Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Brasilien (Seite 1 von 13)

Nicht mehr sicher?

All der Reichtum – wo soll er nur hin?

Als ich noch jünger war, und Wahlkampf machte, habe ich Informationen meiner Partei auch in „keine Werbung“-Briefkästen gesteckt. Es war unvermeidlich, dass mich ein renitenter Anwohner hier an der Grenze von Combahnviertel und Schwarzrheindorf (über 40% für Grüne) dabei „erwischte“. Ich antwortete mit dem Grundgesetz, und wenn ihm das nicht passe, könne er ja in eine Diktatur auswandern – die Auswahl sei reichlich. Weiterlesen

Parabéns Brasil!

Die beste Nachricht des Monats ist aus Amerika

Das ist die beste Nachricht des Monats. Der Faschist Bolsonaro wurde knapp verhindert, gegen die geballte Propagandamacht der USA, ihrer IT-Konzerne und der herrschenden Klasse Brasiliens. Wer zu wenig wusste, wie ich und die Mehrheit europäischer Medienkonsument*inn*en, kann davon nur überrascht sein. Es gab aber Gründe, die Ähnlichkeiten mit europäischen Verhältnissen haben, ihnen womöglich nur voraus sind. Weiterlesen

Wenn die Vergangenheit die Gegenwart einholt

Die unzureichend aufgeklärten Diktaturverbrechen sind eine ständige Bedrohung für die brasilianische Demokratie

Am 17. April 2016 stimmte das brasilianische Parlament über die Amtsenthebung der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff ab. Der Abgeordnete Jair Bolsonaro widmete seine Stimme dem Andenken an „Carlos Alberto Brilhante Ustra – dem Schrecken von Dilma Rousseff“. Ustra war einer der führenden Köpfe der Repression zur Zeit der Militärdiktatur und hatte Rousseff sowie viele andere politische Gefangene gefoltert. Etwas mehr als zwei Jahre später wurde der von vielen als schräg und skurril angesehene Abgeordnete zum Präsidenten gewählt. Während seiner Präsidentschaft (2019-2022) ließen er und seine Verbündeten keine Gelegenheit aus, die Vergangenheit für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Weiterlesen

Die (no-)memoria der neurechten Erinnerungskultur


Flexibler Geschichtsrevisionismus in Lateinamerika

Lateinamerika erlebt aktuell eine besorgniserregende Rechtswende. Mittlerweile wird fast die gesamte Region von rechten politischen Kräften regiert. Diese unterscheiden sich bezüglich ihrer politischen Prioritäten (Sicherheit, Migration, Rückbau des Staates), ihres Stils und ihrer Rhetorik teilweise deutlich voneinander. Gemeinsam ist ihnen jedoch ein kulturkämpferischer Eifer, der sich nicht zuletzt auf den Feldern der Vergangenheitspolitik und der Erinnerungskultur manifestiert. Weiterlesen

Der Garten als Kampfküche und Überlebensort

Interview mit Ana Santos über afro-brasilianische Territorialität in Rio de Janeiro

Im Complexo da Penha, einem Zusammenschluss von zehn Favelas im Norden Rio de Janeiros, hat die Afro-Brasilianerin Ana Santos eine kleine Oase geschaffen. In einem Gemeinschaftsgarten wachsen Lebensmittel aus agrarökologischer Produktion. Für Ana und ihre Mitstreiterinnen vom CEM ist städtische Landwirtschaft kein Hobby, sondern eine Form des Überlebens und der Selbstbestimmung: Weiterlesen

Palmöl ist passé

Brasilien: Das agrarökologische MST-Projekt Maturí in Pará: Gegenmodell zu Monokulturen

