Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Martin Böttger (Seite 2 von 368)

Das Beste aus meiner Osterlektüre

Bakterien sind der KI überlegen – der Mensch ist keine Maschine, und die Natur auch nicht
Schon am Gymnasium lernte ich die Diktatur der Mathematik hassen. In der mündlichen Abi-Prüfung rächte ich mich grausam an meinem Mathelehrer. Ob “4” oder “5” – meine schriftliche Prüfung hatte ich überraschend bestanden – war mir egal. Ich war provokativ schlecht, verweigerte jedes Betreten von Eselsbrücken, und der Lehrer stand bzw. sass vor dem Prüfungskollegium blamiert da. Schulleiter Herbert Sokolowski (bei Paywall gehen Sie über die Suchmaschine), ein fortschrittlicher Sozialdemokrat, von der Stadt einem mehrheitlich reaktionären Kollegium auf die Nase gedrückt, wusste ja, was für ein intelligenter Kerl ich war, hatten wir doch mehrere Jahre – ich war Geschäftsführer der Schülervertretung – exzellent zusammengearbeitet. Weiterlesen

Ein Montag ohne “Barnaby”

21.47 h – Tagesschau24 gucken
Was für ein Montag: kein Lichtstrahl draussen, es kommt kalt durchs Fenster, Regen ist zu hören. Warum Aufstehen? Mein bester Grund ist der volle Kühlschrank: Reste von den grossen l’Olivo-Pasta-Portionen, vorsorglch eingekauftes Mualle und Gemüse-Curry vom Momo-Bistro. Und für alle, die nach dem Tatort noch nicht schlafengehen wollen, gibts hier jetzt einen TV-Tipp.
Tagesschau24 wiederholt um 21.47 h “Die Dubrow-Krise” von 1969, geschrieben von Wolfgang Menge, Regie Eberhard Itzenplitz. Weiterlesen

Kontrolle zurückgewinnen

Möglich, dass die Menschheit in der Klimakrise die Kontrolle schon verloren hat. Wir wissen es nicht, zum Glück. Bei der Coronapandemie sieht es noch unentschieden aus. Manche Regierungen, die die Globalisierung immer noch nicht verstanden haben, glauben sie national mit Impffortschritten zurück zu erlangen. Wenn sie sich international weiterhin so verantwortungslos verhalten, wofür öffentlich alles spricht, wird es ein böses Erwachen geben. Kluge Krankenhausärzt*inn*e*n wie Cihan Çelik in Darmstadt bereiten sich schon auf das nächste Desaster vor (FAS-Interview).
Die Kontrollverlustparanoia der begüterten Gesellschaften und Länder grassiert schon lange. Gestern strahlte die ARD-Nische One so lautlos wie möglich die britische Produktion The Uncivil War von 2019 aus Weiterlesen

Der ehrliche Schwabe

Geiz oder Offenheit? Oder offener Geiz? Journalist*inn*en fürchten den Berufstod
Da gestern nicht der 1. April war, ist es wohl wahr, was Boris Rosenkranz/uebermedien über die provokativ-“innovative” Schwäbische Zeitung schreibt. Die will doch tatsächlich die Pressemitteilungen von Vereinen und Verbänden nicht nur abschreiben, sondern das sogar optisch kennzeichnen. Und lobt sich selbst für ihre fabelhafte Verankerung in ihrem publizistischen Verbreitungsgebiet. Wenn sie ihre Mitarbeiter*innen weniger an eingeschickten Texten arbeiten lässt, haben alle was davon. Journalismus stört nicht mehr. Weiterlesen

Dokumentarfilm-Streit

Zwei Hinweise zum Zoff um “Lovemobil”
In die Überschrift hätte ich irgendwas mit “Sex”, “Prostitution”, Mord und Totschlag schreiben sollen, ich weiss. Aber auf Clickbaiting bin ich nicht angewiesen. Zu den Unmengen an Trash, die sich zum Streit um den Film “Lovemobil” unter der Spindoktorenanleitung der NDR-PR-Abteilung ausgebreitet haben, möchte ich auf zwei Rosinen hinweisen. “Hanna Lakorny”/Berliner Zeitung und eine Diskussion im NDR selbst. Spektakulärer ist Frau Lakorny. Weiterlesen

Taiwan?

