Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: uebermedien.de (Seite 1 von 7)

Medien-Missverständnis

Wer die Gefahr nicht erkennt, kann die Demokratie nicht retten

Vielversprechend der Titel, enttäuschend der Inhalt: Albrecht v. Luckes/Blätter “Gegen Ampel und AfD: Die mobilisierte Republik”. Denn er kniet sich, typisch fürs Hauptstadtghetto, tief ziselierend in Regierungs- und Parteienhandeln rein, versteht aber, ebenso wie die, nur wenig von der real existierenden Bewegung. Interessiert das überhaupt? Auf diese Frage brachte mich Stefan Niggemeier/uebermedien: “Werden ‘Tagesschau’ und ‘Heute’ der Größe der Demos gegen Rechts gerecht?” Weiterlesen

Die begrenzte “Vielfalt”

Der Beueler Extradienst ist voll mit diesem Thema: Pressevielfalt? Meinungsvielfalt? Informationsfreiheit? Die gibt es. Aber wie? Und keineswegs ist alles erlaubt. Die Grenzen des Grundgesetzes gelten für Verletzungen der Menschenwürde, Diskriminierungen vielfältiger Art. Dabei ist Sagen und Reden nicht das Gleiche wie Tun. Aber es hängt damit zusammen: auf Hetze folgen Verletzte und mitunter Tote. In einer Demokratie muss das ausgehandelt werden, und zwar ständig – ein nicht beendbarer Prozess. Dazu einige Beispiele von nur einem Tag, dem 8.12.2023. Weiterlesen

Geht doch (II)

Nein, es sind nicht nur Irre öffentlich unterwegs. Auch in Kriegszeiten nicht. Täglich lassen sich zarte Vernunfttriebe entdecken, die in der real existierenden Aufmerksamkeitsökonomie zu unrecht übergangen werden. Das hat gestern bereits Ewald Lienen in Köln absolut zutreffend beschrieben. Ich fange mit dem Widerlichsten an (keine Sorge, danach wirds besser). Das ist weit länger, als die 66 Jahre, die ich lebe, die Arbeitsweise der schreibenden Angestellten des deutschen Springerkonzerns. Es wird mir ein ewiges Menschheitsrätsel bleiben, warum es Zeitgenossen*inn*en gibt, die es immer noch nicht begreifen wollen. Boris Rosenkranz/uebermedien erklärt es nochmal allen, die es immer noch nicht begreifen: Weiterlesen

Deutsche Schreibtischhelden

mit Update 15,10.

Patrik Baab, den ich persönlich nicht kenne, der aber mit Sicherheit “ein schwieriger Typ” ist, drückt es so aus: “In meinem Buch ‘Recherchieren’ habe ich geschrieben, dass sich die bürgerliche Öffentlichkeit gewandelt hat zu einer Zensur- und Denunziationsöffentlichkeit. Dieser Prozess ist nun vollzogen. Bürgerkinder in Redaktionen, die ausgesprochen ungebildet sind und lediglich die Vorurteile ihrer Klasse, also des gehobenen Bürgertums, unters Volk bringen wollen, maßen sich in purer Selbstermächtigung an, bestimmen zu wollen, wer am öffentlichen Diskurs teilnehmen darf und wer nicht. Sie haben offenbar keinen Begriff von demokratischer Öffentlichkeit. Dabei handelt es sich in meinen Augen um Journalisten-Darsteller, die deshalb den Mund so voll nehmen, weil sie sich ausrechnen können, dass sie selbst und ihre Gören nie an der Front landen. Sie schauen lieber den Ukrainern beim Verrecken zu und bedienen ansonsten ihre transatlantischen Karriere-Netzwerke. Ich wünsche diesen Leuten, dass sie mal 48 Stunden an der Front verbringen. Das wäre heilsam.” Weiterlesen

Weg in die Irrelevanz

DLF folgt dem WDR

Wie es in den Überresten des Journalismus des WDR zugeht, das beleuchtet Sebastian Weiermann/uebermedien:Untergetauchte Linksextremisten: Aktenzeichen NDR/WDR ungelöst – Tagesschau.de berichtet ‘exklusiv’ über die Fahndung nach Johann G. und den angeblichen Anstieg von untergetauchten Linksextremisten. Dabei beruht die Recherche vor allem auf Informationen von Sicherheitsbehörden, die der Beitrag unkritisch wiedergibt.” Ich kann nicht behaupten, dass mich das noch überrascht. Weiterlesen

Kleines Einmaleins

Grundregeln, die das Leben besser machen, aber offenbar schwer zu erlernen sind

Radfahrer*innen kennen das, wenn P- und LKWs den Blinker erst setzen, wenn sie schon abbiegen – statt vorher! Seit nun auch Porschefahrer*innen aufs Rad umsteigen, beobachte ich vermehrt bei Radfahrer*innen ein ähnliches Problem: Fahrtrichtungswechsel werden grundsätzlich überhaupt nicht mehr angezeigt. Dafür aber gerne während der Fahrt telefoniert (was illegal, und im Falle des Erwischtwerdens schön teuer ist). Es gibt da ein ähnliches Problem im Onlinejournalismus, und auch nicht alle Extradienst-Autor*inn*en sind davon frei. Weiterlesen

