Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Was ĂŒberzeugt Benko?

Und wen interessiert Sridharan?
Aus Essen dröhnen Jubelmeldungen durchs Land. Nach “zahlreichen persönlichen GesprĂ€chen” konnte der Herr Benko persönlich “ĂŒberzeugt” werden: “Im Ergebnis konnten die Verantwortlichen von Galeria Karstadt Kaufhof von der ZukunftsfĂ€higkeit des Karstadt-Standortes am Limbecker-Platz sowie der Unternehmenszentrale in Essen ĂŒberzeugt werden.” DĂ€. Da hat der Otto-Konzern, zu dem die Shoppingmall-Betreiberin ECE gehört, aber noch mal Schwein gehabt. Sonst hĂ€tte das Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essens City leer und nutzlos in der City rumgestanden, wie in KĂŒrze das Bonner Karstadt-GebĂ€ude.Weiterlesen…

Freude des Tages

Gegen Bayermonsanto sind wir immer dabei …
Mich hat es nicht interessiert, geguckt habe ich nix. Aber gelesen. Und Sie haben das hoffentlich heute mittag im KantinengesprĂ€ch grĂŒndlich durchgesprochen. Wenn nicht, holen Sie es beim Feierabendbier (oder was anderes Kaltes) nach! Gestern bei der Live-Übertragung des Gespensterspiels Inter-Bayermonsanto sendete der Kölner Lokalsender RTL zu den Bildern eine nicht abschaltbare (!) Gespenster-Tonspur mit GerĂ€uschen von FC-Köln-Fans. Das könnte den Agroindustrie- und Big Pharma-Konzern noch mehr geĂ€rgert haben, als das verdiente sportliche Ausscheiden.Weiterlesen…

Hitzefrei

Als Autor nehme ich ab heute hitzefrei. Das gilt, bis die Nachttemperaturen in Beuel wieder unter 20 Grad fallen. So lange – aktuelle Wettervorhersagen sagen z.Z. bis zum Wochenende – werden an dieser Stelle neue Texte nur unregelmĂ€ssig und nicht zwingend tĂ€glich erscheinen.

Jungle World / Öcalan bei Jacobin

Die heute online freigeschalteten Texte der Jungle World erscheinen mir alle lesenswert. PrĂŒfen Sie selbst:
Jana Borchers interviewt die italienische Arbeitsmarktforscherin Stefania Animento: es geht um PrekaritÀt, migrantische ArbeitskrÀfte und gewerkschaftliche VersÀumnisse.
Doerte Letzmann interviewt den torynahen Andrew Foxall, Forschungsdirektor des Studienzentrums fĂŒr Russland und Eurasien bei der Henry Jackson Society, und erhĂ€lt neben erwartbaren auch differenzierende Antworten, die zum Weiterdenken einladen, zur Frage der russischen Einflussnahme.Weiterlesen…

Sauds pfeifen im Wald

Gastronom*inn*en von Plattformen gequÀlt
Die Altstadt von Beirut war schon vor der Explosionskatastrophe weitgehend “niedergelegt” worden. Vom ehemaligen Regierungschef Rafiq Hariri und seinem folgsamen Erben Saad. Seine Baufirma Solidere entwickelte er zu einem zweifelhaften Zwitter zwischen Baukonzern und staatlicher Ordnungsbehörde, auf diese Weise das Vakuum ausnutzend, das der ebenfalls von ihm gefĂŒhrte Staat langjĂ€hrig hinterlĂ€sst. Pragmatisch, wie ein erfolgreicher Bauunternehmer zu sein hat,Weiterlesen…

Bewegung braucht Ziele

Schon bei den Massendemonstrationen der sog. “Prodemokraten” in Hongkong, und nun im nahen Libanon stellen sich wichtige Fragen fĂŒr oppositionelle Bewegungen. Die schon politikerfahrene, clevere, aber natĂŒrlich ebenfalls heterogene Klimabewegung ist auch dazu zu zĂ€hlen, und macht schon vieles richtig. Mobilisierende Wut ist nicht hinreichend, fĂŒr Nichts. Umso mehr, je komplizierter das politische Interessengeflecht ist, in dem sich Bewegungen notgedrungen bewegen mĂŒssen. Nötig sind: Ziele, Analyse, Strategie und – daraus folgende! – Aktionen, Forderungen, Massnahmen.Weiterlesen…

