Alle Beträge von Martin Böttger:

Arsene Wenger

Von , am Samstag, 21. April 2018, in Fußball.

Es gab einen FC Arsenal vor Arsene Wenger. Das hat Nick Hornby in seinem epochemachenden Roman “Fever Pitch“, der später auch sehr ordentlich verfilmt wurde, beschrieben. Wenger kam zur Gründung der Kommerzmaschine Premier League und die Frage von Martin Krauss/taz, ob das als Ära zu bezeichnen ist, ist aus einem einfachen Grund mit Ja zu beantworten: Wenger hat England den “englischen Fussball” ausgetrieben.
Er war wahrscheinlich nicht der Erfinder, aber der Durschsetzer in der Alltagspraxis, eines Fussballs, der bis heute stilprägend für alle Weltklasseformate ist: Weiterlesen

Vom Schweine-System ins -Paradies?

Von , am Samstag, 21. April 2018, in Genuss, Lesebefehle, Medien.

Es heisst, “Sex und Katzen” gehen immer, wenn jemand hohe Klickzahlen erzielen will. Ich würde sagen: Schweine gehen auch sehr gut. Im NDR-Film “Artgerecht? Das Schweine-Experiment” geht es kontrastreich und – Achtung Spoiler! – mit einem sehr optimistisch-idyllischen Happyend zu. Unschöne Bilder sind allerdings auch zu sehen. Eine Sau und drei mit ihr nicht verwandte Ferkel Weiterlesen

#metoo & WDR: ein neuer Zusammenhang

Von , am Freitag, 20. April 2018, in Medien, Politik.

Meine folgende Kommentierung stützt sich auf diesen Bericht der WAZ (Funke-Mediengruppe), dessen Richtigkeit ich voraussetze, aber nicht gegenrecherchiert habe. Autor Kai-Hinrich Renner habe ich bisher als recherchestarken Medienjournalisten wahrgenommen, auch wenn ihm gelegentliche Intrigen nicht fremd sind, klassische professionelle Deformation, in der Branche keine Ausnahme sondern Regel.
Arnim Stauth kenne ich als Journalisten schon einige Jahrzehnte, wir sind uns bei wenigen Gelegenheiten persönlich begegnet. Ich schätze ihn als Journalisten sehr, halte ihn für eine Spitzenkraft. Bis heute ragen seine seltenen Tagesschau-Beiträge positiv heraus: abweichende, kritische Meinungen werden bei ihm in der Regel auch in Kürzestbeiträgen nicht unterschlagen, wie wir es leider ansonsten meistens schon gewöhnt sind. Seine Reporterleistungen sind zu Recht mit Preisen bedacht worden. Solche Leute schmücken ihren Sender.
Solche Leute sind nicht selten auch komplexe “schwierige” Persönlichkeiten. Weiterlesen

Krieg der Gänse / Berlin umringt / Heimat

Von , am Freitag, 20. April 2018, in Genuss, Lesebefehle, Politik.

Manche meinen ja, dass Donald Trump US-Präsident geworden sei, hänge damit zusammen, dass sich die Dorfdeppen auf dem Land damit an den arroganten Fatzkes in den städtischen Metropolen rächen wollten. Machen Sie sich klar, liebe Leser*innen, das ist vielleicht auch schon eine Art Krieg.
Dazu folgende Symptome:

Frankfurt ist Opfer einer Invasion vom Nil geworden. Ich erinnere mich: auch Napoleon kam von dort (zurück), um anschliessend Europa zu erobern. In diesem Fall handelt es sich um keinen Napoleon, sondern um Gänse, die rücksichtslos Frankfurter Kulturerbe zerstören. Z.B. fressen sie den Frankfurter*inne*n ihre Zutaten für die Grüne Sosse weg. Weiterlesen

Bröker / Schweizerhof / Türkiyemspor

Von , am Donnerstag, 19. April 2018, in Fußball, Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Anja Bröker lernte ich als Redakteurin der Tagesschau in Köln kennen. Der GarzweilerII-Konflikt in der rotgrünen NRW-Landesregierung war zu bundesweiter Bedeutung herangewachsen. Damit ging die Zuständigkeit im WDR vom SPD-kanalarbeiterdominierten Düsseldorfer Landesstudio auf die “Kölner” Tagesschau über, die mit seriösem journaliustischen Handwerk an die Sache gingen, statt mit jahrzentelang gealtertem Genossenfilz. Boss bei der Kölner Tagesschau-Redaktion war ein gewisser Jörg Schönenborn, eine seiner Kolleginnen Anja Bröker.
Sie machte danach eine – für hoffnungsvolle Journalistik-Studentinnen – Traumkarriere Weiterlesen

Fussballmärchen Eibar – To Be Continued

Von , am Mittwoch, 18. April 2018, in Beuel & Umland, Fußball.

