Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Humorkritik & Dramen

Von Indien, ĂĽber Journalismus bis Dinslaken
Seit langem versucht mein Gastautor Dieter Bott die von ihm verehrte Redaktion der Titanic zu einer elaborierten Humorkritik der massenrelevantesten Projekts (5 Mio. Zuschauer*innen, jeden Freitag), der ZDF-heute-show, zu bewegen. Es gibt jetzt eine ernsthafte ErfĂĽllung dieser Forderung, aber nicht von der Titanic, sondern von Markus Metz und Georg Seesslen/”Essay&Diskurs”-DLF. Warnhinweis: es ist nicht lustig, sondern ernsthaft, analytisch und politisch. Der Text ist als Vorkenntnis fĂĽr die folgenden Hinweise gut geeignet.Weiterlesen…

Hirsche

Von GĂĽnter Bannas
Parteitag der GrĂĽnen: An Laptops rundum mundnasenmaskierte Helferinnen und Helfer, verkabelt und mit Headsets. Die Halle vollgepfropft mit Monitoren. Von wegen Technikfeinde. Abgedunkelt der Saal, steril die Atmosphäre. Kontrapunkt wie ein Sinnbild: Ein Wohnzimmer, in heimeliges Licht getaucht, wohin die Sitzungsleiter bei allen möglichen Gelegenheiten digital „hinĂĽbergeben“. Eine an Zeiten erinnernde Installation, als der Begriff von der „guten Stube“ noch gebräuchlich war. In Retro: Gummibaum, Couchtisch, Stehleuchten. Wenn Helmut Kohl erschienen wäre,Weiterlesen…

WDR kritisch mit sich selbst?

FĂĽr mich ist das mal eine gute Nachricht. Bei uebermedien.de ist ein Bericht von Boris Rosenkranz jetzt ohne Paywall zugänglich, der einen umfassenden, ja sogar selbstkritischen Diskussionsprozess im Westdeutschen Rundfunk (WDR) ĂĽber seine eigene Corona-Berichterstattung sichtbar macht. Nach Rosenkranz’ Darstellung, der selbst häufig fĂĽr den NDR arbeitet, sieht es so aus, dass es Oben anfing: beim „Programmdirektor Information, Fiktion und Unterhaltung“ Jörg Schönenborn. Ebenfalls aus dem Bericht geht hervor, ein initiatives E-Mail-Rundschreiben Schönenborns im WDR habe „so viele Reaktionen ausgelöst, wie ich es hier in der Programmpost noch nicht erlebt habe“ – es bewegt also viele, die im Sender fĂĽr uns arbeiten.Weiterlesen…

Fast wie bei Monopoly

Das Begnadigungsrecht ist eine Verbeugung des Staats vor der Humanität. Es überrascht nicht, dass Donald Trump es nun im Fall Flynn missbraucht. Aber könnte er sich tatsächlich selbst vor einer Verurteilung retten?
GetĂĽmmel, GetĂĽmmel, Eilmeldungen. Alle höchst dramatisch – und sehr erwartbar. Demokraten in den USA sind empört, zumindest einige Republikaner sind begeistert. Der noch amtierende US-Präsident Donald Trump hat seinen ehemaligen Sicherheitsberater Michael Flynn begnadigt. Der war in die Russland-Affäre verwickelt und könnte vielleicht noch einiges erzählen, was fĂĽr Trump unangenehm wäre. Von Machtmissbrauch bis zu Rehabilitierung eines Helden reichen die Reaktionen. Die Grundsatzfragen hinter dem Konflikt sind jedoch interessanter als eilige Pressemitteilungen.Weiterlesen…

Gegen die Mauer des Schweigens

von Udo Behrendes
Braucht man wirklich neue Studien, um die Anfälligkeit der Polizei für extremes Gedankengut zu durchleuchten? Man muss vielmehr endlich anfangen zu handeln

