Und: Affen der Fleischindustrie / Literatur-Relotius
Wenn Sie was zum Denken suchen, am heutigen Lockdown-Sonntag, nehmen Sie Matthias Greffrath/DLF: “Anmerkungen zur Automatisierung”, der intellektuelle Höhepunkt dieses Tages (Anne Will fällt nämlich aus ;-) Greffrath wendet sich gegen den Technik-Determinismus. Die angebliche Zwangsläufigkeit vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Entwicklungen lenkt von der politischen Verantwortung, dem Tätigwerden oder Untätigbleiben kapitalistischer und sozialer, gewerkschaftlicher Kräfte ab. Mit Marx und Engels gesprochen: „Das menschliche Wesen ist kein dem einzelnen Individuum inwohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist es das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse.“ Anders gesprochen: der Mensch ist nicht Opfer, sondern die soziale Summe der Menschen ist Täter. Und wie wir heute wissen sogar imstande, einen ganzen Planeten zur Strecke zu bringen, so weit es die Möglichkeit menschlichen (und vieler anderer) Lebens betrifft. Starker Greffrath. Lesen! (oder hören)
Affen der Fleischindustrie
Überraschung: die Fleischindustrie hat lobbyiert, und war bei der CDU/CSU, noch mal Überraschung, erfolgreich. Das, manche halten es immer noch für eine Neuigkeit, berichtet heute das WDR-Magazin Westpol. Während ich das tippe, erzählen sie im Radio, die Grünen hätten die Türen zu diesem potenziellen Koalitionspartner “nicht zugeschlagen” – ich glaube, ich muss mir jetzt unbedingt was zu Essen holen ….
Literatur-Relotius
Vorher noch schnell der Hinweis auf meinen schreibenden Rentnerkollegen Andreas Rossmann/FAZ. Der Sizilien-Afficionado Rossmann verteidigt Graf Giuseppe Tomasi di Lampedusa gegen seinen Pseudo-Biografen Steven Price. Danke.