Während in der Glotze erneut ein Grottenkick aus dem DFB-Pokal als “Spitzenfussball” (Zitat, na wer wohl, Steffen Simon) verkauft wird, ich glaube zu seinen Gunsten, er meinte das ironisch, gibt es auch gute Fussball-Nachrichten.
Der SD Eibar, nun schon vier Jahre sensationeller Erstligist in einer Liga mit Barca, Atleti und Real, hat heute Abend, vor wenigen Minuten, auch theroretisch den Klassenerhalt klargemacht, 5 Spieltage vor Schluss, durch einen 1:0-Auswärtssieg bei Espanol, den Lokalrivalen von Barca. Wie schon mehrmals bemerkt: so lange sowas möglich ist, ist der Fussball noch nicht tot.
Für den Bonner SC siehts in der Regionalliga West ebenfalls gut aus: Weiterlesen

Syrien-Fake-Gerüchte / Nahles / Immobilien / Tedesco

Von , am Mittwoch, 18. April 2018, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Heute Nacht lief es anscheinend in der Gerüchteküche diverser Netzdiskussionen schon heiss. Eine Reportage von Robert Fisk im britischen Independent (hier die deutsche Übersetzung der nachdenkseiten) war der Anlass. Heute mittag habe ich sie in Ruhe gelesen. Fisk war und ist kein Ermittler sondern ein neugieriger Journalist, wie es sich für seinen Beruf gehört. Er beweist: nichts. Er findet Indizien für Zweifel an dem, was uns seit Wochen aufgetischt wird. Das ist leider journalistisch schon überdurchschnittlich. Aber welche Lügen nun wie genau gelogen sind, weiss Fisk so wenig wie Sie und ich. So ist das im Krieg. Und genau dafür ist seine Reportage so lesenswert: Weiterlesen

Schneckenpost April von Slowfood Bonn

Von , am Mittwoch, 18. April 2018, in Beuel & Umland, Genuss.

In weiterer tätiger Reue meines Slowfood-Karteileichen-Daseins:

Treffen des Bonner Ernährungsrates am Mittwoch, 18. April 2018 um 19.30 Uhr, Quartiersbüro Mackeviertel in der Vorgebirgsstr. 43
Bonn blüht und summt: Stand auf dem Frühlingsmarkt (Bonner Münsterplatz) am 21. April 2018 gemeinsam mit dem Amt für Stadtgrün. Slow Food Bonn unterstützt diese Initiative.
Frühlingserwachen im Vorgebirge – Fahrrad-Tour zu regionalen Kostbarkeiten am Sonntag, 29. April 2018 von 11.00 – 17.00 Uhr
Tafelrunde am Donnerstag, 17. Mai 2018 um 19.00 Uhr im Haus Müllestumpe, Weiterlesen

Auflösungserscheinungen der Bonner Parteien

Von , am Mittwoch, 18. April 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Oberbürgermeister Sridharan (CDU) zieht, kaum bemerkt von der Öffentlichkeit, eine Furche durch die kommunalpolitische Landschaft unserer Stadt, dass ich mich frage, welche Vorstellungen von einer Wiederwahl in zwei Jahren er denn wohl hat. Die Durchstecherei, von wem auch immer, dass er an einer Wiederwahl seines Dezernenten und Parteifreundes Fuchs nicht interessiert sei, und ihm die Schuld an den Problemen im Bürgerservice und bei der Sanierung der Beethovenhalle allein in die Schuhe schiebt, war vor allem ein Dokument veritabler politischer Führungsschwäche. Selbstverständlich kann es Streit geben, auch innerparteilich, auch über Personalfragen. Wer Letztere jedoch über Pressebande spielt, weiss offensichtlich anders nicht mehr weiter. Weiterlesen

DFB, DFL – wer soll sowas sehen wollen?

Von , am Dienstag, 17. April 2018, in Fußball.

Bis heute habe ich geglaubt, meine Borussia sei letztens in München richtig scheisse gewesen, ein Abbild dieser Rückrunde. Heute nun Vizekusen, die “Mannschaft der Stunde”. Niemand kann sie leiden, aber die meisten können ihnen auch nicht den Respekt für halbwegs ansehnlichen Fussball versagen. Ausser die Kölner: denen ist das für leverkusisches nicht zumutbar. Aber in Köln haben sie eh andere Sorgen.

