Klöckner?

Von , am Mittwoch, 19. Februar 2020, in Politik.

Es durchfuhr mich wie ein Schock. Ich bin der Erste, der darüber die Augen verdreht. Welche Alternativen gäbe es?
Die aktuellen Entwicklungen übertreffen weiterhin jede Satire. Jungs können halt alles, auch Bundeskanzler. Und wenn vielleicht nicht, könnte doch trotzdem sein. Einfach mal ausprobieren. Kann mann doch nicht vorher wissen, dass es ein Debakel wird. Und das produzieren sie halt, das Debakel. Bayern-Fan Marcel Reif bezeichnet Jens Spahn als “jung und sexy”. Friedrich Merz wird von Til Schweiger tödlich umarmt. Und dieser Röttgen … Da fällt keiner Frau mit einem Minimum an politischem Verstand mehr was zu ein.
Keiner von diesen Burschen, auch Armin Laschet nicht, wird den wahlentscheidenden Merkel-Effekt wiederholen können. Im Gegenteil: was sie jetzt an Slapstick inszenieren, ist so spektakulär, dass es der Aufmerksamkeit keiner Wählerin entgehen kann. Selbst innerhalb der CDU haben das viele schon bemerkt. Und das sind Spätmerker*innen!
Kommt am Ende dabei heraus, dass es doch jemand aus einem der 15 anderen CDU-Landesverbände machen muss? Oder sogar eine richtige Frau? Wen gäbe es denn da? Ja, genau das ist das Problem. Wenn sie sich mal hier die Bundesregierung anschauen (ich könnte die auch nicht mehr auswendig aufsagen). Wer ist da z.B. in der CDU, und gleichzeitig Frau? Genau.
Frau Klöckner hat sich allerdings im Gegensatz zu Frau Merkel mit sichtbarem Jojo-Effekt erkennbar mehr Mühe als die Bundeskanzlerin gegeben, auch Männern zu gefallen. Naja, sie musste es, um ihre Karriere voranzubringen. Landesverband Rheinland-Pfalz, Weinkönigin, dann ein Ministerium, das zwangsweise viel Umgang mit Bauerndeppen hat. Innerhalb der CDU könnte ihr das sogar helfen, am Ende auf den von den Jungs angerichteten Trümmern die Parteifahne zu schwenken. Jedenfalls ist sie, deren Geräuschmacherei sonst nie zu überhören ist, im Moment so merkwürdig still, verdächtig geradezu.
Nur die Wählerinnen, die vielen Älteren vor allem, werden sie kaum als gleichwertigen Merkel-Ersatz annehmen.
Das wäre dann die Marktlücke für Annalena Baerbock: wenn schon was Jüngeres, dann richtig. Merkel hat den Boden bereitet. Jetzt kein Stehenbleiben bei den Lobbyistenmännern, sondern weitermachen.

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