Die Erfahrungen der brasilianischen Landlosen­bewegung MST (Movimento sem Terra) zeigen, dass es möglich ist, durch kollektive Selbstorganisation Wälder wiederherzustellen, natürliche Ressourcen zu erhalten und gesunde Lebensmittel zu produzieren. Von der Restrukturierung und Renaturierung besetzter Landflächen ausgehend, treibt die MST inzwischen in 24 von 26 Bundesstaaten Brasiliens familiäre Landwirtschaft in größerem Maßstab voran. Weiterlesen

Warum wir schreiben

Acht Stimmen aus der zeitgenössischen brasilianischen Literatur

Die spannendste brasilianische Literatur ist viel­leicht nicht dort, wo man sie sucht. Sie wird von einer Frauengeneration geschrieben, die von den geografischen, verlegerischen und sozialen Rändern aus erzählt und dabei die Position der Außen­seiterin in Stärke verwandelt. Hier werden acht neue Erzählerinnen vorgestellt, die in ihrer Vielfalt zur derzeit lebendigsten brasilianischen Literatur zählen. Es gibt keine Schule, kein Mani­fest, keine Formel, einfach nur acht Arten, Brasilien zu betrachten, ohne den Blick abzuwenden. Weiterlesen

Schüsse, die nach hinten losgehen

Das Gewaltdilemma in Brasilien

Gewalt ist in Brasilien zu einem alles beherrschenden Faktor geworden. Strafverschärfungen scheinen die einzig gangbare Gegenmaßnahme. Erst spät hat die Regierung Lula verstanden, dass die meisten Gewalttaten auf die eine oder andere Weise im organisierten Verbrechen münden, in Banden, die sowohl legal wie illegal aktiv sind und riesige Märkte aufgebaut haben. Dafür brauchen sie billige Arbeitskräfte, also junge Menschen ohne Perspektive, damit sie Gewinne in den verschiedenen Branchen erzielen können: von Handys bis Kokain, vom Holz bis zu Waffen. Vieles davon landet in Europa. Weiterlesen

„Familie“ gewinnt

Hype um Prognosemärkte hält an: Wetten, dass Familie Trump gewinnt

Während weltweit immer mehr Länder Prognosemärkte als Glücksspiel behandeln, baut die Trump-Regierung ihre Aufsichtsbehörde zum Anwalt der Branche um. In den USA sollen Krypto- und Prognosemärkte so unreguliert wie möglich wachsen können – und Familie Trump profitiert mit. Weiterlesen

Elektrostaaten der Welt vereinigt Euch!?

Wie das Ende der Fossilen die Geopolitik verändert

Mit dem Angriff der USA auf den Iran erlebt die Welt die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren. Die letzte hatte 2022 Putins Überfall auf die Ukraine ausgelöst. Unübersehbar verschieben sich im Kampf um Energiedominanz die Gewichte globaler Politik. In der multipolaren Welt braucht Europa eine neue Geostrategie und neue Bündnispartner. Es muss auf Elektrifizierung und Erneuerbare setzen. Weiterlesen

„Die Welt zu Gast bei …

… A……….n?“ Wie Brasilien zur Hannover-Messe brüskiert wird – Der Täter läuft Amok

Haben die in Brilon irgendein Problem mit Brasilien? Oder sind dem Bundeskanzler nicht nur einfache völkerrechtliche Denkaufgaben, sondern auch Umgangsformen mit Staatsgästen – egal ob bei Heim- oder Auswärtsspiel – „zu komplex“? Und wenn es doch strategische Absicht sein sollte – welche könnte das sein? Und wie deckt sie sich mit seinem Amtseid (Art. 56 gilt gemäss Art. 64 auch für Mitglieder der Bundesregierung)? Weiterlesen

Eine hübsche Frau

Wie Brasiliens extreme Rechte einen Kommentar Lulas zu Meme-Munition machte

Digitaler Humor ist eine gefährliche politische Waffe. Die extreme Rechte in Brasilien weiß das nur zu gut. Im Jahr 2025 machte sie aus einem unangemessenen Kommentar Lulas ein Meme gegen die Politikerin Gleisi Hoffmann. Innerhalb weniger Stunden ging es viral. Dieser Artikel zeigt, wie Spott politische Debatten ersetzt und die frauenfeindlichen, gewalttätigen Diskurse der extremen Rechten festigt. Weiterlesen