Dafür, dass deutscher Wettbewerbsfussball nicht an Langeweile stirbt, sondern ein Minimum an Unterhaltsamkeit behält, gibt es nur eine Lösung: Weiterlesen

Lölhöffel / Datenöl / EU-Syriendesaster

Von , am Dienstag, 17. April 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Das Traurigste zuerst: Helmut Lölhöffel ist tot. In der FR wird er heute angemessen gewürdigt. Ich bin ihm zu seiner Bonner Zeit mehrmals begegnet – er ragte schon zu seiner Zeit journalistisch aus der “Herde” weit heraus. Aus heutiger Sicht ist sein Verlust für uns noch schmerzlicher.

Gerd Landsberg ist der konservativ, bisweilen auch reaktionär, eingestellte Geschäftsführer und wochenendliche Lautsprecher des Städte- und Gemeindebundes, der weit über seine tatsächliche politische Relevanz hinaus von vielen Medien immer wieder gerne “genommen” wird. Deswegen war es schon lange, viel zu lange, fällig, Weiterlesen

FJS zur Grundsteuer / #metoo im WDR (Forts.)

Von , am Montag, 16. April 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Niklas Maak ist ein seriöser Journalist. Darum glaube ich ihm mal, wenn er Franz-Josef Strauss – den Heiligen der CSU – von 1970 zitiert: „Die Grundstückspreise steigen in einem Maße, dass es nicht zu verantworten ist, diese Gewinne unversteuert in die Taschen weniger fließen zu lassen.“ Ich kannte Strauss vor allem über Bernt Engelmanns Schwarzbuch, dieses Zitat kannte ich nicht. Ob es die CSU von heute noch kennt?
Maak beschreibt in der FAS die neoliberalen Horrorvisionen aus dem Büro der verstorbenen Stararchitektin Hadid – und die linken Alternativen, die eher in die Richtung der Vernunft des Mannes gehen, in dessen Richtung ich 1980 noch Gemüse geworfen habe.
Zur Vollständigkeit der #metoo-Debatte im WDR hier die Darstellung aus Sicht meiner Gewerkschaft. Ihr entnehme ich, dass ähnlich wie beim DFB und Freshfields eine parteiische Anwaltskanzlei mit weiteren Untersuchungen beauftragt wurde. Ich zweifle, ob das einer allgemein respektierten Wahrheitsfindung dient.

LeMonde diplomatique (dt.) – April 18

Von , am Montag, 16. April 2018, in Lesebefehle, Politik.

Die April-Ausgabe der deutschen LeMonde diplomatique habe ich letzten Freitag rechtzeitig erwischt.
Diese Texte sind online zugänglich:
Mit Dschihadisten verhandeln? von Charlotte Wiedemann
In Asien und Afrika werden muslimische Terroristen als Kämpfer ernst genommen. Experten raten dazu, mit ihnen zu reden, statt sie umzubringen.” – weiterlesen hier
“Gefühlte Korruption von Benjamin Cunningham
In Zentral- und Osteuropa grassiert die Korruption – so könnte man meinen. In Wahrheit Weiterlesen

Perthes (SWP): Syrien-Lösung nicht ohne UN

Von , am Montag, 16. April 2018, in Lesebefehle, Politik.

Volker Perthes, Chef der Stiftung für Wissenschaft und Politik, gab heute (sehr) früh im Deutschlandfunk eine strategische Einschätzung zur aktuellen Syrien-Konfrontation. Er sieht in den politischen Bemühungen einen klaren Vorsprung von Macrons Frankreich vor allen anderen, und stützt in meinen Augen insofern die Hypothese, die Thomas Pany schon vor ein paar Tagen bei telepolis referiert und heute hier mittels eines Macron-Interviews aktualisiert hat. Weiterlesen

Die andere Seite: Russland, China

Von , am Montag, 16. April 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

In kriegerischen Weltkonflikten bin ich nicht geneigt, einer Seite zu vertrauen. Gelogen und getäuscht wird von allen. Es ist also sehr schwierig, sich ein Bild zu machen. Eine notwendige, keine hinreichende, Bedingung ist, die verschiedenen Positionen überhaupt zu kennen.
In dem Strauss der Medien, die ich nutze, nehmen die Kolleg*inn*en des Onlinemagazins telepolis eine herausragende Stellung ein, weil sie diese schlichte Bedingung erfüllen. Mit geringfügigem Etat und kleinstem Personalstab. Warum nur fällt das der Mehrheit hiesiger Medien so schwer? Weiterlesen

Ruhrpottderby: S04s Klopp heisst Tedesco

Von , am Sonntag, 15. April 2018, in Fußball.

