Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Auch Amazon eine Fleischfabrik?

Nichts ist älter, als die Nachrichten von gestern. Andererseits: gut abgehangen schmeckt besser. Die Fleischfabrik Amazon interessiert das dagegen nicht. Was ist das überhaupt, Amazon? Versandhaus? Buchladen? Fussballsender? Logistikzentrum? Big Data? Virus-Spreader? Sklavenhändler? Medienkonzern? Weltregierung? Es ist alles! (Ein Fehler ist eingebaut, raten Sie selbst.) Jedenfalls ist Amazon reich und mächtig genug, sich werbende Öffentlichkeitsarbeit schon wieder sparen zu können. Besser schlechte Nachrichten als gar keine, gilt für den Konzern nicht. Das Geschäft läuft mit dem Virus so gut, dass jeder Lärm darum vermieden werden soll. Am besten, die Öffentlichkeit bemerkt ihn gar nicht.
Es gibt tapfere Kämpfer Weiterlesen…

Kritische Phase der Krise

Sie kommt erst noch, glaubt Albrecht von Lucke/Blätter. Ich auch. Von Lucke analysiert die Potenziale, aber auch die innewohnenden Probleme der deutschen Rechtsradikalen. Im Grossen und Ganzen halte ich seine Darstellung für treffend. Doch wie so oft, endet ein guter Text an der Stelle, wo er erst so richtig spannend würde. Was folgt daraus?
Hendrik Auhagen macht bei bruchstuecke.info einen Antwortversuch.Weiterlesen…

Ramelow verstehen

Rüdesheim retten – Favre nach Gladbach holen
Es gibt eine Journalistin, die Bodo Ramelows Strategie kapiert: Elsa Koester/Freitag. Und ihr Kollege Michael Anegele kann sogar den Nebel um das Verschwörungstheoriegeschwätz lichten. Manche Verschwörungen gibt es wirklich. Oft wissen wir es schlicht nicht. Was hilft? Aufklärung.
Das Virus hat auch seine guten Seiten. Es könnte z.B. den rheinischen Ort RüdesheimWeiterlesen…

Antischwule Steinzeitgesetze

Ich dachte bisher, politisch einigermaßen informiert zu sein, ungefähr zu wissen, wo und wodurch es heute noch Diskriminierungen gibt – Grüne und FDP haben es heute geschafft, mich mit der Realität zu überraschen. Oder besser: Eigentlich habe ich es den gerne von Rechtsextremisten diffamierten öffentlich-rechtlichen Medien zu verdanken. Denn obwohl ich heute zur Begleitung meiner eher handwerklichen Tätigkeiten auf “Phoenix” die Bundestagsdebatte geschaltet hatte, hörte ich zwar, dass der Präsident über die Vertagung einer Debatte abstimmen ließ, aber mangels Tagesordnung und Vorlagen bemerkte ich gar nicht die Brisanz dessen, was da vertagt wurde:Weiterlesen…

Applaudieren für die Lufthansa

von Gert Eisenbürger
Gestern morgen gab es im WDR-Radio eine Diskussion, ob es angemessen sei, dass die Bundesregierung neun Milliarden Euro für die Stützung des Lufthansa-Konzerns zur Verfügung stellt. Dabei hatte ein Anrufer eine richtig gute Idee. Er meinte, an irgendeinem Tag zum 18 Uhr sollten alle auf ihre Balkone oder an ihre Fenster gehenWeiterlesen…

Das Virus der “Corona-Demos”

Ich hab mir die Kölner Demo der Corona-Gegner angeschaut und war entsetzt. Zum einen einige offensichtlich unbedarfte Bürger*innen, allerdings in der Minderzahl, ansonsten ein Konglomerat von Nazis, Esoterikern, Impfgegnern, Verschwörungstheoretikern, (“gib Gates keine Chance”) und Wirrköpfen bis zu Hardcore-Nazis – der Kölner Stadtanzeiger berichtete über einen als KZ-Häftling verkleideten Extremisten, der ein Plakat mit dem Titel “Maske macht frei” in die Höhe hielt. Ähnlich wie ein stadtbekannter Neonazi vor zwei Wochen in Berlin, der sich einen “Judenstern” als Armbinde angelegt hatte. Weiterlesen…