Wieder macht sich die Gesellschaft Sorgen um die Polizei. In den aktuellen Debatten geht es um Chats und Drohmails mit rechtsextremen Inhalten, um Racial Profiling und unangemessene Polizeigewalt. Anfang Dezember wird die Innenministerkonferenz ĂĽber Zielrichtung und Fragestellungen einer geplanten wissenschaftlichen Studie zur Polizei beraten. MĂĽssen wir wirklich auf die Ergebnisse dieser neuen Studie warten, um »Anpacker« dafĂĽr zu finden, wie man Fehlentwicklungen in der Polizei entgegenwirken kann? Oder wissen wir in Wahrheit nicht schon genug?Weiterlesen…

In rechten Händen

Aufregung in den Führungsspitzen der öffentlichen Medien
In Sachsen-Anhalt könnte in den nächsten Tagen nicht nur ein Reissack, sondern ein ganzes Speicherhaus umstĂĽrzen. VordergrĂĽndig ist es der Geldspeicher von ARD, ZDF und Deutschlandfunk. Strategisch geht es um einiges mehr: wird die “politische Mitte” von der CDU besetzt? Oder aufgegeben? Neben dem Ministerpräsidenten Haseloff, der die Mitte weiter besetzen will, zieht der Parteivorsitzende und Innenminister Stahlknecht, der heisst wirklich so, die Strippen und will in eine andere Richtung. Weiterlesen…

Ă„thiopien / Indien / Thailand

Ă„thiopien im Krieg / Indien ist eine Pandemie / Thailand in Revolution
Madlen Hornung/Jungle World berichtet ĂĽber den Krieg der äthiopischen Zentralregierng mit der Provinzregierung von Tigray. Die ausgeĂĽbten Grausamkeiten sind scheinbar blind fĂĽr das Grossfeuer, das sie in der Region auslösen können. Der Friedensschluss mit Eritrea muss nicht von Dauer sein. Die KriegsgrĂĽnde mit dem nicht mehr existierenden Somalia bestehen gesellschaftlich und politisch bis heute fort. In Dschibuti befindet sich die vielleicht grösste internationale Zusammenballung militärischer StĂĽtzpunkte und Zerstörungskraft. Und mit den nördlichen Nachbarn Sudan, SĂĽdsudan und Ă„gypten gibt es einen virulenten Konflikt um die Nilwasser-Politik. Wen juckt das, ausser die Betroffenen? Nun ja, liebe FlĂĽchtlingsfeinde:Weiterlesen…

Autobahnen – der “BER” NRWs

Und: Corona-Nachrichten, die es hierzulande kaum in Schlagzeilen schaffen
Berichtet die Regionalpresse? Keine Ahnung, denn wenn, dann ist eine Bezahlmauer drumrum. Der WDR ist ebenfalls mehr mit der KĂĽrzung seiner Informationsleistungen befasst. Und will vielleicht nicht mehr Ă„rger als nötig. Diese kleine, von der SZ nicht in einer Mauer vermauerte Meldung ist vermutlich, zusammen mit der Leverkusener BrĂĽcke, und denen, die ihr noch folgen werden, der grösste Bauskandal unseres Bundeslandes, der bereits mindestens ein nachgewiesenes Todesopfer gefordert hat. Die Meldung besagt u.a., dass das Problem, das eine Frau erschlagen hat, dem zuständig Landesbetrieb Strassen.NRW seit 2008 bekannt war.Weiterlesen…

Far, far away

Ein Infrastrukturatlas mit einer subversiven Karte
Wenn es Ihnen wie mir geht, dass Sie sich oft fragen, wie “die in Berlin” mal wieder auf diese oder jene Schnapsidee gekommen sind, und – das aber nur nebenbei – die von Wolfgang Schäuble u.a. 1992 durchgesetzte Hauptstadtentscheidung fĂĽr Berlin falsch war, dann habe ich einen kleinen sachdienlichen Hinweis fĂĽr Sie.
Die Böll-Stiftung, ebenfalls in Berlin ansässig, hat soeben einen inhaltlich ehren- und lesenswerten “Infrastrukturatlas” veröffentlicht.Weiterlesen…