Vorboten

Von GĂŒnter Bannas
Aufgalopp vor dem Superwahljahr 2021: In fĂŒnf Wochen gibt es Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen, und mit dem Ende der Schulferien beginnt jetzt die heiße Phase des Wahlkampfes. Immer schon waren Wahlen zu BĂŒrgermeistern und StadtrĂ€ten im grĂ¶ĂŸten deutschen Bundesland Vorboten politischer Entwicklungen anderswo gewesen. Und: Derzeit haben besonders viele bundespolitische Akteure dort ihre politische Heimat. Die drei Kandidaten fĂŒr den CDU-Parteivorsitz (Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen), dazu nochWeiterlesen…

Sinnfragen – Enke wirkt

2009, nach dem Selbstmord von Robert Enke hatte ich schon auf dem Bonner Marktplatz bemerkt, an der Espresso-Bude der Freundinnen, die heute das Restaurant Mademoiselle in Endenich betreiben, dass wildfremde Menschen den Mut fassten, öffentlich ĂŒber ihre Depressionserkrankung zu sprechen. Das war damals schon ein wichtiger emanzipatorischer Schritt. Jetzt mehren sich öffentliche Auftritte, in denen professionelle Leistungssportler*innen öffentlich ĂŒber ihre Krisensituation bis hin zum RĂŒcktritt sprechen – ebenfalls ein grosser Fortschritt, der in EinzelfĂ€llen lebensrettend sein kann.Weiterlesen…

Mauern gegen Fakten

Klima / Unser Bastard Mali / Mauern / Torwart im Widerstand
Spiegel-Leser*innen wissen weniger. Ist Hamburg auf einem anderen Planeten? Dort halluzinieren sie “Klimawandel im Aufmerksamkeitstief”. Wo mag das sein? Wieviel Grad ist bei Ihnen? Bei mir in Mitteleuropa sind es 38. Der Pegelstand unseres Flusses ist um 1 m auf 2,50 m gestiegen, wg. Überschwemmungen in seinem sĂŒdlichen Einzugsgebiet. Die Wassermengen fliessen ohne langen Aufenthalt durch, weil der Boden am Ufer steinhart-trocken ist, und es nicht mehr aufnehmen kann. Unsere StadtbĂ€ume sind gelb und braun, nicht wenige sterben. Hier ist es aber – fĂŒr uns Menschen noch – gar nicht schlimm, sondern schlicht Sommer. Schlimm ist es ĂŒberall woanders.Weiterlesen…

Kompensation untersagter Vergemeinschaftung

berlin viral – Soll das Gesundheitsamt sie zwei Jahre lang an BĂ€ume binden?
Schemenhaft nur zu erahnende Gesichter im Halbdunkel, die Augen auf ein fluoreszierendes Display gerichtet, die Kappe tief ins Gesicht gezogen. Wer sich zu Beginn des CoronozĂ€ns nicht nur auf nĂ€chtliche SpaziergĂ€nge machte, traf meist auf personale Konstellationen wie diese. Menschen, die sich in HauseingĂ€nge, Parkecken oder Bushaltestellen drĂŒckten, immer auf der Hut vor neugierigen Passanten, Nachbarn oder den zirkulierenden OrdnungskrĂ€ften. Die Pandemie zwang alle zurĂŒck in eine rudimentĂ€re Öffentlichkeit, die mitunter die Form einer filmreifen Proto-Verschwörung annahm.Weiterlesen…

Benko legt Rot-Rot-GrĂŒn flach

Respekt, RenĂ© Benko. Sie sind im Begriff die Bundestagswahl im nĂ€chsten Jahr bereits jetzt zu entscheiden. Wenn es Ihnen gelingt, den Berliner Senat, der so grausame Folterwerkzeuge wie “Mietendeckel” kreiert hat, aus ihrer Hand fressen zu lassen, wer sollte Ihnen als Österreicher im grossen Deutschland noch wagen Grenzen zu setzen? Der Finanzminister sowieso nicht. Und Rot-Rot-GrĂŒn, oder auf Bundesebene GrĂŒn-Überreste-von-Rot wĂ€re erfolgreich so demobilisiert,Weiterlesen…

Beirut / Bezos / Medienkrise

Die Katastrophe von Beirut drĂ€ngt zahlreiche mitverantwortliche Akteurinnen und Akteure dazu, hektisch an ihrem eigenen Öffentlichkeitsbild herumzukorrigieren. Deutschland hat scheinbar mit alldem nichts zu tun, und sammelt nun warmherzig Spenden fĂŒr Hilfslieferungen und -krĂ€fte. Als Ursache werden in hiesigen Medien die SchlĂŒsselbegriffe maroder Frachter – Georgien – Mosambik genannt. Sie transportieren in die Hirne: schlimmschlimm, weit weg. Es wird LĂ€ndern und MĂ€chten auf die FĂŒsse getreten, die wenig mĂ€chtig sind, und nur Ă€usserst geringfĂŒgige deutsche Interessen tangieren. Die Spitze dieses Rennens hat Emmanuel Macron erobert,Weiterlesen…

