!) auf – vor 18.000 überwiegend Männern, bei mir umme Ecke

Ich war noch Embryo und konnte deswegen nicht kommen. 1969-76 wohnte ich umme Ecke, und habe auf dem Platz selbst gepölt. Wusste aber absolut nichts von seiner historischen Bedeutung. Er war Heimat der TSG Karnap 07. Ich pölte meistens auf dem Kleinfeld des konkurrierenden SG Karnap an der Lohwiese, weil der Rasenplatz im Matthias-Stinnes-Stadion streng behütet wurde. Heute ist sein nahezu spurloses Verschwinden eine Schande für die Pleitestadt Essen. Weiterlesen

S-A vor der Machtergreifung?

Wer über den Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine Bestandsaufnahme versucht, sollte sich mit Menschen unterhalten, die dort leben und die mehr denn je auf unsere Solidarität als Demokraten angewiesen sind. Im Rahmen einer Veranstaltung des “Radikaldemokratischen Bildungsqwerk e.V.“, dem Netzwerk ehemaliger Jungdemokrat:innen, fand kürzlich eine  Analyse mit der Expertise von profilierten aktiven Bürgerrechtlern und Personen statt, die in Sachsen-Anhalt und Thüringen leben. Fazit: Weder die derzeitige bundesweite Medienberichterstattung, noch die politischen Reaktionen der demokratischen Parteien auf Bundesebene vermitteln ein realistisches Bild von der realen Gefahr für die Demokratie in Deutschland, die aktuell und dauerhaft von der gesichert rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt ausgeht. Weiterlesen

Bunte Bahn mit Schleudersitzen

Über meine – und die Erfahrungen anderer älterer Menschen habe ich hier schon mal geschrieben. Ich fahre ja weiterhin mit den Dingern, auch weil die Linie 66 noch immer nicht wieder fährt. Eine Tatsache, die die DB-App übrigens vollständig negiert. Bei “Bahn.de” ist die 66 weiterhin in Betrieb, die bekommen das nicht geregelt, auf den Ersatzverkehr zu verweisen. Laut SWB hat die DB damit “technische Probleme”. Weiterlesen

Wer nicht hören will, muss fühlen

Wir Boomer-Kinder hörten das von unseren Eltern. Es war die Legitimation für die seinerzeit im Alltag noch in Familien und Schulen gebräuchliche Prügelstrafe. Die seinerzeitige Eltern- und Lehrergeneration war geprägt und traumatisiert von Nazi-Faschismus, Krieg, Bombennächten in Kellern und Bunkern, sowie den Hungersnöten der Nachkriegszeit. Die Geburtenwelle deckte sich mit der Fresswelle und dem Glauben an immerwährendes Wachstum. Wir sollten es “einmal besser haben”. Es sollte erstaunlich viele Jahrzehnte dauern, bis die breite deutsche Öffentlichkeit das als Illusion und falsches Versprechen erkannte. Dieser Moment ist ungefähr: Jetzt. Weiterlesen

Wie die SPD den Osten verlor…

…und nicht nur den, sondern auch die Demokratie

Es war ein Telefonat mit Günter Verheugen, das mich auf dieses Thema brachte. Wir arbeiteten mal viel zusammen, damals vor der Bundestagswahl 1980, er war Generalsekretär der FDP, ich Bundesschatzmeister der Judos und Bundesvorsitzender des Liberalen Hochschulverbandes. Wir sassen beide in der Wahlkampfkommission der FDP, die das “Freiburger Programm” von 1980 umsetzte, er managte die über 1.000 Anträge der Basis und den basisdemokratischsten Programmprozess, den die FDP je erlebt hat. Am Ende stimmten nur 2 Delegierte – Otto Graf Lambsdorff und ein Unbekannter – gegen das “Freiburger Programm” von 1980. Die Wahl und das linksliberale Programm brachten der FDP 10,6% ein. Das Ergebnis jedoch ermunterte Genscher und die Parteirechte, zwei Jahre später den Koalitionswechsel zur CDU zu betreiben. Wir verließen 1982 die FDP – Günter zur  SPD und ich später zu den Grünen – unsere Freundschaft hält bis heute. Weiterlesen

Der Garten als Kampfküche und Überlebensort

Interview mit Ana Santos über afro-brasilianische Territorialität in Rio de Janeiro

Im Complexo da Penha, einem Zusammenschluss von zehn Favelas im Norden Rio de Janeiros, hat die Afro-Brasilianerin Ana Santos eine kleine Oase geschaffen. In einem Gemeinschaftsgarten wachsen Lebensmittel aus agrarökologischer Produktion. Für Ana und ihre Mitstreiterinnen vom CEM ist städtische Landwirtschaft kein Hobby, sondern eine Form des Überlebens und der Selbstbestimmung: Weiterlesen