Kein bisschen weiser

Ein Vierteljahrhundert und kein bisschen weiser – Das EU-Mercosur-Abkommen wird kurz vor dem Abschluss erneut auf Eis gelegt

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Und das ist gut so. Zwar flog EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 18. Januar erleichtert nach Paraguay, um die im Dezember zum X-ten Mal aufgeschobene Unterschriftszeremonie für das EU-Mercosur-Abkommen durchzuziehen, doch noch ist vieles nicht in trockenen Tüchern. Wichtige Instanzen hüben und drüben müssen noch zustimmen. Und die zieren sich. Alter und neuer, auch unerwarteter, Widerstand formiert sich, derweil die europäische, insbesondere die deutsche Exportindustrie vorauseilend jubelt. Was ist da wieder los? Und worum geht es eigentlich? Weiterlesen

Wir sind Bewohner, keine Drogenhändler!

Massaker mit 121 Toten in Rio de Janeiro löst Protestwelle aus

Immer mehr Menschen in den Favelas, den Armenvierteln in Rio de Janeiro, São Paulo, Bahia und anderen brasilianischen Regionen, werden bei Polizeieinsätzen getötet. Die meisten von ihnen sind arm, jung, Schwarz und männlich. Protestierende im ganzen Land fordern eine Kehrtwende bei der Bekämpfung von Drogenhandel und Kriminalität. Weiterlesen

Klimaschutz in Zeiten der Blockkonfrontation

10 Jahre danach: den Weg von Paris weiter gehen

Das Übereinkommen von Paris mit dem 1,5 Grad Ziel war ein Meilenstein des Internationalen Klimaschutzes. In Zeiten der Blockkonfrontation zwischen Petrostaaten und Elektrostaaten gilt es selbstbewusst den Weg von Paris weiter zu gehen. Wo, wenn nicht auf den COPs wird die Zukunft der Welt verhandelt? Meine Rede vor der Katholischen Akademie am 11.12.25 in Freiburg Weiterlesen

Fremdschämen I: Merz auf dem Klimagipfel

Wir wissen nicht, ob er, während er seine zweistellige Zahl von Aufsichtsratsmandaten absaß, auch vom Klimagipfel geträumt hat. Greenpeace war jedenfalls nicht auf der Liste seiner freiwillig Unterhaltspflichtigen. Darauf standen laut „Lobbypedia“ dagegen Aufsichtsratsmandete bei

    • AXA Konzern (Vorsitzender des Beirats und des Aufsichtsrats)
    • BASF Antwerpen N.V. (Mitglied des Verwaltungsrats)
    • Commerzbank (Mitglied des zentralen Beirats)
    • DBV-Winterthur Holding (Mitglied des Aufsichtsrats)
    • Interserhoh AG (Mitglied des Aufsichtsrats)
    • IVG Immobilien AG (Mitglied des Aufsichtsrats)

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Açaí, Maniok und Fisch

Auf die lokale Küche sind in Belém alle stolz

mit Update 23.9.

Wer in den Norden Brasiliens reist, gelangt in eine andere Welt – auch wenn die Ankunft in der Millionenstadt Belém erfolgt. Hier im Amazonasgebiet ist das Klima heiß und feucht. Trotz ihrer mittlerweile beachtlichen Skyline bleibt Belém unordentlich, die offenen Kanäle und Abwässer in den Straßen sorgen für einen markanten Geruch. Rund um die COP30 ist eine Debatte entstanden, die viele Menschen aus Pará, die „Paraenses“, als Belém-Bashing empfinden. Ein gutes Beispiel dafür war ein Artikel im The Economist, der die fehlende Infrastruktur in Beleḿ beklagte und eine COP des Chaos vorhersagte. Weiterlesen

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