BerĂŒhrung wird Politikum

Das Covid-19-Virus geht nicht weg. Einen Impfstoff gibt es nicht. Ob und wann es einen geben wird, ist offen. Gegenmittel gibt es auch keine, allenfalls solche, die den Erkrankungsverlauf lindern oder verkĂŒrzen. GefĂ€hrdete Leben werden damit nicht gerettet. Das bedeutet, dass uns dieser Game-Changer noch mehrere Jahre, mindestens, beschĂ€ftigen wird. Es ist höchste Zeit, sich gedanklich damit zu beschĂ€ftigen, wie das menschliches Leben Ă€ndert, Ă€ndern soll, oder lieber nicht soll. Wenige beginnen damit. Weiterlesen…

Wirecard-AffÀre: ein Toter

Nahost: alle gegen Erdogan?
Die Wirecard-AffĂ€re hat eine merkwĂŒrdige Art zu köcheln. Mehrmals wöchentlich werden kleine und grosse Hinweise durchgestochen. Das Interessengeflecht ist unĂŒbersichtlicher, als es selbst die Profis erfassen können. Wolfgang Michael/Freitag versucht es ganz sachlich. Aber die Story, die von uns Normalos noch niemand kennt, hat viel mehr Potenzial. Es geht nicht ums Ganze, aber doch sehr, sehr viel. Weiterlesen…

Epstein – brisante Opfer-Aussage

Beirut als GiftmĂŒlldeponie, auch Deutschlands
Dirk Hautkapp lernte ich zu meiner Landtagszeit in den Nullerjahren als engagierten Redakteur der Neuen Ruhr Zeitung (NRZ) kennen. Einer, der sich nicht nur von den SPD-Kanalarbeitern mit Spins ausrĂŒsten liess, sondern gerne selber dachte. Irgendjemand hat den guten Kerl mit einem Korrespondentenjob in den USA belohnt, fĂŒr die Funke-Mediengruppe, der fast alles verkaufte Druckwerk in NRW gehört. Nach meinem ersten groben TagesĂŒberblick ist Hautkapp der Einzige, der ĂŒber eine brisante Aussage des Epstein-Opfers Virginia Roberts Giuffre berichtet. Und siehe: neben den bekannten Namen Donald Trump, Andrew Windsor und Bill Clinton tauchen dort weitere prominente Namen, auch deutscher Herkunft, auf, dieWeiterlesen…

WĂ€hlen mit 16?

von Thorsten Faas und Arndt Leininger / Otto Brenner Stiftung
Ein empirischer Beitrag zur Debatte um die Absenkung des Wahlalters
7. Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit

Das Wahlalter kann man absenken oder nicht. Am Ende ist eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung zu treffen. Im internationalen Vergleich wie auch in Deutschland mit Blick auf die Situation in den BundeslĂ€ndern sind einige LĂ€nder, im Gegensatz zu anderen, diesen Schritt bereits gegangen. Dies fĂŒhrt einerseits zu durchaus problematischen Mustern, wenn junge Menschen bei manchen Wahlen in manchen BundeslĂ€ndern bereits wĂ€hlen dĂŒrfen, in anderen dagegen nicht. Solche Unterschiede zwischen BundeslĂ€ndern eröffnen aber auch Chancen fĂŒr Forschung, um die HintergrĂŒnde und möglichen Folgen von Wahlaltersabsenkungen ergrĂŒnden zu können und so der bislang hĂ€ufig sehr normativ gefĂŒhrten Debatte eine stĂ€rkere empirische UnterfĂŒtterung zu geben.Weiterlesen…

Wer stoppt die ARD?

Muss die TV-HaushaltsgebĂŒhr doch gesenkt werden? Anders verstehen die ARD-Intendanten vielleicht die Welt hier draussen nicht mehr. Sie sind schlicht schmerzfrei. Zwar gucken immer weniger zu, 11,3% bisher in diesem Jahr. Aber das Geld fliesst ja weiter. Krise? Virus? Demonstrationen? Nicht bei der ARD und ihren Programmdirektionen. Auch die Mitarbeiter*innen und ihre Vertretungen ruhen still. Jetzt bloss kein LĂ€rm! Nicht unnötig Aufmerksamkeit erregen. Es funktioniert doch. Uns gehts doch gut. Also schweigen und weitermachen, als wĂ€re gar nichts passiert. Und wĂŒrde es auch in Zukunft nicht …Weiterlesen…

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