Das Ruhrpottderby hatte ein gerechtes Ergebnis, war aber auch repräsentativ für diese Bundesligasaison. Es wurde hart gekämpft, Schönheiten blieben selten. Der einstige Spektakelfussball des BVB, der für eine globale Marketingkampagne geeignet war, ist tot. S04 gewann mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, wie es den BVB unter Klopp gekennzeichnet hat. Damals gelang es mit billigeren Spielern dem Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum Paroli zu bieten.
Die Zeiten sind vorbei, darum ist die Saison so langweilig. Schalkes Coach Tedesco ist es gelungen, in dem verschuldeten Chaosverein ein Team zu bilden, das nicht glänzt, aber z.Z. funktioniert, entschieden besser als die Dortmunder Cliquenwirtschaft. Solange es das Ruhrpottderby gibt, ist Unterhaltung gesichert. Das Fussballbusiness dagegen hat mit dem Budesligafussball von heute ein Problem. Das ist ihm zu gönnen. Weiterlesen

“Was ist mit Antje Vollmer los?”

Von , am Sonntag, 15. April 2018, in Medien, Politik.

Das fragte mich eine Leserin, die sie noch gut aus alten Zeiten der Grünen Bundestagsfraktion in Bonn kennt. Für die Jüngeren: aus der Zeit gegen Ende des vorigen Jahrtausends. Ich meinerseits erinnere mich noch gut an den linksgrünen Ludger Volmer, ihren jetzigen Mitautor, wie er Ende der 80er, Anfang der 90er vor Vollmer und ihrem damaligen “Grünen Aufbruch” warnte (Bernd Ulrich, heute im ARD-Presseclub, war ebenfalls einer seiner Protagonisten – nachdem er noch wenige Jahre zuvor die “Linksautonomen” im Koordinierungsausschuss der Friedensbewegung vertreten hatte): die seien “gefährlicher” als die Realos (um Joseph Fischer, Hubert Kleinert u.a.). Vollmer und Volmer waren trotz dieses Gegensatzes schon damals respektable Intellektuelle in den Grünen Gefechten. Das, und die politischen Umstände da draussen in der Welt, haben sie jetzt zu gemeinsamen Sichten zusammengeführt.

Kafkaeske Diskursphänomene

Diese Tatsache lenkt unseren Blick auf die aktuelle politische Krisensituation und die sehr verschiedenen Sichten darauf, die von den Parteien kaum noch sortiert werden. Weiterlesen

Humor – so verschieden

Von , am Sonntag, 15. April 2018, in Beuel & Umland, Genuss, Lesebefehle.

Wird Berlin verschwinden? Vieles spricht dafür. Wir werden es wohl aufgeben müssen. Leo Fischer hat für die Wahrheits-Seite der taz, dieses Reservat gibt es schon viel länger als die Erfindung der Lügenpresse, aktuelle Entwicklungen in die Zukunft weitergedacht.
Wie anders da eine Grossstadt wie dieses Bonn drüben am anderen Ufer: ein Mensch, der von seinem Humor gewiss überzeugt ist, hat die Citywache an der Bornheimer Strasse lahmgelegt. Die investigative Recherche des DuMont-Verbundes lässt einige wesentliche Fragen offen: Weiterlesen

Ruhrpottderby – DFL und Pay-TV zerstören den Sport

Von , am Samstag, 14. April 2018, in Fußball.

Die geldgierigen Supermänätscher der Deutschen Fussball-Liga (DFL) haben sich schon gemeinsam mit ihren Kumpanen von Murdochs und Eurosports Pay-TV als zu blöd erwiesen, fünf verhasste Montagsspiele pro Saison auf zumutbare Termine am Wochenende zu verlegen. Noch schlimmere Auswirkungen hat ihre Doofheit aber am morgigen Sonntag, wenn um 15.30 h das Ruhrpottderby in Gelsenkirchen angepfiffen wird. Sie waren wahrhaftig nicht imstande, das Spiel nach dem gloriosen Ausscheiden des BVB aus der Europa-League (gegen so einen Bergbauern-Verein aus Österreich) schlicht um einen Tag vorzuverlegen, auf den Termin, den ausnahmslos alle Fanorganisationen seit Jahrhunderten fordern: Samstag, Fünfzehndreissig. Weiterlesen

Schwachmächte sind die Gefährlichsten

Von , am Samstag, 14. April 2018, in Politik.

Die absteigenden Imperialmächte USA, UK und Frankreich haben heute Nacht ein neues Indiz ihrer gefährlichen Schwäche geliefert. Ich kann mich nicht erinnern, wann sie jemals so schwache politische Führungen hatten wie heute. Weiterlesen