Palmöl ist passé

Brasilien: Das agrarökologische MST-Projekt Maturí in Pará: Gegenmodell zu Monokulturen

Die Erfahrungen der brasilianischen Landlosen­bewegung MST (Movimento sem Terra) zeigen, dass es möglich ist, durch kollektive Selbstorganisation Wälder wiederherzustellen, natürliche Ressourcen zu erhalten und gesunde Lebensmittel zu produzieren. Von der Restrukturierung und Renaturierung besetzter Landflächen ausgehend, treibt die MST inzwischen in 24 von 26 Bundesstaaten Brasiliens familiäre Landwirtschaft in größerem Maßstab voran. Weiterlesen

Omas gegen Rechts

„Wir machen weiter. Es gibt keine andere Option.“

Der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat vielen den Atem verschlagen. Die Omas gegen Rechts in Magdeburg erleben schon seit langem, wie sich die Lage vor Ort, aber auch online verschärft hat. Wir haben mit zwei von ihnen über gemeinschaftlichen Widerstand und das Wahlergebnis gesprochen – und wie es aus ihrer Sicht nun weitergeht. Weiterlesen

Gebärentfremdung weltweit

Im zeitlichen Umfeld meines letztjährigen Herzinfarktes beschäftige ich mich intensiv mit der Abfassung eines Testamentes. Als gewollt kinderloser alleinlebender Mann ist mein grösster Besitz meine Wohnung. Drei Frauen, mit denen ich langjährig befreundet bin, und die alle (mehr oder weniger) je ein Kind alleinerzogen haben, sollen sich um ihre Verwertung kümmern, wenn ich nicht mehr bin. Der grössere Teil geht in die Flüchtlingssolidarität (mit ihren zahllosen Kindern, Lebenden und Toten), der kleinere Teil an die drei lebenslang hart arbeitenden Damen. Wie kommichdrauf? Wir sind repräsentativ. Und werden es immer mehr. Weiterlesen

Kompetenz und Ansehen

Welche*r Politiker*in bringt noch beides zusammen? Warum soll der Kanzler aus dem Urlaub kommen? Wer vermisst ihn (ausser clicksüchtigen Medien)?

Es war wieder ein “Politbarometer”. Ganz vorne ein Boris aus Osnabrück mit +1,3, ganz hinten eine schweizerische Alice mit -2,5, hinter dem Kanzler mit -1,9. Nur 3 von 10 mit Pluswerten. Und der Boris nützt seiner ehemaligen Volkspartei (12%) überhaupt nichts. Es wird offenbar von der Konkurrenz mehr geliebt, als von den eigenen Leuten. Wie auch der Cem (2. Platz). Es gibt zwei Katastrophen, gegen die die alle sich nichts zu unternehmen trauen. Weiterlesen

“Reformen” (IV)

Der geplante und in Teilen schon begonnene Umbau des Sozialstaats ist weder sozial noch gerecht.

Jana Forsten, 41 Jahre, lebt im Südwesten Brandenburgs und arbeitet bei Ikea in Berlin-Tempelhof

“Ich habe mich für eine Vier-Tage-Woche entschieden, da bei mir noch drei Stunden Fahrt pro Tag hinzukommen. Ich bin eine der wenigen, die Vollzeit bei Ikea arbeiten kann, 37 Stunden pro Woche, macht für mich 9,15 Stunden am Tag. Wer in Teilzeit bei uns arbeitet, muss oft aufstocken. Da kommen Aussagen wie Lifestyle-Teilzeit nicht gut an. Es sollte meiner Meinung nach auch ein Recht auf Vollzeit-Arbeit geben, jeder sollte so arbeiten können, wie es ins Leben passt. Dann hat man auch mehr Motivation für die Arbeit. Weiterlesen

“Reformen” (III)

Der geplante und in Teilen schon begonnene Umbau des Sozialstaats ist weder sozial noch gerecht.

Jorun Bärisch, 59 Jahre, Medizinische Technologin in der Nuklearmedizin des Berliner Uniklinikums Charité

“Was haben wir nicht alles gemacht, um die Kürzungen im Gesundheitswesen zu verhindern! Viele Stunden saßen meine Kolleg*innen und ich im Bus zur großen Demonstration bei der Gesundheitsministerkonferenz in Hannover, der leider auf der Autobahn steckenblieb. Präsent waren wir dort trotzdem: per Videoschalte auf der großen Kundgebungsleinwand – eine tolle Aktion. Weiterlesen

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