Das Beste von gestern

Gelegentlich habe ich die Boulevardisierung der Frankfurter Rundschau (FR) durch die Ippen-Gruppe gegeißelt. Davon nehme ich auch nichts zurück. Doch gelegentlich sind noch publizistische Perlen zu entdecken. Johannes Varwick ist so eine sichere Nummer, ein Friedensforscher, der Widerworte und Stigmatisierung nicht scheut, weil er sich seiner Vernunft sicher sein kann. Von solchen Leuten kann es gar nicht genug geben. Weiterlesen

Neues Grundrecht?

Erstmal nicht: “In Ruhe gelassen werden”

Wer es immer noch nicht kapiert hat, wie die Rechten den öffentlichen Diskurs kapern, die*der kann hier weiterlesen. Unter hörbarem Zähneknirschen “musste” die FAZ diese dpa-Meldung wiedergeben: Kommunikation im Konzern: Klage gegen Audis Gendersprache-Leitfaden endgültig gescheitert – Die Richter sahen keinen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichstellungsgesetz oder andere Gesetze. Sie betonten, es gebe kein Recht für Gegner von Gendersprache, ‘in Ruhe gelassen zu werden’.” Denn ansonsten schiesst das Bankenblatt aus allen Rohren gegen das “Gendern” – als fühle es sich von Friedrich Merz immer noch nicht genug geliebt. Weiterlesen

Springerhetze gegen Spitzenjournalisten

mit Update 15.7.

Tilo Jung ist mal wieder Wirbel gelungen. Sein Gespräch mit der SWP-Wissenschaftlerin Muriel Asseburg hat documentaartig deutsche Feuilleton-Reflexe mobilisiert. Gratulation, es war schon etwas still geworden. Mir ist Jung immer mit seiner aggressiven Neugierde in der Bundespressekonferenz aufgefallen. Überhaupt: Neugierde! Bei einem Journalisten in Berlin! Wo gibts denn sowas? Die wissen doch immer schon alles. Von Frau Asseburg weiss ich via ihres früheren Chefs Volker Perthes, dass sie eine wissenschaftliche Könnerin ist, von Jung also gut gewählt. Weiterlesen

Der-Die-Das Ossi – das unbekannte Wesen

Mit Update nachmittags: weitere Beispiele zur Dysfunktionalität der Medien

Die Konstruktion “des Anderen” ist eine ungute altdeutsche Tradition, die aus ökonomischen Gründen vom real existierenden deutschen Medienkapitalismus bis heute liebevoll gepflegt wird. Daraus lassen sich beständig so viele feuerwerkähnliche Funken schlagen, dass das wahre Leben von Kapitalismus und mannigfaltigen Formen der Diskriminierung dahinter verschwindet. Nun hat in einem Landkreis in Thüringen die Minderheit der an der Wahl Teilnehmenden einen Faschisten als Landrat gewählt. Und zielsicher platzierte das “Else-Frenkel-Brunswik-Institut für Demokratieforschung” in Leipzig seine Veröffentlichung Autoritäre Dynamiken und die Unzufriedenheit mit der Demokratie – Die rechtsextreme Einstellung in den ostdeutschen Bundesländern”. Weiterlesen

Keine Gewinner

– ausser der Rüstungsindustrie

Die sozialdemokratischen Kolleg*inn*en vom ipg-journal veröffentlichen eine zuerst in El Pais erschienene Analyse von Monica Hirst und Juan Gabriel Tokatlian: Globale Spaltung – Mit einer Friedensinitiative plant Brasilien den Krieg in der Ukraine zu stoppen. Diese wird vom Westen verurteilt und vom Süden gefeiert.” Autorin und Autor referieren ausführlich die Position der brasilianischen Lula-Regierung, deren Wahlsieg gegen den Faschisten Bolsonaro alle Demokrat*inn*en dieser Welt herbeigesehnt hatten. Die Rationalität der Argumentation ist für Leidtragende deutscher Mediendiskurse erholsam wie ein Traumurlaub in Ipanema. Weiterlesen

Killer Bertelsmann

Die Jüngeren können es nicht wissen. Die Illustrierte “Stern” war mal das nahezu wichtigste gedruckte publizistische Organ der West-BRD. Verkaufte Auflage über 1 Mio., noch vor dem “Spiegel”. Und oft auch besser als der. Er erschien im Verlag Gruner & Jahr, ein Verlag mit einer traurigen Geschichte des Abstiegs. 1969 bekam der Bertelsmann-Konzern einen Fuss in die Tür, fünf Jahre später war er Mehrheitsgesellschafter. Aufwärts ging es seitdem nicht mehr. Weiterlesen

