Juan Moreno hatte ich vor vielen Jahren als Autor der SZ sehr geschätzt. Lange hatte er eine wöchentliche Kolumne in der SZ-Wochenendbeilage. Parallel moderierte er gewöhnlich häufiger bei Funkhaus Europa (heute: WDR Cosmo). Wie konnten die ihn nur gehen lassen? Vermutlich machte irgendwann der Spiegel ein Angebot, das mann nicht ablehnen kann.
Und dort erlebte er dann diese Relotius-Sache. Und hat jetzt dazu ein bestverkaufendes Buch auf den Markt gebracht, und, wie es heute zu den Pflichten von Bestsellerautor*inn*en gehört, kein Mikrofon und keine Talkshow ausgelassen.
Heute ist er schon kein junger, sondern eher ein mittelalter gescheiter Mann. Und wie ihm der in diesen Dingen ebenfalls erfahrene Stefan Niggemeier/uebermedien nachweist, immer noch etwas zu sehr in seinen verführerischen, schönen Beruf verliebt. Er wird es überleben. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich auch vieles versuchen, ihn als Autor zu gewinnen.
Das gilt auch für einen anderen Gescheiten, der für mich erkennbar noch keinen schweren Fehler in der Öffentlichkeit gemacht hat: der blauhaarige Rezo. Zapp/NDR widmete ihm, bzw. mit ihm als tragender Säule eine Sonderausgabe. Es wird deutlich, dass der Bursche extrem gescheit und gut beraten (von Ströer) ist. Er weiss von seiner Konzernabhängigkeit von Youtube (und Ströer). Und er hat recht klare politische Vorstellungen, was und wie es sich medienpolitisch ändern müsste. Vielleicht werden wir noch mehr von ihm hören.