Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: taz (Seite 1 von 48)

Charakterfrage

Mitgefühl ist keine Bürgerpflicht

Wer, wie die SPD, so viel Schaden hat, muss für keinen Spott mehr sorgen. Gerade deswegen sind mir in der gestrigen Publizistik ein paar schwer geniessbare Werke aufgestossen. Keins dieser Beispiele ragt auch nur an Jürgen Trittin heran. Giftiger als bei ihm geht es eigentlich nicht, nämlich streng politisch und inhaltlich. Mit einem konstruktiven Schluss, über den sich mit einigem Recht streiten lässt. Es geht also. Jürgens Analyse wird abgestützt durch einen Blick auf die politische Welt da draussen, den der Weltstadtbürger Robert Misik in der taz wagt. Weiterlesen

Lächerliche Hilflosigkeit

Die Infantino-Gegner machen die gleichen Fehler wie die europäische Aussenpolitik

„Die größten Abstriche sind im Bereich ‚Global Europe‘, also bei der internationalen Zusammenarbeit, Entwicklungspolitik und humanitärer Hilfe geplant“. Das schreibt der fachkundige Eric Bonse in der taz. Und dass das aber dem Blackrock-Merz und u.a. „Niederlande, Schweden und Österreich“ bei weitem noch nicht genug ist. So macht mann sich in der Welt da draussen Freund*inn*e*n. Weiterlesen

Die von gestern

Die politische Medienfrage aller Fragen ist, warum die europäischen öffentlichen Medien, die sogar über eine eigene gemeinsame Organisation verfügen, seit Jahrzehnten zu doof dazu sind, ein „soziales Netzwerk“ (ohne „a“!) zu bauen. Die Einen mögen auf die EU verweisen, die ja ebenfalls für Vieles zu doof ist. Ich zermartere mir dennoch immer noch den Kopf, was die Gründe für dieses Versagen sein können. Weiterlesen

Sarkasmusfutter

Was funktioniert überhaupt noch? Liegt es an verlorenen Kulturtechniken? Oder liegt es am altwerdenden Betrachter? Entcheiden Sie selbst
Wundersame Bahn CCLXI

Ein Friedensvorschlag von Jörg Phil Friedrich: „Bahn: Abschied vom Fahrplan – Vielleicht sollte die Bahn auf Konzepte wie ‚Fahrplan‘, ‚Zugbindung‘ und ‚Reservierung‘ ganz verzichten. Man geht einfach zum Bahnhof und steigt in den nächsten Zug, der in die richtige Richtung fährt. Eine App könnte einem eine Prognose geben, welche Züge einen zum Ziel bringen. In der Praxis läuft es längst so.“ Aber können die das? Weiterlesen

Visage des Versagens

Aber noch Hoffnung für den Deutschlandfunk?

Viele Leute meines Alters, ob mit Sym- oder Antipathien, verstehen nicht, wie die Partei der West-BRD, die Christlich Demokratische Union, so weit sinken konnte, wie sie jetzt ist. Beredte Auskunft dazu geben die Reaktionen dieser Partei und ihrer zahlreichen bestbezahlten publizistischen Freund*inn*e*n auf das Berliner Wahlergebnis. Wer das immer noch nicht kapiert, möge sich diesen Windbeutel ansehen. Nur als Tegernsee-Buddy des Bundeskanzlers an sein Staatsamt gekommen. Weiterlesen

Sachdienliche Hinweise

ARD erwartet Merz‘ Sturz – Verdacht auf aktuelle Mediathekperlen

Der Wahlabend-Trash wird heute in der ARD vom Köln-Tatort aufgelockert. Eine Wohltat? Ich weisses nicht. Ich bin Stammgucker, Fan von Behrendt und Bär und ihrem unermesslichen Lebenswerk. Meine Daten zum Vorabgucken liefere ich der ARD nicht ab. Das ist ja wie beim Pay-TV. Ob mir diese Folge gefallen wird (1 Jahr verfügbar)? Die taz-Rezension von Ambros Waibel verunsichert mich. Denn auf Platzangst steh‘ ich nicht.

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Globale Fanbewegung

Die guten Nachrichten sind nicht von hier, sondern aus Afrika und Amerika

Da fiel mir gestern morgen der Espresso-Löffel aus der Hand. Der Deutschlandfunk sendete diese Propaganda der Neofaschistin Giorgia Meloni, die den Rassismus zur italienischen Staatsräson erhoben hat, als „Nachricht“. Darauf muss mann als deutscher Konservativer, wie sie die DLF-Nachrichtenredaktion beherrschen, ja erstmal kommen. Der Weg dorthin ist offenbar kurz – und überwunden. Für solchen Trash kann es garnicht genug „Programmreform“ geben. Weiterlesen

Bundesstaat wechselt Republik

Die „Amerikanisierung“ Sachsen-Anhalts steht dem Rest der Republik (mehr oder weniger unmittelbar) noch bevor

mit Update abends

Kanada und Grönland will er annektieren, vom Rest Amerikas die Rohstoffe geschenkt bekommen (aber ohne die Menschen) – am weitesten kam er aber gestern in Sachsen-Anhalt, und hat sich sogleich, wie sein Buddy Elon Musk, „floating the zone with shit“ öffentlich amüsiert gezeigt. Donald Trump. „Amerikanisierung“ ist natürlich ein Fake-Begriff. Korrekt müsste er lauten „USAfizierung“ (= Geografie für Anfänger*innen). Aber der Reihe nach. Hier die Kommentare des Morgens, die aus dem Medientrash herausragen, und zwar in dieser Reihenfolge: Weiterlesen

