Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 1 von 308)

Steigender Diskussionsbedarf

Es wird hitziger. Warum? Aber der Reihe nach.

“Transformation von unten – Die Vision des Ökosozialen und Interkulturellen Pakts des Südens” – ein Diskussionsbeitrag einer Autor*inn*engruppe aus dem Umfeld der Informationsstelle Lateinamerika in Bonn.

Traumatische Erinnerung – Jüdisches Museum Berlin: Etwas weckte meine traumatische Erinnerung an die Armee – Eine Zufallsbegegnung im Café des Jüdischen Museums Berlin konfrontiert unseren Autor mit alten Traumata aus seiner Zeit in der israelischen Armee.” von Mati Shemoelof aus dem Open-Source-Ressort der Berliner Zeitung. Wer seine Kinder und Enkelkinder in irgendeinen Krieg für das Gute gegen das Böse schicken will, sollte das als Pflichtlektüre verordnet bekommen. Weiterlesen

Legenden

… und ihre Widersprüche – einst und heute

Wie Sie wissen, ist mir gutes Essen und Trinken so wichtig, dass ich dafür nicht 14 (BRD-Durchschnitt), sondern 40% meines Monatseinkommens investiere. Da war es quasi Pflicht für mich, das zu gucken:

Auguste Escoffier. König der Haute-Cuisine – Die französische Küche scheint in der Welt der Spitzenköche schon immer maßgebend gewesen zu sein und bleibt ein unerlässlicher Teil jeder Kochausbildung. Dies ist größtenteils einem provenzalischen Koch mit herausragenden Fähigkeiten zu verdanken: Auguste Escoffier (1846 – 1935). Er will nicht einfach nur kochen – was ihn animiert, ist die Kochkunst.” Verfügbar bis 14.7. bei Arte. Weiterlesen

Der junge Dietl

mit Uodate 26.5.

Es klingt wie ein Klischee. Aber ich beharre darauf, dass der junge Helmut Dietl der Bissigste und Beste war. 1974 war er immerhin schon 30, hatte also noch gute Erinnerung an seine soziale Herkunft. Je erfolgreicher und berühmter er wurde, umso mehr versank er in einer selbstreferenziellen Schickeria-Blase. Das wusste er selbst, denn in seinen mittleren und Spätwerken zeigte er, dass er das wusste. Weiterlesen

Repräsentativer Fake

mit Update 26.5.

Die Wenigsten wissen es, darunter immerhin regelmässige Extradienst-Leser*innen: “Umfrageinstitute” sind in Wirklichkeit Marktforschungsunternehmen, die davon leben, dass sie sich für mehr oder minder grosse – auf jeden Fall aber: solvente – Konzerne verdingen. Was in den Medien als “Umfragen” veröffentlicht wird, ist zu dieser Verdingung das Marketing – Werbung im redaktionellen Teil ist billiger und effektiver, als Anzeigen zu schalten. Sie gelingt umso besser, je mehr in den Medien, öffentlichen und privaten, Redaktionen und Recherche heruntergespart und einfach abgeschrieben wird, was so reinkommt. Weiterlesen

Grosse Fragen

“Die Geopolitik der Energiewende – Verschiebungen im globalen Machtgefüge: Welche Rolle spielt Lateinamerika?” von Prof. Kristina Dietz setzt die ila-Beiträge aus und über Lateinamerika fort. Zum gleichen Themenkomplex “Wohlstand für alle oder neofeudale Dystopie? – Lateinamerikas Weg in ein postfossiles Energiezeitalter” von Hannes Warnecke-Berger. Ich bin froh und glücklich über die nun schon Jahre dauernde publizistische Zusammenarbeit mit der Bonner Perle Informationsstelle Lateinamerika. Weiterlesen

Und die Strafe folgt sogleich

Die Ignoranz der handelnden Politik gegenüber oligarchischer Medienmacht bringt die bürgerliche Demokratie an den Klippenrand

Die Erde ist keine Scheibe, von der jemand runterfallen kann. Aber die Schwerkraft existiert wirklich. Und sie ist sehr kräftig.

Bürgerliche Grundrechte sind oftmals blind gegenüber sozialer Wirklichkeit. Nur in einer sehr kurzen Periode der West-BRD-Geschichte wurde das mal von klugen Liberalen und Sozialdemokrat*innen zusammengedacht. Heute geschieht das in öffentlichen Diskursen kaum noch. Materialistische Analyse gesellschaftlicher Prozesse kommt nicht mehr vor. Es dominieren wieder Schwarz-Weiss- und Gut-und-Böse-Darstellungen – hilf- und wirkungslos, ausser für das selbstrefenzielle Befinden derer, die sie ausstossen. Weiterlesen

Falsche Nummer Eins

Zwei Fälle, zuerst der wichtige. Der iranische Staatspräsident ist bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Das führt zu einem gefährlichen “Machtvakuum”, das David Ramin Jalilvand und Marcus Schneider/IPG-Journal analysieren: “Nach dem Tod von Präsident Raisi steht der Iran vor Wochen intensiver Machtkämpfe. Steht die Stabilität des Regimes infrage?” Über diesen informativen Text hinaus verweise ich auf die nach meiner Wahrnehmung beste Iran-Expertin in der deutschen Hauptstadt Dr. Azadeh Zamirirad. Weiterlesen