Rostock – Europa – China, und noch ein Sack MedienReis

Im 3sat-Magazin nano hatte ich schon einen Beitrag über die Schule gesehen. Allerdings fehlte die kritische Betrachtung, die Florian Rötzer/telepolis dazu liefert: ein Schulleiter in Rostock hat auf “Normalbetrieb” geschaltet, mithilfe einer Firma, die Virustests verkauft, sie der Schule aber zu Marketingzwecken schenkt. Das kann, wie Rötzer vermutet, auch zu schweren sozialen Verwerfungen und dem Einsickern von Selektionsmechanismen und -zwängen führen. Da wäre mal wieder die Kunst des Abwägens (= Politik) gefragt. Gibt es die in Rostock?
Die “grosse” Politik hat grössere Sorgen. Für EU-Europa geht es,Weiterlesen…

Dauer-Mahnwache – Bonner Marktplatz

Es gibt sie noch, die Menschen, die nicht nur ihr eigenes Wohl im Kopf haben. Einige von denen sitzen seit ein paar Tagen ganztägig in ihrem Zelt auf dem Marktplatz. Dauer-Mahnwache, um ihre Solidarität mit den Schutzsuchenden an den EU-Außengrenzen zu bekunden. Ich finde: Hut ab vor diesen Leuten.
Sie fordern “Das Ende der Kriminalisierung der Seenotrettung: die Wiederaufnahme einer EU-Rettungsmission und sichere Häfen für alle Geretteten.Weiterlesen…

Die Gespenstertonspur

Gestern musste ich sie tatsächlich anhören. Mein Gastgeber hatte ein US-Kabelabo, und kann via Internetaccount Bundesligaspiele ohne Sky-Abo sehen. Als BVB-Fan benötigte er meinen Beistand. Das Spiel der Gespenster auf dem Rasen machte die aseptische deutsche Fussballmeisterschaft heute noch langweiliger, als sie sowieso schon ist. Das Bemerkenswerteste war die Gespenstertonspur.Weiterlesen…

0,01%

75% der Bevölkerung sollen die Coronapolitik der Bundesregierung “gut” oder “sehr gut” finden. Naja, ist halt immer eine frage der Alternativen. Gibt es ein besseres Angebot irgendeiner Opposition? Mir ist auch keins bekannt.
In den letzten Tagen fiel mir auf, dass die sich anmassend “Die Linke” nennende Partei es immerhin sporadisch in den Schweinwerferkegel öffentlicher Aufmerksamkeit geschafft hat. Ob zum Nach- oder Vorteil möge jede*r selbst urteilen.Weiterlesen…

Entsozialisierung, unsexy

Zieht ein neuer Generationenkonflikt herauf? Es gibt die These, dass die Coronaviruskrise bereits angelegte gesellschaftliche Entwicklungen beschleunigt, und wie durch ein Brennglas sichtbarer macht. Sie ist nicht Grund oder Ursache, sondern “nur” Beschleuniger. Da ist wohl was dran. Ein Brennglas ist erneut das Fussballbusiness. Das testet, ob es auch ohne richtige Menschen (= Fans) funktioniert. Sie wünschen es sich so sehr, es könnte Kosten senken und Profite steigern. In allen anderen gesellschaftlichen Bereichen ebenso: Handel ohne Kaufhäuser, Parteien ohne Parteitage, Wahlen ohne Wahlkämpfe, Schule ohne Schule …Weiterlesen…

Digital Services Act krempelt Internetplattformen um

von Julia Reda
Edit Policy: Die Europäische Kommission arbeitet momentan an einer Grundüberholung der Regeln für Internetplattformen. Das neue Gesetz wird das Internet verändern.