Woanders is auch scheisse. Das dachte ich, als ich diese Reportage des taz-Brüssel-Korrespondenten Eric Bonse las. Eric kenne ich noch aus der NRW-Jugendpresse, ein anständiger Kerl und glaubwürdiger kritischer Journalist. In der Pandemie meinen viele, in den asiatischen Demokratien Südkorea und Taiwan Vorbilder zu identifizieren, weil da vieles viel besser funktioniert habe. Taiwan ist eine Insel. Der feindliche grosse Bruder Volksrepublik China wird ihre Isolation gewiss erleichtern. Die scheinbar “objektiven” Zahlen machen dennoch baff.
Anderes lässt zweifeln. Das Land wurde innerhalb weniger Tage von zwei Infrastruktur-GAUs überfallen. Weiterlesen

BOYCOTTQATAR 2022

Diese Kampagne habe ich gestern unterzeichnet, ergänzt um folgenden Kommentar: “Im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Qatar entscheide ich mich für Qatar, das sich eindeutig mehr der Welt zu öffnen versucht, und am mörderischen Jemenkrieg meines wissens nicht beteiligt ist. Das Zentrum des Fussballbösen ist auch nicht Qatar, sondern Zürich (Fifa), Nyon (Uefa) und Frankfurt (DFL, DFB). Und dafür ist diese Kampagne gut: die in den Schwitzkasten zu nehmen. Sklavenhaltergesellschaften und Feudalismus dürfen nicht geschäftsfähig sein. Wer sich von ihnen aushalten lässt, ist auch nicht besser.” Weiterlesen

Sind wir selbst das Virus?

Ein Jahr Karfreitag
Zeit meines Lebens lästerte ich, am Karfreitag sei “alles verboten”- Mein alter Freund Martin Budich, der mich 1985 als Bundesgeschäftsführer der Jungdemokraten einstellte, versucht seit Jahrzehnten vors Bundesverfassungsgericht zu kommen, weil alljährlich versucht wird, ihm die öffentliche Vorführung von Monty Python’s “The Life Of Brian” zu verbieten. Der Film ist zweifellos ein Meisterwerk, das ich bisher 9mal in voller Länge geguckt habe. Meine No. 1 ist aber “The Meaning Of Life”, der ein Philosophie-Studium ersetzen kann. Mein Lieblingssong ist “The Galaxy Song”. Weiterlesen

Regionalwert AG Rheinland: 1 Mio. €

Für den regional-ökologischen Wandel von Land- und Ernährungswirtschaft im Rheinland
Diese Aktiengesellschaft meldet eine “erfolgreiche Kapitalerhöhung” um knapp 1 Mio. Sie will die Agrarwende im Rheinland: Projekte für mobiles Schlachten, regionale Molkerei, Hofkäsereien, Gemüseproduktion. Aktuell machen 820 Aktionär*inn*e*n mit. Das Grundkapital steigt auf 2,55 Mio. €. Hier gibt es die bisher geförderten Partnerbetriebe.
Unterstützt wird die Regionalwert AG Rheinland u.a. von SlowFood, Ernährungsräten, Solidarischen Landwirtschaften, Bonn im Wandel, Zukunftsmacher, dem wachsenden Netzwerk der Regionalwert AGs, Biostädten u.v.m.
Disclaimer: Ich bin kein Aktionär, aber Mitglied der oben mitgenannten Slowfood-Bewegung.

WM-Boykott ist machbar

Dass politischer Sportprotest zunehmend choreographiert erscheint, ist nicht zwingend schlecht. Die Glaubwürdigkeit einer von Verbänden und Werbeagenturen, einem inzestuösen System, ausgedachten Inszenierungen ist naturgemäss begrenzt. Es zeigt aber, dass selbst diese selbstreferentiellen Systeme grosser Kapitalzirkulation nicht völlig unabhängig von unserer Welt hier draussen agieren können. Sie müssen emanzipatorische Kämpfe, die an Durchsetzungskraft gewinnen, von #metoo über Black Lives Matter bis zur Klimabewegung rezipieren, und die Klügeren versuchen sie, so gut sie es können, zu inkorporieren. Nicht, weil sie es mögen, sondern weil sie es müssen. Weiterlesen

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