Schweine-Notstand

Und: Notstand im östlichen Mittelmeer
Ich wusste es ja: Deutschland frisst zuwenig Schweinefleisch. Und jetzt will der Chinese auch keins mehr, jedenfalls kein deutsches. Die Preise fallen bodenlos, die armen Tiere werden fetter und fetter, stapeln sich, fallen ĂĽbereinander her, weil sie nicht mehr wissen wohin. Einzelne SchweinezĂĽchter zeigen sich selbst an, wg. Tierquälerei. Und keiner kommt, sie zu bestrafen. Schulterzucken bei den Behörden, die grad andere Sorgen haben. Lesen Sie die exzellent-fachkundige Susanne Aigner/telepolis: “Fleischindustrie: ‘Ăśberhang von einer Million Schweinen’ bis Weihnachten”.Weiterlesen…

Apokalypse-Sehnsucht

Den Deutschen wird sie besonders nachgesagt. Kein Wunder. Wer zwei Weltkriege angefangen hat, wer “Rasse” und daran orientierte Selektion und Massenmord zum Fixpunkt staatlicher Politik macht, ist verdächtig. Wer von der Macht der Mehrheit der menschlichen Weltgesellschaft bei solchem Treiben gestoppt wird, der ist natĂĽrlich ĂĽbel traumatisiert. Es entsteht eine Dialektik: einerseits Vergessen, Verdrängen, es-nicht-gewesen-sein-wollen, andererseits Melancholie und Selbstmitleid am eigenen Verliererdasein. Die Geschichte lehrte, dass die faschistische Mobilisierung von Rebellion gegen das Verlieren des 1. Weltkrieges Verbrechen und Elend monströs vergrösserte. Das ist die deutsche Vorgeschichte des Jetzt.Weiterlesen…

Leiche im Kanzleramts-Keller

Gefahr fĂĽr Merkel / Erdogans Ende in Sicht / Wasser im Impfstoff-Wein
Das Attentat am Breitscheidplatz in Berlin vor 4 Jahren, 12 Tote, zahlreiche Verletzte und Hinterbliebene. Seitdem schwankt ĂĽber dem Kopf von Angela Merkel ein Damokles-Schwert. Es lautet: „Sie (die Tat) wird aufgeklärt werden – in jedem Detail, und sie wird bestraft werden, so hart es unsere Gesetze verlangen.“ Das sagte sie am 20.12.2016, einen Tag nach dem Attentat.
Seitdem scheint das Kanzleramt – leider – wenig mit öffentlicher Aufklärung befasst gewesen zu sein, aber sehr viel mit dem Saubermachen in den eigenen Reihen.Weiterlesen…

Corona: Datenschutz vor Menschenleben?

Von Peter Schaar

In der Diskussion ĂĽber die MaĂźnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie gerät zunehmend der Datenschutz ins Visier. Ist die zweite Coronawelle und der weiterhin starke Anstieg der Infektionszahlen darauf zurĂĽckzufĂĽhren, dass in Deutschland – anders als in in einigen sĂĽdostasiatischen Staaten – nicht sämtliche verfĂĽgbaren personenbezogenen Daten zusammengefĂĽhrt und genutzt werden?Weiterlesen…

Beckmann will mitspielen

Baerbock und Habeck in NDR-Schmuse-Doku
Reinhold Beckmann ist ein Jahr älter als ich, und macht einen entschieden fitteren Eindruck. Klassischer Selbstoptimierer. Viel Arbeit, gewiss nicht wenig Schreibtischarbeit als – vor allem beim NDR – erfolgreicher TV-Produzent, aber Waschbrettbauch, Kompliment. Es muss auch Eitelkeit sein. Bei seinem Filmporträt der GrĂĽnen Frontmenschen Annalena Baerbock und Robert Habeck ist er der, der am drittmeisten im Bild ist. Er ist halt nicht nur der Filmmacher (mit Falko Korth), sondern auch der Boss der Produktionsfirma.Weiterlesen…

Virus kĂĽndigt Pause an

Virologie, Epidemiologie, “die” Wissenschaft – mann kann auch alles ĂĽbertreiben
Wie aus zuverlässigen Quellen des Bundeskanzleramtes und der Staatskanzleien der Länder die Nachtigallen pfeifen, beabsichtigt das Coronavirus Sars-Cov2/Covid-19 in KĂĽrze eine kurze, ca. dreitägige Pause seines unheilvollen Wirkens einzulegen. DarĂĽber sind an die Ministerpräsident*inn*en sowie die Bundeskanzlerin gesicherte Informationen ĂĽbermittelt worden. Möglich, dass der immer noch amtierende und, wie es weltweit anerkannt wird, ständig mit grossem Abstand in Gesundheitsfragen bestinformierteWeiterlesen…

