Beueler-Extradienst

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Noch keine Erdbeeren! – Besser nicht!

mit Update nachmittags

Mediathektipps: sehr Ernstes und was zum Ausgleich

Ich bin selbst Erdbeeren-Abhängiger. Aber meine Geschmacksnerven sind noch nicht abgestorben. Und mein politisches Bewusstsein auch nicht. Spanische Erdbeeren rühre ich auch im Bioladen seit Jahren nicht mehr an. Die dürfen zwar keine Pestizide überschüttet kriegen – aber Wasser brauchen sie alle, und davon viel. Gleich zu Beginn erklärt von “Markt”/WDR. Wenn wir diese Agrarindustriepolitik nicht bekämpfen, können wir den ganzen Klimaschutz gleich sein lassen. Update nachmittags: Lesen Sie ergänzend auch die wie immer informative Susanne Aigner/telepolis: Gift in Erdbeeren und Nudeln – Klage gegen Pestizide – Lebensmittelproben geben Anlass zur Sorge. Umweltverbände haben juristische Schritt eingeleitet. Ziel ist ein konsequenter Ausstieg aus der Nutzung der gefährlichen Stoffe.”

Aber weswegen ich dies hier eigentlich schreibe: Jugendliche im Widerstand: Edelweißpiraten – Köln im Herbst 1944: In der kriegszerstörten Stadt leistet eine kleine Gruppe von Jugendlichen bewaffneten Widerstand gegen das Nazi-Regime. Bartholomäus Schink, Franz Rheinberger und Fritz Theilen gehören zu den sogenannten ‘Edelweißpiraten’, einer ursprünglich unpolitischen Jugendbewegung, die von den Nationalsozialisten verboten und verfolgt wurde.” Das läuft noch drei Monate bei ARTE.

Ich kenne das Thema seit Ende der 70er Jahre. Für den Landesvorstand NRW der Jungdemokraten organisierte ich ein landesweites Bündnis für eine Erinnerungsdemo zur Reichspogromnacht. Der unvergessliche Heiner Lichtenstein war seinerzeit einer unserer wichtigen Berater und Freunde. Damals stiess ich zum ersten Mal selbst auf das Sujet des o.g. ARTE-Films. Es war noch die Zeit, die in dem Film sehr gut ausgeleuchtet wird, in der die Hinterbliebenen der Opfer den freilaufenden Mördern und Richtern ihrer Verwandten auf Kölner Strassen begegnen mussten.

Weil ich ein penetranter Leser von Abspännen bin, merkte ich erst am Ende, dass es sich um ein Werk alter Bekannter handelt: schon wieder Georg Wellmann und Ingolf Gritschneder. Zu meinem Erstaunen wurde ihr Film von keiner Kölner Firma, sondern von der Berlinerin Anne Kunze produziert. Ich bin überrascht. Hat sich in Köln niemand gefunden? Oder wie blamabel ist das für die “Medienstadt”? Wellmann und Gritschneder müssten längst von der Stadt Köln zu ihren “Stadtschreibern bzw. -filmern” ehrenhalber ernannt und ein Denkmal gesetzt bekommen. Und ebenso vom WDR als seine “letzten politischen Dokumentarfilmer”.

Ein bisschen Spass muss sein

Radikales Umschalten. Es muss auch irgendwas zum Lachen geben. Oder wenigstens zum Schmunzeln. Bei mir klappts hiermit: “I don’t work here” (1 Jahr verfügbar) – mal wieder Familienspiessigkeit in Vorstadthölle, mit zeitgemässem Rassismus. Dennenesch Zoudé und Peter Lohmeyer mal anders besetzt, der eigentliche Star, die die andern fast schon an die Wand spielt: Gabriela Maria Schmeide. Allein sie ist Grund genug dranzubleiben.

Über Martin Böttger:

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net

Ein Kommentar

  1. Annette Hauschild

    Lieber Martin, zu Deinem Text “Keine Erdbeeren, noch nicht” kann ich nur hinzufügen: Beeren rot und blau, Himbeeren aus Portugal oder Chile, Waldbeeren aus Peru, Spargel aus Chile, Gemüse und Obst aus China (sogenannte Flugware), Avocado,. Melonen, Südfrüchte allgemein, Paprika, Blumenkohl, Tomaten, grüne Bohnen, Zucchini, Gurken, Salate,
    Kann man getrost Deinen Erdbeeren hinzufügen. Für Wassermelone habe ich vor Jahren den Spruch gehört: “Wir essen spanisches Grundwasser”.

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