Juristen

In diesem Fall kommen Frauen (leider) nur am Rande, und nicht nur vorteilhaft, vor. Roland Appel hat hier kürzlich Wolfgang Albers gewürdigt, den ich ebenfalls persönlich kenne, und mich von zahlreichen seiner charakterlichen Vorteile überzeugen konnte. Einer davon ist, sich nichts gefallen zu lassen. Und ohne seine Pflichten in mehreren öffetnlichen Ämtern zu verletzen, hatte er dennoch eine klare kritische Analyse von den Systemen im Kopf, in denen er arbeitete. Das haben nicht viele. Weiterlesen

Flüchtlinge und Bluthunde

“Viel Kraft – wenig Biss” heisst die aktuelle Studie der Otto Brenner Stiftung von Henrik Müller und Gerret von Nordheim zur Wirtschaftsberichterstattung in ARD und ZDF.

Zur Lage tschetschenischer Flüchtlinge schreibt im Open-Source-Bereich der Berliner Zeitung Karin Hopfmann: Tschetschenien – Wie geht es Menschen unter Putins ‘Bluthund’ wirklich? – Unsere Autorin unterstützt seit Jahren Flüchtlinge aus Tschetschenien und stellt fest: Zu Unrecht wird ihnen immer wieder Nähe zum Islamismus unterstellt.”

Von meiner Seite gibt es Mediathekempfehlungen für einen Schwedenkrimi und eine weitere iranische Produktion: “Warum so ruhig?”. Sowie mein Entsetzen über eine Marketingkampagne der ARD: ARD reisst Gras aus – EM: Abmeldung von unabhängigem Journalismus und Rechtsstaat”.

Gestern und heute erregten sich fast alle Medien und nicht wenige – nunja, sehr mächtige – Regierungen sehr über das “Statement of ICC Prosecutor Karim A.A. Khan KC: Applications for arrest warrants in the situation in the State of Palestine”, also des Chefanklägers am Internationalen Strafgerichtshof. Da es nichts schaden kann, bei all dieser Erregung das Original mal selbst zu lesen, habe ich es Ihnen verlinkt.

Kurz nach Mitternacht beginnen wir hier mit einigen Beiträgen aus dem neuen Heft der Informationsstelle Lateinamerika mit dem Themenschwerpunkt “Energie – Wende für wen?”. Bewundernswerte Arbeit von diesen Kolleg*inn*en.

Heute bekam Beuel auch mal ein Regengebiet. Der Rheinpegel Bonn nimmt es gelassen: 579cm.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

ARD reisst Gras aus

EM: Abmeldung von unabhängigem Journalismus und Rechtsstaat

“Der DFB möchte eine dönerbudenbasierte Massenbegeisterung, und wie stets, wenn man am Gras zieht, wächst es nicht schneller – sondern: Man reißt es aus.” kommentiert Friedrich Küppersbusch/taz die Bemühungen der Fussballlobby mit ihren eingebetteten Medien, in diesem Land der vergessenen Coronapandemie – mittlerweile sehr, sehr verzweifelt – Fieber zu erzeugen. Dafür meldet sich die ARD sogar – oder sind Sie das schon gewöhnt? – von kritischem Journalismus ab und verbreitet Fakenews: “Wir sind die EM”. Ein zarter Hinweis, dass Sie und ich damit gar nicht gemeint sind, ist die verlinkte Quelle. Weiterlesen

1 Million weniger

Massenhaft Märchenerzählungen nach der Bundesligasaison – es gibt auch Wahrheiten

Der für den Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum zuständige FAZ-Fussballredakteur holt ein millionstes Mal das Märchen aus der Journalistenschublade: “Die Bundesliga-Saison zeigt, dass Erfolg nicht nur vom Geld abhängt.” (Paywall) Es war nicht Daniel Theweleit, der aber ebenfalls alle möglichen PR-Märchen für den Bayer-Konzern recycelt. Klar ist: seine Konzernmannschaft hat klar den überzeugendsten Fussball gespielt, die Tabelle lügt nicht. Aber, dass das nichts mit Geld zu tun haben soll, wer soll das glauben? Jahresumsatz des Bayerkonzerns: 48,5 Mrd. Weiterlesen

Optimistisches

Kolkata ist das Vorbild für den Kölner U-Bahnbau – oder umgekehrt?

Was selten ist ist wertvoll. Optimistisch scheint ein Buch von Friedemann Karig zu sein: “Was ihr wollt”. Thomas Gesterkamp hat es in “Das Parlament” und bei bruchstuecke rezensiert: “Hauptdarsteller sind die vielen Statist:innen”. Ich glaube nicht, dass es in eine der 179 Sprachen Indiens übersetzt werden wird. Schlecht wäre das sicher nicht. Weiterlesen

Warum so feige?

Talkshow-Moderator*inn*en wollen nicht Rechenschaft ablegen und scheuen öffentlichen Diskurs

Extradienst-Leser*innen wissen, dass ich seit vielen Jahren keine TV-Talkshows konsumiere, weil ich sie für billigen Trash statt politischen Diskurs halte. Auch den meisten Nacherzählungen in Online- und gedruckten Medien weiche ich im Rahmen meiner persönlichen Mediendiät gezielt aus. Weil ich fürchte, dass das Verbringen meiner knappen Zeit mit diesem Zeug mich krankmachen würde. Weiterlesen

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