Dieses neue EU-Gesetz wird das Internet verändern: Unter dem Namen Digital Services Act arbeitet die Europäische Kommission derzeit an einer Grundüberholung der Regeln für Internetplattformen. Während in der letzten Legislaturperiode vor allem auf Druck der Unterhaltungsindustrie die begrenzte Haftung von Onlineplattformen für illegale Inhalte ihrer Nutzer*innen unter Beschuss stand, ist die Debatte inzwischen einen Schritt weiter.Weiterlesen…

Gates / KI

Nein, das gehört kaum wirklich zusammen. Ich möchte auf zwei verschiedene Texte hinweisen.
Bill Gates ist kritisierbar, ohne ihn zum Sündenbock für die Übel der Welt zu dämonisieren, selbst wenn er einige davon mitzuverantworten hat. Subjektlos geht es halt in keinem Herrschaftssystem zu. Mit Tomasz Konicz/telepolis habe ich ausserdem eine grundlegend andere Meinung, wann die kapitalistische Welt untergehen wird. Aber seine Bill-Gates-Kritik ist im besten SinneWeiterlesen…

Lebensverkürzer Sport

Ich wusste es schon vor meiner Pubertät, als ich noch aus der Naziherrschaft übrig gebliebene Klassen- und Turnlehrer in einem Jungengymnasium in Gladbeck geniessen musste: Sport ist Mord. Nun ist das endlich wissenschaftlich untermauert. Nicht so grobschlächtig, aber definitiv lebens(-erwartungs-)verkürzend. Je leistungsorientierter und leistungsstärker, umso mehr. Statistisch gesehen. Selbstverständlich ist jeder Einzelfall anders, wie es jeder Stoffwechsel und jeder Mensch ist. Weiterlesen…

Keine Hilfen für Unternehmen ohne Auflagen

Kleine und mittlere Unternehmer und Selbständige bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Für Soloselbständige und Einzelunternehmer hat die Bundesregierung zwar schnelle Soforthilfen beschlossen, aber das Ganze hatte einen Haken: die zumeist 9.000 € durften nur für betriebliche Kosten verwendet werden. Das ist für viele Künstler, Soloselbständige und selbständige Dienstleister ohne Praxisräume oder Werkstätten ein Problem. Zum Beispiel für Journalist*innen. Viele arbeiten von zu Hause im Homeoffice, mindern aus wirtschaftlichen Gründen ohnehin ihre Fixkosten und kommen trotzdem in der Krise nicht über die Runden, denn Mieten für Wohnung, Raten des Autos, Internet und Weiterlesen…

Die Krise als Sternstunde der Demokratie

von Dr. Hanspeter Knirsch
In diesen Tagen wird häufig gesagt, die Corona-Pandemie sei die größte Zäsur für unser Land seit Gründung der Bundesrepublik. Wir erleben gegenwärtig eine Krise, die in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Vorbild ist, sagte Bundesfinanzminister Scholz im Deutschen Bundestag. Gemessen daran, ist die politische Debatte darüber, wie es nach der Krise weitergehen soll, ausgesprochen marginal. Einig scheint man sich zu sein, dass es vor allem darum geht, den „Normalzustand“ wieder herzustellen. Was darunter zu verstehen ist, darüber dürften die Vorstellungen jedoch weit auseinander gehen.Weiterlesen…

Die egomanischen Vier

Gut gebrüllt Peter / Ex-Jungdemokrat Pascal dreht dagegen ein bisschen durch
Niederlande, Österreich, Schweden, und Dänemark sind die Letzten in EU-Europa, die die monetaristische Egomanen-Pose aufrechterhalten, zusammen mit den Rechten in FDP, CDU, AfD und denen nahestehenden deutschen Medien. Peter Kapern/DLF, den ich noch gut aus seiner Düsseldorfer Korrespondentenzeit kenne und schätzen gelernt habe, kommentiert das mit wünschenswerter Deutlichkeit. Nur seine Schlussthese würde ich relativieren:Weiterlesen…

Absacken

Von Günter Bannas
Zeitenwende in Berlin vor 15 Jahren. Es nahte das Ende der „rot-grünen Ära“ 2005 und auch von Gerhard Schröders Kanzlerschaft. Vorlauf 2004. Bei der Europa-Wahl, einer Fülle von Landtags- und Kommunalwahlen (auch im Ruhrgebiet, der „Herzkammer“ der Sozialdemokratie) schnitt die SPD desaströs ab. Aus guten Gründen überließ Schröder den SPD-Vorsitz seinem Fraktionsvorsitzenden Franz Müntefering, der die Sozialreformen des Kanzlers („Agenda 2010“) durchpaukte. Doch nichts wurde besser.Weiterlesen…

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