Das allzeit optimistische Personal

Die Stadt Eberswalde zeigt Walter Womacka. Es soll der StaatskĂĽnstler damit nicht rehabilitiert werden, vielmehr setzt ihn Kurator Eckhart Gillen der Intervention durch den Agit-Pop-KĂĽnstler Hans Ticha aus
„Arschlöcher, Jubelmaler, Staatskünstler“. In einem legendären Interview zog 1990 der Maler Georg Baselitz über Kollegen wie Bernhard Heisig oder Wolfgang Mattheuer her. Nur jene, die das Land verlassen hatten, so befand der 1958 aus der DDR emigrierte Künstler, seien als Künstler zu bezeichnen. Seither klebt an der Kunst aus der DDR das Etikett der Nichtkunst.

NatĂĽrlich ist das Verdikt, Kunst, die im Kontext einer Diktatur entstand, sei per se gar keine, schon historisch eine abwegige Vorstellung.Weiterlesen…

Von Trump zu Biden

Fortschritt oder Weiter wie gehabt? – Mögliche Veränderungen der US-AuĂźen-,Sicherheits-und Militärpolitik ab 2021
Wer erinnert sich noch an den ersten Präsidentschaftswahlkampf von Donald Trump im Jahr 2016? Trotz seines Sexismus und Rassimus, die der New Yorker Immobilienhai schon damals ganz unverblĂĽmt demonstrierte und trotz seiner aggressiven Töne gegenĂĽber China hielt so mancher Beobachter in Europa Trump damals aus friedensbewegter-politischer Sicht fĂĽr die bessere Option als seine Gegenkandidatin Hillary Clinton. Denn diese hatte in der Vergangenheit mehrfach Kriege und militärische Interventionen der USA befĂĽrwortet:Weiterlesen…

Copyright-Trolle

von Julia Reda
Edit Policy: gezielter Missbrauch von Creative Commons – Copyright-Trolle untergraben das Creative Commons-Lizenz-System und schaden der Idee dahinter. Es wird Zeit fĂĽr den Gesetzgeber, endlich richtig zu handeln.

Wer im Netz nicht nur konsumiert, sondern selbst Inhalte erstellt, muss sich unweigerlich frĂĽher oder später mit dem Urheberrecht auseinandersetzen. Die Regeln, unter welchen Umständen man fremde Inhalte zitieren, ĂĽbernehmen oder sogar nur verlinken darf, sind hochgradig komplex.Weiterlesen…

Blaschke

Er erklärt den Zusammenhang von Fussball und Geopolitik
Ronny Blaschke ist ein Ausnahme-Sportjournalist. Von 1:0-Berichterstattung hält er sich ebenso fern, wie von Kollegen, die sich selbst – wie alle Fussballfans – fĂĽr den besten Bundestrainer halten. Im besten Sinne ist er ebenso ein Fallensteller fĂĽr all die, die ihre Distinktion daraus beziehen, dass sie mit Fussball nichts zu tun und nichts von ihm wissen wollen. Wer nichts wissen will, versteht dann irgendwann “die Welt” nicht mehr – auch keine Lösung. Zwei Blaschke-Beispiele.Weiterlesen…

Saarländer / Neuigkeitenzimmer

Der weltweit vielleicht berĂĽhmteste Saarländer ist – wahrscheinlich nicht Oskar Lafontaine, und auch nicht Weltmeistertrainer Helmut Schön, sondern – Etepe Kakoko, Platz 4 bei Afrikas Fussballer des Jahres 1973. Arnd Zeigler/WDR wies gestern (ab Minute 19:45) auf den berĂĽhmten Mann hin, der nach seiner Vorstellung bei der WM 1974 zunächst recht erfolgreich beim VFB Stuttgart spielte und 1982-84 fĂĽr den 1.FC SaarbrĂĽcken.Weiterlesen…

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