Trümmermänner, Trümmerfrauen

Best of 23.3.: Kuschaty-NRW-SPD / Habeck / Macron / Wagenknecht / Knüwer / Nguyen

Thomas wer? Kutschaty. Der hat es immerhin zwei Jahre als NRW-Vorsitzender der SPD ausgehalten. Es gab Zeiten, da war so einer der mächtigste Mann in der Partei, weil er den grössten Delegiertenblock bei Parteitagen anführte. Wann war das noch mal? Ich habs vergessen. Jetzt ist er zurückgetreten, und einige Medien versuchen es aufzublasen – dabei wissen ihre Kund*inn*en überhaupt nicht, wer das ist – der Sack Reis in China ist berühmter. Kutschaty wird im Juni 55. Männern in diesem Alter stellen sich Sinnfragen neu. So soll er über eine Personalie gestolpert sein, die Berührung zu Bonn hat: Magdalena Möhlenkamp. Weiterlesen

Postwestliche Welt

Best of 7. März 2023: andere Blicke auf den Ukrainekrieg / US-Infrastruktur / Wasserpolitik / DFB-Neuendorf

In meinen Freundeskreisen kursiert z.Z. eine Veröffentlichung von Thomas Meaney/New York Times, Fellow der Max Planck Gesellschaft. Es gibt eine deutsche Übersetzung, die ich auf Wunsch gerne individuell übermittle. Hier der Originaltext vom 2. März: “America Is In Over Its Head”. Ein Symptom dafür, dass in den Medien am anderen Atlantikufer weit cooler und rationaler diskutiert wird. Weiterlesen

Best of 3. März 2023

GVAZ – Grösstes Vakuum aller Zeiten – die “Medienpolitik” der Bundesländer

Was dabei herauskommt, wenn öffentliche Medienanstalten öffentlich über sich nachdenken lassen, das hat Ralf Heimann/MDR-Altpapier hier so erschöpfend berichtet, dass ich es mir auf keinen Fall ansehen werde. Was dabei herauskommt, wenn die gesetzlich zuständigen Bundesländer über öffentliche Medien nachdenken lassen wollen, das berichtet Leonhard Dobusch/netzpolitik: Neues aus dem Fernsehrat (96): Zukunftsrat mit Schattenstaatsbank – Ein ‘Zukunftsrat’ aus acht Personen soll den Bundesländern Vorschläge machen, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland reformiert werden soll. Doch die derzeit kursierenden Besetzungspläne machen wenig Hoffnung darauf, dass das gelingen kann.” Weiterlesen

Kollegenschelte

Best of 14. Februar 2023: Recherchefreie Medien, Krieg, Alarm zum 49-€-Ticket

Kürzlich genierte sich Küppi in einem seiner Videos, und versah seine Kollegenschelte mit einem Warnhinweis. Ich dagegen darf das. Ich war nämlich nie hauptberuflich Journalist, und habe als nebenberuflicher mehrere tausend Mark verbrannt, weil ich Honorare gestundet hatte – damals als bedrucktes Papier noch goldenen Boden hatte. Es mehren sich nämlich hochprofessionelle teuer bezahlte Medien, die sich erlauben zu können glauben, ganz auf Recherche zu verzichten. Das bin ich nicht zu tolerieren bereit, so lange mir noch niemand meine Bürgerrechte weggenommen hat. Weiterlesen

Platzende Blasen

Best of 10. Februar 2023: G&J, ARD, ZDF, Klima, Krieg, Seymour Hersh

Thomas Knüwer fällt auch nichts mehr ein. “Gruner + Jahr: Sagt nicht, ihr hättet nichts gewusst” greift auf seine alten Texte zurück und spart mit neuen Ideen. Verständlicherweise. Mir fällt dazu auch nichts mehr ein. Eine handlungsfähige deutsche Medienpolitik würde die Milliardärsfamilien von der Steuerung derselben entfernen. Entschädigungslos, denn die haben ihr Schäfchen alle im Trockenen. Im Gegensatz zu den Leuten, die sie jetzt rausschmeissen. Dass Knüwer die auch beschimpft, ist nicht ganz abwegig, sondern von ihm sogar gut begründet. Hilft aber nicht. Weiterlesen

Best of 9. Januar 2023

Zu den bei “Kriegführung” schon gelisteten Texten noch folgende ergänzende Empfehlungen:

Medea Benjamin, Nicolas J.S. Davies/telepolis: Können Nato und Pentagon einen diplomatischen Ausweg in der Ukraine finden? – Die US-Politik in der Ukraine befindet sich in der Sackgasse. Man befürchtet, nicht mehr ernst genommen zu werden. Daher die Logik: Gegner einschüchtern, trotz der unvorstellbar realen Gefahr einer Eskalation. Was tun?” telepolis hat den Text von Common Dreams übernommen, David Goeßmann hat übersetzt. Weiterlesen

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