Marokkos dubiose Rolle

EU und die deutsche „vierte Gewalt“ spielen brav die rechten Drehbücher ab

Seit ich politisch denken kann, bildet das Feudalregime von Marokko den rechten Flügel der Arabischen Liga. In meiner Lebenszeit gab es nur zwei diktatorisch regierende Könige: Hassan II. und den heute herrschenden Mohammed VI. Aggressiv gegen Menschenrechte, Opposition, Nachbarstaaten und andere Religionen, Aussenposten des Wahabismus. Und heute des Trumpismus. Weiterlesen

Hallo Brüssel! Hallo Berlin!

Jemand zuhause? Die Klimakatastrophe ist da

Schon vor einer AfD-Machtergreifung schreiben deutsche Massenmedien viel und gerne über das Wetter. Aber immer weniger über das Klima. Folgerichtig soll ein Regierungssprecher in Berlin erklärt haben, das Wetter könne der Merzfriedrich auch nicht ändern. Das ist das Argumentationsniveau rechtsradikaler Klimaleugner*innen. Die brauchen nur noch still abwarten, dass ihnen die Wahlsiege in den Schoss fallen. Weiterlesen

Wer solche Feinde hat

Infantinos Erfolgswelle sind seine Gegner – „Das Grundproblem ist nicht, dass die Männer ihre Finanzmacht missbrauchen – sondern, dass sie sie haben.“ (Alina Schwermer, taz)

Wenn zu Ihren schärfsten Kritikern die hier, dazu der greise Sepp Blatter und der britische Premierminister gehören, Letzterer aus dem Land mit der hemmungslosesten Geldscheiss-Profilliga der Welt, in der sich die Investor*inn*en aus Arabien, USA, Russland und China die Türklinken ihrer Londoner Villen in die Hand geben und auf den Rennbahnen über ihre Pferde fachsimpeln – wenn das Ihre Gegner sind, können Sie nicht alles falsch gemacht haben. Weiterlesen

Humorpolitik

Der Film „Was haben wir gelacht“ wird reichlich besprochen. Die FAZ hat ihre Rezension eingemauert. Ihre Leser*innen sind mutmasslich auch nicht die Zielgruppe. Die Junge Welt wird ihre Rezension in Kürze in ihrem Archiv einkellern: Ronald Kohl: „Der Kampf um die Bühne – Eva Müllers und Isabel Schneiders Dokumentarfilm »Was haben wir gelacht« über deutsches Unterhaltungsfernsehen und die Rolle der Frauen“. Der Herr Rezensent ist auf Konkurrenzkampf fixiert. Die Frauenperspektive gelingt nur einer. Weiterlesen

Dein*e Chef*in – der*die Terrorist*in

Im Abgeordnetenbüro – einst und jetzt

mit Update abends

Die grosse Mehrheit meiner Berufsjahre war es nicht so. Am besten waren die 10 als MdL-Mitarbeiter bei meinem heutigen Mitautor Roland Appel. Wir kannten uns, seit wir Schülerreferenten in den Landesvorständen der Jungdemokraten BaWü und NRW waren. In den 80ern, als er schon Grüner war, ich aber noch nicht, arbeiteten wir exzellent für den Volkszählungsboykott zusammen. Noch bevor er 1990 in den NRW-Landtag gewählt wurde, quatschte er mich an, ob ich mitgehen würde, für eine anfänglich halbe Stelle, die auf eine ganze erweitert werden solle. Weiterlesen

Alternativen zum Schlechten

Wie schlecht wir aktuell regiert werden, beschreibt und analysiert Stefan Reinecke/taz: „Reformpaket der Bundesregierung: Friede den Palästen, Krieg den Hütten – Das Reformpaket stützt die Reichen und nimmt von den Armen. Solche Reformen verschärfen die soziale Spaltung, statt sie zu kitten.“ Neben dem Versuch, die Immobilienspekulation gegen Vergesellschaftung zu retten, gehört auch das Schleifen der Informationsfreiheit zu den Verzweiflungstaten dieser Deppen: Weiterlesen

Die Abschaffung des Denkens

Menschenhass/Selbsthass ist das Leitmotiv des „modernen“ Faschismus

Des bekannteste Beispiel für diesen Mechanismus sind die Legionen schwuler Kardinäle und Erzbischöfe, die sich lebenslang im Schwulenhass von niemandem übertreffen lassen wollen. Der allgemeinere und noch gefährlichere Menschenhass funktioniert ganz ähnlich. Der Mensch ist ein fehlerhaftes Wesen. Gerade das macht das Leben interessant und spannend. Aber viele Artgenossen halten diese Art Spannung nicht aus. Wenn sie dabei sehr mächtig sind oder werden, wird es gemeingefährlich. Weiterlesen

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